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Gauner aber, der, ſei es auf offener Straße, ſei es in Theatern, öffentlichen Lokalen oder ſonſtwo, dem zu Beſtehlenden in möglichſte Nähe zu treten hat, muß von demſelben ſich ſo wenig als möglich unterſcheiden. Der Dieb muß ſelbſt als ein feiner Herr, die Diebin als eine feine Dame erſcheinen; beide müſſen äußerlich mit denen rangiren, die ſie zur Beute ſich auserſehen haben; kein Gauner iſt daher ſo ſehr durch ſein Metier darauf gewieſen, in alle Formen des geſellſchaftlichen Lebens elaſtiſch einzugehn, als der Taſchendieb. Er iſt, wenn es darauf ankommt, der Dandy unter den Dieben. Es kann hier nicht unſere Aufgabe ſein, in das ekle Getriebe dieſer ſchmutzigen Ehrloſigkeit einen Blick thun zu laſſen, obwohl es für denjenigen, der die Ausartungen unſeres geſellſchaftlichen Lebens zu ſtudiren und die Naturgeſchichte des Volkes auch in die Gräuel dieſer Unnatur folgen Veranlaſſung hat, auf dieſem dunklen tereſſanten genug gibt. Wir wollen hier nur Fingerzeige geben, die zur Wachſamkeit auffordern und zur Warnung dienen mögen.
Vor allem ſei man doch nicht ſo unvorſichtig, werthvolle Gegen— ſtände in der hinteren Rocktaſche oder in der Bruſttaſche zu tragen, zumal wenn letztere an der Außenſeite des Rockes ſich befindet. Die innere Bruſttaſche iſt ſicherer als jene, aber nur, wenn der Rock zu⸗ geknöpft iſt; iſt derſelbe offen und die Taſche noch obendrein flach und klaffend, ſo bietet ſie dem geſchickten Taſchendiebe auch nicht das min⸗ deſte Hinderniß. Tragen doch manche gar kein Bedenken, Börſe und Brieftaſche, in denen ſich die werthvollſten Papiere befinden, ſo gut wie ungeborgen ins Theater oder ſonſt an öffentliche Orte mit— zubringen, die von Menſchen gefüllt, alſo die Anziehungspunkte für Taſchendiebe ſind. Namentlich Fremde, die nach großen Städten kommen und die wenigen Tage ihres Aufenthaltes zu Zerſtreuungen und Vergnügungen zu benutzen pflegen, ſind, zumal in ihrer Unkunde der großſtädtiſchen Gefahren, nur zu unbedachtſam. Sie haben viel leicht davon gehört oder in den Zeitungen geleſen, daß dieſer oder jener den Taſchendieben in die Hände gefallen; aber mir— ſo ſagt ein jeder— ſoll das nicht paſſiren! Darum ſind Meſſen, Woll⸗ märkte und ähnliche Gelegenheiten die goldenen Erntefelder der Taſchendiebe. Man ſei behutſam und laſſe ſeine Brieftaſche in ſicherem Verſchluſſe daheim oder gebe ſie zuverläſſigen Händen zur Aufbewahrung! Iſt es nicht an ſich ſchon unverſtändig, eine Uhr, die vielleicht nur 20, 30 oder 40 Thaler koſtet, an einer Kette be⸗ feſtigt um den Hals zu tragen, und Hunderte oder gar Tauſende in un⸗ verſchloſſener Taſche zu tragen? Man ſei gewiß, daß die Taſchendiebe keinen gewöhnlichen Scharfblick haben, das Terrain zu ſondiren und auszuſpüren, ob man etwas und was man in der Taſche trägt. Im
zu ver⸗ Gebiete des In—
