Jahrgang 
1865
Seite
481
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Mit Abbilduug nach einer Originalzeichnung von Carl Piloty. 3

Wie ein wunderbar geheimnißvoller Sang tönt zu uns aus eines: Völundarquida, das Lied von Wölundur.

alter, grauer Zeit das Lied unſerer Vorfahren, die Edd g. Götter und Helden ſchreiten darin an uns vorüber in übermenſchlicher, oft faſt grauſiger Geſtalt Wahrheit und Dichtung verwebt ſich in ſeinen runenhaften Strophen zu einem tief ergreifenden Gemälde. Unter den Liedern dieſes großen Epos, das wohl alle germa⸗ niſchen Völker, in Gemeinſchaft mit den ſtammverwandten Söhnen des höheren Nordens, als ihr Nationalepos anſehen können, heißt

Drei Brüder, finniſche Königsſöhne, Slagfidr, Egil und Wölundur treten uns darin entgegen; auf ihren Jagdzügen kommen ſie nach Ulfsdalir(Wolfsthal)

und bauen ſich dort Häuſer. Da treffen ſie eines Tages am Strande des Ulffiar(Wolfsſee) drei flachsſpinnende Weiber, neben denen ihre Schwanenhemden liegen; es waren Walkyren: Swanhwit (Schwanweiß), Alhwit(Allweiß) und Aelrun,(Alrune) führen ſie heim und machen ſie zu ihren Frauen. Sieben Jahre halten dieſe aus, dann