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Die Spinnerin.
Originalzeichnung nach A. Kindler. 1 . Der Vater ſprach im Sterben: Und ſanft iſt er verſchieden; Sie drehte flink ihr Rädchen 1 3 mmten„Du wirſt das Häuschen erben, Es ſchloß des Grabes Frieden Und ſpann das feinſte Fädchen 4 3 gitten Das Dir mein Fleiß gewann!“ Den müden Schläfer ein. Von früh bis ſpät zur Nacht 3 .—. 7 1 ngen Gab lächelnd ihr den Segen Sie aber ſaß, voll Jammer Und hat mit ſtillem Sehnen 4 nen Und ſah dem Tod entgegen, Das Herz, in ſtiller Kammer Und unter heißen Thränen Ein ſtillgefaßter Mann. Verlaſſen und allein. Vergangner Zeit gedacht. 13 uer „ da So ging ein Jahr vorüber, Das Rädchen ſchnurrt im Kreiſe, „ noch Bald heitrer und bald trüber; Es ſtockt,— ſie lächelt leiſe 3 Ztein In Blüthen ſtand das Thal; Den Faden in der Hand. 1 des Da drang auch ihr zu Herzen Sie ſinnt, o ſelges Sinnen!
Nach Sorgen, Mühn und Schmerzen Wie lang ſie noch muß ſpinnen „ Ein Frühlingsſonnenſtrahl. An ihrem Brautgewand. oll
Julius Sturm.