Gliederpuppen, die bei jeder ungeſchickten Berührung ihre Glöckchen ertönen laſſen, jene verbrecheriſche Technik förmlich eingeübt und bis zur Virtuoſität exercirt wird. Manches Kind wird dort von un— natürlichen Eltern an ſolchen Gliederpuppen zum Gauner erzogen, und empfängt für jeden Glockenton, den ſeine Ungeſchicklichkeit hören läßt, eine Züchtigung. Darum wiſſen ſich aber auch die Engländer vor dem Taſchendiebe geſchickter als wir zu ſchützen. Ihre Kleidung, ebenſo zugeknöpft wie ſie ſelber, iſt für dieſen Zweck durchaus praktiſch; der ſackartige Ueberzieher, der hinten gar keine Taſche hat und alles was darunter iſt, wie eine Mauer umſchirmt, iſt dem Taſchendiebe ein Greuel. Ein richtiger Engländer, wenn er im Eiſenbahncoupé einſchlafen will, hat ſich ſo feſt und ſolid in ſeinen Plaid gewickelt, daß jede Taſche unter der ſicheren Hülle wie vergraben iſt. Wir Deutſchen ſchlafen im Waggon ganz gemüthlich und laſſen vor lauter Gutmüthigkeit und Offenherzigkeit unſere Taſchen offen. Will man unter Umſtänden nicht den Rath befolgen, das Portemonnaie an einer Schnur oder einer Stahlkette in der Taſche zu befeſtigen? Wer ſich einen Reiſerock beſtellt, der laſſe an der innern Bruſttaſche eine Klappe anbringen, die zugekuöpft werden kann, freilich trägt die Un⸗ verſchämtheit der Taſchendiebe auch kein Bedenken, im Gedränge eine Bruſttaſche dadurch zu öffnen, daß mit ſcharfem Meſſer und in größter Schnelligkeit von außen ein Schnitt in den Rock gemacht wird. Da⸗ gegen ſchützt neben Vorſicht nur eine Wattirung des Rockes und noch
Vorübergehn ſtreifen ſie leiſe den Rock, das Damenkleid, und die
geringſte Berührung deſſelben hat ſie orientirt. Oft haben ſie ſchon
mit den Augen und Ohren, ohne auch nur mit einer Fingerſpitze ihr
Opfer zu berühren, über den Status quo ſich völlig ins Reine geſetzt.
Ein Taſchendieb rühmte ſich dem Polizeibeamten gegenüber, durch
Schoos und Futter einer Taſche zu ſehn.„Ohne anzufaſſen,“ ſagte er,„weiß ich, was jemand in der Hintertaſche trägt. Die Brief⸗ taſche klappt, das loſe Geld ſpringt, und die Börſe liegt ſtill.“ Wie leicht aber iſt es, im Theater und Muſeum, im Eiſenbahnwagen, im Omnibus aufzumerken, in welche Taſche ein Schnupfer ſeine ſilberne Doſe ſteckt? wie leicht zu conſtatiren, wohin er die Börſe, das Por⸗ temonnaie birgt, aus dem er eben gezahlt hat? Man ſei aufmerkſam, wenn man von einem Unbekannten gefragt wird, was die Uhr ſei? Nicht unmöglich, daß er mit dem unſchuldigſten Geſichte von der Welt. nur ſehn will, wie die Uhr, nach der der Gefragte ſieht, an der Kette befeſtigt iſt, um ſie wenige Minuten ſpäter ihm abzunehmen. Es kommt vor, daß Taſchendiebe dem, an den ſie ſich heranmachen wollen, eine Priſe anbieten, bei der Gelegenheit ihn geſchickt mit Tabak beſchütten und mit den höflichſten Bitten um Entſchuldigung ihn abklopfen, um bei dieſer Gelegenheit zu fühlen, ob etwas und was in ſeiner Taſche iſt. Für alle Fälle wird es gut ſein, wenig bei ſich zu tragen und ſeine Taſchen zu bewahren. Der im Jahre 1 707 zu Tyburn hingerichtete Gauner John Hall, der auf dem Viehmarkt. zu Smithfield einem Viehhändler einen Beutel mit 30 Pfund Sterling ſtahl, war ſo geſchickt, daß er, zur Ehre der Kunſt, einen mit Koth gefüllten Beutel dem Geſtohlenen wieder in die Taſche prakticirte, der hoch und heilig ſchwur, noch vor einer kleinen Weile 30 Pfund gehabt zu haben und an nichts anderes glaubte, als an die Ein⸗ wirkung des Teufels. England iſt aber auch das Muſterland des Taſchendiebſtahls und bekannt iſt es ja, daß dort an bekleideten
