Jahrgang 
1865
Seite
373
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Die Spinnerin.

Originalzeichnung nach A. Kindler. 1 . Der Vater ſprach im Sterben: Und ſanft iſt er verſchieden; Sie drehte flink ihr Rädchen 1 3 mmtenDu wirſt das Häuschen erben, Es ſchloß des Grabes Frieden Und ſpann das feinſte Fädchen 4 3 gitten Das Dir mein Fleiß gewann! Den müden Schläfer ein. Von früh bis ſpät zur Nacht 3 .. 7 1 ngen Gab lächelnd ihr den Segen Sie aber ſaß, voll Jammer Und hat mit ſtillem Sehnen 4 nen Und ſah dem Tod entgegen, Das Herz, in ſtiller Kammer Und unter heißen Thränen Ein ſtillgefaßter Mann. Verlaſſen und allein. Vergangner Zeit gedacht. 13 uer da So ging ein Jahr vorüber, Das Rädchen ſchnurrt im Kreiſe, noch Bald heitrer und bald trüber; Es ſtockt, ſie lächelt leiſe 3 Ztein In Blüthen ſtand das Thal; Den Faden in der Hand. 1 des Da drang auch ihr zu Herzen Sie ſinnt, o ſelges Sinnen!

Nach Sorgen, Mühn und Schmerzen Wie lang ſie noch muß ſpinnen Ein Frühlingsſonnenſtrahl. An ihrem Brautgewand. oll

Julius Sturm.