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erei, dieſer s Jahr 1855,
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Stabliſements, ſen Ctabliſſ⸗ n Jahre 1863,
ſſen betrachtet
Die Pionniere von Rochdale.
(Schluß.)
Auf dem Rückwege kamen wir bei einer Reihe neuer Arbeiter⸗ wohnungen vorbei, von denen eine vierte Geſellſchaft, die Rochdale Co-operative Land& Building Company,(Land⸗ und Baugeſell⸗ ſchaft) bereits 36(Ende 1864) errichtet hat. Dieſe Geſellſchaft arbei— tet mit einem Capital von 50,000 Pfund. Die Häuſer, von denen wir eines beſuchten, ſind einfache, freundliche„Cottages,“ meiſt je für eine Famillie.
Zu dieſen vieren kommt noch eine fünfte, die Rochdale Equi- table Provident Sick& Burial Society, alſo eine Kranken⸗ und Begräbnißgeſellſchaft hinzu, die gegenwärtig(1865) 550 Mitglieder (alle Pionniere) und ein Capital von 500 Pfund St. zur Verfügung hat.*)
Wir waren mittlerweile zu den stores zurückgekehrt. Ehe wir eintraten, machte mich mein Begleiter auf zwei Schilder aufmerkſam, die, zu beiden Seiten der Thüre, folgende Inſchrift enthielten. Oben ſtand: Equitable Pioncers' Co-operative stores. Zur linken Seite ſtand:„Regiſtrirt gemäß dem Geſetze;“„Zweck: Sociale und intel— lektuelle Förderung ihrer Glieder.“„Fünf Procent Zinſen wird für die Aktien bezahlt.“„Der übrig bleibende Gewinn wird unter die Käufer nach dem Verhältniſſe ihrer Einkäufe vertheilt.“— Auf der rechten Seite:„Keine zweiten Preiſe“(No second prices, was wohl ſoviel als: feſte Preiſe bedeuten ſoll);„alle Einkäufe werden baar bezahlt“;„vierteljährlich werden die Dividenden declarirt.“
Wir fanden den Laden gedrängt voll.„Iſt es nicht ein herr— licher Anblick?“ ſagte der ehrliche James Tweedale zu mir.„Alle die Leute bekommen die vorzüglichſte und die reinſte Waare, werden dabei vor Schuldenmachen bewahrt und bekommen noch einen ganz ſchönen Gewinn. Denken Sie ſich, neulich ſtieg unſer Profit auf 2 Schilling 5 Pence für jedes Pfund. Anſtatt immer in Schulden zu ſtecken, wie früher, bekommen wir ſo den Gewinn ſelbſt, der ſonſt in unſeres Verkäufers Taſche ging. Ich will Ihnen das noch genauer beweiſen. Werfen Sie mit mir einen Blick in das Hauptbuch dieſes store! Da iſt die Rechnung eines Mannes, dem 1854 nur 7 ½ Pfund St. gutgeſchrieben waren. Seit bald neun Jahren hat er nun ſeiner Familie Kleidung und Nahrung von uns bezogen, ohne je einen Heller einzuzahlen, um ſeinen Geldbeſtand zu vermehren; im Gegentheil, er hat zu verſchiedenen Malen kleinere und größere Sum⸗ men herausgenommen und doch hatte er am Schluß des vergangenen Vierteljahres 50 Pfund St. zu ſeinén Gunſten eingeſchrieben. Der Gewinnantheil für ſeine Einkäufe während der acht verfloſſenen Jahre, mit den Zinſen, hat ihm 132 Pfund 10 Schilling d. h. mehr als 16 Pfund jährlich eingebracht.“
Wir gingen zu Mr. Cooper, dem Secretär der Pionniere. Eben⸗ falls ein früherer Arbeiter, hat dieſer Mann jetzt ausſchließlich ſeine Dienſte den Geſchäften der Geſellſchaft gewidmet. Ein einfacher, ſchlichter Mann mit intelligenten Geſichtszügen machte er, wie alle anderen Cooperatoren, die ich bisher geſehen, einen ſehr angenehmen Eindruck auf mich. Daß er auch, wie alle anderen, etwas voll von den Errungenſchaften ſeiner Geſellſchaft war, wird man gewiß begreif⸗ lich finden. Doch ſchien mir die Art und Weiſe, wie ſie ſich aus⸗ drückten, nie das Maß eines erlaubten Selbſtbewußtſeins zu über⸗ ſchreiten... 3
Mr. William Cooper ſchüttelte herzlich meine Hand.„Seien Sie willkommen!“ ſagte er:„wir freuen uns immer beſonders über den Beſuch von Freunden aus Deutſchland. Ihr Landsmann, Pro⸗ feſſor Huber, iſt bereits zwei Mal bei uns geweſen; er ſchickt uns auch zuweilen einen Beitrag für unſer Blatt, den„Co-operator.“
„Was iſt das für ein Blatt?“ fragte ich..
„Der Co-operator iſt ein Arbeiterblatt und vertritt die Mei⸗ nung der Arbeiter; er wird von Arbeitern herausgegeben und geſchrie⸗ ben und dient unſerer Sache als Organ. Er fing an im Juni 1860 zu erſcheinen, im Juni 1861 hatte er bereits eine Auflage von nahe 10,000 Exemplaren erreicht.“
Mr. Cooper gab mir die bisher erſchienenen Nummern. Sie variiren das Thema der Cooporation in mannigfaltigſter, faſt er⸗
*) Außerdem haben einige Glieder eine türkiſche Badgeſellſchaft
errichtet; das Pionniercommittee warnt aber in ſeinem Almanache vor Zer⸗ ſplitterung der Kräfte durch Vermehrung ſolcher Geſellſchaften.
müdender Weiſe, erſtatten genauen Bericht über die verſchiedenen neuen und alten Geſellſchaften, auch hie und da über den Fortſchritt derſelben auf dem Continente. Huber nennen ſie den„Apoſtel der Cooporation in Deutſchland“. Dazu enthalten ſie Gedichte, hie und da Bilder, zuweilen auch Aufſätze für Kinder. Es gibt übrigens noch verſchiedene andere Blätter, welche dieſelbe Sache vertreten, wie ebenfalls Traktate und fliegende Blätter, die zur Propaganda für dieſe Ideen reichlich vertheilt werden.
