Jahrgang 
1865
Seite
455
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Was in meinen Niſtkäſtchen niſtet.

Von Dr. E. Baldamus.

Schon vor mehr als 25 Jahren brachten mich die allbekannten Staarenkäſtchen auf den Gedanken, es möchten wohl auch kleinere Höhlenbrüter(in Baum⸗ und Mauerhöhlungen niſtende Vögel) ſich an geeignete, künſtliche Niſtkäſtchen gewöhnen, und darin, beſonders in Ermangelung paſſender, natürlicher Neſthöhlen, ihr Daheim auf⸗ richten. Gedacht und verſucht! Und ſiehe da, ſchon der erſte Verſuch gelang: ein Kohlmeiſenpaar beſah ſich das ziemlich einfach herge richtete und an einem Apfelbaume des Gartens aufgehängte Käſtchen von allen Seiten, ſchlüpfte durch die Oeffnung, nachdem es vorſichtig und wiederholt hineingeſpäht, in das Innere, kam unter lebhafteſtem Zwieſprach heraus wieder hinein, und trug bereits am folgenden Tage unter luſtigempink, pink Neſtmaterial herbei.

Zehn Jahre ſpäter hatte ich einen Garten, der kaum 100 Schritt von einem der vogelreichſten Auenwälder lag. Alle Bäume darin wurden mit Niſtkäſtchen verſehen, und zwar ſo, daß ſie mit leichter Mühe abgenommen und wieder(an einen Nagel) aufgehängt werden konnten. Es war bereits April, und doch hatte ich die Freude, noch in demſelben Frühling mehre der Käſtchen von Meiſen, Rothſchwänzchen, Feldſperlingen, beſonders aber von einem Vögelchen in Beſitz genommen zu ſehen, welches im Walde meiſt in ziemlicher Höhe in engen Baumhöhlen niſtend, ſich meiner genauern Beobach⸗ tung bis dahin entzogen hatte. Dies liebliche, raſtlos und ganz hübſch ſingende, in Atlasweiß und Sammetſchwarz(das Männchen) gekleidete, muntere, kecke und doch ganz zutrauliche Vögelchen zog ſo⸗ fort mein volles Intereſſe und meine ganze Liebe an, und drängte meine ſonſtigen Lieblinge, die nützlichen und luſtigen Blau⸗, Sumpf⸗ und Kohlmeiſen, denen ich Schaaf- und Baumwolle zur Auswahl des Neſtſtoffes hingelegt, ſo ziemlich in den Hintergrund. Aber das reizende Pärchen verdiente auch mein Intereſſe wie meine Liebe. Das von ihm erwählte Käſtchen hing in einem Apfelbaume zufällig ſo, daß ich von meinem Bette aus daſſelbe mit der Eingangsöffnung vor Augen hatte. Nun weckte mich das Männchen allmorgendlich mit ſeinem friſchen, kecken Waldgeſange, den es ſtets zuerſt in der Eingangsöffnung dieſes Niſtkäſtchens ſitzend anſtimmte zuerſt anſtimmte vier Jahre hintereinander in der Morgen⸗ frühe der erſten Apriltage, zweimal am vierten nach ſeiner nächtlichen Wiederkehr aus Centralafrikal Als es im fünften April nicht mehr wiederkehrte eine Beute der allePiccoli uccelli(kleinen Vögel) verſchlingenden Italiener oder des ſtürmiſchen Mittelmeeres oder irgend eines afrikaniſchen Falken da war es mir, als ob der Frühling nur halb ſo ſchön ſei! Und als ich in verfloſſenem April von Städtern und Landleuten vielfach gefragt wurde, was das nur für allerliebſte kleine, ſchwarz und weiße Vögel ſeien, die plötzlich in ihren Gärten erſchienen und auf allen Chauſſéebäumen zu ſchauen ſeien, da hätte ich allen ſagen mögen, und habe es manchem geſagt:Das iſt ja der liebliche ſchwarzköpfige Fliegenfänger(Muscicapa atri- capilla), der vier Jahre lang in einem meiner Niſtkäſtchen ge⸗ brütet, nachdem er aus ſeinen Winterquartieren unter dem Aequator zurückgekehrt; der ſo zutraulich wurde, daß das brütende Weibchen zuletzt keinen Fluchtverſuch mehr machte, wenn ich den Deckel des Käſtchens abnahm, um hineinzuſchauen, oder dieſes ſelbſt mit dem Vogel auf mein Pult ſtellte, ſondern ruhig fortbrütete. Derſelbe Vogel, deſſen eben vollbeſiederte Jungen ich in demſelben Niſtkäſtchen in mein kleines Zimmer bringen konnte, in dem zwei große Natur⸗ forſcher unſerer Zeit Prinz Charles Lucian Bonaparte und der berühmte Direktor des Leydener Muſeums, Prof. Dr. Hermann Schlegel über Art, Einheit oder Verſchiedenheit von Musci- capa atricapilla und luctuosa discutirten, und ſich dabei auf die Verſchiedenheit und Einheit des Jugendkleides beriefen, nicht entfernt ahnend, daß ich Eltern und 6 Sprößlinge diesmal wirk⸗ licheDii ex machina, ihnen ſo unmittelbar vor Augen ſtellen⸗ könnte, und zwar nicht Kabinetsmumien, ſondern wie beide ſie nie in ſolcher Nähe geſehen, lebendig! Ich vergeſſe nimmer des Eindrucks, den dieſe Ueberraſchung hervorbrachte.

