Jahrgang 
1865
Seite
439
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weiſen würden. Welches denn auch gnädiglich, wiewol mit aller geziemenden Strenge geſchieht. War mir aber die Anweſenheit der beiden Junker ſonderlich um deswillen gar willkommen, weil ſie alle Hausgelegenheit, auch Hof, Leute und Bauern kannten, und mir und meiner Frau CEheliebſten trefflichen Beiſtand thun konnten, ſo viel Volks ſammt Roſſen und Hunden wol einzulegen, was bei der ſtrengen Winterkälte nicht leichtlich zu ſchaffen war. Halfen aber treulich und williglich, alſo daß mit einbrechender Finſterniß alles an ſeinem Ort war. Darnach ſo gingen wir ſelbdritt und thaten einen guten friſchen Trunk im Keller, allwo wir den Narrn ganz vollgeſoffen beim Kellermeiſter trafen, ſang, ſchwätzte und narrete, und allerlei unſres und des fremden Volks ſtund herum und lachete, welche wir wegtrieben an ihre Dienſte und darnach in den großen Ritterſaal gingen, wo die vom Adel ſichs wolſeyn ließen und allerlei Kurzweil trieben.

Als es nun kam gegen Nachteſſens Zeit, ſandten S. Churf. Gn. Botſchaft mit Geheiß, daß Sie wollten zu Ihrer Aufmunterung in etlicher Geſellſchaft zu Nacht ſpeiſen, und ſollten darzu meine Frau Eheliebſte und beeden Töchter, auch ich ſelbſten mit andern guten Geſellen, darunter auch die beiden von Rüthe, in Ihrem Gemache zum Mahle kommen, und wiewol ſolches mir und meiner Frau Ehe⸗ liebſten etlichermaßen hinderlich war, der vielen Gäſte, auch Hausleute halber, ſo freuten wir uns doch der Ehren und kleideten uns dazu gar ſauber an, wie denn ich ſammtene Niederkleider anthat, dazu ein neu ſeiden venediſch Wams mit breitem Halskragen, ſo mir meine Aelteſte geſticket, hing auch mein ſchönſtes Schwert darüber, und meine Frau Cheliebſte kam in ihrem Hochzeitkleide von geriſſenem Sammet mit güldenen Kettlein; ſo hatten ſich auch die beeden Mägdlein gar zierlich geſchmücket; und ſahen wir alle ſo ehrbar und luſtiglich aus, als ob wir an Hof gingen, welches auch geſchah, wiewol in unſerm Hauſe; worüber auch S. Churf. Gn., als Sie im Arm⸗ ſtuhl hereingetragen wurden, gar fröhliche und artige Scherzreden vor⸗ brachten und ſonderlich den beeden Mägdlein muntere Dinge ſagten, worüber dieſelben vielmals roth wurden. Es war aber in dem Gemache ein Tiſch für zwölf Perſonen zugerichtet, und da wir uns ſetzeten, nahmen S. Churf. Gn. meine Frau Eheliebſte zu Ihrer Rechten und mich zur Linken, Ihnen gegenüber aber ſaß der oberſte Jägermeiſter und hatte zu ſeinen Seiten die Mägdlein, und mußte ſich Junker Hans zur Marie, Junker Engelbert aber zur Gertrud ſetzen. Und wiewol das junge Volk gar ſchweigende ſaß und redeten wenig mit einander, ſo wars doch ein ſtattlich und fröhlich Abendmahl, dabei S. Churf. Gn. Ihre Schmerzen gänzlich vergaßen, rühmeten auch Ihren Medicum und Feldſcheer, wie ſänftlich Ihnen der Verband thue, und ward manche tapfere und luſtige Rede, auch mancher gute Trunk gethan. Nachdem aber S. Churf. Gn. die Augen zum öftern zwiſchen den beeden Mägdlein hin und her gehen laſſen, ihnen auch