Du weißt, as Zicklein e auf den Vielleicht gen. Das den, wie es oszureißen. es wieder ifer ſtiegen in Verſteck. und dann ne Stunde t der Zeit agt ich zu nen, da es es noch ein nehmen das nd machten und wers
t forſchend wir Dich verwegnem aſt ſtatt des dem Adler⸗
wenig ge⸗ Jugendluſt mge holen! ich bin ja villſt,“ er⸗ rrinnen im erlernt und am Saxen⸗
es geſchehen eingeladen. zmitteln auf gegleitet von Bekannten gingen noc 4 alte Forſt Sax Nacht⸗ h am Horſte alten Adler anſcht ihnen Adler todt, bei meinem
ſchwere Bergſchuhe. Gutes Muths zogen wir das Thal hinauf über Elbigenalp nach dem Saxengwandl. Drei tüchtige Stunden hatten wir zu ſteigen; zuletzt ging's mühſam und ſteil hinauf, bis wir auf den Scheitel der Felswand kamen. Meine Begleiter ließen ein lautes Juchhezen durch die Berge ſchallen und von verſchiedenen Seiten her gaben die verſteckten Schützen Antwort. Schon aus dem Klange ihres Rufes hörte ich heraus, daß ihre Sache nicht be⸗ ſonders ſtand. Schiffers Hannus war der erſte, der herankam, dann erſchienen auch die andern, mein liebes Väterchen kam zuletzt noch be⸗ dächtig zwiſchen den Lärchen hervor.
Meine erſte Frage war natürlich nach den alten Adlern.„Sind
ſie geſehen worden? Habt Ihr beide geſchoſſen oder vielleicht den
einen?“—„Nein!“ erhielt ich zur Antwort.„Nicht eine Feder
hat ſich blicken laſſen,“ ſagte Hannus,„ſeit geſtern mit dem frühſten
Morgen haben wir im Verſteck gelegen, rings um den Horſt ver⸗ theilt. Wir ſtaken im Gebüſche gut verborgen, daß ſelbſt ein Adler uns nicht hätte entdecken können, es ließ ſich keine Spur von Vogel ſpüren!“—„Ich ſelber,“ fiel mein Vater ein,„habe volle achtzehn Stunden in einem fort das Neſt belauert, ſtets die Büchſe zum Schuſſe fertig! Es ſind wahre Rabeneltern, die Alten! Das arme Junge im Neſte hat zwar noch ein Stück von einem Aaſe neben ſich liegen; es quält ſich damit ab und pfeift ſo kläglich zwiſchenein, daß es einen Stein erbarmen möchte. Es ſcheint ſo matt und ſchwach, daß es mit dem Schnabel nicht viel losarbeiten kann und jeden Angenblick purzelt es dabei zur Seite. Ich hoffte immer, es ſollte mir wieder ſo glücken wie vor ſieben Jahren; damals ſaß ich auch den ganzen Tag vergebens auf dem Anſtand, aber ſpät Abends noch, als es drunten in Elbigenalp juſt neun ſchlug und das Thal ſchon dunkelte, da flog der eine der Alten an und ich ſchoß ihn auf dem Horſte. Diesmal blieb alles leer, wir haben in den vergangenen beiden Tagen nichts geſehen. Wir werden uns mit dem Jungen begnügen müſſen!“.
Aller Augen richteten ſich jetzt auf mich; jeder ſchien mich zu fragen:„Haſt Du jetzt noch Muth genug zum kecken Wagniß?“ Etwas anderes iſt es freilich, daheim in ſichrer Stube ſich eine ſolche Luftfahrt vorzunehmen,— wieder etwas anders iſt es, vom Gipfel eines himmelhohen Felſens aus ſie auszuführen. Vor Deinen Füßen gähnt tief der Abgrund. Der Zug der Erdentiefe iſt eine furchtbare Gewalt, die nur der verſteht, den ſie gepackt!