Mr. William Cooper ging auf alle Fragen, die ich noch an ihn zu richten hatte, bereitwilligſt ein.
„Es iſt mir aufgefallen,“ ſagte ich,„daß Sie als Ziele Ihrer Geſellſchaft die ſociale und intellektuelle Förderung Ihrer Mitglieder bezeichnen, wie es unten an der Thüre und auch hier auf Ihrem Almanach in Verbindung mit Capital, Aktien, Zinſen, Gewürzkram, Fleiſch, Schuhen und Stiefeln ſteht.“
„Leſen Sie noch einmal genauer, mein Herr,“ erwiederte er; „Sie haben einen kleinen Satz überſehen. Da ſteht: 2 ½ per cent. off net profits for educational purposes. 2 ½ Procent des Reingewinnes verwenden wir auf Bildungszwecke. Ueberdem werden Sie mir zugeben, daß an einen ſocialen und intellektuellen Fortſchritt nicht zu denken iſt, ehe nicht die allgemeinſten und uner⸗ läßlichſten Forderungen des phyſiſchen Menſchen befriedigt ſind. Für Leute, die immer in Schulden ſtecken, im Wirthshauſe liegen und ſich betrinken, für Leute, die dabei kaum ſatt zu eſſen haben und noch weniger anſtändige Kleidung beſitzen, um ſich unter Menſchen zu zeigen, für ſolche Leute iſt an ſociale und geiſtige Hebung gar nicht zu denken. Das werden Sie doch zugeben müſſen, wenn Sie auch ein deutſcher Gelehrter und wahrſcheinlich etwas Idealiſt ſind,“ ſetzte er gutmüthig lächelnd hinzu.
„Wir ſind keine Materialiſten,“ fuhr er fort;„aber wir ver⸗ achten das Materielle darum nicht. Sparſamkeit und weiſe Haus⸗ haltung iſt unſere vornehmſte Regel in allen Dingen. Darum werden Sie in unſeren Läden die ſtrengſte Einfachheit gefunden haben— unſere Committeeſitzungen veranlaſſen keine Koſten, da ſie in einem Seitenzimmer der stores gehalten werden, unſere Jahresberichte drucken wir auf die Seiten eines Almanachs, der zugleich die Ver⸗ ſammlungstage für das ganze Jahr enthält. Auch unſere Koſten für Geſchäftsführung ſind ſehr gering, nur 2 ¾ Pence aufs Pfund, d. h. 23 Schilling auf hundert Pfund, alſo wenig mehr als ein Procent. Und doch ſind wir nicht geizig. Sie haben wohl ſchon gehört, daß unſere Geſellſchaft eine beträchtliche Summe für die von der Baum⸗ wollenſperre Leidenden jetzt beiträgt. Ebenſo haben wir zu ver⸗ ſchiedenen Malen an mehrere wohlthätige Anſtalten, Blinden⸗ und Taubſtummen⸗Aſyle u. ſ. w. bedeutende Schenkungen gemacht.*)“
„Der ſchöne aus Erz gegoſſene Brunnen, den mir Freund Tweedale zeigte, iſt ja auch wohl ein Geſchenk, das Ihre Geſellſchaft der Stadt gemacht hat? Er nimmt ſich wirklich ganz ſchön aus und dient dem Platze zur Zierde wie den Bewohnern zum Nutzen.“
Mr. Cooper bejahte und fügte hinzu:„Jetzt kommen Sie mit mir, ich will Ihnen zeigen, was wir noch weiter für die vorhin erwähnten Zwecke unſerer Geſellſchaft thun.“
Er führte mich in ein großes und geräumiges Leſezimmer. Ich fand darin 14 Tagesblätter, 32 wöchentliche Zeitſchriften, außerdem 33 Revüen und literariſche Blätter**). Die verſchiedenſten politiſchen, religiöſen und kirchlichen Standpunkte waren durch dieſelben vertreten.
Ich machte meinen Begleitern darüber eine Bemerkung.„Ich war der Meinung,“ ſagte ich,„daß Sie ſehr entſchiedene Anſichten in Politik und Religion hätten.“
„Das haben wir auch,“ erwiederten beide faſt zuſammen; „aber nicht alle dieſelben. Sie finden die verſchiedenſten politiſchen
*) Am 2. Jan. 1865 beſchloß die Verſammlung der Pionniere dem „Rochdale Dispensary“(einer Anſtalt, in der Arme ärztlichen Beiſtand und Arzneien umſonſt erhalten) eine Schenkung von 20 Pfund St. zu machen, jährlich 12 Guineen(84 Thlr.) dem„Manchester Royal Infir- mary“(Krankenhaus) zu geben und 5 Pfund St. der Cooperativgeſellſchaſt von Bradford-on-Avon, deren stores kürzlich niedergebrannt waren. Der weiterhin erwähnte Brunnen hat 100 Pfund St. gekoſtet. chen⸗
*) Nach dem Almanach von 1865 werden 15 Tagesblätter, 60 Wochen⸗ blätter, 21 monatlich und 4 vierteljährlich erſcheinende Blätter gehalten.


