Jahrgang 
1865
Seite
431
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Uebel hat ſeine gute Seite, ich werde meine Eitelkeit, ein guter Reiter zu ſein, wohl aufgeben müſſen. Sehen Sie, lieber Ark⸗ heim, wie mich der Schimmel meines Onkels zugerichtet hat!

Es hat doch nichts zu ſagen? fragte Ernſt höflich.

O gar nichts, erwiederte der Aſſeſſor,doch der Schimmel ſoll mir's bezahlen! ſetzte er grimmig lachend hinzu. Ernſt grüßte und ſetzte ſich an einen andern Tiſch, beſtellte eine Er ¹ friſchung und nahm eine Zeitung in die Hand. Merkel hingegen fuhr fort, ſehr eifrig mit dem Offizier zu ſprechen.

Es bleibt mir unbegreiflich, ſagte dieſer,daß Dein Be⸗ obachter Dir noch keine Nachricht gebracht hat.

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4Mir auch, erwiederte der Aſſeſſor,aber ich gebe Dir die

Verſicherung, daß er nach Sonnenuntergang ſchon in ſein Verſteck V kriecht und es erſt am hellen Tage verläßt. Seit vorigen Freitag ſſſt der Kerl nicht wieder zum Rendezvous gekommen... Was ſoll ich thun?... wirſt Du mir endlich Recht geben, wenn ich Genug⸗ thuung für die mir zugefügte ſchmähliche Beleidigung bei dem Mäd⸗ V chen ſelbſt ſuche?

Höre Franz! ſagte der Offizier, indem er ſich den Schnurr⸗ bart kräuſelte,Du kennſt mich ſeit langen Jahren und weißt, wie ich über Deinen ganzen Liebeskram denke. Wahrhaftig, ich hab's mir immer gedacht, daß es einmal ſo kommen würde, und

Mädchen gibt Dir ein Rendezvous ſagſt Du und Du nimmſt es an; ſtatt ſie aber dort zu treffen, findeſt Du einen andern Ga⸗ lant der Dame, der Dir das Fell vollhaut;... ja, ſiehſt Du, lieber

unter uns geſagt, haſt Du es auch ein bischen verdient. Das

Junge, das iſt die Wiederholung einer alten Geſchichte, und als ich im vorigen Jahre in Paris war, hörte ich ſie im Théatre francais von Fräulein Rachel. Ich ſage Dir, ſüperbes Frauenzimmer, Franz! das Stück hieß Andromaque und iſt von Racine Augen hat ſſiie wie brennende Kohlen!... Geh zum Teufel mit Fräulein Rachel! oder rede vernünf⸗ tig! rief Merkel ärgerlich. Nun, ſei doch geduldig! fuhr der Offizier gelaſſen fort,es V kommt alles zur rechten Zeit in dieſer Welt; nur der Tag, wo Papa den Wechſel ſchickt, der kommt immer zu ſpät. In dem b Stücke biſt Du der Sohn des Achilles, Dein Judenmädchen heißt

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Hermione und jener Quidam mit den groben Fäuſten heißt Oreſtes. Sieh, in der Tragödie kämſt Du ſchlimmer davon, denn der Oreſtes ſticht Dich todt... alſo kannſt Du noch zufrieden ſein... Biſt Du toll oder haſt Du zu viel getrunken?! rief Merkel. Dooch ohne ſich im geringſten ſtören zu laſſen, fuhr der Offizier mit der größten Ruhe fort:

daran, denn wenn Du leben geblieben wäreſt, wären doch alle

V Eigentlich biſt Du auch in der Tragödie nicht ſo ſchlimm b

V

. Iv. 3. Dceine Pläne vereitelt geweſen... Du wollteſt Dich nämlich in dem Stücke mit einer gewiſſen Andromache verheirathen die V Wittwe des Trojaniſchen Hectors, beſinnſt Du Dich:Will ſich

Hector ewig von mir trennen?... ja, nun ſieh, wäreſt Du am Leben geblieben, hätteſt Du Dich wahrſcheinlich auf den Kopf ſtellen können, und Du hätteſt die Wittwe, wenn ſie von Deinem früheren Verhältniſſe mit Fräulein Hermione etwas erfahren, doch nicht zur Frau bekommen! Nimm Dich in Acht, Fränzle! Frau von Fahrs⸗ V dorf, Deine Zukünftige, iſt eiferſüchtig wie zehn Hermionen... b Verſtanden?... Aber die Rachel hätteſt Du ſehen ſollen ich ſage Dir... noch nicht dageweſen! VDu biſt ein närriſcher Kauz, Ferdinand, ſagte Merkel,haſt V aber ſo ganz Unrecht nicht. Du ſelbſt gabſt mir den Rath, einen V Spion aufzuſtellen, um meinen Nachfolger ausfindig zu machen. Ganz recht, erwiederte der Offizier,und hätte Dein Dummkopf ihn ausfindig gemacht, ſo hätteſt Du zu ihm gehen und ihm etwa Folgendes ſagen müſſen:Mein Herr aber Franz, ſwenn Du etwas Pathetiſches ſagen willſt, ſetze nicht einen Fuß vor den andern, wie ſie das hier zu Lande thun nicht mehr Mode, mein Junge! in Paris immer Hacken beim Pathos auf derſelben

die Fäuſte, bei Tage die Klingen ich fordre Sie! nur bei ſolchen Sachen keine Phraſen, Franz! kurz, bündig, aber Pathos.

3.

