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mandirt er mit freudig erregter Stimme. Die Riemen klappen läng⸗ ſeit, hoch oben auf dem Kamm der Welle ſtürmt das Boot den Strand hinauf. Sobald es den Grund berührt, ſpringen die Ruderer hinaus und halten es auf geradem Kiel. Die zweite und dritte Welle kommen
donnernd herbei, aber ſie vermögen nicht mehr zu ſchaden. Bereits haben ſich jubelnd die Inſelbewohner an die Fangleine des Bootes geſpannt, die Brandung hilft nur ſelbſt noch heben, hilft es weiter hinaufſchieben und bald iſt es außer aller Gefahr.
Gerettet! Ein donnerndes Hurrah begrüßt Retter und Gerettete, doch der alte Vormann winkt mit der Hand. Er entblößt ſein graues Haupt und beugt in ſtillem Gebete demüthig ſein Knie vor Dem da droben, der das Werk gelingen ließ und in grauſer Gefahr Seine Hand über ihnen hielt.
Als die Bö vorüber war, ſuchte das Auge vergebens nach dem Wrack. Es war in der Tiefe verſchwunden.
Das Bild, welches ich hier dem Leſer entrollte, iſt kein Spiel der Phantaſie, ſondern der Wirklichkeit entnommen. Die edle That geſchah auf einer der vergeſſenen frieſiſchen Inſeln, auf Langeroge und zwar am 7. November vergangenen Jahres. Die Mannſchaft der engliſchen Brigg Penſcher wurde auf die beſchriebene Weiſe von der heldenmüthigen Beſatzung des dortigen Rettungsbootes gerettet. Am 7. September erfolgte unter ähnlichen Umſtänden die Rettung fünf franzöſiſcher Seeleute vom Schiffe Gagnerie, das im Sturme auf Spikerooge geſtrandet war und ebenfalls unmittelbar nach Bergung der Mannſchaft von den Wogen zertrümmert wurde. Noch viele ſolche Fälle könnte ich anführen, doch es genüge zu ſagen, daß in den letzten drei Jahren durch die Rettungsboote an unſern Nordſeeküſten 61 Menſchenleben einem ſichern Tode entriſſen ſind.
Bis zum Jahre 1861 war unſere geſammte deutſche Küſte ohne alle wirkſamen Rettungsanſtalten. Für die Hunderte von Schiffen und die Tauſende von Menſchenleben, welche im Laufe der Jahre an ihr verloren gingen, gab es vom Lande aus weiter keine Hilfe, als das fromme Gebet der bangenden Mütter und Frauen:„Gott ſchütze unſere Lieben auf der See!“
Jetzt iſt es, Gottlob, anders geworden; Menſchenfreunde haben Vereine geſtiftet und aus freiwilligen Beiträgen an den gefährdeten Punkten unſerer nordweſtlichen Küſten Rettungsſtationen errichtet. Es haben ſich die erforderlichen Mannſchaften gefunden, um die eigens
conſtruirten und mit Luftkaſten verſehenen eiſernen Rettungsboote zu
beſetzen. Wie ſie ihre freiwillig übernommenen Pflichten erfüllen, haben wir geſehen. Der kärgliche Lohn von 2 Thlr. am Tage und 4 Thlr. des Nachts für das Auslaufen zu Rettungszwecken iſt kein Aequivalent für die Gefahr, mit der ſie kämpfen. Sie verdienen einen beſſern Lohn, die Achtung und Bewunderung des deutſchen Volkes.
