Jahrgang 
1865
Seite
497
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3Kadett der Wache, wendet ſich Bölting zu dieſem.Sie würden mich ſehr verbinden, wenn Sie die Güte hätten, hinunter⸗ gehen und Ihre Herren Kameraden gefälligſt benachrichtigen zu wollen, daß es Zeit zum Obſerviren iſt und ihre Gegenwart auf dem Deck vom erſten Officier gewünſcht wird.

Der Kadett ſieht ihn groß an. Er hat bereits ein Jahr unter Kurzſpleiß gedient und ſolche Phraſeologie iſt ihm daher an Bord etwas Neues. Bölting glaubt, er habe ſich nicht klar genug aus⸗ gedrückt und ſchickt ſich eben an, ſeine Worte mit einigen erläuternden Bemerkungen zu wiederholen, als Kurzſpleiß, den dieſer Sermon in völlige Wuth verſetzt, mit einem Donnerwetter dazwiſchen fährt. Was zum Henker iſt das für eine Manier, Befehle zu geben? Seit wann iſt an Bord die Rede vonGüte haben undwollen, wo es ſich um die Ausführung von Ordres handelt? Die Kadetten ſollen zum Obſerviren kommen, wendet er ſich zum Kadett der Wache. Dieſer führt ſofort den Befehl aus, während der erſte Officier wieder in Geſchwindſchritt verfällt und Bölting, indignirt über eine ſo unhöfliche Kürze, die andere Seite des Deckes aufſucht.

Die Kadetten erſcheinen. Aus gegründeter Beſorgniß vor Reviſion ihrer Inſtrumente nehmen ſie den Weg durch die Batterie und die Vorluke, um Kurzſpleiß möglichſt weit aus dem Wege zu gehen.. Doch der erſte Officier, zu deſſen ſpeciellen Obliegenheiten die Erziehung der Kadetten gehört, läßt ſich nicht ſo leicht täuſchen. Er kennt ſeine Pappenheimer, beordert die jungen Herren auf das Hinterdeck und läßt ſich die Inſtrumente zeigen.

Da ſtehen die jungen Sünder, die Hoffnung und der zukünftige Stolz der Marine, aber nicht wenigen klopft trotz ihres kecken Aus⸗ ſchauens beſorglich das Herz.

Vogel, der liſtige, ränkevolle, der ſeine halbe Seefahrtszeit in Bordarreſt verbracht, trotzdem aber es verſteht, eben ſo oft an Land zu kommen, wie ſeine unbeſtraften Kameraden, eröffnet mit nieder⸗ geſchlagenen Augen den Reigen. Sein Octantkaſten iſt leer.

Wo iſt Ihr Octant?Ich habe ihn an Herrn Roſenberg verliehn.Wer iſt Roſenberg?Ein Freund von mir. Die fortgeſetzte Inquiſition ergibt jedoch, daß Roſenberg nur ein Ge⸗ ſchäftsfreund und zugleich Beſitzer eines Pfandinſtitutes iſt. Der Pfandzettel wird zu Tage gefördert und wandert mit einer beige⸗ fügten Notiz in das Taſchenbuch des geſtrengen Vorgeſetzten.

