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t redlich V ſeyn, maßen ſie dazu lachete, und fragete, was mir denn beikommen. ngeln zu Mieine Frau Cheliebſte aber wiederum gelachet, mich angeſehn, den iebhaber Finger gegen mich geſchüttelt und geſagt:„Jürgen, Jürgen! Aber
lin, und ddieweil mirs von S. Churf. Gn. iſt verboten worden, darf ich nichts ne denn ſagen, und wird die Stund kommen, da du dich ſchier verwundern glückver⸗ ſoollt über dich ſelbs.“ Da ſagt ich:„Um des Verbots willen ſo frage reuet, ſo icch nicht weiter und iſt mir genug, daß du dazu lacheſt, ſintemal nicht ge⸗ es dann weder ein Unglück weder eine Schmach ſeyn darf.“ Ging aſſen, wo Vaalſo davon und ließ ruhen, hatt auch kein Arg, was es ſeyn möcht. Thomas Als aber die Feſttage vergangen, daran wir fleißig die Kirchen n davon⸗ beſucht, hernach auch ſehr fröhlich geweſen, kamen benebſt andern leichlich Edelleuten S. Churf. Gn. Räthe und Geheimſchreiber und ward den aber unſer Haus wiederum ſehr voll, alſo daß ſich Jedermann gar enge kriegen. V mußt behelfen und das Volk und die Roſſe alle mußten auf den nehr Ver⸗ Doürfern liegen. Weil nun S. Churf. Gn. viel arbeiteten und mein Verwir⸗ und andrer Edelleut nicht bedurften, als zogen wir jeglichen Tag
urf. Gn. zur Jagd hinaus, ſintemal es ziemliches Jagdwetter, erlegeten auch ggeenugſam Wildprets aller Art, alſo daß uns nicht
tliuftig 3 nich hätte gemangelt, Tag und V ob auch nicht allezeit Vorraths genug auf S. Churf. Gn. Geheiß ir mainr b wäre herbeigeführet worden; und verdroß mich nur, daß ich mich in ger Herr meinen Forſten einer fröhlichen Saujagd allerdinge entſchlagen mußte. her Fürſ Meine Frau Eheliebſte und die Mägdlein aber hatten gar viel zu Pader i ſchneiden und zu nähen und zu bereiten, auf daß zu Samſtag nach
m Erfen heiligen Dreikönige die Hochzeit wol könnte ausgerichtet werden, e aler derohalben ich ſie auch wenig. ſahe; wo hergegen meine Junker von Inkt mis Rüthe von Jagd deromalen nicht viel wollten wiſſen und des meiſten u b Theils Zeit bei den Weibern verbrachten, weiß nicht, ob zu ſonderbarer der Arbeit Förderniſſe. Inmittelſt aber unſer durchleuchtiger Herr ne Frucht allgemach genas, alſo daß wir durften der Hoffnung ſein, er werde rten, der am benannten Samſtage auf ſeinem Roſſe allbereits mit zur Kirchen vonn das können reiten. Auch hörten wir S. Churf. Gn. zum Oeftern mit weifellte Ihren Räthen von weitem harte ſchelten und toben, ſo denn fähr⸗ gt, wamn liche und koſtbare Sachen Kayſ. Majeſtät und geſammten Reichs in vir Sünd Lüften ſchwebeten, darzu etlicher Städt und Landſchaften Unruh ber ſeinen im eigenen Land, welches alles hoch bedenklich und S. Churf. Gn. will für vielen Unmuth ſchaffete, ſonderlich aber der Unterthanen Aufſtänd, laſſen. und ſagten S. Churf. Gn. eins Abends zu mir— wir ſaßen aber ſolle die mit Etlichen am Wein und war am Feſttage der heiligen drei Könige, hätte mit daran S. Churf. Gn. auch die Kirchen beſuchet, von aller Arbeit, als ezeigt, ſo einem Chriſten ziemet, geruhet, herogegen der Bauren Aufzug, welche ben ſten als die drei Könige verkleidt ankommen, auch Spruch geſagt und Liedlein he mir im geſungen, mit vielem Ergötzen angeſehen, gnädig angeredt, auch wol tellen, ſo beſchencket; ſagten demnach am Abende zu mir beim Wein:„Mein strologia lieber Ritter, es ſind der viel die mich neiden, dieweil ich Land und auch niht Leute, auch ziemlich Gewalt hab, dazu weltlich Pracht und Ehren, en treiben S. Chuf
Schloß und Roß und was meinem Stand gebühret als des heiligen Römiſchen Reiches Churfürſten; wollt aber, ſie wüßten, wieviel
wünſchele Noth, Sorg und Arbeit, dazu Gewiſſen und Verantwortung mir von Rüthe mein Stand machet, und iſt nicht das Mindeſt, daß ich täglich bei meinet V ſoviel Räuber und Diebe, auch Aufrührer und Mörder muß hängen, „ auch mir köpfern, rädern und viertheilen laſſen, auf daß meine frommen Unter⸗ etzeten, ſe thanen möchten ein geruhiges und ſtilles Leben haben in aller Gott⸗ wiederun ſeligkeit und Ehrbarkeit, kommt auch noch Zank und Zwietracht,
V Krieg und Kriegesnoth dazu, und alles ſchreiet mich an; wollet auch ir all in Ihr Ritterſchaft und Stände Euren eigenen Kopf haben und machet
mir viel Noth und Beſchwer. ſollte Neides wol ablaſſen.
