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die aber leicht mißverſtändlich' ſind.
ehrter Gaſt an der Tafel eines vornehmen biſchöflich Bambergiſchen Hof⸗ und Staatsbeamten und hatte zu ſeinem Tiſchnachbar einen greiſen Prieſter mit milden freundlichen Augen, mit welchem er allerlei gelehrte und auch ergötzliche Discurſe führte. Da kam es denn, daß der Herr von Haidelliſt äußerte, wie ſein edel Geſchlecht nun ſchon lange zwar in den Welfiſchen Landen angeſeſſen ſei und den Fürſten von Braunſchweig diene, daß in allen Sproſſen aber doch eine ganz eigene Sehnſucht nach ihrer eigentlichen Heimat ſich rege, nämlich nach dem alten Lande Churmark Brandenburg, dem die Haidelliſte entſtammt. In kurzen Worten theilte der junge Cavalier das Wenige mit, was er von der blutigen Cataſtrophe wußte, welche ſeine märkiſchen Lehnsvettern fünfzig Jahre zuvor betroffen und gab insbeſondere ſeinen Schmerz darüber kund, daß dadurch ſeine Sippe um die eigentlichen Stammbeſitzungen gekommen. Auf mannichfaches dringliches Anſuchen erzählte er dann weiter, daß die Lüneburgiſchen Haidelliſte in den Brandenburgiſchen Lehnen nicht hätten folgen können, weilder Tod des letzten Brandenburgiſchen Lehnsvetters Hans von Hai⸗ delliſt, genannt der Gotteshans, nicht bewieſen ſei und ſich in keiner Weiſe habe nachweiſen laſſen. Die gelehrten Juriſten an der Tafel erwogen den lehnrechtlichen Fall auf verſchiedene Weiſe, discutirten, disputirten und zankten ſich endlich auch ein wenig, denn wenn die einen ſagten, daß der Churfürſt von Brandenburg nicht berechtigt geweſen, den Lehnsvettern die Lehne zu verweigern, weil der Tod des letzten Beſitzers nicht bewieſen, ſo behaupteten die andern das Gegentheil, und die Rede für und wider ging immer lauter und heftiger, je mehr von dem edeln Wein dazu vertrunken wurde. Ein Fränkiſcher von Adel, welcher am Berliner Hofe längere Zeit gelebt, rieth endlich dem Haidelliſt, er möge ſich doch noch ein Mal an Churfürſt Friedrich III von Brandenburg, welcher ein milder und großmüthiger Herr ſei, wenden und dabei zu bedenken geben, daß vor zwanzig oder mehr Jahren, als der Vater des Haidelliſten, um die Güter gebeten, der verſchwundene Gotteshans allerdings noch gelebt haben könne, daß aber jetztund kaum noch eine Wahrſcheinlichkeit dafür ſpreche, dieweil es doch gar zu ſelten, daß Einer ſein Leben über neunzig Jahr bringe. Der Haidelliſt dankte dem fränkiſchen Herrn, der ſich auch erbot, ihm gewichtige Empfehlungs⸗ briefe an eͤtliche vornehme Herren des Berliner Hofes zu geben, ſehr verbindlich, meinte aber, daß er ſich keinen Erfolg verſpreche, weil er gehört habe, daß der Landesherr die Güter bereits anderweitig ver⸗ gabt, einen Proceß aber könne er nur anfangen, wenn er einen richtigen Todtenſchein des verſchwundenen Gotteshans beibringe und auch da ſei ihm der Ausgang noch zweifelhaft. Er wollte alſo eben die freundlichen Anerbietungen des fränkiſchen Herrn mit allerlei feinen Worten des Dankes ablehnen, als der greiſe Prieſter, welcher neben ihm ſaß, ihm leiſe zuſprach, daß er doch die angebotenen Em⸗ pfehlungsbriefe nicht ausſchlagen möge. Herr von Haidelliſt gehorchte, ohne ſich