ziemliche Scherzreden geſagt, auf welche ſonderlich die Marie in aller Ehr⸗ barkeit mit geſchwinden Antworten bereit war, neigeten Sie Ihr Haupt zu mir, redeten leiſe und ſprachen:Mein lieber Wirth! Dieweil ich weiß, daß die beiden Junker von Rüthe ſind Eure Mündel geweſen, und iſt Euch wol bekannt, daß ſie gutes Gemüths, geſchickt und tapfer ſind, auch in guten Umſtänden ſtehn, dazu ich noch ein Mehres fügen will, als will mich bedünken, ſie ſchicketen ſich gar wol für Eure beeden Jungfräulein, und ſollten wir zu inſtehendem Chriſtfeſt ein paar Pärlein daraus machen. Worauf ich gleichermaßen leiſe antwortete und ſprach:Gnädigſter Herr Churfürſt! Die beiden Junker ſtänden mir zu Eidamen wol an, habe ſelbſt auch zum öftern ſchon ſolche Gedanken geheget, auch ſind ihnen die beeden Mägdlein, wie ich oftmals vermerket, gar wol zugethan, weiß aber nicht, ob die Junker ſchon ſolche Gedanken gepflogen. Da antworteten S. Churf. Gn. eben leiſe und ſprachen:Wißt Ihrs nicht, ſo weiß ichs. Denn ſie haben auf dem Wege heimlich davon zu einander geredet, das hat der Narr behorchet und hat mirs geſteckt, allein daß er nicht zu ſagen wußte, welche ſich der Hans auserſehen und welche der Engelbert. Redet zu niemand davon, auch nicht zu Eurer Hausfrauen, denn ich habe mir einen trefflichen Scherz erſonnen, aber beachtet mir die beiden Pärlein, wie ſie ſich halten und zu einander wollen, daß Ihr mir ſolches in näheſten Tagen ſagen könnt. Das verſprach ich nun zwar, gefiel mir die Sache auch aus der Maßen wol, war mir aber ganz verdrießlich, daß ich dabei Rathes und Beiſtands meiner Frau Eheliebſten entbehren ſollte, ſintemal mir zum Oeftern vorkommen, daß ichs bereuet, wenn ich ohne derſelbigen guten Rath und Be⸗

ſprechung ein Ding unternommen, es ſey denn in geſchwinden und fährlichen Läuften und was tapferlich Maͤnnswerk anlangete. Es ward aber noch manches geredt, ſonderlich von dem edlen Waidwerk, und klagete, daß ſich bei mir die Sauen nicht halten wollten, worauf S. Churf. Gn. lacheten und ſagten:Was wollt Ihr darüber klagen, daß Euch die fremden Keuler die Sauen wegholen? das iſt der Welt Lauf und muß ſich mancher Wildmeiſter darein finden. Als wir aber anfingen trunken zu werden, ermahnete der Medicus welcher im Gemache anweſend, S. Churf. Gn., nicht ferner zu zechen, ſinte⸗ mal der Schaden ſonſt könne bös werden, worauf Sie ſchalten und meineten, wozu Sie denn Medicum und Feldſcheer hätten? Wenn Sie mit Hunger und Durſt ſich ſelbſt curiren ſollten, ſo brauchten Sie noch Tränklein, noch Salben oder Pflaſter. Worauf der Medicus artig erwiederte:Wenn die Kranken dem Arzte nicht helfen, ſo kann auch der Arzt den Kranken nicht helfen. Da fügeten ſich S. Churf. Gn., wünſcheten uns allen eine gute Nacht und ließen Sich in Ihr Schlafgemach tragen. So gingen denn meine Frau Cheliebſte und die Mägdlein in ihre Gemächer, wir andern aber in den Saal, wo mit denen, ſo zurückgeblieben noch mancher Becher ge⸗ leeret und mancherlei Schimpf getrieben wurde, und darnach weiß ich nicht, wie ich zu Bette kommen.

