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durch größere Raubthiere. Im weiteren Umfange fanden ſich auch Knochen der letzteren, namentlich von den Höhlenhyänen und Bären, von Mammuthen, Hirſchen, aber auch von Wölfen und Füchſen eine zahlreiche Geſellſchaft ausgeſtorbener wie lebender Thiergebeine.
Welch ein Bild liefern uns dieſe Gebeine, denken wir ſie uns mit Fleiſch und Blut umgeben und uns zu ihnen zurückverſetzt in jene Höhle! Auf dem Herde lodert ein mächtiges Feuer und beleuch⸗ tet eine Schar in Felle gekleideter Wilder mit Streitaxt und Speer, Bogen und Pfeilen, aber kein Glanz der Waffen trifft unſer Auge, denn nur Stein oder Knochen ſind die Schneiden und Spitzen, nir— gends entdecken wir auch nur ein Stückchen Metall. Alles iſt in emſiger, aber geräuſchloſer Thätigkeit, Holz bringen die einen, das Feuer unterhalten die andern, dieſe zerlegen den mächtigen Bären, jene braten ihn ſorgſam am Feuer, im Hintergrunde heben kräftige Arme die gewichtige Platte von dem Eingang der Grotte. Nur eine Geſtalt in der Mitte ſitzt regungslos auf der Matte, es i*ſt der Todte, zu deſſen Leichenfeier wir gekommen.
Nun iſt alles zum letzten Werke bereit. Durch das geöffnete Thor, durch das wir nur undeutlich beim Aufflackern des Feuers im Grunde der Höhle aneinandergelehnte Geſtalten erkennen, wird der Todte in gleicher Stellung gebracht, zu Waffen und Schmuck für ihn fügen ſie noch die eben vom Feuer genommenen Stücke des Bären. Nun kehren die Träger ohne ihre Laſt aus der Höhle wieder, ſorg— ſam wird die Felsplatte wieder vorgeſetzt, daß kein wildes Thier die ſtillen Bewohner der Grotte verſehre. Kurze Zeit weilen ſie noch beim Mahle, von dem der Todte das Beſte erhalten, dann zieht die Schar wieder hinab ins Thal, einſam und ſtille iſt es um die Be⸗ hauſung der Todten und um das verglimmende Feuer. Doch nicht lange, ſo wird es wieder lebendig, da und dort rauſcht es durch die Büſche, funkelt es durch die Zweige, gierigen Blickes ſammeln ſich die Hyänen um die Reſte des Mahles; kurzes Geheul und Geknurre, das Krachen der Knochen unter ihren mächtigen Kiefern unterbricht noch eine Zeitlang die Ruhe der Nacht, dann herrſcht ringsumher Stille und Dunkelheit.
Wann war es aber, daß das alles geſchah, wann zum letzten Male öffnete und ſchloß ſich das ſteinerne Thor jener Höhle? Ihre ſtummen Bewohner ſagen uns davon nichts, nur die Thatſache ſprechen ſie aus, daß mit ihnen die ausgeſtorbenen Geſchlechter der Höhlen⸗Hyänen und Bären, der Löwen und Mammuthe dieſe Thäler und Berge bewohnten.