Allein, es war jetzt keine Zeit zu langem Ueberlegen, noch weniger zu bangen Sorgen,— auch ſpürt' ich wirklich nicht die geringſte Angſt. Ich ſtand ja noch auf ſicherem Felſenſcheitel zwiſchen mächtigen Lärchen, ich hatte ja noch feſten Boden unter meinen Füßen, dort drüben ſchaueten die alten Berge herüber, die Freunde meiner Kindheit, die friſche Alpluft hatte alle Aengſtlichkeit der Stadt hinweg— geweht. Warun ſollte ich auch heute bangen? hatte ich nicht dieſelbe Fahrt als fünfzehnjähriges Mädchen bereits einmal glücklich voll⸗ bracht, mußte ich damals ja außer dem jungen Adler mich noch mit dem erſchoſſenen alten beladen,— ſollte ich jetzt mich vor der leichtern Arbeit fürchten? Ich war zwar ſeitdem größer und ſchwerer ge⸗ worden, allein der anſehnliche Haufen junger, kräftiger Burſche, die jetzt das Seil entrollten, ſahen mir auch nicht danach aus, als würden ſie mich unten ſitzen laſſen.
„Nun denn an's Werk!“ war meine Antwort auf ihre ſtumme Frage. Ich nahm dem Albert ſeine Bürde ab und zog mich hinter einen ſtarken Lärchenbaum zurück, der mir als Ankleidezimmer dienen mußte. Das Lechthaler Röckchen, das ich trug, mußte ſich in meines Bruders Beinkleider fügen, und meine leichten Schuhe wurden mit den eiſenbeſchlagnen Bergſchuhen vertauſcht. Nach wenig Minuten erſchien ich wieder, halb als Burſche gekleidet und halb als Mädchen, eine Maskerade, die zwar allgemeine Heiterkeit und manchen Scherz hervorrief, die aber durchaus nöthig war, wenn das Unternehmen mir gelingen ſollte.
Ich ward ans Seil geknüpft!
Unſer alter Oberſchützenmeiſter, der mich ſchon das erſte Mal feſtgebunden hatte, ließ es ſich auch dieſes Mal nicht nehmen, mir dieſen Liebesdienſt zu erweiſen. Langſam und bedächtig, wie ſeine Art war, legte er das Tau zur Schleife zurecht, in welche ich mich ſetzen ſollte. Mit Hilfe andrer Stricke knüpfte er mich daran feſt, jeden Knoten vorſichtig prüfend. Dabei hatte er in liebenswürdiger Art ſorgſam Acht, daß mich nichts drückte und beengte. Nachdem er alles für fertig erklärt, griff ich nach meiner Griesbeilſtange, einer
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Stange mit gebognem ſcharfen Eiſenhaken an der Spitze, wie ſie Holzhauer und Flößer benutzen. Sie ſollte dazu dienen, mich vor dem Anſchlagen an den rauhen Felſen zu bewahren, und ſollte zu⸗ gleich mir eine Waffe ſein gegen die mörderiſchen Anfälle der alten Adler, wenn dieſe etwa gerade zu ungelegner Zeit herbeikämen, um ihrem Kinde beizuſtehen. Jetzt war ich fertig!
Mein Vater hatte ſich einen Poſten ein gut Stück abwärts im Walde auserſehn. Dort konnte er den Adlerhorſt beobachten, konnte meinen Ruf vernehmen und die Burſche droben am Seile von dem in Kenntniß ſetzen, was ich wünſchte und was ſonſt etwa für ſie zu wiſſen nöthig war. Sobald ich einmal von der Felswand hinab⸗ gelaſſen war, konnten ſie mich nicht mehr ſehen, noch viel weniger meine Stimme hören. Der alte Goldner, der am Seile nichts nütze war, ſuchte ſich ebenfalls ein tiefer gelegenes Plätzchen aus, von welchem er mich ſeitwärts fortwährend im Auge behielt. Er ge⸗ ſtand mir nachmals, daß er heimlich doch für mich gezittert und gebetet habe.