Anderen Tages bei Zeiten(die Tage waren aber kurz) kamen Wagen mit genug Vorraths an Speiſen und Wein, auch ein Tafel⸗ meiſter und ein paar Köche, alſo daß uns nun wohl geholfen war und ſonderlich meiner Frau Eheliebſten die Sorgen abgingen. Auch wurden auf das Feſt ſchon der Gäſte weniger, maßen S. Churf. Gn. allen denen Ihres Hofs, ſo daheim Weiber und Kinder hatten, geboten, nach Hauſe zu reiten und daſelbſt die Weihnachten zu feiern. Denn, ſagten Sie,hat mir der Teufel ſolch Bad bereitet meiner Sünden halber nach Gottes Willen, ſo iſts genug, daß ich ſelbſt Schmerzen habe, und ſollens nicht auch noch meine Getreuen ſammt Weibern und Kindern haben, ſo ſie darum der Chriſtfreude am eignen Tiſch müßten entbehren. Würde ich doch auch nicht wollen allein hier ſein, ſo mir Gott nicht mein lieb Gemahl hinweggenom⸗ men und meine jungen Fürſten nicht im Auslande wären. Denen aber, die bei mir können oder müſſen bleiben, will ich ſelbſten Be⸗ ſcheerung halten. Alſo ſprach der gnädige Fürſt, welcher, ob er wohl gar geſtreng und zornig ſein kann, ſo etwas nicht nach ſeinem Willen geſchieht, was auch ein Jedermann fürchtet, dennoch auch lieblich und friſchen Herzens iſt und Jeglichem ſeine Luſt und Freude herzlich gönnet. Zogen demnach nicht wenige unſrer Gäſte ſammt Roſſen und Knechten davon, und kamen bald viele Kiſten und Kaſten mit Chriſtgaben für die, ſo dablieben.

Ich aber in den näheſten Tagen hatte ein gar ſcharfes Auge auf die beiden Junker und meine Mägdlein, denn wie die von Rüthe lange Zeit unſre Hausgenoſſen geweſen, alſo waren ſie auch mit meiner Frau Eheliebſten und uns allen ganz vertraut, gingen und kamen, thaten und ſprachen, wie wenn ſie noch zu uns gehöreten und erzeigeten ſich in allen Dingen gar treulich und ſchicklich, alſo daß ich mir liebere Eidame nicht wünſchen können. Sah aber bald, daß, ſo Junker Hans und die Marie, oder Junker Engelbert und die Ger⸗ trud zu einander trafen, daſelbſt kein rechts Weſen war, ſondern ſo Junker Hans der Marie etliche Worte gleich als heimlich zutuſtert, wandt ſich das Mägdlein abe, macht ein unluſtig Geſicht, oder thät als hätt ſie ein Stöpſel in Ohren, und ſo Junker Engelbert zur Gertrud nahet, ſo lachet dieſelbe alls in ſich hinein, redt auch wohl gar zaghaftiglich ein Wörtlein, mein Junker aber, dem ſonſt das Maul nicht zugewachſen und der bei Seinesgleichen, will nicht ſagen viele, aber tapfere und geſchwinde Reden zu geben weiß, ſtuͤnd als ein Stock dabei, kuckte ſie an, ſchluckt als woll er reden, und wußte dennoch nichts fürzubringen. Fanden ſich aber Junker Engelbert und die Marie beiſammen, da mangelts nicht an luſtigen hitzigen Reden, lacheten gegen einander, waren friſch und freudiglich; des⸗ ſelbigen gleichen Junker Hans und die Gertrud hatten fein züchtiglich ihr Geſpräche und horcheten eins auf des andern Wort, erzählten einander und vertrugen ſich gar ſittig. Alſo war Conclusio: Junker Hans will um die Gertrud freien und Junker Engelbert un bie Marie, und dünkte mich ſolches auch ganz wohlgethan, angeſehen eins Jeglichen Complexion, Gemüthsart, Stand und Gewohnheit. Solchs am Morgen vor Weihnacht hinterbracht ich Sr. Churf. Gn. beſonder, worüber Dieſelben ganz aufgeräumt wurden, ſagten mir auch was Sie vorhätten und was ich ſollt thun ſo und ſo und lache⸗