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daß die Anſchauungen der heutigen Bürger Braunſchweigs durchaus nicht mit denen ihrer Vorfahren übereinſtimmen. Schon am Tage nach dem Brande begaben ſich Deputationen nach Richmond, wo der Herzog ſich nothdürftig eingerichtet hatte, um ihm ihre Theilnahme zu bezeugen und die Hoffnung auszuſprechen, daß der linke Flügel des Schloſſes in ſehr kurzer Zeit ihm zur Dispoſition geſtellt werden könne, worauf er denn auch mit derſelben Erwartung antwortete. Der Herzog war unmittelbar nach dem Brande in einer bedauerns⸗ werthen Lage und wäre er nicht von Kindheit auf an Vereinſamung gewöhnt, ſo hätte er ſich gerade in dieſer Zeit recht verlaſſen fühlen müſſen. Alle Gegenſtände, die er im täglichen Leben gebrauchte, waren verbrannt: Wäſche, Kleider, Toilettegegenſtände aller Art. Er mußte den Mantel und die Mitze eines ſeiner Adjudanten nehmen und ſchlief die Nacht des Brandes in Richmond angeklei⸗ det, da man das Schlafzimmer nicht genügend erwärmen konnte. Trotzdem bewahrte er ſeine ganze Heiterkeit und freute ſich nament⸗ lich über die Erhaltung einiger ihm liebgewordener Gegenſtände. Was ihn beſonders betrübte, war der Verluſt des Bildes ſeiner früh⸗ verſtorbenen Mutter. Nach dem Brande wurde der Schutt, der ſich in den von ihm bewohnt geweſenen Räumen aufgehäuft hatte, durch⸗
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geſiebt und man fand außer einer Summe gemünzten Geldes noch viele Pretioſen, darunter auch die Diamanten von fremdherrlichen Orden. Ein feuerfeſter Schrank war ausgegraben worden: darin war das Geld gerettet, die Papiere und verſchiedene koſtbare In⸗ ſignien vernichtet.
Der Wiederaufbau des Schloſſes iſt nun bereits definitiv be⸗ ſchloſſen, und in der That iſt die Zerſtörung keine ſo totale, daß es zu rechtfertigen wäre, wenn ein ſo reiches Land gezögert hätte, den Prachtbau völlig wieder herzuſtellen. Für den Sommer wird der Herzog— wie er dies alljährlich gethan hat— für einige Zeit in ſeinen Schlöſſern zu Sibyllenort, oder bei Wien und in Venedig re⸗ ſidiren und dann wieder in das hieſige Schloß einziehen.
Wie bereits erwähnt, entſtand nach dem Brande ein großes Geſchrei über den ganzen Hergang und die Verſäumniſſe dabei, bis ſich zuletzt die Behörden veranlaßt ſahen, eine klare Darlegung des Sachverhalts zu geben. Trotzdem dauert das Geſchrei fort. Wahr⸗ ſcheinlich würden die hochweiſen Raiſonneurs, wenn es nach ihren Meinungen gegangen wäre, einige Menſchenleben geopfert und doch nichts gerettet haben. Adolf Glaſer.
Am Familientiſche.
Ein Trauring.
Es iſt ein ſchlichter Ring, ein kleiner Goldreif, inwendig mit wenigen abgeſchliffenen Buchſtaben und Zahlen bezeichnet; man erkennt noch die Jahres⸗ zahl 1788, denn da wurde er Wilhelminen von dem Manne ihrer treuen Liebe am Altare gereicht. Sie war noch immer eine anmuthige, liebliche Erſcheinung, aber die Jahre der erſten blühenden Friſche waren lange dahin. War ſie doch ſchon genau in der Mitte des ſiebenjährigen Krieges geboren, alſo ſchon neunundzwanzig Jahre alt. Seit zehn Jahren war ſie verlobt, aber ihr Vater, ein ſtolzer alter Freiherr aus einem der älteſten und vornehmſten Hannbverſchen Geſchlechter, wollte die Verbindung nicht zulaſſen. Zwar auch Wilhelm von H., Wilhelminens Verlobter, war aus einem alten Hauſe, be⸗ ſaß ein Paar hübſche Güter und gehörte zur Lüneburgiſchen Ritterſchaft, aber der Vater wollte zum Schwiegerſohn einen vornehmeren Mann und vor allem keinen Offizier. Und doch hatte er neben drei Söhnen neun Töchter. Alle Bitten und Thränen der reizenden Tochter glitten an ihm ab.
