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beſtimnt, dann e, die ſich durc⸗ llen, nur durc rudelt. Hinte des Sees ein n, mit Krippen und blitzenden die Königin fern m Schoße ihrer
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Thautropfen an eöffneten Jalou⸗ uft. Kein Laut das Zwitſchern uge des in tiefer kbelſtreifen, der der Hauch des ie Uhr in der s aus Marmor,
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mit dem Reize des Ortes. Dieſe Harmonie ſtört keine Selbſtſucht. Die Grafen Coigny, Beſenval, Vaudreuil, die geliebte Polignac, und deren Gatte, die Gräfin Chalons, die Marquiſinnen von Po⸗ laſtron und vor allem die edle Schweſter des Königs, Madame Eliſabeth.
Welche heitre Mahlzeiten, welche frohe, belebte Spaziergänge, welche luſtige Spiele! Wenn die Königin unter ihre Damen tritt, darf niemand aufſtehen oder ſeine angefangene Beſchäftigung unter⸗ brechen. Jeder Zwang iſt verbannt. Singt jemand zum Piano⸗ forte oder ſpielt er eine luſtige oder melancholiſche Weiſe, tritt Marie Antoinette ſtill näher, rückt ſich einen Seſſel zurecht, winkt allen Schweigen zu und horcht mit lächelndem Antlitze. Kleine Bälle wer⸗ den im Tanzſaale veranſtaltet. Und Trianon hat auch einen Schau⸗ ſpielſaal. Er iſt weiß mit Gold durchzogen. Blauer Sammet be⸗ deckt die Polſter und Brüſtungen der Logen. Pilaſter und kleine Amoretten ſtützen und tragen die Gallerie. An der Decke öffnet ſich der Olymp, ein Gemälde van Lagrenée. Ueber dem Vorhange iſt das Wappen mit der Chiffre Marie Antoinettes angebracht, welches zwei Nymphen tragen. Hier ſpielen oft die erſten Dar— ſteller des Théatre frangais, aber noch öfter ſpielen die Bewohner Trianons die kleinen Stücke der auftauchenden Dichter. Hier be⸗ geht die Königin den Geburtstag ihres Gatten durch Aufführung einer Feſtoper, hier war es, wo die Mitglieder des Hofes ſelbſt jenes gewaltige Stück, den Vorboten des großes Sturmes:„die Hochzeit des Figaro,“ darſtellten.
Durch die Querallee, welche zu dem Parke von Groß⸗Trianon führt, ſchreitet ein Mann in ſchlichter Kleidung. Er iſt in den dreißiger Jahren, trägt einfache, graue Kleidung, einen runden Hut, ſtützt ſich auf einen Knotenſtock und zeigt ein ſehr heiteres, volles, gutmüthiges Antlitz. Er iſt ganz allein, ohne alle Begleitung und marſchirt rüſtigen Schrittes. Vor dem Parkgitter von Klein⸗Trianon angekommen zieht er die Glocke. Der Pförtner kommt aus dem Hauſe— da im Nu iſt Bewegung, zwei Lakaien eilen herbei, einige Gartengehilfen treten, die Mützen in der Hand, ehrfurchtsvoll näher— aber der Mann hebt freundlich drohend den Stock.„Pſt!“ ruft er,„nicht die geringſte Bewegung. Wer plaudert oder ruft, den trifft eine Strafe.“ Alles weicht zurück und der Mann ſchreitet leiſe, vor— ſichtig ſich umſchauend in die Gebüſche. Er vermeidet es geſehen zu werden und duckt ſich bald, bald ſpringt er ſchnell hinter einen Baumſtamm, dann ſteigt er wieder einen kleinen, verdeckten Hügel⸗ weg hinab. So gelangt er endlich an den Fuß einer Anhöhe, von deren Gipfel man den ganzen Park überſchauen kann. Dieſen Gipfel krönt ein kleiner, achteckiger Pavillon, deſſen Wände land⸗ ſchaftliche Bilder und Embleme ſchmücken. Eine Treppe, deren Stufen Sphinxe bewachen, führt von dem Fuße der Anhöhe bis zum Eingang des Pavillons. 3
