Jahrgang 
1865
Seite
441
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reißen und einzuſchmelzen, wenn irgend ein Nützlichkeitsgrund da⸗ für aufzufinden iſt; von Staatswegen geſchieht viel in allen deutſchen Ländern, daß mindeſtens die Kunſtdenkmale des öffentlichen Beſitzes geſchützt werden, und wenn wir ſeufzend zuſehen, wie der Bürger ſein prächtiges Giebelhaus, die getäfelte Ehrenſtube, den zierlich ge⸗ meißelten Erker kaltherzig zerſtören läßt, um einen nüchternen neuen Kaſten an die Stelle zu ſetzen ſo bleibt doch der Troſt, daß wenigſtens, was Bewegliches von altem Zierrath und ſchönem Ge⸗ räth ſich erhalten, nicht mehr achtlos in den Winkel geworfen wird, weil das Spürauge des wandernden Antiquitätenhändlers der⸗ gleichen ans Licht zu ziehen und zur Freude des Sammlers leider

meiſt des ausländiſchen an ſein hauptſtädtiſches Schaufenſter

ſtellt.

Wir freuen uns aber beſonders, wenn hier und da auch in der Familie der Sinn und die Theilnahme für ein ſchönes altes Möbel den Sieg über verkaufluſtige Nützlichkeitstheorie davon⸗ trägt, das wäre denn ein kleiner Schritt zum Heimiſch⸗ werden der Kunſt im Hauſe;

421 es iſt doch nicht mehr der allgemeine Zug der Zeit, alles niederzu-

geht, warum ſollte nicht die häusliche Kunſtübung auch die Wege finden, auf welchen ſie an den großen ernſten Zielen der Kunſtthätigkeit mitzuwirken vermag?

Wenn wir die Dilettanten der bildenden Kunſt claſſificiren, ſo müſſen wir zwei Rangſtufen ſcheiden, die Selbſtändigen und die Unſelbſtändigen. Zu den erſten zählen natürlich die Künſtler und Künſtlerinnen unter den Dilettanten, die ſich vom Berufskünſtler dadurch unterſcheiden, daß ſiezum Vergnügen arbeiten, in der Stufe der Ausbildung ſich jenen aber gleichſtellen. Dann erkennen wir dieſe Claſſe des Kunſtrangs gern allen zu, welche im Stande ſind, ein gutes Porträt oder eine landſchaftliche Studie ordentlich zu zeichnen oder zu malen, und ihnen allen ſollen keine Rathſchläge ge⸗ geben werden, ſie mögen in tüchtigen Künſtlern ſtrenge Meiſter oder berathende Freunde finden. Unſre guten Wünſche richten ſich vielmehr an die große Zahl derunſelbſtändigen Dilettanten, an diejenigen,

welche am Ende des Unterrichts die Flügel nicht ſoweit gewachſen

fühlen, um ſelbſt ins Kunſt⸗ gebiet zu flattern. Wie viele von ihnen haben ein hübſches Talent jahrelang ſorgſam

ein andrer geſchieht mit der Verbreitung, welche das beſſere Element auf dem Gebiet vervielfältigender Künſte gewonnen hat. Man kann ſagen, daß von Anfang dieſes Jahrhunderts bis in die erſten vierziger Jahre alles, was von illuſtriren⸗ dem Schmuck der Literatur unddarin liegt der eigent⸗ liche Maßſtab für den Ge⸗ ſchmack des großen Publi⸗ cums, ans Licht kam, nichts getaugt hat. Voneinem Nachfolger Chodowieckis war keine Rede; der hannö⸗ verſche Ramberg, ein uner⸗ freulicher Manieriſt, war der beſte aller der zahlreichen 8 Taſchenbuchskupferverfer⸗ tiger. Das Schlimmſte zog W' in den dreißiger Jahren ein,

gepflegt und ſehen ſich ſchließlich den ewigen Lithographien unſrer Zeichenſchulhefte gegenüber von der Luſt zum Weiterarbeiten verlaſſen? Iſt es denn auch der Mühe werth, einen Kopf von

Julienne à deux crayons oder eine ſogenannte Cala⸗ miſche Lithographie, deren Driginal kaum einen Thaler koſtet, in ſechs Wochen müh⸗ ſamer Arbeit zu copiren um das Produkt all dieſes Fleißes, an welchem nur die Fertigkeit der Hand ge⸗ übt wird, zu freudloſem Daſein in Glas und Rah men oder in die Mappe zu befördern? Ganz nahe liegt die Brücke, die nach unſerm Dafürhalten zu einem ge⸗

als dieprachtvollen engli⸗

ſunden Hand in Handgehen

ſchen Stahlſtiche Mode wurden, die heutzutage noch nicht ausgeſtorben ſind.