er findet ſich auch ein, und hat das
zweckmäßiger iſt es, dieſelbe mit dünnen, elaſtiſchen Federn von rund gewickeltem Drathe durchziehn zu laſſen. Die hinteren Rocktaſchen werden ſchwerer abgeſchnitten, wenn ſie an das Unterfutter befeſtigt ſind. Ein kluger Engländer machte es freilich noch beſſer; er wußte einen der berüchtigſten Taſchendiebe, Tom Taylor, im eigentlichen Sinne des Wortes zu augeln. Im Drurylane⸗Theater nämlich hatte Taylor,— ſo erzählt Avé-Lallemant— eines Abends jenem Engländer 40 Guineen aus der Rocktaſche geſtohlen und war verwegen genug, am andern Abend in anderm Coſtüm wiederzukommen und, da er den Beſtohlenen wieder auf demſelbem Platze erblickte, ſich ganz ge⸗ müthlich zu ihm zu ſetzen. Er, der den Taylor trotz ſeiner Verkleidung wiedererkannte, ſtellte ſich ganz arglos und ſteckte eine bedeutende Menge Guineen in die Rocktaſche, in welche Taylor bald darauf ſeine Hand prakticirte. Die Taſche war jedoch an ihrem Eingang mit ſoliden Fiſcherhaken beſetzt, die das Zurückziehn der Diebshand un möglich machten. Der Kunde war gefangen und ſchwitzte Angſt; aber er ſchwieg klüglich und der ſchlaue Angler ſchwieg auch. Nach einer Weile ſtand derſelbe kaltblütig auf, und ſein unglücklicher Nachbar mußte auch aufſtehn. Gezwungen folgte er ihm durchs Theater, und über die Straße in einen Gaſthof, wo der ebenſo wa⸗ ckere als handfeſte Engländer ſeinen Taſchenfreund zum Erſatze alles Geſtohlenen zwang, ihn tüchtig durchprügelte und dann dem herbei⸗ gelaufenen Volk überließ, welches an ihm ſeine rohe Juſtiz ausübte. Wollen wir nun auch von dem praktiſchen Inſulaner nicht gerade die Angelhaken lernen, ſo doch die Vorſicht.
Wer vor Schaden ſich hüten will, der ſei auf der Straße behut⸗ ſam, wenn irgend ein Auflauf einen Menſchenſchwarm zuſammen⸗ lockt; denn bei ſolchen Veranlaſſungen ſind in großen Städten wahr⸗ ſcheinlich auch die Taſchendiebe zur Hand. Ja ſie machen nicht ſelten in irgend einer Art einen Auflauf, nur um bei der Gelegen⸗ heit ihrem Geſchäfte nachzugehen. So kommt es vor, daß auf der Gaſſe eine Schlägerei entſteht, daß ſich Menſchen ſammeln und in wenigen Minuten die Taſchendiebe mit ihrer eiligſt erwiſchten Beute davoneilen, um mit deuen, die den Skandal aufgeführt, die— ſelbe zu verjubeln; denn diejenigen, die ſich geprügelt und die, die geſtohlen, waren eine Kameradſchaft, und das Ganze ein abgekartetes Spiel. Man hat es ſogar erlebt, daß ein Spitzbube auf der Straße ſtille ſtand und aufmerkſam nach einem Fenſter ſah, als ob da irgend etwas Sonderliches zu ſchauen wäre; natürlich bleibt bald ein zweiter ſtehen, der doch wiſſen will, was da denn eigentlich zu gucken ſei; und ſtehen erſt zwei, dann kommt bald der dritte, der vierte und der zehnte, und darauf hat der Spießgeſelle des erſten nur gewartet; Häuflein ſich endlich überzeugt, daß gar nichts an dem Fenſter zu ſehn iſt, dann geht ſicherlich einer von ihnen ohne Portemonnaie davon und der andere ohne ſein Taſchentuch.— Ueberhaupt hat man darauf zu achten, daß die Taſchendiebe der Regel nach zu zweien oder zu dreien operiren. Der eine tritt wie aus Verſehen dem ſorglos Einhergehenden auf den Fuß, und während der Getretene über dem Schmerz an ſeinem