Vergiß aber Du, nachſichtiger Leſer, die lange Abſchweifung vom Thema! Es iſt ſchlimm, wenn ich ſo unverſehens auf meine Lieblinge

komme, und dies Vogelpaar hat ſeine eigene Geſchichte in meinem Herzen.

Außer dieſem bevorzugten Lieblinge niſteten nun noch in meinen Käſtchen regelmäßig: Kohlmeiſen, Blaumeiſen, Sumpf⸗ meiſen, Garten⸗Rothſchwänze und die beiden Sper⸗ lingsarten(Haus- und Feldſperling), ſoweit ſie geduldet wurden; ferner in anders conſtruirten Käſten Haus-Roth⸗ ſchwänze, gefleckte Fliegenfänger und einmal der ſtets be⸗ wegliche und fröhliche Harlekin des Waldes, die Spechtmeiſe. In der Nähe von Nadelholz werden ſicher auch die beiden übrigen deutſchen höhlenbrütenden Meiſen, Hauben⸗ und Tannen⸗ Meiſe, die Niſtkäſtchen annehmen. Selbſt Wendehals, Wiede⸗ hopf, und ein und die andre Spechtart dürften in geeigneten Käſten ihr Neſt einrichten.

Und was Nutzen habe ich davon?

Muß denn nun gerade alles auf denNutzen, den Vortheil hinausgehen?

Die Separation hat ſo gedacht, ſo gehandelt. Ich habe gerade nichts gegen die Separation, die ſich vielfach nützlich erwieſen: aber daß ſie und ihr Gefolge ſtellenweiſe alle Kopfweiden und ſonſtige alte Bäume, die vorzüglichſten Niſtorte der Höhlenniſter, ausgerodet und ausgerottet, iſt doch nicht ganz hübſch und auch nicht ganz klug von ihr! Wo es wirklich geſchehen, ſind Niſtkäſtchen für Garten und Plantage und ſelbſt für den jungen Wald recht nöthig, wenn Blätter und Blüten und Früchte auf Strauch und Baum gedeihen ſollen. Gerade die Familie der Meiſen und ihre Verwandten ſind die emſigſten Rauperer, und vertilgen die böſe Brut zu Millionen ſchon in den Eiern. Wo ſie keine paſſende Niſtſtelle, d. h. natürliche oder künſtliche Höhlung finden, da ziehen ſie ſich weg, und überlaſſen das Raupern dem klugen Menſchen, und finden dafür bei ihrem flüchtigen Herbſt⸗ und Frühlings⸗Striche reich gedeckte Familientafel. Zahlen beweiſen, und ich könnte mit recht hübſchen, exakten Zahlen aufwarten über den täglichen Bedarf ſo eines kleinen Vögelchens an Raupeneiern, Blattläuſen, Fliégen und ähnlichem Geziefer. So viel iſt gewiß: der Gärtner, der Landmann ſchützt ſich ſelbſt durch den Schutz der nützlichen Vögel!

Und dann, abgeſehen von Nutz und Schutz, gibt es denn was Lieblicheres, Intereſſanteres, ja Erhebenderes als die Beobachtung der kunſtfertigſten aller Erdengeſchöpfe, der dankbarſten zu⸗ gleich bei der Wiege ihrer fröhlichen Kinder?

Der Frühling naht: richte ſie ihnen ein, lieber Leſer! Und haſt Du auch nur ein Gärtchen mit einem Dutzend Bäumen, liegt es nur nicht gerade inmitten einer lärmenden Großſtadt und ſelbſt dort ſucht und findet mancher Vogel ſeine Heimat ſo kannſt Du ſicher ſein, es findet ſich dort bald, wenn auch nicht gleich im erſten Jahre, ein Pärchen ein, das Deine Gaſtfreundſchaft annimmt und iſt's ein Meiſenpaar gar reichlich vergilt.

Aber nun will ich Dir auch ſagen, wie ich meine Niſtkäſtchen und Niſtplätzchen eingerichtet habe. Es ſind deren zweierlei: eigentliche Käſtchen mit einem engen Eingangsloche, und ſolche mit einer oder zwei ganz oder halb offenen Seiten. Dieſe ſind für den gefleckten Fliegenfänger vulgo: grauer Fliegenſchnäpper, und den Hausrothſchwanz beſtimmt; vorn offene oder mit einer zollhohen Leiſte am Boden verſehene Käſt chen von 7 bis 8 Zoll Länge, 5 bis 6 Zoll Breite und 4 bis 5 Zoll Höhe; die Hinterſeite ſteht einige Zoll über und iſt oben mit zwei Löchern zum Aufhängen verſehen, Fig. 2. Faſt lieber nehmen beide Vogelarten dieſe Käſtchen an, wenn auch noch eine Seite offen bleibt, die dann gleichfalls die niedrige Randleiſte er hält. Fig.. Man befeſtigt dieſe Käſtchen unter einem Dache, wenn es nicht zu hoch iſt, oder an einer Mauer in einer Höhe von 10 bis 20 Fuß, am liebſten auf der Oſt⸗ oder Südſeite des Gebäudes, oder in etwa gleicher Höhe dicht an einem ſtarken Baumſtamme, wohin freilich nur die Fliegenſchnäpper gehen.

Die andere Art Niſtkäſtchen, für Staaren(Spechte, Wiede⸗ hopfe, Wendehälſe) Meiſen, Gartenrothſchwänze u. ſ. w. beſtimmt, iſt von unter ſich gleicher Conſtruktion, aber verſchiedener Größe.