Bis jetzt exiſtiren drei ſolcher Rettungsvereine, der Oſtfrieſiſche, der Hamburger und der Bremer, mit zuſammen 12 Stationen. Ein weiterer, der Preußiſche, iſt gegenwärtig in Stettin in der Bildung begriffen. Die preußiſche Küſte iſt 110 Meilen lang; es fehlen ihr einige zwanzig Stationen, zu deren Gründung und Unterhaltung ein Capital von 100,000 Thlrn. erforderlich iſt. An den betreffenden Bootsbeſatzungen iſt kein Mangel. Wenn auch unſerer Küſtenbevöl⸗ kerung von der Natur nicht die körperliche Größe wie den Frieſen verliehen iſt, ſo ſtehen ſie ihnen an ſeemänniſcher Tüchtigkeit, an Muth und den Geiſtes⸗ und Herzenseigenſchaften, welche die deutſchen See⸗ leute vor allen andern Nationen auszeichnen, nicht nach. Es handelt ſich daher nur um die Beſchaffung der Boote und die Einrichtung der Stationen. Dies iſt die Sache des Volks, weil es rein menſchliche Zwecke betrifft, und wir wollen hoffen, daß der demnächſt ergehende Aufruf des preußiſchen Vereins zur Rettung von Schiffbrüchigen bei allen Bemittelten ſolchen Wiederhall finde, wie ein ſo edler ſchöner Zweck verdient. Was ſich auf dieſem Gebiete erreichen läßt, welche ſchöne Triumphe dabei die Menſchenliebe feiert, davon gibt England in großartigſter Weiſe Zeugniß. 130 Rettungsboote ſtatio⸗ niren an ſeinen Küſten, die ſämmtlich aus freiwilligen Gaben be⸗ ſchafft ſind und unterhalten werden. 140,000 Thaler hat das engliſche Volk im letzten Jahre dazu beigeſteuert und 470 Menſchenleben ver⸗ danken in derſelben Zeit ihre Rettung den Booten. Soll Deutſch⸗ land, ſoll Preußen hinter England zurückſtehen, ſoll unſer Vaterland, das ſich die Wiege der Civiliſation nennt, der Vorwurf treffen, dieſen Namen nicht zu verdienen?
Mögen dieſe Zeilen dazu beitragen, unſer Volk mit einem Gegenſtande bekannt zu machen, der ſeine Theilnahme im höchſten Grade verdient, möge der Aufruf des Rettungsvereins überall offenes Herz und offene Hand finden, damit wir bald von ähnlichen das ganze Volk ehrenden Thaten berichten können, damit die Thränen der Wittwen und Waiſen trocknen, deren Gatten und Väter jetzt hilflos
an unſern Küſten zu Grunde gehen und damit auch wir das Unſrige
thun, um unſere ſeefahrenden Brüder, ſoweit es in des Menſchen Macht ſteht, vor der Wuth der Elemente zu ſchützen.
Am FJamilientiſche.
Eine Skizze von Horace Vernet.
Es war an einem Junitage des Jahres 1838, als in das Comptoir eines der erſten Hamburger Banquierhäuſer ein Fremder trat, um auf ſeine Credit briefe bedeutende Geldſummen zu erheben. Obgleich Fremde in dieſen Räumen keine Seltenheit waren, ſo zeichnete ſich der Angekommene doch durch ſeine, von den gewöhnlichen, meiſtentheils kaufmänniſchen Phyſionomien ſehr ab⸗ weichende Erſcheinung aus. Man hätte den Franzoſen an jedem Zug ſei⸗ nes markirten Geſichtes, wie an der Lebhaftigkeit ſeiner Bewegungen erkannt, auch wenn er ſich nicht in ſeiner Landesſprache eingeführt hätte. Der kühne
Bart und die Ungezwungenheit ſeines ganzen Benehmens ließen auch ſofort den Künſtler vermuthen; dem widerſprach nur die völlige Gleichgültigkeit,
mit der er das Incaſſo ſo beträchtlicher Summen behandelte. Ein ſolcher Beſuch war indeſſen ein zu gewöhnliches Ereigniß, um irgendwie die Aufmerk⸗ ſamkeit des Comptoirperſonals zu erregen, jeder blieb bei ſeiner Beſchäftigung, die Accreditive wanderten von Hand zu Hand in ein Nebenzimmer, wo der Chef arbeitete und hier verſchwanden ſie für einige Minuten.