Die Sonne war bereits im Sinken und warf ihren Scheide⸗ gruß dem Parke von Klein⸗Trianon zu, als der Mann vorſichtig die Stufen hinaufſchlich. Es gelang ihm unbemerkt oben anzukommen und ſich an die Wand des Pavillons entlang drückend, gewahrte er ein reizendes Bild. Auf einer Bank ſaßen die Königin Maria Antoinette und eine derbe, von Geſundheit ſtrotzende Bäuerin. Die Bäuerin hatte freilich äußerſt ſaubere Kleidung, aber man ſah ihr doch die Landbewohnerin an; auf ihrem Schoße, in prachtvollem reichgeſtickten Kiſſen, ruhte ein Kind, ein Knäblein, dem die Bäuerin ſo eben die Bruſt gereicht hatte. Dieſe Frau war Madame Poitrine, die Amme des Dauphins, der auf ihren Knieen lag. Die Königin und Madame Poitrine ſind mit dem Kinde beſchäftigt, ſie freuen ſich ſeines reizenden Lächelns, Maria Antoinette berührt mit dem Finger die Lippen des Kleinen, das gewöhnliche Manoeuvre der Mütter, wenn ein Kindchen lächeln ſoll, die Amme ſingt gemüthlich das Lied: „Marlborough s'en-va-t-en guerre.“ Sie iſt beſonders eingeſchult auf die Melodie und ein kleiner Thurm in Trianon hat nach dem Liede der Amme den Namen„Tour de Marlborough“ erhalten. Zu den Füßen der beiden ſpielt ein ſchönes, kleines Mädchen mit Blumen, Puppen und Bildern. Das war Marie Thereſe Char⸗ lotte, Dauphine von Frankreich, das erſtgeborene Kind der königlichen Eltern. 4.
Um die Ecke des Vorſprunges am Pavillon ſich biegend be⸗ trachtete der Mann das reizende Bild. Rings um die blühenden Gebüſche, Beete und Sträucher, die herrlichen Baumgruppen, die plätſchernden Cascaden, in der Ferne das kleine, zierlich⸗prächtige
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Haus, die ſich wie zu einem Gemälde zuſammenſchmiegenden Perſo⸗ nen der Frauen und Kinder, alles in der herrlichſten Sonnenbeleuch⸗ tung in dem tiefen, durch nichts geſtörten Frieden der über Flur, Haus und Menſchen ausgebreitet lag, machte die einfache Scene zu einer der ſchönſten, welche die Augen des Lauſchers jemals er⸗ blickt hatten. Das wundervoll geformte Antlitz der Königin, von flatternden Haaren umſpielt, das feine, ausdrucksvolle Oval, ruhte an den rothen, dicken Backen der Frau Poitrine. Um den Dauphin beſſer betrachten zu können, ſtützte Maria Antoinette ein wenig ihr Kinn auf die Schulter der Amme. Sie machten beide Bemerkungen aller Art über den Kleinen, endlich mahnte die Königin:„VPoitrine, es iſt Zeit, der Prinz muß hinein,“ mit dieſen Worten begann ſie einen Mantel auszubreiten. Jetzt trat der Mann einen Schritt vor und ſagte:„Wollen Sie mich mit ins Haus nehmen? ich bitte um ein Nachteſſen.“„Ah!“ rief Maria Antoinette,„das iſt herr⸗ lich. Sie ſind es, Sire. Mein lieber Herr!“„Papa hier,“ jubelte die kleine Prinzeſſin,„ah! Frau Poitrine, das iſt ſchön, nun können wir noch Kegel ſpielen.“
„Ich habe Sie ſchon eine Zeitlang mit Ihren Kindern be⸗ lauſcht.“„Aber wir haben doch kein Geräuſch eines vorfahrenden Wagens gehört?“ fragte Antoinette.„Ich bin von Verſailles aus zu Fuß gekommen. Ich wollte Euch hier überraſchen,“ lachte der König ſeine Tochter küſſend. Die Königin legte erfreut ihren Arm um ſeinen Hals. Alle drei, Vater, Mutter und Tochter ſtanden, ſich die Hände reichend, auf dem Hügel, dicht daneben der kleine, ſchon ungeduldig werdende Dauphin, von der Amme getragen.
