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geſicht in Oel, das meine Blicke feſſelte. Rings an den Wänden waren eine Maſſe Bilder zu ſehen von allen möglichen männlichen und weiblichen Ordenscoſtümen der Chriſtenheit; chronologiſche Ta⸗ bellen mit den Bildniſſen aller Päpſte; Heiligenbilder, Ablaßurkunden; eine Karte von Paläſtina; Anſichten etlicher Trappiſtenniederlaſſungen; Oelporträts einiger verſtorbener Trappiſtenäbte; endlich eine große Tafel mit dem vollſtändigen Glaubensbekenntniß und Gehorſams⸗ gelübde der Trappiſten. Da übrigens die Oelenberger Niederlaſſung erſt ſeit den zwanziger Jahren unſeres Jahrhunderts beſteht, ſo fehlte es natürlich an eigentlichen hiſtoriſchen Merkwürdigkeiten, wie ſie ſich anderwärts in alten Klöſtern vorfinden..
Es blieb nun noch der Schlafſaal zu beſichtigen übrig. Zögernd verließ ich den Kapitelſaal, denn es gab hier, trotzdem daß das Ganze äußerſt einfach eingerichtet war, doch ſo manches, was mich anzog. Allein mein Führer ſtand ſchon an der Thür und ſchaute wartend nach mir um. Ich folgte ihm Treppen ab, Treppen auf, in einen erſt vor ganz kurzer Zeit angebauten großen Flügel des Kloſters, der ſchon von außen durch ſeine zwei mit impoſanten Mauer⸗ kronen geſchmückte Erker meine Aufmerkſamkeit angezogen hatte; faſt in Feſtungskaſernenſtyl erbaut, bildet dieſer Flügel einen ſonderbaren Contraſt mit der übrigens ſo friedlich und ländlich ausſehenden Ge⸗ bäudemaſſe. Der neue, aber nicht einzige Schlafſaal nimmt eine ungeheure Länge ein und enthält drei parallel laufende Reihen von Lagerſtätten, deren jede von einer hölzernen Bretterwand umſchloſſen iſt. Dieſe Lagerſtätten beſtehen aus dem denkbar einfachſten, hölzernen Geſtell, einem hart durchnähten, vier Finger dicken Strohſack, harten Strohkiſſen ohne Ueberzug, und einem einfachen wollenen Teppich. Die Brüder ſchlafen hier angekleidet, in ihrer Kutte. Im Ganzen fand ich den Saal ſehr reinlich und gut gelüftet; überhaupt bemerkte ich in den verſchiedenen Räumlichkeiten des Kloſters eine lobenswerthe Reinlichkeit, die ſich natürlich nicht in gleichem Maße auf die Klei⸗ dung der Brüder erſtrecken kann, wenn man bedenkt, mit welcher Art von Arbeit weitaus die meiſten den Tag über beſchäftigt ſind. Man erwartet billigerweiſe von einem Bauern nicht, daß ſein Aeußeres die Woche über ganz ohne Schmutz und Flecken ſei, und ſo drückte ich denn auch bei den arbeitenden Mönchen hierüber ein Auge zu. Er⸗ ſchien mir doch dieſes Kloſter eben wie ein großer Bauernhof in kirch⸗ lichem Gewand, wie eine landwirthſchaftliche Oeconomie auf religiöſer Grundlage, denn überall gewahrte ich nicht blos braune Laienbrüder, ſondern auch„Chorherren“ in weißer Kutte mit ſchwarzem Scapulier, mit der gröbſten Handarbeit beſchäftigt! Den einen hatte ich im Hof Miſt aus den Ställen führen, den andern die Ackergäule an den Wagen ſpannen und davonfahren ſehen; ein dritter hämmerte an ſeiner Senſe; hier machte einer den Maurer und beſſerte, mit der Kelle in der einen, dem Kalkkübel in der andern Hand, etwas an einem Gebäude aus; dort ſtieg einer vom Strohboden einer Scheune auf der Leiter herab. Und hier, von den Fenſtern des Schlafſaals aus, konnte ich da und dort auf den umgrenzenden Feldern die Braunen und die Weißen in der Arbeit begriffen ſehen, theils am Bach, deſſen Bett eben vertieft wurde, theils in den Korn⸗ und Tabaksfeldern; außerdem hatte ich beim Vorübergehen einen Blick in die Stallungen gethan und darin eine ſchöne Menge Hornvieh entdeckt. Ein unge— heuer reges, fleißiges, landwirthſchaftliches Leben— ohne daß man auch nur einen Laut aus dem Munde der Arbeitenden hören kann! Denn alle verſtändigen ſich mit einander durch die Zeichenſprache.