Horace Vernet, denn er war der Fremde, der, von Kaiſer Nicolaus I. zum Beſuch nach Rußland geladen, auf dieſer Reiſe einen kurzen Aufenthalt
in Hamburg machte, ſchlenderte eine Zeitlang im Zimmer auf und ab, da
ſeine Papiere nicht ſogleich wieder erſchienen, und blieb dann an dem letzten Pulte hinter einem jungen Manne ſtehen, der neben ſeinem angefangenen Briefe, halb darunter verſteckt, auf ein anderes Blatt eifrig ein Pferd zeichnete. Er hatte die Ankunft des Künſtlers gar nicht bemerkt. Vernet ſchaute ihm eine Weile aufmerkſam über die Schultern zu.
Entdeckte er wohl einen Funken der göttlichen Flamme, die ihn beſeelte?
„Donnez-moi la plume, je vous dessinerai un cheval!“ fuhr er ihn plötzlich an. — Der Zeichner drehte ſich erſchrocken um und reichte mechaniſch dem ſchnell an das Pult Tretenden die Feder. einen friſchen Bogen Poſtpapier zu ergreifen und dem Ungeduldigen vorzulegen. In zwei Minuten ſtand die Zeichnung da, ein Pferd, ſo friſch und keck, wie es nur Horace Vernet zeichnen konnte.
Er hatte kaum noch ſo viel Beſonnenheit,
„Tenez, monsieur, voilà votre cheval, dites que c'est Vernet, qui l'a fait, et on le trouvera beau!“ Mit dieſen ſtolzen Worten, die aber durch den Ton der Stimme mehr wie eine feine Ironie klangen, verabſchiedete ſich der Künſtler, den immer noch regungslos Daſtehenden freundlich grüßend.—
Das wäre alles, was über die Entſtehung dieſer Skizze, welche im Ori⸗ ginal vor mir liegt, zu ſagen iſt.„Wie, ſchon zu Ende? Das war aber kurz! Und gar kein Schluß?“ höre ich den Leſer entrüſtet ausrufen, der ſchließlich noch einen ſchönen Knalleffekt erwartet hat.
Muß denn immer ein Schluß ſein? Das andere ſoll man ſich ja denken! Skizzen ſind keine fertigen Bilder, und was ſich darüber ſagen und ſchreiben läßt, braucht auch keine fertige Geſchichte zu ſein, mit Anfang, Mitte und Ende.
Wer aber durchaus noch einen Schluß will, für den iſt noch was da, zwar ebenſo einfach wie die ganze Anekdote, aber auch ebenſo wahr.
Horace Vernet kehrte, mit Ruhm und Ehre beladen, nach Frankreich zu⸗ rück, 1845 malte er das 66 Fuß lange Bild„Der Ueberfall der Smalah“, 1846„Die Schlacht bei Isly“, ſeine berühmteſten Bilder.
„Und der Pferdezeichner in Hamburg?“
Der gab das Pferdezeichnen ganz auf. Er war jetzt verheirathet und hatte eine zahlreiche Familie, er ſchrieb und rechnete, und hatte keine Zeich⸗ nungen mehr unter ſeinen angefangenen Briefen verſteckt; dazu war die Cor⸗ reſpondenz längſt zu mächtig geworden. Zu Hauſe erzählte er die Geſchichte ſeinen Kindern, wenn in den Zeitungen von einem neuen Werke des gefeierten Franzoſen die Rede war, und zeigte ihnen das Pferd, welches er wie ein Heilig⸗ thum aufbewahrte. Als ſein älteſter Sohn Maler werden wollte, ließ er ihn gewähren, und ſo wollte es der Zufall, daß dieſer zwanzig Jahre nach der er⸗ zählten Comptoirſcene, im Juni 1858, das Atelier Horace Vernet's in Paris betrat, wo er keinen andern Creditbrief abzugeben hatte, als die Pferdeſkizze.
Vernet ſaß damals noch rüſtig an der Staffelei, obgleich er ſchon 69 Jahre zählte. 4
Ein ſchwermüthiges Lächeln glitt über ſein gefurchtes Antlitz, als er den alten Bogen Poſtpapier wieder in der Hand hielt. Der Zauber der Skizze wirkte. Aus den todten Linien redete die vergangene Zeit, und längſt ent⸗ ſchwundene Tage rauſchten an ihm vorüber.—