Damals war ein ächtes Zeichen einer Zeit, in welcher man den Virtuoſen die Pferde ausſpannte und im Theater Wohl und Wehe der Staaten verkörpert ſah die Manie derweiblichen Schönheiten in der Kunſt auf der Tagesordnung, und es konnte kaum ein belletriſtiſches Unternehmen ohne ſchmachtende Augen in Stahlſtich erſcheinen. Aus dieſem Verfall rettete die Heilkraft der ernſten Kunſt, welche den wiederbelebten Holzſchnitt wählte, um in zahlreichen muſtergültigen und herzerfreuenden Schildereien ins Volk zu dringen. Wir nennen Einen für alle, Ludwig Richter! und ſind ſo frei, ein Blatt Pfennigmagazin von Anno 30 40 neben dieſe Daheim⸗ Nummer zu legen, um hier einmal fröhlich einen Rieſenſchritt zum Beſſern zu conſtatiren. Auch ein drittes iſt nicht zu ver⸗ geſſen. Seitdem Franz Kugler ſein Handbuch der Kunſtgeſchichte herausgab, iſt das wiſſenſchaftliche Intereſſe beſchränkter Kreiſe, in welchen bis dahin die Theilnahme an den geſchichtlichen Erſcheinungen der Kunſt ſich concentrirte, zu einer ganz enormen Betheiligung der Gebildeten an dieſen Intereſſen angewachſen; und zur guten Stunde kam die Photographie hinzu, um jedem von Süden heimkehrenden Reiſenden eine Mappe voll treuer Lichtbilder der klaſſiſchen Kunſt⸗ werke zum anregenden Mitgenuß für die Daheimgebliebenen mit⸗ zugeben.

Wenn es denn alſo lebhaft und von vielen Seiten vorwärts

C)

Photographie⸗Album.

der Kunſt mit den praktiſchen Bedürfniſſen des Hauſes hinüberleitet.

Die Mehrzahl unſrer Dilettantinnen der höheren bildenden Kunſt ſind gleich⸗ zeitig eifrige Pflegerinnen desKunſtgewerbes in weiblichen Ar⸗ beiten. Aus einer Fülle von Muſtern, dieBazar,Victoria und andre Blätter reichlich bieten, aus den Vorräthen der Tapiſſerie⸗ geſchäfte werden die Vorbilder ausgewählt, nach denen Wolle, Zwirn, Perlen und Seide ihre Kreuzchen, Näthe u. ſ. w. zu den zahlloſen Artikeln der Stickereimanufactur ſich geſtalten. Wäre es nun nicht erfreulich, die im Zeichenunterricht geübte Hand dazu brauchen zu können, aus den vorhandenen Motiven mit richtiger Erkenntniß der Geſetze, von denen alle Schönheit abhängt, ſelbſt das Vorbild zuſammenzuſtellen oder ſelbſt die Form zu erfinden, deren Ausführung alsdann mit ganz anderem Bewußtſein der perſönlichen Theilnahme an der Arbeit erfolgen kann, als wenn es ſich eben nur um die Accurateſſe des Nachbildens und das Nichtverzählen der Stiche handelt?

Solche Kenntniſſe zu erwerben iſt aber weder ſehr leicht noch unerreichbar ſchwer; es bedarf dazu nur der einigermaßen ver⸗ ſtändigen Anleitung zum Studium und zur Nachbildung des Orna⸗ ments, wie wir mit einem eingebürgerten und nicht zu erſetzenden Fremdwort, die auf architektoniſcher Grundlage beruhenden, theils frei erfundenen, theils an natürliche Motive ſich anknüpfenden ver⸗ zierenden Formen bildender Kunſt nennen.