Beim Hinausgehen aus dem Schlafſaal fiel mir plötzlich ein, daß ich in früheren Zeiten einmal als dunkle Sage gehört: der Trap⸗ piſt ſchlafe immer in ſeinem Sarg und jeden Tag habe er einen Spatenſtich an ſeinem Grabe zu thun! Als ich dem Bruder dies mittheilte, lachte er und verſicherte mich, daß man in Oelenberg nie⸗ mals etwas davon geſehen habe, im Uebrigen könne ich mich ja mit meinen eigenen Augen überzeugen. Wir begaben uns demgemäß aus dem Schlafſaal wieder hinab ins Erdgeſchoß und traten durch eine Thüre hinaus ins Freie— auf den Gottesacker. Vor dem marmornen Crucifix, das am Eingang ſtand, ließ ſich der Bruder auf ein Knie nieder und kreuzte die Arme über der Bruſt zu einem ſtillen Gebet. Der Friedhof ſchien mir ziemlich dicht beſetzt, beſonders mit friſchen Gräbern aus jüngſter Zeit. Still und ſtumm, wie im Leben, liegen ſie hier bei einander im Tod, für welchen ihnen das Leben ja doch nur eine Vorhalle war! Vom lebenden zum todten Trappiſten iſt der Abſtand faſt unmerkbar; der letztere iſt nur die Fortſetzung des erſteren und ſeine Vollendung. So dachte ich und ſchritt ſchweig⸗
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ſam hinter dem Bruder her durch die Kreuzesreihen; den gleichen Gang machen täglich alle Brüder des Kloſters, paarweiſe, um die Abendzeit, unter Abſingung des fünfzigſten Pſalms.
Jetzt waren wir mit unſerer Wanderung zu Ende und ich trug dem Bruder auf, meine Karte ſammt einer Bitte um Audienz dem „ehrwürdigen Vater“ zu überbringen. Bis die Antwort des Abtes anlangte, trat ich wieder in die Pförtnerſtube und von ihr aus in ein angrenzendes Zimmer, das mit allerlei käuflichen Sachen ange⸗ füllt war; es war dies der Buchladen des Kloſters, welchen ein liebens⸗ würdiger, beſcheidener Mönch beſorgte, der in der gutherzigſten Weiſe mir üver ſeine Schätze Auskunft gab. Hübſche Gebetbücher und Traktate, Medaillen, Herzchen, Anker, Kreuze u. ſ. w.— eine kleine Welt von geiſtlichen Spielſachen! Inzwiſchen kam der Pförtner zurück mit dem Beſcheid, daß ich den Herrn Abt in Bälde in einem nahegelegenen Zimmer ſprechen könne und gefälligſt dorthin mich verfügen möge, was ich denn auch ſogleich that. Faſt eine Viertel⸗ ſtunde verging, ohne daß ich in meinem ſtillen Warten geſtört worden wäre. Durchs Fenſter, das auf den innern Hof ging, ſah ich hie und da zwei Brüder, wie Stumme, durch ihre Zeichen mit einan⸗ der verkehren. Es machte dieſes fortwährende lautloſe Deuten und Zeigen ſprachfähiger Menſchen einen unangenehmen Eindruck auf mich; wenn uns ſchon die unfreiwillige Sprachloſigkeit als etwas ungemein Peinliches erſcheint, ſo muß die ſelbſtgemachte Nachahmung dieſes peinlichen Zuſtandes ein Unrecht gegen den Schöpfer genannt werden.„Schweigen iſt Gold,“ ſagt allerdings das Sprichwort, aber wenn alles in Gold verwandelt würde, wäre dann Gold immer noch das werthvollſte Metall?
