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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.
Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.
1865.
Ausgegeben im Ipril 1865. Der Jahrgung läuft vom Ortober 186 3 bis dahin 1865.
Künſtlers Leid und Freud.
Novelle von H. Marcotin.
Unter den Erfindungen, welche die heutige Geſellſchaft charak⸗ teriſiren, gebührt eine hervorragende Stellung dem jour fixe, welcher,
erſt vor einigen Jahren in Deutſchland eingeführt, doch ſchon ſein Reich
faſt über alle Klaſſen erſtreckt hat. Wenn man früher jemand bei ſich ſehen wollte, ſchickte man ihm eine Einladung, oder wenn er ein Familienfreund war, ſtand ihm das Haus zu jeder Zeit offen;— jetzt aber, wenn eine Familie bei Verwandten und Bekannten anzeigt, daß ihr jour fixe am Dienſtag iſt, ſo ſoll das natürlich heißen: ſeid ſo gut und beläſtigt mich die anderen ſechs Tage mit Eurem Beſuche nicht!
Auch der Eommerzienrath Guſtav Arkheim, Inhaber des großen und bekannten Geſchüftes G. Arkheim und Comp. hatte einen ſolchen jour fixe auf den Donnerſtag jeder Woche feſtgeſtellt und ſeine aus— gedehnte Bekanntſchaft und die ſeiner Familie fand ſich regelmäßig an dieſem Tage ſehr zahlreich bei ihm ein.
Nach dem Abendeſſen theilten ſich gewöhnlich die Anweſenden in drei Categorien; die ältlichen Herrn ſetzten ſich an den Spieltiſch oder fingen ein Geſpräch über Geſchäfte, Politik oder die Tagesereigniſſe an; die Damen gruppirten ſich um Madame Arkheim— und man weiß, was in den Abendgeſellſchaften ſich die Damen zu erzählen haben; die jungen Leute endlich folgten Hulda Arkheim und ihrem Bruder Ernſt in das Nebenzimmer, von wo aus bald die Töne des Pianos oder das laute Gelächter, welches gewöhnlich Geſellſchafts⸗ ſpiele begleitet, erſchollen. Doch die Theilung, welche am Anfange des Abends immer ſehr gewiſſenhaft vorgenommen wurde, beſtand nicht lange, denn manche jung verheirathete Dame fühlte ſich unwider⸗ ſtehlich von den luſtigen Klängen des Nebenzimmers angezogen und verließ unter irgend einem Vorwande die ihrem jungen Geiſte ſo ehr⸗ würdig ſcheinende Matronengeſellſchaft, um ſich zu ihren früheren Geſpielinnen zu begeben; oder es war auch mancher junge Ehemann, welchem, was zwar ſeltner vorkam, die Geſellſchaft ſeiner Frau zu fehlen ſchien, und der ſich zu den Damen begab und gezwungen war, hier eine Pauſe zu machen, damit es nicht ſchiene, als wenn er ſeine Frau, die ſchon lange im Nebenzimmer bei den jungen Leuten war, ſuchte. Dann gab es auch die Categorie der Schmetterlinge, welche
in keiner der drei Abtheilungen Ruhe fanden und von einer zur an⸗ dern ſtreiften. Endlich aber befanden ſich in der Geſellſchaft des Commerzienraths Arkheim, wie in ſo vielen heutigen, junge Leute, welche die Cigarre jeglicher Geſellſchaft vorziehen und dieſen ſtanden die Zimmer des jungen Arkheim zur Verfügung.
Am Abend, an welchem wir den Leſer in dieſe Geſellſchaft ein⸗ führen, ſchien die Karten ſpielende Categorie ſehr wenig beſetzt zu ſein und es wurde dem Hausherrn ſchwer, einige meiſt aus älteren Herren beſtehende Partien zu arrangiren. Deſto mehr aber war die Damenwelt vertreten und bei ihr war dieſe Abweſenheit der Herren das Thema eines ſehr belebten Geſpräches. Herr Arkheim hatte ihnen zwar verſichert, daß die meiſten dieſer Herren der Generalver⸗ ſammlung irgend eines Vereines beizuwohnen hätten und wahr⸗ ſcheinlich oder gewiß ſpäter erſcheinen würden, doch die Gloſſen gingen fort, und als eine ſchon ziemlich alte Dame bemerkte, daß heute das erſte Auftreten einer berühmten franzöſiſchen Tänzerin ſei, da war Stoff für den ganzen Abend gefunden, und der Commerzien⸗ rath meinte im Herausgehen, daß heute Abend wahrſcheinlich mehr als eine eheliche Scene ſtattfinden würde, wenn die Herren Gemahle nicht ein unbeſtreitbares Alibi vorzubringen hätten. Gllücklicherweiſe öffnete bald nachher Hulda die Portieren des Nebenzimmers und meldete den Damen, daß wenn ſie geneigt wären, zuzuhören, ihre Freundin Lia Salomon etwas auf dem Klavier vortragen würde, und da Fräulein Salomon als eine Künſtlerin erſten Ranges bei der Geſellſchaft bekannt war, ſo ſtimmten die Damen gerne dieſem Vor⸗ ſchlage bei. Im Nebenzimmer befanden ſich einige zwanzig junge Mädchen und Herren, die ſchon ihre Plätze eingenommen hatten und auf die Rückkunft Huldas warteten; und als dieſe erſchien, und ein bejahendes Zeichen machte, erhob ſich einer der jungen Leute und bot der neben ihm ſitzenden Dame den Arm, um ſie ans Klavier zu führen.
In demſelben Augenblick beugte ſich Ernſt Arkheim zu ſeinem Nachbar, einem ſehr jungen Menſchen, und ſagte leiſe zu ihm:
„Thu mir den Gefallen, Emil, geh in mein Zimmer und ſag Hermann Meyer, er möchte vorkommen, da Fräulein Salomon ſich hören laſſen werde.“


