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Lächeln der jüngſten, der einzigen noch unverheiratheten Tochter, verräth uns, daß auch ſie auf dieſe Auszeichnung Anſpruch macht. Der Wocken an ihrem Spinnrade zeichnet ſich durch das ſchönſte Wockenblatt aus, gemäß dem Sprichworte:„Glatte Wichters, glatte Wockenbläer“. Der ihr zur Seite ſitzende Nachbarsſohn ſcheint über das Kommen der Stadtleute wenig erbaut zu ſein; dagegen ſieht man es den blitzenden Augen des zehnjährigen Krauskopfes an, daß er ſich über die Abwechſelung freut. Die Knechte und Mägde, welche keine Annäherung von unſexer Seite erwarten, muſtern uns von der Seite, und ſo können wir uns auf die Einladung des Wehrfeſters, Platz zu nehmen, auf die von ſeiner Frau bereitwilligſt hingeſetzten Stühle niederlaſſen. Der Alte bietet uns ſeine lange Sonntags⸗ pfeife zum Rauchen an, und da wir dieſe ausſchlagen und raſch nach unſeren Cigarrentaſchen greifen, läßt er uns Feuer zum Anzünden reichen. Wir bemerken zunächſt, daß alle ſo fleißig ſeien, worauf uns ein beſcheidenes:„En lüttk beeten(Ein klein wenig),“ oder die Ver ſicherung:„Wie mötet wol, denn et mot de annre Weeke upt Stell (Webſtuhl)“ zu Theil wird. Wir verwundern uns nun darüber, daß überhaupt noch ſo viel Fleiß auf das Verfertigen von Leinwand verwandt wird, da ſich die viele Arbeit nicht mal annähernd belohne und man ſich beſſer ſtehe, wenn man das geſponnene Garn, ja ſelbſt den rohen Flachs verkaufe, anſtatt jenes zu verweben. Hierdurch haben wir den alten Bauer in den gewünſchten Redefluß gebracht:„Da haben Sie ganz recht,“ gibt er uns zur Antwort.„Aber womit ſollen wir uns an den langen Winterabenden beſchäftigen? Die übrige Arbeit iſt gethan und leidet auch nicht darunter, und müßig können weder wir, noch die Dienſtboten gehen. Dieſe kann ich nicht blos für den Som⸗ mer halten und im Winter wieder gehen laſſen. Wenn auch an dem Leinen ſo viel nicht verdient wird, ſo können wir doch dabei beſtehen, da die Zeit, welche wir darauf verwenden, ohnedem verloren gehen würde und nicht beſſer aber wohl ſchlechter zugebracht werden könnte.“ „Aber thäten Sie ſelbſt nicht beſſer, wenn Sie ſich vielleicht mit Zeitungs⸗ oder landwirthſchaftlicher Lectüre befaßten und ſich fort⸗ bildeten, damit Sie Ihren Ackerbau rationeller führen und gewinn⸗ reicher herſtellen könnten?“„Ach, ich merke ſchon, Sie ſind auch einer von den Niemöodsken(Neumodiſchen), doch mit ſolchen Geſchich⸗ ten kommt man auf die Straße und ins Wirthshaus. Schade, daß mein älteſter Sohn, der Erbe, nicht zu Hauſe iſt, mit dem wür⸗ den Sie beſſer auskommen. Der hat ſein Spinnrad längſt an die Seite geſetzt, da er ſich nicht umſonſt, wie er ſagt, quälen wolle. Er lieſt Zeitungen, beſucht die landwirthſchaftlichen Verſammlungen und die Wirthshäuſer, und iſt leider mehr außerhalb als im Hauſe. Mein Predigen dagegen hilft jedoch nichts. Aber, wenn das Ei auch klüger ſein will, wie die Henne, ſo hat dafür das andere Sprichwort wieder einen Troſt, indem es ſagt: De Jügde(Jugend) mot erſt nitttlke Paar Narrenſchoo verſchlieten, vor det ſe wiis(weiſe) werd. Ich aber bleibe beim Alten und hinterm Spinnrade zu Hauſe, und meine „Frau ſteht ſich gut dabei. Is et nit ſau, Aulske?