Eben jetzt hörte ich ein leiſes Murmeln vor der Thüre, dieſelbe öffnete ſich und der Herr Abt ſtand vor mir. Ein freundlicher Mann von mittlerer Größe und gedrungener Geſtalt, deſſen raſches, leben⸗ diges Auftreten mich keineswegs auf ein Alter von zweiundſechzig Jahren hätte ſchließen laſſen, mit rundem, hellem Geſicht; feinen, klugen, grauen Augen und feinen Zügen; bartlos, das Haupthaar bis auf die dünne Krone abraſirt; in einer gewöhnlichen, aber ſehr reinen, weißen Kutte mit ſchönem, ſchwarzem Scapulier; ohne andere Auszeichnung, als den Abtsring am Finger. Ich machte ihm meine höflichſte Verbeugung und theilte ihm alsbald mit, daß das Intereſſe
an der inneren Einrichtung des Trappiſtenordens mir den Muth ge⸗
geben, den Herrn Abt um Aufſchlüſſe über einige hierher gehörige Punkte zu erſuchen. Wir ſetzten uns und ſchnell war ein lebendiges Geſpräch im Gang.
„Mein lieber Herr,“— begann der Prälat—„wollten Sie nicht bei uns über Nacht bleiben? Zwei, drei Tage unter uns leben? Denn das iſt eigentlich nöthig, wenn man ſich einen Begriff von unſerem Thun und Treiben machen will!“
„Sehr verbunden, Herr Abt, aber ich werde dieſen Abend wieder zurückerwartet und kann ſo, zu meinem Bedauern, von Ihrer freund⸗ lichen Einladung keinen Gebrauch machen.“
„Nun— wir können wohl, ſoweit die Zeit reicht, einiges durchſprechen, allein eigentlich ſollten wir zurückgehen auf den h. Benedikt und die Geſchichte der Ciſterzienſer etwas durchmachen, dann erſt iſt es möglich, unſeren Orden richtig zu verſtehen; denn was ſind wir anders als Abkömmlinge der Ciſterzienſer und dem Weſen nach Benediktiner? Wir Trappiſten wollen die Regel des h. Benedikt genau befolgen, als den beſten Weg, um eine Seele zur Seligkeit zu führen. Die eigentliche Tri ebfeder unſeres Lebens iſt das Gefühl der Buße. Wer dieſes nicht hat— glauben Sie mir!— der kommt entweder nicht zu uns oder geht bald wieder fort. Da habe ich ſchon einige gute Leutchen hier gehabt, die meinten, ſie könnten bei uns gemüthlich etwas Oekonomie treiben, fuhrwerkeln und dergleichen, aber nach drei, vier Wochen wollten ſie wieder hinaus!“
„Ich dachte mir aber immer,“— entgegnete ich„zu einem rechten Benediktiner gehöre unter anderem auch, daß er ſich dem Studium der Wiſſenſchaften widme und gerade dies ſcheint aus den Klöſtern Ihres Ordens verbannt zu ſein?“
„Sehen Sie, mein guter Herr, Sie müſſen alle Ihre vorgefaßten Anſichten bei Seite laſſen, ſonſt können Sie niemals klar ſehen; das iſt ein großer Irrthum, daß das wiſſenſchaftliche Studium zum Weſen des Benediktiners gehöre! kein Wort davon finden Sie in den Regeln des h. Benedikt, keine Spur! Hintennach— ja wohl!— da iſt dieſes und jenes dazu gekommen, man hat die unruhigen Köpfe
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