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ſenden nun einen Hagel der feinen, wie Nadeln ſpitzen, Eispfeile mit ſolcher Gewalt hernieder, daß alle unbekleideten Körpertheile aufs em— pfindlichſte davon getroffen werden. Umſonſt kehrt der überfallene Wanderer der Seite den Rücken zu, von der der Wind die dichten Maſſen herpeitſcht. Wie brandende Meereswogen ſchlagen die jagen— den Fluten der Eisnadeln über ihm zuſammen, und greifen in krei⸗ ſendem Wirbel den Betäubten auch von vorn an.
Er kann nichts mehr ſehen, deckt mit Tuch und Hand die Augen und das Geſicht, welches von den brennenden Stichen der Eisnadeln und der ſchneidenden Kälte raſch zu ſchwellen beginnt. Der Athem wird ſchwer und faſt unmöglich, denn die zu Eis gewordene Luft dringt ſchneidend in die Luftwege der Lungen ein, und bohrt ſich bei jedem Athemzuge mit tauſend Spitzen feſt. Es tobt, wirbelt, ſtöhnt und pfeift durcheinander, als ſollte die Welt aus den Fugen gehen, als wäre die Stunde des letzten Gerichtes gekommen, und alle Ele⸗ mente geſetzlos entfeſſelt. Hilflos und verlaſſen ſteht der Menſch da, der ſtolze Herr des Erdballs, der ſich den Blitz wie den Dampf dienſtbar gemacht, mitten in dem wüthenden Aufruhr der Natur, eine ſichere Beute des Todes, wenn ihn die Kraft jetzt verläßt und die Sinne ihm ſchwinden. Läßt der fürchterliche Sturm einen Augen⸗ blick nach, und kann der Ueberfallene auf einige Sekunden die Augen öffnen, ſo ſieht er keine Spur des bisher verfolgten Weges mehr vor ſich. Knietief ſteht er da in dem ſo eben gefallenen oder von den Bergen hergewehten lockern Schnee. Die 10 bis 15 Fuß hohen Schneewände zur Seite der Schlittenbahn und die 20 bis 30 Fuß hohen Schneeſtangen dienen ihm als dürftige Wegweiſer. Oft ver⸗ ſchwinden ſogar auch ſie unter den Maſſen zuſammengewehten Schnees. Mit Entſetzen fühlt der arme Wanderer Ohren, Naſe, Hände und Füße empfindungs⸗ und bewegungslos, erſtarrt, erfroren. Ein unwiderſtehliches Gefühl der Mattigkeit und Schlafſucht über⸗ fällt ihn mit allmählichem Schwinden der Sinne, und rettungslos fällt er dem Erſtarrungstode des Erfrierens in die Arme. Nur eine faſt übermenſchliche Willenskraft und Anſtrengung vermag noch hier und da in ſolcher äußerſten Gefahr das bedrohte Leben zu retten, wie ein ſolcher Fall einem Bekannten des Verfaſſers begegnet iſt.