“ Die alte Bäuerin nickt ihm freundlich zu, und den umdüſterten Mienen des ſonſt ſo freundlichen Geſichtes der jungen Frau ſehen wir es deut⸗ lich an, daß auch ſie es mit der Weiſe des Schwiegervaters hält. Dieſer fährt nun fort:„Ueberhaupt haben Sie keinen Begriff davon, wie gut wir uns hinter den Spinnrädern vertragen. Dieſe ſind die beſten Blitzableiter, wenn der Zorn uns zu Kopfe ſteigt. Denn da es nicht taugt, wenn er da ſitzen bleibt, ſo braucht man ihn nur an dem vollen Spinnwocken, dem es nicht weh thut, auszulaſſen und man hat den doppelten Vortheil, daß man den Zorn los wird und die Spulen vollkriegt. Es geht ja in ſolch einem großen Haushalte nicht immer glatt ab und man hat doch hie und da ſeinen Aerger mit den Dienſtboten. Da gibt es denn auch bei meiner Alten ab und an ein böſes Wetter, zumal da ich das Brühen(Necken) nicht laſſen und ſie es nicht vertragen kann. Dann ſpinne ich mit Gewalt, damit ich meinen Spinnwocken leer und die Spulen voll kriege, und gebe ihr beide hin. Gleich iſt ſie wieder gut, haspelt dieſe ab und legt an jenen üßen an.“ Ae Fee miſe vorhin, daß das Spinnen und Weben keinen Ver⸗ dienſt abwerfen könne, da das Garn eben ſo billig, wie das Leinen und dieſes nicht theurer wie der rohe Flachs ſei. Da haben Sie aber doch nicht recht. Es liegt in dem Gelde, welches wir mühſam gewinnen, mehr Segen, wie in dem leicht gewonnenen. Wir ſind ſparſamer damit. Und dann ſehen Sie mal unſere Heuerleute an. Dieſe müſſen das Geld, womit ſie ihre Ausgaben beſtreiten, aus dem Ge⸗
ſpinnſte haben, und ſo ſind von früh bis ſpät alle großen und kleinen Hände thätig, um das Garn zum Löwend(Leinwand) zuſammen zu ſpinnen, welches eine nette Summe Geld auf einmal ins Haus bringt, während ihnen der Erlös für einzelne Stücke Garn, welche ſie außerdem wohl bei dem Krämer gegen Waaren vertauſchen würden, nur zu leicht durch die Finger geht. Auch macht es den Mädchen ein großes Ver⸗ gnügen, ihre Koffer voll ſelbſt verfertigten Leinens zu haben, und ſucht es das eine dem andern im Spinnen und Weben zuvorzuthun; denn tüchtig ſpinnen und weben können iſt der größte Ruhm für ein richtiges Bauernmädchen. Da ſehen Sie mal unſere Ann'marie an. Sie ſpinnt für ihre Ausſteuer, da ſie ſich mit dem Wildfange, der neben ihr ſitzt, verheirathen will. Fragen Sie mal, ob es ihr nicht mehr Vergnügen macht, wenn ſie das Garn zu ihrer Ausſteuer ſelbſt ſpinnt und verwebt, als wenn ſie das Leinen fertig kauft. Wenn Sie mal wieder kommen, müſſen Sie bei Tage vorſprechen und das Muſter beſehen, welches meine Tochter in gefärbtem Garn zu bunten Kleidern verwebt; ich glaube, Sie würden mit demſelben zufrieden ſein. Der Fritz würde allerdings lieber mit ihr hinter den Thüren freien(liebkoſen), aber das leide ich nicht. Denn ich halte es mit dem alten Sprichworte: De't Schmantpöttken(Rahmtopf) nich vor de Katten waaret, werd beſchnoopet un beſchlickert. Und ſo muß der Fritz bei ihr aushalten und mitſpinnen, was ihm beſonders gut thut, da er ſo das Sitzen lernt.“
„Aber die Dienſtboten würde ich nicht bei mir in der Stube haben, das muß Sie doch geniren.“„Ganz und gar nicht. Ich beſpreche mit meinen Knechten, meine Frau mit den Mägden die Ar⸗ beit für den morgigen Tag; und indem wir hinter unſeren Rädern alles gehörig und ruhig überlegen, ſo wiſſen die Dienſtboten genau,“ wie ſie zu gehen haben. Aber auch für die Knechte und Mägde iſt der Aufenthalt bei uns in der Stube von großem Nutzen. Sie müſſen ſich unter meinen und den Augen meiner Frau anſtändig aufführen,
was ſie nicht thun würden, wenn ſie ſich ſelbſt überlaſſen blieben.