Ich mein', wer das alles bedächt, der
in g s ein g 3 5 Ul 3 1 Käm aber daher ein weiſer Mann, der
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uch u- weder Fürſt weder Unterthan wär, müßt aber wählen Eins zu ihalu werden; ſo er nun beides vollkömmlich kennete, ſorg ich ſehr, er möſg doc würde meinen Churhut wol ungefordert laſſen, denn es leichter und 5 dig ſeliger iſt Unterthan zu ſeyn, als Oberkeit.“ Alſo ſprach der edele n n Fürſt und machet mir ſolches viel Gedanken. Es waren auch in den utate, Tagen viele reitende Boten und Läufer ab und zu gangen, alſo daß
man wol geſpüret, daß hohe und gefährliche Dinge umgingen.
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und Nachbarn erſt Samſtags in der Früh. War aber ein linder heller Froſt. Und als alles wol vorbereitet, jeglicher auch aufs beſte geſchmücket, wie denn mich ſelbſten mit dem neuen ſpaniſchen Mäntelein und der güldenen Chrenketten gezieret, die friſchen Bräutlein aber in ihren fertigen Seidenkleidern und Spänglein als ein paar Engelein anzuſehen; als ſtiegen wir alleſammt zu Roſſe und ritte der leutſelige Herr zwiſchen den zwo Bräutlein, etliche Edel⸗ knecht und Ritter vorauf, hernach aber die beiden Junker von Rüthe, trefflich angethan, und war ein großer, ſtattlicher, auch ehrbarer Zug. In der Kirche aber waren im Mittelraum für S. Churf. Gn., auch für uns und die Gäſte Stühle und Bänke geſetzet, und ſaß meine Frau Cheliebſte zu S. Churf. Gn. Rechten, ich aber zur Linken. S. Churf. Gn. aber und meine Frau Eheliebſte ſchaueten mich zu öfteren Malen gar aufgeräumt und ſeltſam an, alſo daß ich nicht wußte, was ſie an mir hatten. Da nun der Prieſter vorm Altar ſtunde und hatte ſchon Etliches geredt, und die beiden Pärlein ſtunden gar geſchmuck allbereit vor ihm, da ſchauete von Ohngefähr auf, ſahe die Mägdlein an und erſchrak, daß michs zuſammenrucket, dieweil ich ſah beim Junker Haus ſtehen meine Tochter Marie und beim Junker Engelbert meine Tochter Gertrud, vermeinet, es hätten die beiden Junker vor hitzigem Eifer, zum Prieſter hinzutreten, die Mägdelein verwechſelt ohn daß ſies vermerket, dünkete mich ſolchs gar ungeſchickt Ding, ſtund auf, fiel dem Prieſter in die Red und rief:„Mein Pfarrherr, mein Pfarrherr, was machet Ihr? Haltet ein, daß Ihr nicht die unrechten Brautleut zuſammenfüget!“ Worauf in der Kirchen ein groß Rumor entſtund, Etliche lacheten, Einer ſprach dies, der Ander das, der Prieſter innehielt und mich anſahe, jedennoch die beiden Pärlein ſich nicht rücketen noch rühreten, S. Churf. Gn. aber mich beim Mäntelein griffen, auf den Stuhl niederzogen, und kaum das Lachen verbeißend, zu mir ſprachen: „Machts nicht ſchlimmer, mein lieber Ritter, denn Ihrs allbereits gethan und uns ſelbſten irregeführt am h. Chriſtabend. Denn nicht alſo ſtund der beiden Junker, auch der Jungfräulein Sinn, wie Ihrs uns dazumal berichtet, ſondern ſolchergeſtalt, als ſie nunmehr bei⸗ ſammen ſtehn; welchs auch die jungen Leut noch ſelbigen Abends Eurer werthen Hausfrauen offenbaret. Solchs hat ſie uns am h. Chriſttag nach dem Kirchgang heimlich kundgethan, worauf wir allſofort der Liebhabenden Leide getröſtet. Euch zur Straf aber, die⸗ weil Ihr nicht beſſer der Leutlein Sinn erkundet, haben wir ſolchs Euch anzuzeigen, geſpart auf dieſe Stunde. Nun haltet Euch ſtill, und laßt den Prieſter fort machen!“ Worüber mich eines Theils ſchämt, eines Theils lachen mußt, alſo daß die Bewegniß in meinem Inneren gar vermindert ward, aber ſitzen blieb und ſtille ſchwieg.
