Jahrgang 
1865
Seite
317
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6 8 4 ſ Si,,, e ſhc h S m Eine Gemsjagd König Maximilians II von Bapern. Von Fr. von Kobell. Die alten Fürſten vom Bayerland, Und iſt nicht minder eine Luſt, Der zweite Maximilian war's, Dem Waidwerk ſtets ergeben, Wenn auf ſchneebedecktem Grunde Der ſolch Gejaid erhoben, Sie kannten im tannenduftigen Wald Der ſchwarze Keiler durchs Dickicht bricht Drum ſoll, wie ich's vermag, mein Lied Das mutherfriſchende Leben, Und dann ſchnaubend ſtarrt in die Runde, Den edlen König loben; Sie jagten den Hirſch und Eber und Bär Und wenn der wohlgezielte Schuß Der Berge Poeſie verſtand Schreckens⸗ Und übten unverdroſſen Seinen wüthenden Trotz gebrochen Wie dieſer Herr wohl keiner . Den Arm zu Waffen und Wehr. Und er ſtürzend verenden muß. Im wackern Bayerland. V Es iſt fürwahr ein luſtig Thun, Doch noch viel reichern Freudenſtrauß⸗ Geh hin wo hoch der Watzmann baut ampe Zu birſchen durch Holz und Auen, Mag ſich der Waidmann erjagen, Sein drohend Steingepränge, Matte Ein ziehend Reh, ein Häslein auch Wo die grauen Kuppen am Hochgebirg Wo mit den eiſigen Brüdern er fu.. Auf blumiger Haid' zu ſchauen, In mächtigen Zacken ragen, Beherrſcht das Waldgehänge, erblickte Zu ſpähen in dem verwachſenen Hag Wo das Edelweiß aus den Wänden blüht, Wo rauſchend ſtrömt manch wilder Born . Wenn ſtille durch die Dämm'rung Wo in den letzten Strahlen Zum blauen See hernieder, licken. 2 Aufzieht der junge Tag. Die ſcheidende Sonne verglüht. Da klingt des Königs Horn. Es iſt wohl eine ſchöne Luſt Die alten Fürſten vom Bayerland, Und wo, als wär' ein Felſenmeer we laſſung Am grünen Waſſer zu lauſchen, Wohl Jäger unverdroſſen Erſtarrt bei grauſen Stürmen bute. Wenn von des Wildes flücht'gem Nahn Den Waidmanns Schatz der Alpenwelt Die Berge der Riß in langen Reihn Deh Die Schilfe ſchwanken und rauſchen, Den haben ſie nicht erſchloſſen: Die welligen Gipfel thürmen, Wenn im Sonnenlichte blank und frei Die Gemſe zu jagen in freier Jagd, Da hallet ſeiner Büchſen Knall Erglänzt in ſtolzen Bogen Das iſt der Schatz den ich meine Wenn Jagens Zeit gekommen Eines Kronenhirſches Geweih. Dort wo's am frühſten tagt. Weithin durchs Iſarthal. Und wo im holden Schwanengau Und wenn an der Tafel im Schwanenſaal . Sich heben des Schloſſes Zinnen, Die ſchäumenden Becher kreiſen, Da mag der Herr zum Schmuck des Huts Dann mag manch Lied, manch friſcher Spruch Den Gemsbart am liebſten gewinnen; Die Gunſt der Stunde preiſen, znaus inl So blüht das Weidwerk, blüht durch Ihn, Dann iſt des Ruhens kurze Zeit In den ſonnig lichten Revieren Der Dichtung ſchönen Träumen, 5 ein Da unten die Nebel ziehn. Ihren farbigen Bildern geweiht. Dunibut,. Und wenn nach beutereichem Tag So hält der zweite Max'milian, , Aſten Der König mit ſeinen Genoſſen Der Bayerfürſt das Jagen zum Zur Burg dann heimzieht, wenn die Schar Und magſt wohl ſonſt im deutſchen Land K. K. Sich naht auf leichten Roſſen, Dergleichen nicht erfragen, Die blitzenden Wehren, der Federn Wehn, Drum Weidmanns Heil ſtets mit ihm ſei Die ſchmucken Waidmannskleider, Und gnädig Sanct Hubertus, Gar luſtig iſt's zu ſehn. Das wünſcht die Jägerei!