Der alte Freiherr war ein wunderlicher, ſtrenger, unbeugſamer Mann, der es nicht vergeſſen konnte, daß vor vielen Jahrhunderten ſein Haus ein⸗ mal dem Welfenhauſe Rang und Macht beſtritten hatte. Noch immer lebte er auf ſeinen reichen Gütern wie ein kleiner Fürſt, mit einer glänzenden Haushaltung, zahlreichen Dienerſchaft und prächtigem Marſtall, befehls⸗ haberiſch, bisweilen gewaltſam. Nicht einmal zu der, wenige Schritte von dem Herrnhauſe entfernten Kirche, die er jeden Sonntag beſuchte, ging er zu Fuß. Jedesmal beſtieg er dazu die vergoldete Glaskutſche, beſpannt mit ſechs koſtbar angeſchirrten Pferden und begleitet von rothgekleideten Läufern und Pagen. Wenn er nicht eben anders beſchäftigt war, mußte ihm Tag und Nacht vorgeleſen werden, entweder abwechſelnd von ſeinen Kindern, oder von einem Kammerdiener, und hörte man mitten in der Nacht zu leſen auf, ſo erwachte er. Einſt hatte Wilhelmine bis lange nach Mitternacht vor ſeinem Bette geleſen, ſie war todtmüde und glaubte, der Vater ſchliefe nun ganz feſt. Sie wiederholte daher die Worte:„die Juden haben einen langen Bart“ erſt mit der Stimme der Vorleſenden, allmählig immer leiſer murmelnd, ſtand dabei auf, zog ſich langſam nach der Thür zurück und dachte ſo fortzu⸗ kommen. Als ſie es aber eben ganz leiſe zum letzten Mal geſagt und ſchon die Hand auf dem Thürdrücker hatte, fuhr der Vater empor und rief mit ſtrenger Stimme:„Was haben die Juden?“ Und ſo mußte ſie zitternd und erſchöpft wieder zum Vorleſen zurückkehren, bis ſie abgelöſt wurde.— Das ſind Familientraditionen.
Zehn Jahre hatte Wilhelmine in treuer Liebe geduldig ausgeharrt und ſich abgehärmt. Es erbarmte alle Geſchwiſter. Da gingen ſie eines Tages ſämmtlich zu dem Vater, fielen vor ihm auf die Kniee nieder und fleheten ihn unter Thränen an, dem Jammer der Schweſter ein Ende zu machen. Das erweichte den ſtolzen Mann und er gab nach, aber heftig und unwillig.
Als Wilhelmine den Trauring von ihrem Geliebten empfing und mit ihm zog, ſammelten ſich in Paris die erſten Wetterwolken der Revolution. Wäh⸗ rend aber dort, weit jenſeits des Rheines, das Gewitter losbrach, ſeine Stürme immer wilder tobten, den Thron des Königs umſtürzten, Paris und ganz Frankreich mit Blut überſchwemmten und das Haupt des edlen, aber ſchwachen und unfähigen Königs auf dem Schaffot abſchlugen,— während dieſer Zeit lebte Wilhelmine das ſüßeſte häusliche Liebesleben mit ihrem trefflichen Gatten und beide genoſſen den wohlverdienten Lohn geduldiger Treue. Zwei Knaben und ein Töchterchen belebten ſchon das glückliche Haus und das vierte Kind trug Wilhelmine unter dem Herzen, als die Herrſcher Europas, entſetzt vor dem königsmörderiſchen, blutigen Gemetzel in ihrer Mitte, ſich zum Kriege gegen die franzöſiſche Republik verbanden. Da mußte mit den Engliſch⸗ Hannöveriſchen Truppen unter dem Herzog von York auch der glückliche Gatte mit hinausziehen ins Feld. Es war ein ſchweres, bitteres Scheiden; aber was hoffte man nicht?
Wilhelmine mit den Kindern blieb auf dem Gute zurück, und die zarte Frau übernahm deſſen ganze Bewirthſchaftung mit allen Mühen und Sorgen. Briefe auf Briefe liefen ein und verſicherten ſie von dem Wohlergehen des theuren Mannes; aber wie oft blickte ſie mit Angſt und Sehnen auf den Trauring an ihrem Finger! Da geſchah es, gegen Ende Juli 1793, daß ſie bei häuslichen Verrichtungen, bei denen ſie immer ſelbſt mit Hand anlegte, in einem Nebenhauſe des Gutes beſchäftigt, plötzlich den Trauring an ihrer Hand vermißte. So eben hatte ſie ihn noch geſehen, er konnte ihr jetzt erſt abgeglitten ſein. Sie ſuchte, ſie ließ ſuchen, alles in dem Hauſe ward umge⸗ kehrt und durchſtöbert. Umſonſt, der Ring war nicht wieder aufzufinden, und ein ahnungsvoller Schrecken überkam ſie. Vergebens ſuchte ſie tage⸗ und wochenlang unter ſteigender Bangigkeit, denn auch die Briefe aus dem Felde blieben aus. Da traf die Nachricht ein, daß der treue Gatte vor Valenciennes am 27. Juli nach tapferem Kampfe gefallen ſei. Und nun ſuchte ſie nicht weiter.