Zeigen Sie den Ihrigen, wendet letzterer ſich an den zweiten Kadetten. Dieſer beeilt ſich, ſeinen Kaſten mit einem Meſſer aufzu⸗ brechen, da er den Schlüſſel verloren hat und zeigt das Inſtrument vor. Aber kaum hat er einen Blick darauf geworfen, als er vor Schrecken faſt durch das Deck ſinkt. Der große Spiegel des nach alter Manier ſehr ſolide gebauten Octanten iſt gänzlich zer⸗ brochen, der kleine geſpalten, die Alhidade verbogen und das ganze Inſtrument voller Beulen und Riſſe. Er hat es geſtern Abend, während er ſelbſt auf Urlaub am Lande war, an Vogel geborgt, der einige Polarſternbreiten nehmen ſollte und ſein eigenes leider an ſeinen guten Freund Roſenberg geliehen hatte. Der Polarſtern hat nun zwar keine ſo deſtructive Wirkung auf das Inſtrument geäußert, wohl aber die zweite Auflage der geſtrigen Abſchiedsbowle in der Kadettenmeſſe, bei deren Zubereitung Vogel das Inſtrument irr⸗ thümlich für einen Zuckerhammer angeſehen hat. Eine zweite Notiz kommt in das Taſchenbuch. Die nächſtfolgenden drei Octanten werden in Ordnung befunden und ihren Eigenthümern fällt ein Stein vom Herzen, der ſich jedoch mit doppelter Schwere wieder da⸗ rauf lagert, als Kurzſpleiß Einſicht in die Rollenbücher verlangt, die jeder Kadett vorſchriftsmäßig und vollſtändig bei ſich führen muß.

Bei einem andern Octanten fehlt das Queckſilber an den Spiegeln in Folge eines darüber ausgegoſſenen Glaſes Grog, bei einem vierten die Blendgläſer und ein ſechſter Kaſten iſt endlich wieder ganz leer. Durch ſcharfes Verhör ſtellt ſich heraus, daß ſein Herr, ein Bürſchchen von fünfzehn Jahren, ebenfalls einen Geſchäfts⸗ freund beſitzt, der ihm den Octant aus Gefälligkeit für fünf Thaler, hundert Cigarren, ſechs Flaſchen Eau de Cologne und zwei Stangen Bartwichſe abgenommen hat.

Auch ſein Name wird notirt und den Schuldigen angekündigt, daß ihnen morgen früh bei der Muſterung ihre Strafe bekannt ge geben werden wird..

Indeſſen iſt es Mittag geworden und Bölting, ſich in Gegen⸗ wart des erſten Officiers einer lakoniſchen Kürze befleißigend, be⸗ auftragt den Kadetten, den Capitän von dieſem wichtigen Ereigniſſe

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in Kenntniß zu ſetzen und deſſen geneigte Erlaubniß zum Mittag⸗ eſſen der Mannſchaft einzuholen.

Dieſe wird ertheilt; die mit Pfeifen verſehenen Unterofficiere ſtehen bereits fertig an den Luken und mit dem letzten Glocken⸗ ſchlage ertönt das Signal zum Eſſen, jenes ſchrillende Sextett von drei langen Rollpfiffen, das wie eine galvaniſche Batterie alle zur Arbeit gehobenen Hände plötzlich lähmt und wie das ähnlich lautende Signal zum Grog nie mißverſtanden wird.

Es iſt gutes Wetter und bis auf die Poſten gehen alle Mann zum Eſſen. Die Leute ſammeln ſich an ihren Tiſchen, je zehn zu einem; die Backsjungen laufen mit dem Eßgeſchirr zur Küche, wo die Köche die großen Fleiſchgabeln und Suppenkellen ſchwingen und der Stabswachtmeiſter die Reihenfolge der Speiſevertheilung an⸗ ordnet. Die Küche oder Kombüſe, wie ſie an Bord heißt, befindet ſich in der Batterie, und um in das Hängemattendeck zu gelangen, wo gegeſſen wird, muß eine Treppe paſſirt werden. Die Fregatte ſegelt ſeit einer Stunde in offenem Waſſer und beginnt ſich langſam hin⸗ und herzuſchaukeln. Außerdem iſt die Treppe vom Morgen her noch naß und ſchlüpfrig. Die Backsjungen drängen ſich auf ihr mit Näpfen voll heißer Grütze und unter ihnen auch einige neue, die die erſte Reiſe machen und wie es techniſch heißt, noch keine See⸗ beine haben.

