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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen. Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen.
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1865.
Iusgegeben im April 1865. BDer Juhrgung läuft vom October 1861 bis duhin 1865.
Künſtlers Leid und Freud.
Novelle von H. Marcotin.
Nach und nach kam Lia wieder zu ſich und ſchien alle ihre frühere
Energie wieder gewonnen zu haben. Sie erhob ſich, verſuchte zu lächeln, und es gelang ihr, einige Augenblicke ſpäter von den gleich⸗ gültigſten Dingen zu ſprechen. Als nach einiger Zeit Falk und Hulda von ihr Abſchied nahmen, ſagte ſie zu erſterem:
„Ich danke Dir, Julius, für den Beweis von Achtung und Liebe, den Du mir gegeben haſt, indem Du den ſchändlichen Verläumdungen dieſes Briefes gegenüber es für unnöthig gehalten haſt, von mir irgend eine Erklärung zu verlangen.“ Kaum waren jedoch der junge Mann und ſeine Begleiterin aus dem Hauſe, als die erheuchelte Ruhe von Lias Antlitz verſchwand, und bald zeigte ein Thränenſtrom, der ihren Augen entfloß, wie ſehr ſie gelitten hatte und noch litt. Sie zog den Brief, den Falk nicht den Muth gehabt hatte, ihr wieder abzufordern, aus der Taſche und las ihn noch einmal. Er lautete:
„Mein Herr! Obgleich anonyme Briefe gewöhnlich als eine Schändlichkeit betrachtet werden, ſo gibt es doch Fälle, wo der Schrei⸗ ber nur zwiſchen Verſchweigen des Inhaltes oder ſeines Namens die Wahl hat. Jemand, der Ihrem ehrenwerthen Charakter völlige Ge⸗ rechtigkeit widerfahren läßt, ſieht mit Bedauern, wie eine abgefeimte Kokette Ihr Herz täuſcht und Ihren feſten Glauben an Sie miß⸗ braucht. Man kann Ihnen die Verſicherung geben, daß Fräulein Salomon, Ihre Braut, Abends in ihrem Garten mit einem ihrer früheren Liebhaber Rendezvous hat, und daß es am vorigen Sonn⸗ abend bei einer ſolchen Gelegenheit zu einer ſehr unangenehmen Scene zwiſchen dieſem und einem neueren Geliebten, der ſich unver⸗ hofft eingefunden hatte, gekommen iſt. Sie, mein Herr, der Dritte im Bunde, haben die Ceremonienviſiten bei Tage; für andere, Glück⸗ lichere wie Sie, ſind die Abendſtunden beſtimmt. Würden Sie mit Geſchicklichkeit verſuchen, Ihre Fräulein Braut über dieſe Scene zu
befragen, würde es ihrer anerkannten Verſtellungskunſt vielleicht nicht
gelingen, Sie länger zu täuſchen!“
Länger als eine Stunde ſaß Lia, ſtarr den Blick auf das vor ihr liegende Blatt Papier geheftet; was ſollte ſie jetzt thun? Ihr erſter Gedanke war, ihrem offnen Charakter getreu zu bleiben und
(Fortſetzung.)
Falk ihr ganzes Verhältniß mit dem Aſſeſſor Merkel zu erzählen; jedoch, wenn er begriffe, daß ſie ihm die Liebe, welcher jener Erbärm⸗ liche ihr einzuflößen gewußt hatte, nie geben könnte und dann mit ihr brechen würde: dann hätte der Schreiber jener Zeilen ſeinen Zweck erreicht; das Geheimniß, welches ihr Herz faſt verzehrte, wäre veröffentlicht— denn ſie wußte, daß Falk nichts zu verſchweigen fähig war. Oder er führe fort, ſo zu handeln, wie er es bis jetzt gethan und ihr nach dem Geſtändniß ſeine Liebe nicht zu entziehen und dann... dann würde ſie dem Gedanken, der unwillkürlich in ihr aufſteigen würde, Falk ſei ihres Vermögens wegen ſo edel⸗ müthig geweſen, nicht widerſtehen können und durch dieſen Verdacht würde der in ihrem Herzen ſchon nicht ſehr hochſtehende Bräutigam noch tiefer ſinken. Zuletzt aber war der Gedanke, daß ſie, Lia Salomon, mit allen ihren hohen Gefühlen ſich vor einem ihr un⸗ ebenbürtigen Geiſte wie der des Herrn Falk demüthigen ſollte, ihr unerträglich.
Sie war noch zu keinem Entſchluß gekommen, als ſie in den Garten hinunterging, um einige Augenblicke freie Luft zu ſchöpfen und zu verſuchen, ihren Gedanken eine andere Richtung zu geben.
Man weiß, was man in einer Haupt⸗ und Reſidenzſtadt mit dem Namen„Garten“ zu bezeichnen pflegt,... ein zwiſchen zwei oder drei Häuſern eingezwängter Raum, bis zu dem die Sonne kaum einige Stunden des Tages ſich einen Weg zu bahnen im Stande iſt, um kümmerlichen Pflanzen eine Art von Pſeudo⸗Vegetation zu geben, in dem aber, eben durch ſeine Lage, der Wind ein leichtes Spiel hat, da er ſich in den umgebenden Häuſern wie in einem Trichter zu— ſammenrottet, um in wenigen Minuten ſein Zerſtörungswerk zu vollenden. Ein ſolcher Wind hatte in der vergangenen Nacht ge hauſt, und Lias Garten bot das traurige Schanſpiel der Verwüſtung dar. Ihre Lieblingsblumen waren geknickt,— junge Pflanzen enl⸗ wurzelt, die ſchwächlichen Bäumchen ließen erſchlafft ihre jungen Zweige hangen,— die Wege waren voll von Blättern, abgeriſſenen Blumen und Knospen;— kurz, der Garten, in dem das junge Mädchen Erholung und Zerſtreunng zu ſuchen gekommen war,


