Stoff die
dielmehr Sevegung mäglic,
Pläͤne zu Cuſtos rige Auf⸗ 864 ſind
Stufen,
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.
Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen.
Barkolomageus von Bruſchaver.
Hiſtoriſche Novelle von Ludwig Ziemßen. (Schluß.)=
Frau Katharinen ſtürzten die Thränen aus den Augen, und ihre ſchlanken Finger wanden ſich wie in rathloſer Verzweiflung durch⸗ einander.„Aber der Vater—“ warf ſie endlich ein,—„wollteſt Du wider ſein Wiſſen——“
makellos und ſiegreich heimkehren.
Sie endete nicht; ein ſchmerzlicher Laut, halb Seufzer, halb
Stöhnen, unterbrach ſie, und das Geſicht des Sohnes war leichen⸗ blaß geworden.„Er hat ſich von mir losgeſagt!“ entgegnete er dumpf und tonlos.„Worte ſind zwiſchen uns gefallen, die nie ver⸗ geſſen werden können, und ſeinen Sohn, der nur aus Liebe zu ihm ſich in unglücklicher Stunde vergaß, hat er wie einen Verbrecher, einen Sklaven von ſich geſtoßen! Nein, Mutter, auch dieſe Rückſicht hält mich nicht mehr. Der morgende Tag muß über mein Geſchick ent⸗ ſcheiden, das unerträglich geworden. Vielleicht wird alles gut und mir gelingt's, dem Vater einen beſſeren Glauben von mir zu bereiten; und falle ich von Feindes Hand, ſo iſt gar aller Noth und Trübſal ein Ende!“
„Und Deine Mutter, Dietmar,“ flüſterte die edle Frau,„ge⸗ denkſt Du ihrer denn gar nicht?“
„O Mutter!“ rief Dietmar in ſchneidenden Schmerzlauten, indem er die Theure innig und feſt umſchlang;„Mutter, Du kannſt mir's nicht wehren! Sie ſagen immer, ich ſei Dein Ebenbild, ſo innen wie außen, ſo wirſt Du auch mit mir empfinden und dieſer traurigen Lage ein Ende wünſchen. Laß mich denn ziehen! Mir ſoll's ein Gottesurtheil ſein, das über mich ergeht, und kehr' ich heim,
unter dem Einfluß ſeiner feurigen und ſiegenden Worte erwachte all⸗ mählich auch in ihr wieder der alte feurige Sinn der Huxhols.„So zieh denn hin,“ ſprach ſie endlich, und ihre Geſtalt richtete ſich höher, feſter auf, und ihr Auge ruhte glänzend auf den erregten Zügen des ſchönen, jugendlichen Antlitzes ihres Sohnes;„das
ritterliche Blut zweier edler Geſchlechter ſpricht aus Dir und fordert ſein Recht. Ich will dem nicht fürder zuwider ſein. Wie in ein Reinigungsbad wirſt Du in dieſen Kampf gehen und, ſo Gott will, So wappne Dich denn in rechter Zuverſicht, doch nicht ohne den treuen gewiſſen Glauben, daß, wenn dieſe erſte Waffenthat auch Deine letzte ſein ſollte, ſolches Gottes Wille iſt, auf daß Du Deine Schuld ſühneſt. Mein Sohn, mein Sohn,“ — ihre Thränen ſtrömten unaufhaltſam—„Deiner Mutter Segen begleitet Dich;— ſo zieh nun hin!“
Mit zitternd freudiger Haſt und glühenden Wangen, über die manche heiße Perle hinabrann, küßte Dietmar die treue Hand der geliebten Mutter, aber er konnte vor Bewegung nicht antworten; dann wappnete er ſich in fliegender Eile vollends, zog den ihm vom alten Dietrich gebrachten Friesrock über den Bruſtharniſch, und als alles bereit war, da umſchlangen ſich Mutter und Sohn mit heißem Schmerz zum letzten Abſchied.
Doch der Augenblick drängte; unten auf dem Herrenhofe ward lebhafte Bewegung laut, ein deutliches Zeichen, daß die Beſprechung zu Ende ſei. Die Reiter ſaßen ſchon auf, Waffen klirrten, Rufe und Befehle erſchollen hüben und drüben, und alle harrten des Auf⸗ bruchs. Da riſſen ſich Mutter und Sohn von einander los, und wogenden Herzens, die Augen umflort von Thränen, eilte Dietmar eine Seitenſtiege hinab und miſchte ſich im nächtigen Dunkel unter
it in die ſiegreich und ruhmvoll, ſo iſt auch wohl alles von mir abgefallen, die Menge. Schon waren die Wagen unter Herrn Thilos Leitung retta was den Glanz unſeres alten Namens trübte, und das Geſchehene mit Gewaffneten dicht und ſchwer bepackt; die hatten ſich der Länge —— liegt hinter uns wie in Nacht und Nebel. Dann winken uns beſſere, nach ausſtrecken müſſen, und über ſie hin hatte man die leichten 297f ſſcchönere Tage,— ſo laß mich denn, daß ich ſie uns erwerbe!“ Häckſelſäcke aufgethürmt, als ſei der Wagen ſchwer voll Korn. Noch verſuchte die Mutter mit manchem milden Wort den Ent⸗ Nur der letzte war noch nicht ganz fertig gepackt; da ſtand noch der — ſchluß des Sohnes zu bekämpfen, doch bezwang ſie ihn nicht, und alte Dietrich, der greiſe Großknecht, und neſtelte an den Säcken,
..„ ſcharf dabei umherlugend. Nun huſcht's an ihn heran.„Dietrich—! Eine ſchlanke, gewappnete Geſtalt ſteht bei ihm, wie aus dem odin erwachſen.„Junker, ſeid Ihr's?“ Seine Stimme zittert.„Freili 4 wo iſt mein Platz?“—„Nur hierher, Junker, ſteigt auf, ſo, un
nun ſtreckt Euch hin. Gott ſchütze Euch!“


