Jahrgang 
1865
Seite
486
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leihen. Die Männer von Roſéres aber blieben ſtehen, neigten gegen den Todten mit über der Bruſt gebeugten Händen ihr Haupt und ſprachen mit dumpfer Stimme ein andächtiges Fatſcha.*).

Der Zug hielt auf dem Hügel. Auf des Hügels Gipfel gähnte ein tiefes Grab. Dahinein ſenkte man die Bahre. Einer der leidtragenden Italiener, ein kräftiger, blondhaariger Jüngling, trat vor und betete. Der ägyptiſchen Offiziere einer entblößte den Säbel, ſchwang ihn ſalutirend und kommandirte. Die Schegieh riſſen die Gewehre von der Schulter und feuerten ſie in drei aufein⸗ anderfolgenden Salven zu Ehren deſſen ab, welcher hier, in fremder Erde, beinahe 41 Breitengrade von allem Lieben und Theueren ent⸗

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Herrſchers der Fundj, noch von Nasr, dem kühnen Rebellenſultan zu Tögeli, noch von den ſchlanken Mägdlein der Berim am Berge, Ghule.

Nein, man klagte über den jugendlichen Fürſtenſohn aus dem fremden Frankenlande, deſſen Hülle heute die dunkle Erde von Roſéres in ihren Schoß genommen. Man ſang auch von ſeinem Begleiter, dem fränkiſchen Arzte, der wenige Schritte weit davon, in dem Stroh⸗ hauſe des alten Platzkommandanten, mit wilden Fieberdelirien rang, deſſen Schlummerlied der Schrei der Hyänen, der Ruf der Nachtvögel das Donnergrollen tropiſcher Gewitter war.

Von ihnen habt Ihr ſchwarzbraunen Männer und Weiber der Hammeg zu Roſéres noch lange geſungen. Ihr habt des fremden,

Das Grab am blauen Nil.

fernt, eine kühle Ruheſtätte fand. Erdſchollen dröhnten in das Grab hinein, daſſelbe füllte ſich. Das Trauergefolge ging auseinander. Der dreizehnte Juli neigte ſich zu Ende. In Gold und Purpur er⸗ ſchmolz der Thabi⸗Berg. Käuze riefen im Palmenhain, der König der Thiere meldete von fern durch Donnergebrüll den Beginn ſeines nächt⸗ lichen Rundganges. Gewitterwelken jagten über das Himmelsgewölbe, es ächzte der Nachtwind in den Bäumen. Hier und da kauerten etliche Eingeborne vor ihren Hütten um ein Feuer. Einer von ihnen ſang, die anderen ſangen im Chore nach, dazu ſchlug man die Handpauke und klatſchte in abgemeſſener Weiſe mit den Händen. Es lag etwas Wehes in dieſen präciſen, doch ſo klagenden Rhythmen. Man ſang beute nicht wie ſonſt, in wilden freudigen Rhapſodien; von Krieg und Liebe, nicht von den blutigen LorbeerenKönig Nimrs des Panthers von Schendi, nicht von denen Idris-Adläns, des

*) Das erſte Kapitel des Korän. gangsworten deſſelben bewenden.

Gewöhnlich läßt man es bei den Ein⸗

Jünglings frühen Tod in Eurer natürlich einfachen und doch ſo herzinnigen Weiſe beklagt. Sein Grab habt Ihr umhegt mit Dornen⸗ geſtrüpp zum Schutze gegen die Entweiherin der Grüfte, habt in frommer Herzenseinfalt Waſſerkrüge auf den Hügel geſtellt, um damit die Vögel der Wildniß zu tränken und durch ſolche Liebesgabe der Seele des Verblichenen die Pforten des Paradieſes zugänglicher zu machen. Und das Kreuz, welches der italieniſche Gefährte auf das Grab gepflanzt, habt Ihr, obwohl es doch Zeichen des Euch fremden Glaubens war, in Euren gütigen Schutz genommen.

Der Fürſtenſohn, über deſſen Ruheſtätte die Palmen von Roſéres lange Zeit ihre Fächerkronen geneigt, war Adalbert, Fr eiherr von Barnim, einziger Sohn des Prinzen Adalbert von Preußen und ſeiner Gemahlin Frau von Barnim. Er wurde am 22. April 1841 geboren. Während den Vater die Pflichten ſeiner Stellung mannigfach von den Einzelnheiten der Er⸗ ziehung Adalberts zurückhielten, unterzog ſich die Mutter mit hingebendſter Liebe und Sorgfalt der Erziehung des außerordentlich

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