Rechenſchaft über ſeine plötzliche Bereitwilligkeit zu geben, der leiſen Mahnung des freundlichen Prieſters, und war das ſehr gut, denn hauptſächlich in Folge dieſer Mahnung ſind die Haidelliſte wieder in den Beſitz der alten Erbgüter ihres Hauſes gelangt. Genau zu ſagen, wie das zugegangen, iſt uns nicht möglich, unſere Quellen laſſen uns hier vollſtändig im Stich, wir haben nichts als einige Briefe, welche freilich Andeutungen aller Art enthalten, Stellen wir alles zuſammen, was uns vorliegt, ſo erhalten wir durchaus kein Bild, ſondern eben nur einzelne Fragmente, aus denen wir uns zwar eine Anſicht bilden können, die wir aber höchſtens als eine annähernd richtige be⸗ zeichnen dürfen. Wir wollen dieſelbe unſern Leſern indeſſen nicht vorenthalten. 4 Unſrer Anſicht nach wird Herr von Haidelliſt von jenem frän⸗ kiſchen Edelmann, es iſt uns nach gewiſſen Andeutungen nicht zweifel⸗ haft, daß es ein Ritterhauptmann von Rotenhan geweſen, die ſo freundlich angebotenen Empfehlungsbriefe an einflußreiche Perſonen am Berliner Hofe erhalten haben, denn im Jahre 1695 iſt der junge Cavalier in Berlin geweſen und wohl aufgenommen worden mehrere große Herren verwendeten ſich ſtattlich für ihn. Aber der Handdelliſt muß in Bamberg, oder doch um die Zeit ſeines Bamberger Aufent— haltes, mehr erhalten haben, als Empfehlungsbriefe, denn er producirte in Berlin einen vollkommen unanfechtbaren Todtenſchein ſeines Vetters Hans von Gott, des Letzten vom Stamm der märkiſchen Haidelliſten. Dieſer Todtenſchein des verſchwundenen Gotteshans i*ſt noch im Jahre 1767 dageweſen und bei einer beſtimmten Gelegen⸗ heit, von welcher weiter unten die Rede ſein wird, nachgeſehen worden,
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wahrſcheinlich iſt er damals nach Lüneburg geſchickt und von dort nicht wieder zurückgekommen, alle unſere Nachforſchungen danach ſind vergebens geweſen. Wir wiſſen nicht mehr, von wem jener Todten⸗ ſchein ausgeſtellt worden, ſondern nur, daß der Gotteshans im Jahre 1668 als katholiſcher Prieſter auf einer Reiſe in der kleinen Reichs⸗ ſtadt Rottweil in Schwaben mit der heiligen Wegzehrung verſehen, ver⸗ ſtorben und auch dort begraben worden iſt. Der proteſtantiſche Branden⸗ burger, der Obriſtlieutenant Guſtav Adolphs war alſo katholiſch und Prieſter geworden— das Geheimniß ſcheint immer dunkler zu werden. Wir dürfen aber wohl annehmen, daß es der freundliche Prieſter ge⸗ weſen, neben welchem der junge Haidelliſt zu Bamberg bei Tafel ſaß, der ihm den Todtenſchein des Gotteshans verſchaffte. Hätte derſelbe nicht ſchon damals die Abſicht und die Macht gehabt, jenen Todten⸗ ſchein zu beſchaffen, ſo würde er ſchwerlich den Haidelliſt gemahnt haben, die Empfehlungsbriefe des Herrn von Rotenhan anzunehmen. Vielleicht hätte man damals gleich nicht ohne Ausſicht auf Erfolg Nachforſchungen in Rottweil anſtellen können, es ſcheint aber faſt, als ob ſich der junge Herr verpflichtet gehabt hätte, nicht weiter nach dem Schickſale ſeines Verwandten zu forſchen, wenigſtens läßt ſich nur ſo eine Stelle erklären, die ſich in einem noch vorhandenen Briefe des jungen Herrn an ſeinen Oheim und Erzieher findet.
Für die Lehnsvettern war es natürlich viel wichtiger, den Todtenſchein zu erhalten, als den Schickſalen eines Verwandten nachzuforſchen, den ſie nie gekannt; wurde alſo, wie wir glauben, eine ſolche Bedingung geſtellt, ſo wird man ſehr gern darauf ein⸗ gegangen ſein. Es ſcheint faſt, als ob jener Prieſter in Bamberg den Gotteshans perſönlich gekannt habe, ihm befreundet geweſen ſei und darum auch eine Zuneigung zu deſſen Familie durch die That bewieſen.
Noch vor Ablauf des ſiebenzehnten Jahrhunderts wurde Hans Joachim Magnus von Haidelliſt mit den Brandenburgiſchen Stamm⸗ beſitzungen ſeines Hauſes belehnt und hat dieſelben über vierzig Jahr beſeſſen. Sein jüngerer Bruder Hans Hilmar aber bekam das Gut im Lüneburgiſchen und erſt dem älteſten Sohne dieſes Lüneburgiſchen Haidelliſt, welcher nach dem Familienhaupt und märkiſchen Oheime Hans Joachim Magnus getauft wurde, war es beſtimmt, einen Licht⸗ ſchimmer wenigſtens in das dunkele Geheimniß ſeines Hauſes zu bringen.—
IV. Der Gotteshans.
Ja, es gibt ein ſchönes Sehnen, Das wie aus der tiefſten Nacht
In den Herzen aufgewacht
Greift nach Waffen, findet Thränen;
Viele lieben, viele wähnen,
Daß Liebe nur Luſt dem Herzen
Schenken ſoll und keine Schmerzen.
Ludwig Tieck. Seit dem Jahre 1767 befand ſich bei der churbraunſchweigiſchen
Geſandtſchaft in Wien, wie's ſcheint, mit beſonders vertraulichen Auf⸗ trägen, jener ſchon erwähnte jüngere Hans Jogchim Magnus von Haidelliſt, welcher indeſſen damals kein Jüngling mehr war und ſeinem Hof bereits in verſchiedenen Aemtern gedient hatte. Allerdings führte derſelbe ein ziemlich wüſtes Junggeſellenleben, galt für einen leidenſchaftlichen Spieler, zugleich aber auch, was doch ſelten bei einander zu finden, für einen großen Verehrer der Frauen; kurz, er lebte cavaliermäßig nach der lockern Sitte ſeiner Zeit, ohne jedoch Befriedigung dabei zu finden. Seine Gaben waren bedeutend und ſein Hof benutzte ihn gern zur Ausführung beſonders ſchwieriger Aufträge. Auch in dem Geſchäft, welches ihn nach Wien geführt, ſcheint er reuſſirt zu haben und er durfte ſich, ohne zu prahlen, des beſondern Wohlwollens der großen Kaiſerin Maria Thereſia rühmen. Die Mutter der Kaiſerin, die muthige, kluge und ſchöne Eliſabeth von Braunſchweig, welche das ſpaniſche Erbe ihres Gemahls zu Barcellona mit ſo großer Ausdauer gegen die Bourbonen ver⸗ theidigte, mochte der Tochter eine Vorliebe für die Braunſchweiger eingeflößt haben, denn ſie begrüßte den Haidelliſt öfter ſehr gnädig als den guten Landsmann„unſerer in Gott ruhenden Frau Mutter“ und that ihm allerlei Vorſchub bei der Reichs⸗ ſowohl als der Hof⸗ kanzlei. Der Haidelliſt hatte wahrlich alle Urſache das Andenken der„weißen Lieſel“ zu ſegnen, ſo nannte Kaiſer Karl VI, der letzte Habsburger, ſeine Gemahlin, weil ſie eine ſchöne ‚Blondine mit
blendend weißem Teint war.
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