Derſelbe iſt Kaufmann in Altdorf im Kanton Uri, und ein Mann von rieſenmäßigem Körperbau und ungewöhnlicher Kraft. An einem ſchönen, hellen Wintermorgen war er frühzeitig in ſeinem Schlitten und mit ſeinem trefflichen, wohlvertrauten Pferde von Altdorf weggefahren und hatte zur Mittagsſtunde Andermatt erreicht, wo er Mittaghalt machte. Der Wirth und die anweſenden Rutner warnten vor der Guxeten, die heute noch eintreffen werde. Herr Z. hatte dringende Geſchäfte, und hoffte jedenfalls das erſte Zufluchts⸗ haus noch erreichen zu können, bevor der gefürchtete Gaſt eintreffen werde. Er machte daher beim Hoſpiz keinen Halt, ſondern fuhr raſch fürbas. Kopfſchüttelnd ſah ihm der wohlerfahrene Lombardi nach, und ſprach zu ſeinem Knechte:„Herr Z. wird die Tormenta zu koſten bekommen, bevor er die Cantoniera wird erreicht haben.“ Und ſo war es auch. Kaum nach Verfluß einer Viertelſtunde ſah der muthige Reiſende ſich plötzlich in dunkle Nacht gehüllt, und die„Gu— reten“ brach mit aller elementaren Wildheit los. Z. ſuchte noch Pferd und Schlitten zu wenden, um ſich nach dem Hoſpiz zu flüchten, aber in wenigen Minuten ſah er ſich bis an die Hüften eingeſchneit, und fühlte Hände und Füße erſtarren. Es ſtand klar vor ſeiner Seele, daß es ihm ans Leben gehen werde. Dieſes zu retten war nun ſein einziger Gedanke. Er ließ raſch entſchloſſen Roß und Schlitten im Stich, und arbeitete ſich mit dem ganzen Aufwand ſeiner außerordent⸗ lichen Kraft durch die Schneemaſſen, nach dem Hoſpiz zurück, das er nach mehr als anderthalb Stunden halbtodt vor Mattigkeit erreichte. Sobald der Sturm etwas nachgelaſſen, ſchickte Lombardi ſeine Knechte und Rutner aus, nach dem Roß und Schlitten zu ſehen. Sie fanden erſteres noch am Leben, und brachten beide zum Hoſpiz zurück.
Faſt jedes Jahr fallen auf dem Gotthard der gefürchteten Schnee⸗ guxeten viele Opfer. Eine Menge ſolcher Unglücksfälle lebt in der Er⸗ innerung und im Munde der kleinen Völkerſchaften, welche hüben und drüben am Fuße des Berges wohnen. Hiervon nur ein einziges aber ſprechendes Beiſpiel. Wegen gewaltigen Schneefalls in der Nacht vom 9. auf den 10. April 1848 hatte ſich am letzteren Tage die italie⸗ niſche Poſt bedeutend verſpätet, und es wurde ihr wirklich unmöglich, weiter als bis Andermatt zu kommen. Da entſchloß ſich der muthige und kräftige Poſtführer Simmen, das Poſtfelleiſen und die Gepäck⸗ ſtücke durch Träger über den Gotthard ſchaffen zu laſſen. Unter den
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zentweder unter der Laſt ihrer eigenen Schwere o
Trägern befand ſich Johann Joſeph Reglin, ſeines Berufes ein Steinmetz. Als die Karavane Andermatt verließ, fiel der Schnee noch immer in dichten Maſſen, und es ſtürmte mitunter ſehr wild. Die muthigen Bergſteiger ließen ſich jedoch dadurch keineswegs irre machen, ſondern drangen entſchloſſen vorwärts. Schon hatten ſie zwei Drittel des Weges von Andermatt bis zum Hoſpiz zurück gelegt, als plötzlich über die Lucendro⸗Alp ein Schneeſturm mit ſolcher Heftigkeit losbrach, daß in wenigen Minuten die Bahn ganz verweht war, und ſie alle die Richtung verloren hatten.