Mir ſelbſt ward jetzt recht ernſt zu Muthe und ich murmelte im Stillen ein kurzes Stoßgebet. Den Burſchen rief ich zu, wacker feſtzuhalten und ihre laute Antwort mahnte mich zu friſcher Zuver⸗ ſicht. Und nun ging es hinab, zuerſt langſam zwiſchen zwei mächtigen Lärchenbäumen hindurch, das Geſträuch, das den Saum der Wand bedeckte, wich zu beiden Seiten— grauſig kalt wehte der Wind vom Abgrund herauf. Mein Blick ſtreifte niederwärts, da gähnte die ſchreckliche Tiefe, nur einmal durch einen immer naſſen Vorſprung unterbrochen, auf den das Waſſer eintönig, ohne Aufhören nieder⸗ plätſcherte. Mir grauſte. Unwillkürlich fühlte ich, ob ich auch recht feſtgebunden ſei; alles war in Ordnung. Und immer tiefer fuhr ich, mein Haken bewahrte mich davor, gegen den Felſen ge⸗ ſchleudert zu werden. Hinab! hinab! Siehe da, eine prachtvolle Steinnelke lacht mir entgegen— raſch iſt ſie gepflückt und an meinen Bruſtlatz geſteckt. Und nun weicht die überhangende Felswand zurück, ich ſchwebe frei in der Luft, das Seil dreht ſich um und wieder um, und noch einmal— der Horſt zeigt ſich meinem Auge, ich glaube, mich ihm gerade gegenüber zu befinden und ſchreie meinem Vater ein„Halt“ zu; dann ſuche ich mich ſelbſt in ſchwingende Bewegung zu bringen, um dem Neſte näher zu kommen und um mich einhaken zu können. Mehrmals verſuche ich es vergeblich, endlich ſcheint es gelingen zu wollen— ſchon glaube ich den Haken im Neſte zu haben und den Fuß auf die hervorragenden Aeſte ſetzen zu können— da ſchnelle ich wieder zurück, das Seil war zu kurz. Ungeduldig rufe ich meinem Vater zu, mich weiter herunter zu laſſen— es geſchieht, nun aufs neue vorwärts mit geſchwungenem Haken und jetzt iſt es gelungen, der Haken ſitzt im Neſte, ich ziehe mich nach und betrete glücklich den Horſt. Ich fand das junge Thier und neben ihm ein halbverzehrtes Lamm. Zuerſt nun griff ich nach dem Vogel— er ſträubt ſich mit aller Kraft, ich kniee nieder, liebkoſe ihn, hole behutſam den Windſack vom Rücken, lege das Lamm hinein, darauf Reiſer, um meinem Pflegling ein weiches Neſt zu bereiten, endlich den Vogel ſelbſt; der Sack iſt zugeknüpft und ſteht ſicher da, jetzt kann ich mich ausruhen und Umſchau halten. Welch ein prachtvoller Anblick! Zur linken Hand zieht ſich das Alberſchonerthal gegen das Lechthal hinaus, und die lieben heimatlichen Berge, in deren Schatten mein trautes Vater⸗ haus ruht, winken mir von da herüber. Rechts hinein verliert ſich das wilde, wunderſchöne Barſeirerthal und die Gretlesalp, die drei herrliche Bergſpitzen in das wolkenloſe Firmament emporſtreckte. Unter mir aber gähnt der Abgrund und das wüſte, zerriſſene Thal, mit zerbrochenen Baumſtämmen und Steinblöcken wild durch ein⸗ ander bedeckt. Und an mein Ohr ertönt das ferne, heimliche Rauſchen des blauen Thalbaches, der durch Felſen und Schluchten ſeinen Weg ſich ſchafft.
So lag ich da und ſchaute entzückt in Gottes wunderbar ſchöne Schöpfung und träumte von Vergangenheit und Zukunft. Die Zeit tauchte noch einmal vor mir auf, wo ich, fünfzehn Jahre alt, an eben dieſer Stelle geweſen war. Wie raſch ſind die Jahre ſeitdem vergangen! Wie manches habe ich erlebt! Damals ahnte ich nicht, daß ich ſobald Eltern und Heimat verlaſſen und in die Fremde gehen ſollte, um auf das Wort und den Nath meines herrlichen, alten Lehrers Felger, mich als Malerin auszubilden.
Ein lautes Jodeln ſtörte mich in meinen Träumen.
Es tönte
von den Sennhütten herauf, wo der Dr. Fultener aus Bequemlich⸗ er mein ruhiges
keit zurückgeblieben war und ſich nun vielleicht üb
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