Fillzmütze bedeckt, aber ſein Poncho war von einem äußerſt feinen drei oder vier junge Frauen traten ein und es wurden nun raſch alle Gewebe, welches Benito, als Chilene, wohl zu ſchätzen wußte, und in Vorbereitungen zu einem Mahle getroffen.
———————— 292 „Wer kann die Namen aller Bäume behalten?“ verſetzte der Im gegenwärtigen Falle jedoch erſchien eine Anfrage überflüſſig, auf di IZndianer, indem er die Schulter zog. denn der Häuptling trat, als Benito herangekommen war, auf ihn utrin Jetzt ritt man an einem Gehölze der Coligue*) vorüber, welches zu, lud ihn ein abzuſteigen, begann aber nun alsbald ein anderes V 5 V ſo dicht war, daß es ſchien, als könne man nicht mit der flachen Hand Ceremoniel, welches nur in Araucanien gebräuchlich, und von welchem ſagte zwiſchen den einzelnen Stämmen eindringen. Benito zwar gehört hatte, das er aber keineswegs in ſeiner ganzen undet „Ah,“ rief der junge Chilene,„dies iſt das Rohr, aus welchem Ausdehnung kannte. Ihr Eure berühmten Lanzen verfertigt!“ Es beſtand dies in einer Anzahl von Fragen nach dem Wohl⸗ Ausr Der Araucaner ſchlug mit allen Anzeichen der Bewunderung befſinden und guten Stande von Individuen und Gegenſtänden, aan ddie Hände zuſammen, als habe er jetzt erſt die großen ſilbernen Sporen welchen der Gaſt möglicher, ja häufig faſt unmöglicher Weiſe einiges Benitos erblickt. Intereſſe haben konnte. und „Sennor,“ ſagte er mit entzückter Miene,„nie in meinem Leben Der Häuptling frug ihn nach ſeinem eigenen Wohlbeſinden, habe ich ſo außerordentlich ſchöne und koſtbare Sporen geſehen, als nach dem ſeiner Eltern, ſeines Großvaters und ſeiner Großmutter, Er ddie Eurigen!“ ſeiner Weiber und ſeiner Kinder! Benito ſchwieg jetzt und nach nicht langer Zeit öffnete ſich der Benito verſetzte, daß ſeine Eltern längſt geſtorben, und daß er ll Wald und ließ Fruchtfelder und in einer geringen Entfernung ein ſelbſt weder Weiber noch Kinder beſäße, worauf der Häuptling ſich un zieemlich großes Dorf erblicken. würdevoll lächelnd verbeugte und ſagte: di Die beiden Araucaner erklärten jetzt mit höflichen Worten, daß„Schön, ſehr ſchön!“ 2 4 ſiie voraus reiten und die Ankunft der geehrten Gäſte verkünden Dann frug er nach dem Befinden ſeiner Pferde, ſeiner Hunde, 5 wollten, und nachdem ſie ſich entfernt hatten, ſägte Joſé lachend zu ſeiner Katzen und nach dem Stande ſeiner Herden. u B ſeinem Herrn: Benito, der jetzt ein wenig zu begreifen begann, erklärte ernſt⸗ 3 „Ich habe in meinem ganzen Leben keinen einfältigern Burſchen haft, daß die Geſundheit aller dieſer Thiere nicht das Geringſte zu ggeetroffen, als dieſen Wilden. Er hat mir auf alle meine Fragen wünſchen übrig laſſe. jn nicht eine einzige vernünftige Antwort gegeben.“„Wie aber,“ ſagte der Häuptling mit beſorgter Miene,„wie le „Und ich,“ erwiderte Benito,„habe niemals größere Spitz⸗ iſt der Beſtand Eurer Felder, Eurer Wieſen, Eurer Kleeäcker, wie. buben geſehen, als dieſe beiden Kerle. Erfahren habe ich bis jetzt ſtehen Eure Obſtpflanzungen, Eure Gemüſe, Eure Weinberge? Wie 4 nur das eine, daß ich nicht ihre Sprache zu lernen brauche, um von ſtehen jene Eurer Freunde und Verwandten, wie habt Ihr überhaupt N V ihnen gefoppt zu werden.“ alle Felder und Pflanzungen auf Eurem Wege zu uns gefunden?? V Die„berühmte“ Lanze ſah er jetzt übrigens zum erſten Male, Benito, der ſich, wie die meiſten jungen Leute, um nichts weniger 5 und das zwar an ſeinen beiden Begleitern ſelbſt, die vor ihm dahin als um den Stand der Aprikoſen gekümmert hatte, erklärte dennoch, 4 ritten. Sie hing an einem dünnen, bis zur Erde reichenden Leder⸗ wie er zu ſeiner großen Befriedigung wahrgenommen habe, daß der al riemen vom Sattel, und wurde auf dem weichen, mooſigen Boden Stand aller Früchte allenthalben ein äußerſt vortrefflicher ſei und die 8 des Waldes unbemerkt mit fortgezogen. Als die Indianer das Dorf ausgezeichnetſten Ernten verſpräche, worüber der Häuptling eine erreicht hatten, nahmen ſie die Waffe auf und führten ſie nach Art außerordentliche Freude bezeigte, dann aber ſchweigend und ohne ſich V unſerer Lanzenreiter. zu rühren, vor