Sinnen, daß ſie Euch ſo bald iſt vorkommen und Euern ver⸗ worrenen Werg glatt geſponnen.“ Da ritt ich etliche Schritt in Gedanken, mußt dann aber laut lachen, ſintemal mir in Sinn kam das blöd verdrückt Weſen der beiden Junker, auch der Mägd⸗ lein, am h. Chriſtabend, antwortet aber drauf S. Churf. Gn. und ſprach:„Es iſt mir doch kein ärger Poſſen geſpielt ſeit vielen Jahren! Was aber Ew. Churf. Gn. ſagen von meiner Frau Eheliebſten, ſo iſt nicht allein das wahr, ſondern auch noch viel mehr, und mein ich, daß ſolch ein Weib nicht zu finden ſey in Ew. Churf. Gn. ganzen Landen. Soll mir auch nicht wiederum beigehn, etwas zu thun ohn ihren Rath und Beiſpruch, wie denn ohne dieſelbigen auch damals nicht meine Conclusio würde gefaſſet haben, wo es mir Ew. Churf. Gn. nicht ausdrücklich verboten.“
Ritten alſo fröhlich heim, und da die zwölfte Stunde ſchier herannahet, trieben S. Churf. Gn. zum Mittagsmahl, welches denn auch mit viel Pracht und Ehren ward in dem großen Saal abge⸗ halten, und hatten S. Churf. Gn. den jungen Paaren ein ſtattlich zinnern Tiſchgeräth und jedem drei ſilberne Schüſſeln in die Eh ver⸗ ehret, davon wir auch zu Ehren S. Churf. Gn. aßen. Dieſelben wurden aber auf Ihrem eignen ſilbernen Tiſchgeräthe bedienet, und ſtund hinter Ihrem Stuhl der Narr, machet viel Schwänke, Poſſen und Kurzweil und erhielt dafür aus S. Churf. Gn. Händen manchen guten Biſſen gereicht. Es ward aber tapferlich gegeſſen und noch mehr getrunken, und hatten S. Churf. Gn. Ihre ſonderbare Luſt daran, was ſich mit den zwein jungen Ehepaaren zugetragen gar kurzweilig zu erzählen. Es währete aber die Hochzeit nur dieſen und den näheſten Tag, an welchem, als dem Sonntage, auch alle zur Kirchen gingen, und ging alles gar trefflich und ſittiglich zu, ohne daß etliche meiner guten Freund in der Trunkenheit Streit an⸗ fingen, wo aber S. Churf. Gn. alsbald dazwiſchenfuhren und ihnen nicht unſauber die Köpfe wuſchen. Am Montage drauf aber, zeitig
am Morgen, macheten S. Churf. Gn. Ihren Abſchied mit all Ihren Edelleuten, Geleit und Volk, und mußten auch unſre zween Eidam mit unſern lieben Töchtern von uns ſcheiden, welches mit vieler Bewegniß geſchahe, ſowol unſer, der Eltern, als der zwo jungen Eheweiber. Ob wir nun wol die Hochzeit nicht ſo lang, als in einem edelen Hauſe ziemlich iſt, konnten ordentlichermaßen feiern, ſo ließen ſich doch unſre Freund und Nachbarn, nachdem die andern davon geritten, gütlich bewegen, noch vier oder fünf Tage mit uns zu feiren, zu eſſen, zu trinken und fröhlich zu ſeyn, denn dazu durch Sr. Churf. Gn. Vergunſt Vorraths genug an Speiſen und ſonderlich an Wein herbeigeführet war, angeſehn des großen Raums, den S. Churf. Gn. Geleit und Volk in unſern eigenen Vorräthen für den Winter gemachet.
Solchs alles habe dem Herrn Bruder auf ſein Anfragen wollen vermelden, und iſt, als ich vermeine, ſchier ein Büchlein worden, allermaßen dieß ſchon aufm zwölften Blatt ſchreibe. Iſt mir aber, ſolchs weitläuftig zu erzählen, eine rechte Herzſtärkung geweſen, denn es jetzo, nach der Mägdlein Weggang, gar ſtill und einſam im Hauſe worden, auch die Jagdzeit zu Ende und nichts mehr zu erlegen, denn einmal einen Rehbock, dazu Füchſe, auch etwan ein Wolf. Von unſerm Sohne aber, dem Junker in Holland, haben wir kürzlich Briefe erhalten und geht ihm gut, welchs uns auch von den jungen Weibern aus der Reſidenzſtadt iſt gemeldet worden, und ſintemal es Gott zu Lob und Dank auch Seiner Frau Schweſter, meiner Cheliebſten, gleich als mir, nach Wunſche geht, ſo habe nichts zu klagen, denn daß die groben Bauern ſo gar ſchwerlich zu regieren ſind, keine Sauen in meinen Wäldern hab, und gegen dem Frühjahre ein Geringes vom Zipperlein ſpüre. Seine Frau Schweſter läſſet Ihn grüßen und mahnet mit mir an Sein verſprochen Beſuch.
Befehle damit den Herrn Bruder unter göttlichen Schutz und Obhut.
Am Jamilientiſche.
Als Kaiſer Joſeph II. im Jahre 1770 zu Prag war, beſuchte er auch das dortige engliſche Fräuleinsſtift, um über die, von der großen Kaiſerin Maria Thereſia dort zur Erziehung unterhaltene, bedeutende Anzahl von Generals⸗ und Offtzierstöchtern der Kaiſerin Mutter Bericht erſtatten zu können. Sobald er das Inſtitut und die ver⸗ ſammelten jungen Damen geſehen, ließ er jede derſelben vor ſich kommen. Nachdem er ſie um ihre Namen befragt, ſagte er ſtets:„Erbitten Sie ſich eine Gnade.“ auch der Kaiſer im Namen ſeiner Mutter verſprach, und zugleich die Geſuche in einem ihm vorliegenden Verzeichniß bemerkte. Ein Fräulein erſchien jedoch vor ihm und bat um die Erlaubniß: Nonne werden zu dürfen. Der Kaiſer ſah die ſchöne Dame betroffen an.„Wollen Sie nicht heirathen?“ fragte er.„Nein, Ew. Majeſtät.“„Ich gebe Ihnen einen Offizier, einen Hauptmann, einen General.“„Nein und abermal nein,“ war die Antwort.„Und wenn ich Sie ſelbſt zur Frau nähme?“ „Auch dann nicht, Majeſtät.“„Sie können Ihr Noviciat ſogleich an⸗ treten,“ ſagte Joſeph ärgerlich und drehte ihr den Rücken. V. Die alten Wärter des Jardin des Plantes zu Paris
erzählten eine Anecdote aus den Zeiten der Invaſion durch die alliirten Truppen, welche faſt ebenſo haarſträubend als komiſch iſt, und deren Wahrheit ſie verbürgten. An einem ſchönen Nachmittage befanden ſich unter vielen andern Beſuchern der Bärengrube mehrere kurmärkiſche Landwehrmänner der Beſetzungsarmee vor jenem Behältniß. Einer der Krieger neckte die Bären fortwährend dadurch, daß er Pln Mütze in die Hand nahm und mit dem Deckel derſelben gegen das Gitter ſchlug, wo bei er ſich über die Stangen lehnte. Plötzlich fiel zum allgemeinen Jubel die Mütze in den Bärenzwinger. Einer der Petze lief herbei und beroch ſie, da er aber keine Eßwaare fand, ging er brummend wieder hinweg. Der Landwehrmann verließ den Zwinger, und zum Entſetzen aller kehrte er mit einer Gartenleiter wieder, die er trotz der wüthendſten Oppoſition in den Zwinger hinabließ. Dann ſtieg er über das Geländer und auf der Leiter in den Graben hinab. Starr vor Entſetzen ſahen alle,
Deutſche, Franzoſen, Engländer ꝛc. zu. Aber— mochten die Bären ver⸗ blüfft über den ſeltenen Beſuch oder zu träge ſein— genug, der neue
Die meiſten baten um weltliche Koſt, was denn
Briefe und Sendungen ſind zu richten an die Redaction des Daheim in Leipzig, Poſtſtr. Nr.
Unter Verantwortlichkeit von A. Klaſing in Bielefeld, herausgegeben von Dr. Robert Koenig in Leipzig. Verlag der Daheim-⸗Expedition von Velhagen* Klaſing in Bielefeld und Berlin.— Druck von Liſcher* Wittig in Leipzig.
Ritter Deslorges holte die Mütze, ohne angegriffen worden zu ſein, aus der Mitte der Beſtien heraus. Als er oben glücklich anlangte, ertönte ein lautes Bravoſchreien für den tollkühnen Waghals, in welches namentlich die Franzoſen einſtimmten. Allen Abmahnern hatte der Soldat immer nur erwiedert:„J, wo were ick denn meine Mitze bei di Beſter laſſen?“
„Der Bien muß“ iſt ſo ſehr als politiſches Stich⸗ und Spottwort gebraucht und mißbraucht worden, daß man ſich kaum mehr ſeines naiven Urſprungs erinnern würde, wenn uns nicht G. Büchmann in ſeinem Citatenſchatz des deutſchen Volkes das Andenken daran aufgefriſcht und bewahrt hätte.
In Düſſeldorf ſtudirte nämlich in den vierziger Jahren ein ruſſiſcher Maler. Er liebte ſein Rußland über alles, und fand daſelbſt alles beſſer, ſchöner und größer, als anderswo; in einem Geſpräche mit dem bekannten Andreas Achenbach ſogar einmal die ruſſiſchen Bienen. Der deutſche Künſtler ſtellte ihm ſogleich ſchelmiſch durch die Frage: Wie groß denn in Ruß⸗ land die Bienenſtöcke ſeien? eine Falle.„Nicht größer, als hier,“ antwortete der Ausländer.„Aber wie kommen die Bienen da hinein?“ fragte Achenbach weiter. Der Ruſſe beſann ſich nicht lange und antwortete mit draſtiſcher Handbewegung:„Der Bien kann nicht, aber er muß“ zum großen Jubel der Anweſenden. Das Wort gab zu launigen artiſtiſchen Darſtellungen erſt in den„Düſſeldorfer Monatsheften,“ dann in den„Fliegenden Blättern“ An⸗ laß und verbreitete ſich ſo über ganz Deutſchland. F. L.
Zur Notiz.
Wir bitten dringend, verloren gegängene Nummern, ganze Quartale ꝛc. niemals direkt von uns, ſondern ſtets von der Buchhandlung oder dem Poſt⸗ amt zu beziehen, von woher man das Daheim bekommt. Aufträge, einzelne oder mehrere Nummern pr. Nachnahme zu ſchicken, können wir aus nahe⸗ liegenden Gründen durchaus nicht ausführen. Jedes Poſtamt iſt verpflichtet, nicht gelieferte Nummern auf Reclamation nachzuliefern; anderslautende Wünſche werden wir alſo zu unſerm Bedauern ſtillſchweigend unberückſichtigt laſſen müſſen.
Die Sxpedition.
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