Nicht immer ſind aber Thatſachen nur einer Deutung fähig. In unſerem Falle liegen uns zwei nahe, die wir in folgende Fragen kleiden können: Lebte der Menſchſchon nitt jenen tertiären Thieren? oder lebten dieſe ausgeſtorbenen Ungeheuer no ch mit dem Menſchen? Iſt das Menſchengeſchlecht älter, oder jene Thiergattungen jünger, als man dachte?—
Wo finden wir nun die Antwort auf dieſe Fragen? Unſere na⸗ türliche Chronik bricht an jener Höhle mit dem letzten Begräbniſſe in ungewiſſer Vorzeit ab; ſehen wir zu, ob ſie ſich nicht anderswo weiter fortſetzt und einen zuſammenhängenden Faden der Erzählung von jenen Zeiten bis zu den unſrigen liefert. Und in der That, der Faden iſt gefunden; aus dem Grunde der Schweizer Seen herauf⸗ gezogen ſpinnt er ſich fort unabgebrochen bis auf unſre Tage. Wer hätte das geahnt, daß auf den ſchwachen morſchen Pfahlreſten, vor wenigen Jahren zum erſten Male auf dem Grunde des Züricher Sees bemerkt oder beachtet, ſich nach kurzer Zeit ſchon die Geſchichte der Urbevölkerung unſeres Welttheiles ſicher begründen ließe, die mit ihren Urkunden, die ſie in Höhlen und Gräbern wie zwiſchen jenen Pfählen unter den ſchweigenden Waſſern hinterlaſſen bis in jene älteſten Zeiten der Mammuthe hinauf⸗ und bis auf die unſrer nächſten Vorfahren herabreicht? Es würde hier zu weit führen, auch nur in gedrängter Kürze das mitzutheilen, was emſige und ſcharf⸗ ſinnige Forſchung über dieſes Urvolk, das ſeine Hütten vorzugsweiſe nahe an den Ufern der Seen ins Waſſer auf viele eingerammelte Pfähle erbaute, ſchon an das Licht gebracht hat. Für unſern Zweck genügt es, zwei Punkte hier zu erörtern, nämlich das Alter und das Herkommen dieſes Volkes. Sehen wir zunächſt auf das Ende ſeiner Geſchichte, ſo finden wir die deutlichſten Beweiſe, daß es bekriegt, unterworfen, aus ſeinen Pfahlbauten verdrängt wurde durch die Celten, welche mit ihren bronzenen Waffen bald Herr wurden über dieſe Urbewohner des weſtlichen und mittleren Europas, welche keine
Metalle kannten, ihre Geräthe und Waffen nur aus Holz, Stein und I. 30. 5
Horn oder Bein verfertigten. Eine ältere Bevölkerung als dieſe kennen wir nicht, die älteſten Spuren und Reſte menſchlichen Daſeins ſtimmen auf das genaueſte überein mit denen aus der Zeit der Pfahl⸗ bauten, die auch die„Steinperiode“ genannt wird. Diefelben Ge⸗ räthe, aus Stein und Horn, dieſelben Waffen und Inſtrumente, die⸗ ſelbe Art des Begräbniſſes, nach welcher die Todten in zuſammen⸗ gekauerter Stellung in Höhlen oder kleinen von Steinplatten um⸗ gebenen Räumen unter der Erde beſtattet wurden und ſoweit es die nicht gut erhaltenen Schädel zu beſtimmen erlauben, auch dieſelbe Form des Kopfbaues findet ſich gleichmäßig bei allen den älteſten Bewohnern Belgiens, Frankreichs und der Schweiz, wie auch bei denen des Nordens von Europa. Da ſie in ununterbrochenem Zu⸗ ſammenhange herabreichen bis auf die Celten, ſo iſt damit erwieſen, daß jene älteſten Menſchenreſte nicht einer früheren Periode der Erd⸗ geſchichte, ſondern unſerer jetzigen angehören, daß alſo auch jene jetzt ausgeſtorbenen großen Säugethiere noch mit dem Menſchen zuſammen lebten, daß dieſe Thiere jünger ſind, als man früher glaubte.
Zu einer etwas ſchärferen Beſtimmung der Zeit, wann jene Urbevölkerung lebte, reicht uns wieder die naturhiſtoriſche Forſchung hilfreiche Hand.