Jetzt holt die Fregatte nach Lee über. Ein Unglücklicher, der gerade die Lukenſchwelle überſchreiten will, verliert das Gleichge⸗ wicht, der Grütznapf entgleitet ſeinen Händen und ergießt ſeinen Inhalt über die Köpfe von einem halben Dutzend Backsjungen, während er ſelbſt dem Napfe nachſtürzt und in ſeinem Falle die be⸗ ſalbten Kameraden wieder mit ſich reißt. Die Grütze läuft in Strömen im Zwiſchendeck, die Schiffsjungen wälzen ſich in ihr umher; einige mitbegoſſene Matroſen fluchen auf ſchreckliche Weiſe und der Stabs⸗ wachtmeiſter, den das Unglück überall hinführt, wo etwas verkehrt geht, entwirrt auf energiſche Weiſe dies gordiſche Knäuel unter dem ſchallenden Gelächter des ganzen Zwiſchendecks.

Währenddem übernimmt Lieutenant Bohr von Bölting die Wache. Letzterer ſieht den erſten Officier nicht mehr an Deck und übergibt ſie ihm daher in ſeiner gewohnten höflichen Weiſe. Er erſucht Bohr, gewogentlichſt Weſt⸗Nord⸗Weſt ſteuern laſſen zu wollen, erlaubt ſich ihm mitzutheilen, daß das Schiff ſieben Knoten läuft und freut ſich außerordentlich, ihm die Verſicherung geben zu können, daß der Aeußerklüver und die Bramſegel ſtehen, drei Zoll Waſſer bei der Pumpe, verſchiedene Mitſegler in Sicht ſind und daß die Leute eſſen. Alsdann empfiehlt er ſich mit einer liebenswürdigen Verbeugung und eilt in ſeine Kammer. Er hat die erſte Tagewache, wenngleich mit Hinderniſſen, glücklich überſtanden und macht vor ſeinem Raſirſpiegel mit zufriedenem Sinne die Bemerkung, daß der Gebrauch eines bleiernen Kammes die Farbe ſeines Bartes wirklich ſchon verbeſſert hat. Wüßte er freilich, daß ihm in nächſter Zeit eine viel ſchlimmere Nachtwache bevorſtände, ſo würde er ſich weniger behaglich fühlen.

Lieutenant Bohr, ein älterer und ein ſolcher Seemann, wie ihn die Matroſen mit dem Namen ,Fixer Kerl, dem größten Lob⸗ ſpruch aus ihrem Munde, bezeichnen, lächelt gutmüthig ſeinem jungen Kameraden nach, iſt aber kein Freund von vielen Worten, übernimmt deshalb die Wache nur mit einem kurzenDanke.

Die Bewegungen des Schiffes werden etwas lebhafter und all⸗ mälich erſcheinen mit blaffem Geſichte und weißer Naſe verſchiedene neue Schiffsjungen auf dem Deck. Es wird ihnen unten zu eng und vergebens ſuchen ſie nach einem feſten Punkte, da vor ihren Augen alles zu kreiſen beginnt. Auch aus der Hinterluke tauchen die Geſtalten verſchiedener Badegäſte auf, die noch nicht zur See ge⸗ weſen, unter ihnen Dr. Salomo, trotz ſeines Unwohlſeins lebhaft disputirend, obwohl ihm niemand antwortet. Er kommt ohne Mütze an Deck und wird von Bohr erſucht, dieſelbe außzuſetzen, da niemand ohne Kopfbedeckung auf Sr. Maj. Hinterdeck erſcheinen dürfe. Der kleine Doctor will proteſtiren, aber Bohr bedeutet ihm kurz, daß er als Wachhabender zwar für die Aufrechthaltung der Schiffsetikette zu ſorgen, aber jedes außerdienſtliche Geſpräch zu meiden habe. Salomo fügt ſich und holt die Mütze. Er will ſich ſo eben in einem neuen Disput mit ſeinen ſeekranken Begleitern ent⸗ ſchädigen, doch er wird wiederum geſtört.Meine Herren, ich muß dringend bitten, leiſer zu ſprechen, ſagt Bohr,es iſt durchaus nicht geſtattet, auf Sr. Maj. Hinterdeck ſo laut zu ſein.

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