Sie müſſen ſauber und rein erſcheinen, lernen Ordnung und Beneh⸗ men und hören manches, was ihnen für ihren eigenen Haushalt dem⸗ nächſt nützlich ſein kann. De mitt Peerd wiiſet, bruukt mi de Krüb⸗ ben nich to wiiſen(wer mir das Pferd zeigt, braucht mir die Krippe nicht zu zeigen), ſagt ein altes Sprichwort. So kann man auch von den Dienſtboten auf die Herrſchaft ſchließen. Auch iſt das Gefühl der Zugehörigkeit für ſie und ebenſo für uns von großem Nutzen. Indem ſie nun auch ſelbſt mehr auf ſich halten, ſuchen ſie als fleißige und getreue Dienſtboten ſich nichts zu Schulden kommen zu laſſen, und ſtreben für unſeren Hof, als wäre es ihr eigener.“
„Aber ſchadet es den Kindern nicht, wenn ſie mit den Dienſt boten zuſammen ſind? Es fällt da manches Wort vor, welches nicht für ihre Ohren berechnet iſt.“„Da ſehen Sie zu ängſtlich; auch leide ich nicht, daß Zweideutigkeiten vorkommen, und nur dieſe ſind gefährlich, da ſie zum Nachdenken anregen. Dagegen lernen die Kin⸗ der, indem ſie unſeren Geſprächen zuhören, früh und ſpielend Ackerbau und Haushalt kennen. Und da ſie für jedes abgelieferte Stück Garn, welches keine Krallen(Klumpen) hat, eine Kleinigkeit bekommen, ſo gewöhnen ſie ſich frühzeitig an fleißiges und accurates Arbeiten. Wenn ſie auch anfangs für ihre wenigen Groſchen das ganze römiſche Reich kaufen wollen, ſo lernen ſie doch bald den wirklichen Werth des Geldes kennen, und werden ſo ſpielend oft beſſere Rechenmeiſter, wie mancher Große, der weder im Hauſe noch in der Schule das Einmal— eins begreifen kann.“„Aber ermüdet nicht die immerwährende ernſte Unterhaltung?“„Wer ſagt Ihnen, daß wir nur ſolche führen? Da muß ich denn für Abwechſelung ſorgen. Sobald ich merke, daß
die Räder weniger luſtig ſchnurren und der eine oder andere anfängt
zu gähnen, ſo ſchlage ich ein luſtiges Lied vor, und Sie ſollten mal
hören, wie munter gleich beim Singen die Spinnräder wieder werden
und den Baß dazu ſummen. Auch erzählen wir uns Dööntkens (Anecdoten) vom ollen Fritze oder Napoleon, welchen ich ſelbſt noch gekannt habe, denn ich bin mit bei der Bereszina geweſen, und könnte auch Ihnen manches von dem ruſſiſchen Winter Anno 12 erzählen.“ Doch die Zeit, welche wir zum Beſuch der Spinnſtube anſetzten, iſt verronnen. Wir ſtehen auf und geben dem alten Wehrfeſter die Hand zum Abſchiede, indem wir uns für die freundliche Aufnahme V und Belehrung bedanken, und ihm die Verſicherung geben, daß wir jetzt vollſtändig von der Wichtigkeit einer ordentlichen Spinnſtube V überzeugt ſind. Nachdem wir auch den übrigen Familienmitgliedern V
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