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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.
Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen.
Ausgegeben im Mai 1865. Ber Jahrgang läuft vom Ockober 1864 bis duhin 1865.
Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.
Die Frauenſchlacht auf Vorkum.
Geſchichtliche Novelle*) von Ludwig Roſen.
I. Die Walfſſchfänger. Während in der erſten Hälfte des dreißigjährigen Krieges
Oſtfriesland von den Truppen Mansfelds überſchwemmt und
in unerhörter Weiſe ausgeſogen wurde, die einheimiſche Regierung aber alle Gewalt verloren hatte, waren mit Ausnahme der faſt ſelbſtſtändigen und wehrhaften Stadt Emden die oſtfrieſiſchen Inſeln die einzigen Orte, wohin ſich die fremden Plagegeiſter nicht wagten, ſo daß die Inſulaner ziemlich unangefochten lebten und ſich eines verhältnißmäßigen Wohlbefindens erfreuten. Denn wenn auch allerdings auf dem Meere ſich geſetzloſes Geſindel umhertrieb, ſo wagte ſich dieſes doch nicht leicht in die Untiefen der Inſeln, und die Be⸗ wohner der letzteren gingen theils dem Fiſchfang in der Nähe nach, theils und vorzugsweiſe dienten ſie als ſehr geſuchte Seeleute auf holländiſchen oder hamburgiſchen Schiffen, ſo daß ſie, während die Schifffahrt des Feſtlandes faſt ganz gelähmt war, ſich ein gutes Stück Geld verdienten.
Zu dieſer Zeit finden wir auf Borkum, der größten und volk⸗ reichſten dieſer Inſeln, gegen Beginn des Frühjahrs in der einzigen Schenke des Dorfes eine Verſammlung von etwa dreißig jungen Männern, welche weniger das holländiſche gebrannte Waſſer, das ſie in kleinen blechernen Gefäßen vor ſich ſtehn hatten, als eine ernſtere Veranlaſſung zuſammengeführt haben mußte, denn ihre Geberden waren ruhig und ihre Aufmerkſamkeit auf den augenblicklichen Wort⸗ führer ſchien geſpannt. Obgleich keiner das dreißigſte Lebensalter erreicht haben mochte, ſo konnte man doch allen anſehen, daß ſie be⸗
reits vielfach mit Meer und Sturm gekämpft, daß ſie ſich manchen Anſtrengungen und Gefahren ausgeſetzt hatten. Ihre Kleidung be— ſtand meiſtens aus weiten Hoſen von ſegeltuchartigem Stoff, aus einer bequemen grobwollenen blauen Jacke, deren offne Vorderſeite ein buntgeſtreiftes Hemd ſehen ließ, aus einem loſe umgeſchlungenen Halstuche und aus einem niedrigen breitrandigen Hute. Da die niedrige Schenkſtube mit ihrer dunkelangeſtrichnen Balkendecke, ihren *) Die Begebenheit, welche der folgenden Erzählung zu Grunde
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Nordſeeinſel Borkum von Hermann Meier(Leipzig, J. J. Weber 1863).“
kleinen Schiebfenſtern in der abgeſchrägten Vorderwand, ihrem braunen Holzwerk an den übrigen Wänden, die meiſt als Kojen (Alkoven) oder Schränke dienten, und ihren ſeltſamen Verzie⸗ rungen, die nur aus Gegenſtänden zuſammengefügt waren, wie ſie Schiffer mitzubringen pflegen— da ſo das ganze Lokal mehr einer Schiffskajüte als einem gewöhnlichen Zimmer ähnlich ſah, ſo konnte man die ganze dichtgedrängte Verſammlung für eine Berathung der Matroſen eines großen Seeſchiffes halten.
Nur der junge Mann, den wir bereits als Wortführer be⸗ zeichnet haben, unterſchied ſich durch Tracht und Haltung von den übrigen: ſeine Kleider waren von feineren Stoffen, um ſeinen ſchwarz⸗ lackirten Hut mit ſchmaler Krempe lief ein breites Band, das durch eine ſilberne Schnalle feſtgehalten wurde, ſein Halstuch war von blauer Seide, eine rothwollne Schärpe mit zierlichem Franſenbeſatz umgab ſeinen Leib; ſeine Geſichtszüge erſchienen weniger derb wie die ſeiner Gefährten, ja ſie wären ſchön geweſen, wenn die dunklen Augen nicht etwas eigenthümlich Stechendes gehabt hätten. Es war Tjeert Sniers, dem ſeine Klugheit, Gewandtheit, Weltbil⸗ dung und Schönheit unbeſtritten den erſten Rang unter den jungen Inſulanern verſchafft hatten; dabei war er der Sohn eines der zwölf Altbauern, die zunächſt der Kirche wohnten, und denen gemeinſam die ausgedehnte Wieſe gehörte, die den hauptſächlichſten Reichthum und Stolz der Inſel ausmachte.
Tjeert ſchloß einen langen Vortrag mit den Worten:„Jungens, Ihr ſeht alſo, daß ſolche guten Bedingungen, wie ſie mir die drei Amſterdamer Rheder geſtellt haben, noch niemals geſtellt worden ſind, ſeitdem eine Planke auf Salzwaſſer ſchwimmt; aber es bleibt dabei, daß ich ihnen für den diesjährigen Walfiſchfang mindeſtens ſechzig Seeleute von unſrer Inſel ſtelle, ſonſt iſt alles nichts. Ich habe mit dem Vorſteher Geerd Teerling geſprochen: er geht ſelbſt mit als Bootsmann, und alle verheiratheten Schiffer gehn auch mit als Vollmatroſen; wenn nun keiner von Euch zurückbleibt, ſo bringen wir die verlangte Zahl zuſammen, und dann kommen wir vor
Vgl.:„Die
liegt, lebt noch unverwiſcht in der Tradition der Inſulaner.
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