Bei Villeneuve am Genfer See hat der Eiſenbahnbau auf 1000 Fuß Länge bis zu 30 Fuß Tiefe die Anſchwemmungen des Flüßchens Tinière durchſchnitten. Deutlich kann man drei Lagen früher angebauten und cultivirten Bodens nachweiſen in 4— 10 und 19 Fuß Tiefe unter der jetzigen Oberfläche. Durch die in denſelben aufgefundenen Reſte menſchlicher Kunſt ließ ſich erkennen, daß erſtere von den Römern, die mittlere von den Celten, die unterſte von den Menſchen aus der Steinperiode herrühre. Nimmt man nun an, daß das Maß der Anſchwemmungen dieſes Flüßchens ſich in allen Zeiten gleich geblieben ſei, ſo findet ſich als das Maximum der Zeit zwiſchen uns und der Steinperiode 7000 Jahre.
Die Thisèle erlaubt eine ähnliche Berechnung aus der Größe der Einſchwemmungen oder richtiger aus der Verkleinerung des Sees durch dieſelben. Nimmt man auch hier wieder an, daß dieſelbe ſtets ſich gleich geblieben, ſo findet man, daß ſeit der Bewohnung der Pfahlbauten in jener Gegend bis auf unſere Tage 6750 Jahre verfloſſen ſein mögen.
Der zweite Punkt, den wir noch kurz beſprechen wollen, iſt das Herkommen dieſer Urbevölkerung. Auch hierüber können wir mit ziemlicher Wahrſcheinlichkeit ſchon nähere Auskunft geben. Jenes alte Volk iſt aus Aſien eingewandert. Ueberſehen wir nämlich alle die Orte, an welchen ſich dieſelben Gräber mit demſelben Inhalte finden, wie ſie die Steinmänner der Schweiz ihren Todten errichteten, ſo führen uns dieſelben immer weiter nach Oſten bis in die älteſten Subſtructionen Babylons. Schon hat man auch in den bayriſchen Seen Spuren der Pfahlbauten entdeckt, und es iſt wohl zu erwarten, daß wie die Spuren des Todes auch die des Lebens jenes alten Volkes ſich immer weiter und weiter nach Oſten werden verfolgen laſſen. Auch die Mineralogie weiſt uns auf Aſien, als auf das Heimatland jener alten Bewohner hin. Unter ihren Waffen und Geräthen fand man näm⸗ lich auch ſolche aus einem Aſien eigenthümlichen ſehr harten Mineral, dem Nephrit, gefertigt, der dort noch jetzt, wenn auch nicht zu Waffen, ſo doch zu Griffen an denſelben vielfach verwendet wird. Auch dieſer Befund ſpricht dafür, daß jene Stämme aus Aſien zu einer Zeit aus⸗ gewandert ſeien, in der auch dort die Metalle noch unbekannt waren.
Ganz auf dieſelben Reſultate führen auch die Unterſuchungen nordiſcher Forſcher über die Urbevölkerung der ſkandinaviſchen Länder. Die hinterbliebenen Reſte ſtimmen völlig mit den in Mitteleuropa und namentlich in der Schweiz gefundenen überein, auch hier kann man die Zeit der Bronzewaffen vor der jetzigen, die das eiſerne Zeitalter mit Recht genannt werden kann, unterſcheiden, vor dieſer wieder eine Bevölkerung nur mit Stein- und Horugeräthen, nach allem, was man von ihnen gefunden, deſſelben Geſchlechts wie die Schweizer Steinmänner. Wahrſcheinlich gleichzeitig mit ihnen ſind ſie aus Aſien, hervorgebrochen, auch zu ihnen hin leiten dieſelben Spuren, wie zu den Urbewohnern der Schweiz, auch für ſie haben wir keinen Grund, ein höheres Alter anzunehmen.
So finden wir, daß auch die neueſten Forſchungen und Ent⸗ deckungen den Ausſagen der Bibel nicht widerſprechen. Sie beſtätigen vielmehr die alte Wahrheit, daß der Menſch das jüngſte Geſchöpf ſei und daß ſein Geſchlecht von Aſien aus ſich über die Erde verbreitet habe.