Aus der thränenreichen Wittwentrauer richteten Muttertreue und Mutter⸗ ſorge ſie allmählich wieder auf, und vom Unglück gereift, nahm ſie ſich der Verwaltung der Güter und der Erziehung der Kinder mit allen Kräften an. Sieben Jahre lang erleichterte ihr dies wenigſtens der Frieden in dem Heimat⸗ lande. Aber mit dem Anfange des neuen Jahrhunderts war es auch damit vorbei. Die Revolution hatte den ruheloſen gewaltigen Krieger ausgeboren, der ganz Europa verwirrte und zu unterwerfen ſich anſchickte. Auch das ruhige Hannöverſche Land wurde in dieſe Verwicklungen hineingezogen. Zu⸗ erſt wurde es von den Preußen beſetzt, die es im folgenden Jahre wieder räumen mußten. Im nächſten Jahre überzogen es die Franzoſen, und zwei Jahre darauf abermals die Preußen, denen es Napoleon zuſicherte. Aber ſchon nach einem Jahre ſchlug er ſie wieder hinaus und ſog das Land vier Jahre als franzöſiſche Provinz aus. Dann wurde es an das neu errichtete Königreich Weſtfalen abgegeben. Welche Jahre der Bedrückung, der Angſt, der Sorgen für die Mutter und Wittwe! Und noch nicht genug. In dem⸗ ſelben Jahre, als Napoleon nach Rußland dem furchtbaren Gottesgericht ent⸗ gegenzog, brannte das ganze Gut ab ſammt ſeinen Nebengebäuden, nur die Grundmauern des alten Wohnhauſes blieben ſtehn. Mitten unter den Kriegs⸗ ſchrecken des Jahres 1813 mußte neu gebaut werden. Das Wohnhaus be⸗ hielt ſeinen frühern Platz, die Nebenhäuſer wurden verlegt und der Platz, auf dem ſie geſtanden hatten, in Feldland verwandelt.
Endlich mit der Zeit des Weltfriedens trat auch eine Zeit der Ruhe für die alternde Frau ein. Die Tochter war verheirathet, die Söhne waren her⸗ angewachſen und übernahmen die Güter, aber obgleich die Mutter ſich auf eine ſtille Wohnung im oberen Theile des Hauſes zurückgezogen hatte, raſtete doch ihr thätiger Geiſt nicht, und überall griff ſie thätig und hilfreich in die Wirthſchaft ein. Auch da noch hatte ſie Jahre des Kummers und der Sorgen, aber auch dieſe gingen vorüber. Von all ihren Kindern wuchſen ihr Enkel entgegen, von der Tochter ſogar Rrenkel.
Obgleich auch noch im hohen Alter eine zarte feine Geſtalt, war ſie doch noch körperlich kräftig, immer thätig, überallhin theilnehmend, gottesfürchtig und menſchenfreundlich, eine der liebenswürdigſten Greiſinnen, die man ſehen konnte. Alle ihre Geſchwiſter hatte ſie überlebt, und wie hatte ſich ſeit ihrer Jugend die Welt verwandelt! Nun hatte ſie bereits ihr ſiebenundſiebzigſtes Jahr begonnen, da wird ihr eines Tags vom Felde eine ſonderbar geſtaltete Rübe ins Haus gebracht, die durch einen Ring hindurchgewachſen iſt. Sie ſchneidet den Ring los, reinigt ihn, und erkennt ihren, vor länger als vierzig Jahren verlorenen Trauring.„Ich weiß,“ ſchrieb ſie ihrer Tochter, derfſts dies Ereigniß ſogleich mittheilte,„ich weiß, was mir dieſer Ring bedeute ſoll. Euer Vater ſchickt ihn mir. Er ruft mich zu ſich hinüber.
Und in demſelben Jahre iſt ſie geſtorben..
Jetzt trägt den Ring ihre Enkelin, dieſelbe, durch die ſie noch lrrniel geſehen, und auch dieſe iſt ſchon Großmutter.:


