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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.
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1865.
Künſtlers Leid und Freud.
Novelle von H. Marcotin. (Fortſetzung.)
Fräulein Lia Salomon, die Braut des Herrn Julius Falk, war, wie wir ſchon vorhin bemerkt hatten, eine Waiſe; ſie hatte ihre Mutter bei ihrer Geburt verloren, und ihr Vater, der ſich einige Zeit ſpäter wieder verheirathet hatte, war im erſten Jahre ſeiner zweiten Ehe geſtorben. Das Kind, dem eine bedeutende Erbſchaft durch den Tod ſeiner beiden Eltern zugefallen war, wurde von ſeinem Vormunde, einem Geſchäftsfreunde ſeines verſtorbenen Vaters, der Stiefmutter, welche ſie ſehr zu lieben ſchien, überlaſſen; und ſelbſt, als dieſe ſich nach einigen Jahren zum zweiten Male verheirathete, blieb das Kind mit Bewilligung des zweiten Mannes und gegen Zahlung einer ziemlich hohen Penſion in den Händen derjenigen, die ſeit ihren erſten Jahren Mutterſtelle bei ihr vertreten hatte. Frau Selling war eine einfache, gewöhnliche Frau, deren gerades redliches Herz nicht fähig war, das ihrer Obhut anvertraute Kind auf irgend eine Art und Weiſe ſchlecht zu behandeln, doch da ſie bald auch eigne Kin⸗ der bekam, ſo mußte nothwendiger Weiſe ihre Sorgfalt ſich zwiſchen ihren Kindern und dem fremden Mädchen theilen. Wer kann es einer Mutter wohl verdenken, wenn ſie alle ihre Liebe und Aufopferung den eigenen Kindern widmet und das fremde Blut nur bewacht und leitet? In den erſten Kinderjahren zeigte ſich dieſer Unterſchied weniger, obgleich er dem ſchon als Kind tieffühlenden Herzen Lias manchen Seufzer entlockte und manche ihrer Spielſtunden verbitterte. Wenn ſie krank war, ließ man die erſten Aerzte der Reſidenz holen, Kranken⸗ wärterinnen wurden angenommen, eine Prinzeſſin hätte nicht mit mehr Sorgfalt gepflegt werden können, der Vormund bezahlte ja alles. Doch wenn Sara, die älteſte Tochter der Frau Selling, ſich nur unwohl fühlte, dann flößte ſchon der geängſtigte Blick, der Schmerz, welcher ſich ſo deutlich in den Zügen der Mutter ausprägte, Mitleid ein.
Eines Tages bekam die kleine Sara die Maſern, und Lia, welche in ihrem Zimmer ſpät gearbeitet hatte, um ihre Schulaufgaben zu vollenden, wollte vor dem Schlafengehen noch einmal ſehen, wie das Kind ſich befände, ſie ſchlich ſich leiſe der Krankenſtube zu.... und ſah, wie Frau Selling vor dem Bette ihres kranken Kindes ſaß, ein
Ausgegeben im April 1865. DBer Jahrgang läuſt vom Ortober 186 4 bis dahin 1865.
ſtand faſt eine halbe Stunde unbeweglich da und ſah zu, mit welch
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aufgeſchlagenes Gebetbuch vor ſich und die Augen voll Thränen; Lia
unendlicher Liebe die Mutter ihr Kind anblickte, wie beſorgt ſie jede ſeiner Bewegungen erſpähete, und wie ſie flehend die Augen gen Himmel erhob und ein inbrünſtiges Gebet an den Allmächtigen für ihr leidendes Kind ſandte.... Sie ſchlich zurück, ohne ein Wort geſprochen zu haben, ſie legte ſich nieder und weinte die halbe Nacht. Während ſie vorhin ſo die Mutter am Bette ihres kranken Kindes betrachtete, hatte ſie ſich plötzlich erinnert, daß auch ſie einſt die Maſern gehabt hätte, und als ſie eines Nachts erwachte, hatte ſie die Wärterin geſehen, welche ſich vor ihrem Bette die Karten legte, und unwillig murrte, als ſie aufſtehen mußte, um dem durſtigen Kinde einen Trunk zu bereiten.
Mit den Jahren nahm dieſes Verhältniß immer mehr zu, denn die Familie Selling befand ſich in nicht ſehr günſtigen Umſtänden, und die hohe Penſion, welche die Waiſe zahlte, war eine Nothwendig⸗ keit zum Uuterhalt der zahlreichen Familie geworden. Die Folge davon war, daß man dem jungen Mädchen allen ihren Willen ließ und daß jedes Glied des Hauſes alles anwandte, um ihr gefällig zu er ſcheinen, damit ſie nur keinen Grund zur Klage hätte, und ihr nie der Gedanke käme, das Sellingſche Haus zu verlaſſen, und daß, wenn auch der Vormund die Idee zu ſolchem Entſchluſſe einſt faſſen möge,f ſie ſich ihm doch widerſetzen möchte. Daß unter ſolchen Umſtänden es eines wirklichen Wunders bedurfte, um die geiſtige und ſittliche Entwickelung des jungen Mädchens zu vollenden, wird der Leſer leicht begreifen. Lia erzog ſich ſelbſt; ihr ſchwärmeriſches Gemüth erſchuf ſich Ideale und ſtellte ſich dieſe Ideale als Modelle vor; ſie liebte die Einſamkeit und ihr ſehr frühzeitig entwickeltes muſikaliſches Talent ſchmückte ihre Einſamkeit mit den herrlichſten Bildern ihrer Phanta⸗ ſie. Niemand leitete ihre Studien und doch lernte ſie in alle Wiſſenszweigen mehr, als ihre Umgebung, ihre Lehrer, ſie ſelbſt ſogar, es vermutheten, denn es gibt Naturen, die mehr errathen, als erlernen;
wie es Pflanzen gibt, welche in freier Luft, ohne alle Pflege, dem Wind und dem Wetter ausgeſetzt, herrlich und prangend gedeihen,