Alſo Du weißt

mir nichts zu rathen?... Wie wäre es denn,

wenn ich ſtatt meines mir unbekannten Nachfolgers mir den Bräutigam als deſſen Stellvertreter auserwählte und ihn mit den Liebesabenteuern ſeiner Heißgeliebten bekannt machte?

Der Offizier ſah den Aſſeſſor von oben bis unten an.

Dich

geſagt.. die... die... trink Zuckerwaſſer, Franz! Aber zum Henker! rief jener,ich kann doch dabei nicht ſtille

Trinke ſogar keinen Kaffee mehr, Franz, ſagte er,er erhitzt

zu ſehr Du

haſt in dieſem Augenblicke eine Gemeinheit

ſchweigen, und obgleich ich jenem Hundskerl auch tüchtig das Fell durchgegerbt habe, ſo genügt mir das doch nicht, und wenn ich ihn

ſie ihn neunen, die ganze Zeche bezahlen!

Schon ſeit einigen Minuten hatten die beiden Freunde ver⸗ geſſen, daß ſie ſich an einem öffentlichen Orte befanden und die Stimme mehr als gewöhnlich erhoben, ſo daß Ernſt, der nicht weit von ihnen an einem andern Tiſche ſaß, unwillkürlich die ganze Ge⸗

nicht finde, ſoll doch der Bräutigam der Apollo Julius Falk, wie V

ſchichte mit angehört hatte; er fragte ſich, ob dies wohl daſſelbe Judenmädchen ſein m ähnlichen Gelegenheit gehört. Die Verachtung, welche er ſeit jener Zeit gegen den Aſſeſſor fühlte, wuchs von Wort zu Wort der beiden Freunde; wie ward ihm aber, als er den Namen Julius Falk hörte und erkannte, daß die ſo ſchmählich Geſchändete die war, welcher er im Innerſten ſeines Herzens einen heiligen Altar errichtet hatte. Bebend vor Wuth war er aufgeſprungen und war im Begriff,

öge, deſſen Leidensgeſchichte er bei einer

zuzufügen, die ſich nur mit Blut abwaſchen laſſen, als eine Hand

ſich auf ſeinen Arm legte und eine wohlbekannte Stimme ihm ins Ohr flüſterte:

auf den Schändlichen loszuſtürzen und ihm eine jener Beleidigungen I

Man berührt einen ſolchen Schurken nur mit dem Stocke,

mein Ernſt. Hermann Meyer war es, welcher durch eine andre Thür in

T

einen

er ſich ſo ſetzte, daß er den beiden Herrn den Rücken zudrehte und ſuchte ihn zu beſchwichtigen. Aber Du weißt nicht, von wem dieſer Schuft redet! ſagee

Ernſt,

Von Fräulein Lia Salomon, ſagte Meyer,ich weiß es ſo gut wie Du, ſei ruhig, Ernſt!... ruhig... höre zu, was der würdige

Trenkow mit angehört

das Kaffeehaus getreten war und den letzten Theil der Unterredung b des Aſſeſſors Franz Merkel mit dem Lieutenant Ferdinand von V hatte und zur rechten Zeit gekommen war, um

Eclat zu verhüten. Er zog Ernſt neben ſich nieder, indem

indem er mit den

Herr weiter ſagt!

Ich muß mich rächen, Ferdinand, ſagte Merkel, der ganz und gar vergaß, wo er ſich befand,und da ich keinen Mann vor mir finde... nun wohl, ſo ſoll das Mädchen für alle bezahlen!... O, fuhr er fort, indem er mit der geſunden Fauſt auf die marmorne Platte des vor ihm ſtehenden Tiſches ſchlug,ſie ſoll es fürchterlich büßen!

Zähnen knirſchte.

Hermann Meyer mußte ſeine ganze Kraft anwenden, um den vor Wuth ſchäumenden Ernſt ruhig auf ſeinem Platz zu halten. Iſt das Dein feſter Vorſatz, Franz? fragte der Lieutenant ernſt. Feſt wie ein Fels! ſchrie jener.

Kellner! rief der Offizier,tragen Sie mir mein Glas Punſch dort an jenen Tiſch!... Herr Aſſeſſor Franz Merkel, je suis votre serviteur!

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Und mit feſtem Schritte ging er, vom Kellner gefolgt, bis zur andern Ecke des Lokals...

Merkel griff haſtig nach Hut und Stock und ſtürzte zur Thür

hinaus.

Ernſt und Mey

Was thun? rief

Schändliche gegen da

Gar nichts! erw

mir, ich will Dir etw

s arme Mädchen im Schilde führt!

h as zeigen... Aber vielleicht läuft er direkt zu Lia, rief Ernſt.

er ſtanden beide auf. Ernſt verzweifelt,wer weiß, was jener

iederte Meyer gelaſſen,komme Du mit

5 6.. 4., Komm nur, komm! erwiederte der Bildhauer,wir werden

V Linie, wie beim Stillgeſtanden!Mein Herr, des Nachts gelten auch nicht weit von ihr ent

fernt ſein!

Und eilenden Schrittes erreichten ſie das zweite Atelier Meyers,

welches allen ſeinen Freunden unbekannt war, und in dem er ſeit

Nun und jetzt... was räthſt Du mir jetzt? fragte Merkel. langer Zeit einen großen Theil des Tages und auch der Nächte

' GJetzt, erwiederte der andere,kann ich Dir nur einen Rath verbrachte. 1 V Wo führſt Du mich hin, Hermann? fragte Ernſt, als er ſah,

geben, bade Deinen Arm tüchtig mit Zinkwaſſer und trinke keine erhitzenden Getränke! 4

daß der Bildhauer eine Seitenthüre des unbewohnten Hauſes öffnete.