Jahrgang 
1865
Seite
463
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wiſſen alles, erſi in ſene

d ſein G ſein Herz be⸗ Ainen Vater 2n iſt 1 iſt, verzeihe

ſo vertrauens⸗ ahr die Worte

eine Art von Schändlichen es war das ſie unterlegen bt, nie würde ſtehlen... rme!

id er, der ihre ſchwieg er ſer, aber doch c, Laa..ich

Hulda in der caft erröthend, rt!... doch zelt war für ſie

eine ſehr große reine Zuſchrift proviſoriſchen hſeine Procura zu ertheilen..

eldas Armen.. dlich! war die

ſich ein Rendez⸗ din Schurie be⸗

die Hinde:O n mein freuden⸗ ein Gott, ſegnt Hermann!

eobachtet, welche den Abends ge⸗ ais süjets ſeine iſſen Augenblice an der ſo vorbe⸗ in Wallung ge⸗ enblicke, wo in Hermann und

und daß, wem

1 4 06 ſors hätten,

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Der Aſſeſſor ſah ihn von der Seite an. darauf? ſagte er. Es iſt meine Meinung, antwortete jener,daß jedesmal,

Wie kommen Sie

wenn ein junger Mann eine Wittwe in den Dreißigern heirathet,

Schneider und Schuſter einen Feſttag haben

Erſtens mein kleiner Mann, ſagte Merkel piquirt,iſt Frau von Fahrsdorff erſt achtundzwanzig Jahre alt.

Emil pfiff ein bekanntes Spottlied.

Und dann, fuhr Merkel fort,ſcheint es mir, daß Sie einen ſehr intimen Umgang mit Handwerkern haben müſſen um ihre Schuldbücher zu kennen.

Emil ſtimmte, ohne zu antworten, ein andres Lied an.

Was mich übrigens auch nicht wundern würde, ſagte Merkel weiter,da, wenn ich nicht irre, Ihr Vater Maurer oder Schornſtein⸗ fegergeſelle geweſen oder noch iſt...

Was wollen Sie damit ſagen? fragte Emil plötzlich ernſt werdend.

O weiter nichts, ſagte Merkel,als daß die Manieren der Väter ſich auf die Kinder vererben, und daß die Herren Maurer geſellen...

Die Gewohnheit haben einen groben Kauz wie Sie hinter die Ohren zu hauen, ergänzte Emil.

Der Aſſeſſor ſprang wüthend vom Stuhle. Rechenſchaft geben, rief er...wenn...

Ein Paar Ohrfeigen werde ich Ihnen geben, ſchrie Emil und ehe er noch den Satz vollendet, hatte er ſchon ſeine Drohung ausgeführt und die Spuren ſeiner fünf Finger zeigten ſich deutlich auf dem Geſichte des Aſſeſſors.

Wie ein Tiger ſtürzte dieſer auf den jungen Mann los, doch Emil hatte ſchon einen Stuhl ergriffen und hielt ihn dem Wüthenden entgegen, auch einige Herren der Geſellſchaft waren aufgeſprungen, warfen ſich zwiſchen beide und trennten ſie.

Sie würden mir

Wäreſt Du nicht ein dummer Junge, ſchrie Merkel,ſo

ſollteſt Du mir dieſe Beleidigung blutig bezahlen... Sie bekommen ja das Fieber, wenn Sie einen Säbel ſehen,

Sie ja in Ohnmacht beim bloßen Knalle! Mehrere Herren, welche unangenehme Scenen an einem

man die Leute aushorche. rief Emil höhniſch lachend,und erſt gar eine Piſtole da fallen

öffentlichen Orte vermeiden wollten, legten ſich zwiſchen beide und

ſuchten ſie zu beruhigen; es wäre ihnen auch vielleicht gelungen, wenn Emil ſeine Spöttereien hätte aufgeben wollen, jedoch der

junge Mann war unerſchöpflich und ſeine beißenden Worte ließen den

Aſſeſſor kaum zu Athem kommen.

Aber ſo fordern Sie doch den Schreihals, ſagte einer der Be kannten Merkels,dann wird er vielleicht ſtillſchweigen.

Faſt ohne es zu wollen wurde der Aſſeſſor Merkel hingeriſſen,

dem jungen Manne eine Forderung zu überſenden, und fühlte ſich

wenig angenehm überraſcht, als Emil ſie mit der größten Bereit⸗ willigkeit annahm und auch ſeine Beleidigungen augenblicklich ein ſtellte. In demſelben Augenblicke traten der Hauptmann v. Sartoff und der Lieutenant v. Trenkow in das Caffeehaus und Emil wandte ſich an dieſe mit der Bitte ihn zu ſekundiren.

Was iſt denn der Grund dieſes Duells? Hauptmann.

Er hat meinen Vater beleidigt, erwiederte Emil gelaſſen.

So? ſagte Trenkow,ich glaubte, er hielt es nur mit den Töchtern...

Emil gab ſeinen Sekundanten die Freiheit, jegliche Bedingung anzunehmen, nur ſtellte er die einzige, daß der Zweikampf am nächſten Morgen ſtattfände, da er am folgenden Tage eine Reiſe anzutreten gedenke. In wenigen Augenblicken war alles arrangirt und beſtimmt,

fragte der

daß das Duell am nächſten Morgen in einem nah der Stadt gelegnen

Gehölze ſtattfinden, und daß die Waffe die Piſtole ſein ſollte.