S. Churf. Gn. aber, nachdem Sie zu mir geſprochen, ſtunden auf, wandten ſich um, ſchaueten gar ernſtlich die Gegenwärtigen an und erhuben die Hand; da ward es ganz ſtille und regete ſich keiner mehr. Kehreten ſich drauf zu dem Prieſter und ſprachen mit lauter Stimme: „Fahret fort, mein würdiger Pfarrherr! Es war nur ein Irrthum von dem werthen Ritter.“ Ging alſo die Trauung weiter vor ſich, und ward Junker Hans von Rüthe getrauet mit der Marie, die Gertrud aber mit Junker Engelberten, lief nun auch alles ab in allen Ehren und Würden. Und als wir vor der Kirchen wieder zu Roß geſtiegen, ritte jeder der beiden Junker neben ſeiner angetraueten Jungfrau, ich aber mußt neben S. Churf. Gn. reiten und lacheten Dieſelben viel über den guten Schwank und Streich, ſo Sie mir ge⸗ ſpielet; und dieweil doch alles ein ſo gut Ende genommen und beſſer, denn ichs vor meinen Irrthum verdienet, als lachete von Herzen mit. Es ſprachen aber auch S. Churf. Gn. alſo:„Nu ſeht Ihr, mein guter Ritter, daß Ihr nicht ſollt Astrologiam verachten, denn Dr. Schürlin mir wol zuvorgeſagt, daß ich würd um jene Zeit in Verkehrtheit gerathen und Verwirrung anrichten, als auch ſattſam geſchehen. Freut mich nur, daß ſolchs nicht ſich in hohen Sachen und Welthändeln zugetragen. Dünkt mich aber, es müßten Eure Aspecten darin noch bedräulicher geſtanden haben, denn die meinigen, maßen es ein gut Stück länger gewähret. Daß Ihr aber gemeinet, ohn des Himmels Zeichen allein zu vertrauen Eurem Verſtand und Fürſicht, zeiget ſich nun, daß ſolchs allein ein gar brechlich Rohrſtäblein, wiewol wir nicht genug können Gott danken, daß er uns ſolche Lehr geben hat luſtiger Weis und nicht trauriger Weis, maßen ſie uns das meiſte Theil alſo ertheilet wird, daß nicht viel zu lachen dabei. Ihr ſollt aber auch Eurer werthen Hausfrauen danken, welche iſt ein gar verſtändig Weib, auch von ſcharfen und klugen
den un Am Freitag aber nach h. Dreikönigen ſchicketen S. Churf. Gn. ille lij Ihre Räthe und Ihres Gefolgs einen Theil nach Ihrer Reſidentz ben buf vooraus, maßen Sie am Montage darauf nachfolgen wollten, welches 5. 85 auch Medicus und Feldſcheer nicht widerredten; und war uns ſolches ſeg, hoch vonnöthen, ſintemal ſelbigen Freitags etliche Edelfrauen, auch urf. Jungfräulein, meinen Mägdlein zum ehrlichen Brautgeleit, ange⸗ vor vil ritten kamen, welche Gemaches bedurften, ſo ihnen nu konnte zuge⸗ be ver fcrichtet werden. Es kamen aber die Edelleut, meine guten Freund e5,.
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