rund Weiber der abt des f
begabten Knaben. Dieſer verrieth ſchon früh hohe geiſtige und künſtleriſches Talent, namentlich im Zeichnen.
Wohl zog es ihn, ehe er in den Militärdienſt trat, hin zum heimatlichen Element ſeines Vaters, zur See, zu den Wundern der Tropen und es machte dem raſchen Jünglinge unſägliche Freude, als der Vater ihm geſtattete, ihn auf Sr. Majeſtät Corvette„Danzig,“ in den Sommermonaten des Jahres 1856, zu einer Uebungsfahrt in das atlantiſche und Mittelmeer zu begleiten. Wie lebhaft erquickte ſich Adalbert von Barnim an der üppigen, tropiſchen Fülle des herrlichen Eilan⸗ des Madeira, wie mächtig zogen ihn der romantiſche Charakter Süd⸗ ſpaniens, die wil⸗ de, ungezügelte Kraft des glau⸗
benseifrigen Marokkaners an. Nochoft, noch ſpä⸗ ter in der nubi⸗ ſchen Wüſte, in den Wäldern Sennars, ſprach Barnim mit höchſter Luſt von Funchals Bana⸗ nengärten, vom ſaraceniſchen Prachtbau der Al⸗ hambra zu Gra⸗ näda, vom ernſten Spanier undvom rohen Süs⸗ Manne zu Mo⸗ gador. Am Kap Tres Foreas er⸗ litt die preußiſche Flagge von den verwegenen Mauren des Rif ſchwere Beleidi⸗ gung, die Ehre dieſer Flagge mußte mit den Waffen gewahrt werden. Der Jüngling war in der Gig, als die Mauren das Feuer gegen die längs der Küſte hinſteuernden Boote eröffnete. Die erſte Kugel ging über ihn fort undtraf einen Riemen(Ruder) dicht neben ihm. Dann ging's an Bord zurück, dar⸗ auf folgte die Landung, während Adalbert an Bord blieb und vom Commandanten des Schiffs, dem Prinzen Wilhelm von Heſſen⸗ Philippsthal⸗Barchfeld zum Ueberbringen von Befehlen verwandt wurde. Der ganze Auftritt, der betäubende Donner der Geſchütze, das Krachen der Musketen, der Anblick ſo vieler Gefallenen und Verwundeten, die Verletzung des eigenen Vaters machten einen ſehr tiefen Eindruck auf das Gemüth des Jünglings.
In die Heimat zurückgekehrt, entſchloß ſich Adalbert von Barnim, in der preußiſchen Cavallerie zu dienen, für welche er eine entſchiedene Neigung hatte und zu der ihn ſeine Eigenthümlich⸗ keiten am meiſten zu befähigen ſchienen. Nachdem er im Frühjahre 1857 in der Garniſonkirche zu Berlin konfirmirt worden, widmete er ſich mit größeſtem Eifer und mit energiſcher Anſpannung aller Kräfte der Vorbereitung zum Eintritt in das Heer. Er beſtand das
Regſamkeit
'
Adalbert Freiherr von Barnim.
Fähnrichsexamen vorzüglich. Darauf trat er in das erſte Garde⸗ Dragoner⸗Regiment ein und bemühte ſich mit vollſtem Eifer um den praktiſchen Dienſt. Ernſter Wiſſenſchaft zeigte ſich Barnim von Kindheit an zugethan. So ſammelte er, noch ein halber Knabe, mit rührendem Fleiße Material zu einer Geſchichte der Entdeckung Amerikas. Alexander v. Humboldt unterſtützte ſolche aufblühenden Keime edelſten Strebens durch freundlichen Rath und Darreichung koſtbaren Materials. Ferner zeichnete er eifrig die während der Reiſe in das Mittelmeer geſammelten Skizzen aus. Da erſtand denn auch das hübſche, im Farbendruck ver⸗ vielfältigte Blatt, welches den Kampf der„Dan⸗ zig“ gegen die Mauren des Rif veranſchaulicht. Im Sommer des Jahres 1859 ſtellte ſich leider heraus, daß Adal⸗ bertſeinen jugend⸗ lichen Kräften zu viel zugetraut. Er wurde leidend und die Aerzte riethen zu einer Reiſe in ein ſüdliches Land. Wie nun der Va⸗ ter Braſilien, deſſen Bruder, Prinz Walde⸗ mar v. Preu⸗ ßen, Inneraſien mit reichem, wiſ⸗ ſenſchaftlichem Erfolge durch— wandert, ſo wünſchte auch Barnim ſeiner Reiſe die Weihe wiſſenſchaftlichen Strebens zu ver⸗ leihen. Sein Blick wandte ſich nach Afrika, dem al⸗ ten Wunderlande, an deſſen geiſtiger Eroberung deut⸗ ſcher Muth und deutſches Wiſſen ſchon ſo reichen Antheil genom⸗ men.
Von einem jungen Arzte und einem erprobten Diener begleitet, reich mit wiſſenſchaftlichen Hilfs⸗ mitteln ausgeſtattet, begab er ſich zunächſt über Venedig, Trieſt und Alexandrien nach Cairo. Hier, in der herrlichen, alten Kalifenſtadt, nahm er mehrwöchentlichen Auüfenthalt, hier verlebte er, in einer zwiſchen Excurſionen und häuslichen Studien getheilten Zeit, Tage, die er mit Recht zu den glücklichſten ſeines zwar jungen, aber an hohen Genüſſen ſchon ſehr reichen Lebens zählen mochte. Schnell gewann er hier Kraft und Geſundheit wieder und mit ihr den glüͤhenden Drang, ſich weiter ins Innere des geheimnißvollen Landes zu wagen, deſſen nördlichſte Landſchaften bereits einen ſo unauslöſchlich tiefen Eindruck auf ſein empfängliches Gemüth gemacht. Er nahm einen ſchon früher ge⸗ hegten Plan wieder auf, über Sennär nach den abyſſiniſchen Alpen zu dringen. Elterliche Liebe bot ihm dazu die von Cairo aus nach⸗ geſuchte Erlaubniß und die nöthigen Mittel. 8.
Im Januar 1860 verließ die kleine Expedition auf einem