Wie mit Skorpionengeißeln peitſchte der wüthende Sturm mit ſeinen ſcharfen Eisnadeln die pflichtgetreuen Männer. Dieſe hielten noch immer Stand, und ſuchten trotz der Hinderniſſe unverzagt ihr Ziel zu erreichen. Endlich auf der Höhe des Paſſes, beim ſogenannten „Waſſerloche“(Naleggia) angelangt, vermochte Reglin nicht mehr weiter zu kommen. Die Kameraden, obwohl ſelbſt ſchwer be⸗ packt, verſuchten es dennoch, ihren Schickſalsgenoſſen durch den mehr als drei Schuh hohen Schnee mit ſich fortzuſchleppen. Doch nur zu bald verſagte auch ihnen die Kraft, und ihnen blieb nur noch übrig, entweder den ermatteten Kameraden aufzugeben und zurückzulaſſen, oder mit ihm dem ſichern Tode ſich preiszugeben. Mit ſchwerem Herzen wählten ſie das Erſtere. Sie hüllten daher Reglin in Mäntel und wollene Decken ein, brachten ihn unter eine ſchützende Felſen⸗ wand, ließen ſämmtliche Poſtfelleiſen und Gepäckſtücke bei ihm zurück und ſuchten nun baldmöglichſt das Hoſpiz zu erreichen, um daſelbſt Hilfe zu ſuchen. Dasſelbe war nur noch etwa zehn Minuten von ihnen entfernt. Dennoch brauchten die abgehärteten, ſtarken Männer anderthalb Stunden, bis ſie endlich die erſehnte Rettungsſtätte er⸗ reichten. Sofort brach der wackere Vater Lombardi mit Hilfsmann⸗ ſchaft auf, um womöglich den Unglücklichen zu retten. Sie kamen zu ſpät. Derſelbe war ſchon ganz eingeſchneit, ſo daß man ihn kaum finden konnte, und bereits erfroren. Bei derartigen heftigen Schneeſtürmen muß die italieniſche Poſt bald dieſſeit, bald jenſeit des Berges oft Tage lang warten, bis die Bahn über die Paßhöhe wieder geöffnet iſt. Unglücksfälle der Poſt ſelbſt in den Schnee⸗ ſtürmen gehören immer mehr zu den Seltenheiten, weil die Rutner wie die Poſtillone ſorgfältig auf die Vorboten derſelben achten, und dann die Poſt rechtzeitig Halt macht. Zu denſelben gehört auch das plötzliche Sträuben und Stetigwerden der ſonſt folgſamen Poſtpferde, und das Unruhigwerden der Rettungshunde im Hoſpiz, die unauf⸗ hörlich zu bellen beginnen, bis man ſie hinausläßt. Die Bergdohlen endlich fliegen ängſtlich von den Felſenfirſten zum Hoſpiz herunter und umflattern es mit großer Unruhe und heiſerkreiſchendem Geſchrei. Sicher darf man in dieſen Fällen auf einen Schneeſturm oder den Sturz einer Lawine gefaßt ſein. Die Lawinen ſo wie das Herab⸗ ſtürzen der ſogenannten„Windſchilde“ drohen auch wirklich der Winterpoſt über den Gotthard mannigfache und mitunter große Gefahren. Bekanntlich unterſcheidet man bei uns im Gebirge Staub⸗ und Grundlawinen. Die erſteren entſtehen im Winter, wenn an den ſteilen Gebirgsabhängen lockerer, neuer Schnee auf eine ältere gefrorene Schneefläche fällt. Dieſer Schnee findet auf der Fläche keinen feſten Halt und ſtürzt daher oft in großer Ausdehnung und unter furchtbarem Krachen hinunter ins Thal. Den Staub⸗ lawinen geht immer ein ungeheuerer Luftdruck voran, der ſich rings herum auf weite Entfernungen verbreitet, ganze Wälder und feſte Gebäude wie Kartenhäuſer über den Haufen wirft, mitunter viele Centner ſchwere Gegenſtände wie Flaumfedern weithin durch die Luft fortträgt. Die Grundlawinen dagegen bilden ſich vorzugsweiſe im Frühling bei Thauwetter und wenn der Fön in den Höhen hauſt. Alsdann erdröhnt oft die Luft faſt ununterbrochen von dem majeſtätiſchen Donner der Lawinen, die von allen Höhen ſich ins Thal hinabſtürzen. Windſchilde oder ſogenannte Schneewehen hilden ſich endlich bei ſtarkem Schneefalle an den ſenkrechten Felſenwänden, an ihren Vorſprüngen und in ihren Spalten, indem aus den verdichteten und theilweiſe gefrorenen Schneemaſſen vom Felſen ganz abgelöſte, hohe Schneeſchirme ſich bilden, die viele Centner ſchwer ſind, und endlich der durch den warmen Richtung des
Hauch des Föns, durch Thauwetter oder die veränderte Sie
Windes ſich losreißen, und unter lautem Krachen herabſtürzen. ſind es vorzugsweiſe, nach denen in der die beſorgten Blicke der Bergfahrer ſich richten. Glocke, der Knall einer Piſtole oder Peitſche, ſelb 4 Fen ruf genügt, ſolche Windſchilde in ſtürzende Bewegung zu verſetzen.
Der Schall einer ſt ein lauter Jodel⸗
verſchrienen Schöllenen