Es waren dieſelben Perſonen, die acht Jahre ſpäter ſich in den finſtern Gemächern des Temple-Thurms ebenſo innig die Hände drücken ſollten. Sie haben ſo feſt zuſammengehalten, bis der Tod ſie auseinander riß.
Die Königin kehrte zurück mit ihrem Gatten, mit ihren Kindern, das behagliche Schlößchen nahm ſie auf. Abends erſcheinen die Freunde des königlichen Hauſes, Maria Antoinette iſt dann die Wirthin. Oft bringt ſie eigenhändig Milch aus ihrer Meierei, der Scherz und die Freude erreichen den höchſten Grad, als die Königin mit einem Korbe blendend weißer Hühnereier erſcheint und ſie mit der Verſicherung, daß ſie ganz friſch aus dem Hühnerhofe kommen, auf die Tafel ſetzt. Dann fallen alle, der König zuerſt, mit wahrem Heißhunger über die ländlichen Speiſen her und loben die hohe Wirthin, ihren Garten, ihre Küche, ihre Weine. Zuweilen ſpeiſt man auch in dem Parke, im Pavillon oder in dem ſogenannten „Dörfchen“(hameau). Dieſe Stelle des Terrains von Klein⸗ Trianon hat die Königin durch kleine Hütten, Ställe und ein Kapellchen in ein Dorf verwandelt, hier war es, wo einſt die ganze Hausgenoſſenſchaft in ländlicher Kleidung erſcheinen mußte. Der König trug das Koſtüm eines Müllers, ſein Bruder war als Schul⸗ meiſter gekleidet, die Königin als Pächterin, die Prinzeſſin Lamballe als Milchmädchen, ſämmtliche Damen als Bäuerinnen. Unter einer großen Linde wurde der Tiſch ſervirt und die heitre Geſellſchaft be— lebte das kleine, maleriſche Dorf. Nichts war hier vergeſſen, Mühle, Backofen, Scheune— ſelbſt eine künſtliche Ruine trug zur idylliſch-poetiſchen Umſtimmung das Ihrige bei. Der Architect Robert hatte ſie nach Angabe der Königin erbaut und ſie veran⸗ ſchaulichte das Bild eines kleinen, verwitterten Herrenſitzes.— Wie lange dauerte es und alle dieſe Häuſer waren wirkliche Ruinen ge— worden, verlaſſen von ihren Beſitzern, gleich jenen alten, zerfallenen Burgen am Meeresgeſtade oder in den einſamen Thälern melancho⸗ liſcher Gebirge!
Je mehr ſich der politiſche Horizont umdüſterte, deſto werth⸗ voller ward Klein-Trianon für Maria Antoinette. Schon iſt die täglich aufgeregter werdende Menge neidiſch über das Glück der Königin. Die Leute, welche ihr Leben, ihr Glück, ihre Ehre antaſten wollen, können es nicht dulden, daß ihre Beute ſich in dem heimiſchen, ſtillen Parke von Trianon birgt. Man verläumdet zuerſt den Ort. Man nennt ihn nicht mehr Trianon, man tauft ihn Klein⸗Schön⸗ brunn, oder Klein⸗Wien.„Ja— ſo hat ſie ihn benannt— ſchreit man,„die Oeſterreicherin, die Fremde.“ Als ob es ein Ver⸗ brechen geweſen wäre, nach dem Namen der theuren Heimat ein ge⸗ liebtes Fleckchen Erde zu benennen?— Dann erſcheinen Kritiken, Pamphlete der Vergnügungen zu Trianon.„Occupations à petite Vienne.“„Lever de l'Aurore.“„La reine Etteniotna(An⸗ toinette) à Nonairt(Trianon). Man wirft aus einem Oeil de boeuf
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