Obgleich wir dem Leſer nicht mit Beſtimmtheit verſichern können,

Duell zu verhindern, ſ

daß Emil in dieſer Nacht mit ſeiner gewöhnlichen Ruhe ſchlief, ſo

fanden ihn doch die beiden Offiziere, als ſie zu ihm kamen, ſeit einer

Stunde ſchon bereit. Schießen Sie gut? fragte Trenkow als ſie im Wagen ſaßen. Ich muß zu meiner Schande geſtehen, antwortete Emil, daß ich vielleicht drei Mal in meinem Leben eine Piſtole in der Hand

gehabt habe!

Aber ¹ ſchrie der Offizier,Merkel iſt ja ein ausge⸗ zeichneter Schütze.

Was geht das mich an? ſagte Emil.

Mein kleines Kerlchen, ſagte Sartoff,ich ſehe Sie voller Muth und Kaltblütigkeit, aber worauf rechnen Sie denn bei dieſem Duelle, wenn Sie nicht ſchießen können?...

Auf die Vorſehung! antwortete Emil feierlich.

Die beiden Offiziere ſahen ſich an Trenkow murmelte etwas Unverſtändliches.

Kaum hatten ſie zehn Minuten im beſagten Gehölze gewartet, als auch Merkel mit ſeinen beiden Sekundanten ankam. Es wurden

ſalle Anſtalten getroffen und nachdem ein letzter, jedoch fruchtloſer

Gegner auf fünfundzwanzig Schritt einander gegenüber.

Verſöhnungsverſuch gemacht worden war, ſtellte man die beiden Schon

wollten die Sekundanten das übliche Signal geben, als das Ge⸗ raſſel eines in voller Carriere daher kommenden Wagens ſie einen

Augenblick davon abhielt.

Der Wagen hielt auf der Chauſſee an und eine Dame bahnte ſich einen Weg durchs Gebüſch und erſchien inmitten der Verſammelten.

Andromache! ſchrie Herr v. Trenkow.

Herr Merkel war äußerſt verwirrt, als er ſeine Braut erkannte, die ruhigen Schrittes bis in die Mitte des Terrains ging, dort ſtehen blieb, ihren Schleier zurückwarf und mit völlig gelaſſener Stimme folgende Worte ſprach:

Herr Aſſeſſor, in der vorigen Woche, einige Tage nach Ihrem Sturze vom Schimmel, beſuchte mich der Bildhauer Meyer, deſſen Vater ein Schulfreund des meinen geweſen war, und hielt es für ſeine Pflicht mir auseinanderzuſetzen, daß ich im Begriff wäre, mich mit einem Schurken zu verheirathen.

Madame!... ſchrie Merkel, außer ſich vor Wuth.

Ich muß Ihnen geſtehen, fuhr Frau v. Fahrsdorff fort, daß Sie mich dermaßen bethört hatten, Herr Merkel, daß ich keine Silbe von dem mir Geſagten glaubte, da aber mein verſtorbener Gemahl Staatsanwalt geweſen war, hatte ich von ihm gelernt, wie Bald gelang es mir zu erfahren, daß Fräulein Lia Salomon die von Ihnen Verfolgte wäre ich ging zu ihr, gewann ihr Vertrauen und erfuhr alles dann beſuchte ich das Atelier des Herrn Meyer, ſah auf welche Art und Weiſe er Sie bei einer unverantwortlichen Handlung ertappt hatte, und erfuhr, daß der Schimmel Ihres Onkels ſogar von Ihnen verleumdet worden wäre, da Sie die Spuren von Mißhandlung, die Sie mit einem gewiſſen Stolze zeigten, nur dem Arme Meyers zu verdanken hatten.

Herr v. Trenkow brach in ein ſchallendes Gelächter aus... Unbezahlbar! rief er.

Merkel ſtand feuerroth da und ſchlug die Augen zu Boden... er ſtampfte mit dem Fuße und knirſchte mit den Zähnen.

Ich bat Fräulein Salomon, fuhr Frau von Fahrsdorff fort, Ihnen ein andres Rendezvous zu geben, wo Sie mich und die ganze Geſellſchaft, die dieſes Fräulein beſucht, gefunden hätten, und wo ich Ihnen das, was Sie jetzt von mir hören, vor einer zahlreicheren Geſellſchaft zu ſagen gedachte. Geſtern Abend ſpät erfuhr ich jedoch, daß Sie ſich heute duelliren ſollten, und da ich fürchtete, daß man Sie todtſchießen könne, ohne daß Sie erführen, was ich von

Ihnen denke, ſo bin ich früh aufgeſtanden und hierhergekommen!

Herr Wergmann hat Sie vielleicht hierher beſchieden um das

l agte Merkel, der boshaft ſein wollte und nur eine Dummheit vorzubringen im Stande war!

Frau v. Fahrsdorff wandte ſich an EmilGlauben Sie wirklich, mein Herr, daß dieſer Menſch einen Schuß Pulver werth ſei? ſagte ſie.

Ich ſtehe zu ſeiner Verfügung, antwortete Emil, indem er ſich verbeugte,denn ich habe ihn geohrfeigt.

Nun denn meinetwegen! erwiederte die Dame, indem ſie ſich zurückzog...Ihr Männer ſeid alle etwas verrückt!

Von neuem wurden die Gegner von den Sekundanten einander gegenüber geſtellt... eine angſtvolle Stille erfolgte und...Feuer! rief der Hauptmann v. Sartoff.

Die Kugel ſauſte einen Zoll breit beim Ohre Emils, der feſt wie ein Fels ſtand, vorbei...

Aber in aller Welt! Sie haben ja nicht geſchoſſen, Wergmann, rief Trenkow.

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