Benito ſtehen blieb. V Benito ſah jetzt, daß faſt alle Häuſer des Dorfes mit einer Art Da dieſer nun die Perſonen und Gegenſtände erfahren hatte, von Palliſadenzaun umgeben waren, und daß man durch ein großes nach welchen auch er jetzt den Häuptling fragen müßte, ſo that er dies (Thor in das Gehöfte gelangte. Das eigentliche meiſt aus ge⸗ in derſelben Reihenfolge, erhielt die befriedigendſten Antworten und brannten Steinen aufgeführte Wohnhaus ſtand in der Mitte des ein- endlich umarmte ihn der Häuptling zweimal auf äußerſt förmliche V gefriedigten Raumes und zu beiden Seiten niedere Gebäude, welche zum Weiſe und lud ihn ein, ſeine geringe Wohnung mit ſeinem Beſuche Theil ebenfalls bewohnt ſchienen, theilweiſe aber offenbar Vorraths⸗ zu beehren. häuſer oder Scheunen waren. Einfachere und nicht mit einem Zaun„Schön,“ dachte Benito,„wenn alles hier im Lande auf dieſe umgebene Wohnungen ſchienen ärmeren Leuten anzugehören, der erſteren umſtändliche Weiſe betrieben wird, ſo werde ich ein Jahr lang Zeit waren aber mehrere, und alle dieſe Häuſer lagen in ziemlich weitem haben mich umzuſehen, und unſer Geldgeſchäft wird ohne Zweifel Abſtande, wohl hundert Schritte weit von einander entfernt. Benito nicht vor einigen Monaten in Angriff genommen werden.“ wunderte ſich einerſeits über die Reinlichkeit, welche allenthalben Er war daher einigermaßen erſtaunt, als der Häuptling, ſobald* herrſchte, und war ebenſo erſtaunt, daß viele größere Häuſer mit man die Stube betreten hatte, ohne weitere Umſchweife ſagte: Glasfenſtern verſehen waren, am meiſten aber ſiel ihm auf, daß nie—„Ihr habt das Geld und ich habe die Quittung, tauſchen wir mand ſeine Ankunft zu bemerken ſchien und daß ſich keine Neugierige alſo aus!“ voerſammelten, um ihn in Augenſchein zu nehmen. Nur einige Male Er überreichte bei dieſen Worten Benito eine aller Form ent⸗ tam es ihm vor, als werde er von einem der kleineren Seitengebäude ſprechende, trefflich geſchriebene und mit der Namensunterſchrift ver⸗ aus beobachtet. ſchiedener Häuptlinge verſehene Quittung, und dieſem blieb nichts Er hatte indeß nicht lange Zeit, Betrachtungen anzuſtellen, denn übrig, als ſein Geld aus dem Gürtel zu ziehen und aufzuzählen. er erblickte jetzt ſeine beiden früheren Begleiter, welche ſich zu beiden Der Häuptling überflog die Summe mit dem Blicke eines Seiten eines Thores aufgeſtellt hatten, und unter demſelben ſtand gewandten Geſchäftsmannes, ſchob ſie ſchweigend in ſeine Taſche und ein Mann, der unzweifelhaft ein Häuptling war, welcher ihn erwartete. nachdem der junge Offizier ſeine Quittung ebenfalls eingeſteckt hatte, Er trug, wie die andern, den Poncho und lange weite Bein⸗ war das Geſchäft in wirklich überraſchender Weiſe abgemacht, und 1 kleider von Linnen, und ſein Haupt war mit einer hohen und ſpitzen nachdem Geld und Quittung verſchwunden, öffnete ſich eine Thüre, V
eine feſte Wand vor ſich zu haben glaubt, als ein Stück Pflanzenwuchs. Die Schnürchen, denn der Häuptling wechſelte keinen Blick, viel weniger gefürchtete Lanze der Araucaner iſt aus dieſem Rohre gefertigt. ein Wort mit einem der dienenden Geiſter.
ſeinem Gürtel ſteckte ein koſtbares mit Silber und Gold reich ver⸗„Wahrhaftig,“ dachte Benito,„alles geht hier wie am Schnür⸗ ziertes, langes, dolchartiges Meſſer. 3 chen, und es will ſcheinen, als ſei jedem ſeine Rolle im voraus B Es iſt in Chile, ſowie überhaupt allenthalben an der Weſtküſte zugetheilt, jedoch, wir werden ſehen!“ er Südamerikas Gebrauch, in kein Haus, keinen Hofraum, keinen Garten, Dem Mahle that der junge Mann übrigens alle Ehre an, und und überhaupt nirgends einzutreten, ja ſelbſt nicht vom Pferde zu fand, daß die Bereitung der Speiſen ſich kaum in etwas von der in ſteigen, wenn man nicht durch Rufen oder Pochen ſich vorher bemerk⸗ Chile gebräuchlichen unterſchied. Auch die Stube, in welcher man bar gemacht und vom Eigenthümer die Erlaubniß hierzu erhalten ſich befand, glich vollkommen jener eines wohlhabenden Landmannes V hat, und dieſe Sitte wird ſelbſt von den nächſten Anverwandten des in ſeinem Vaterlande. V Hauſes ſtrenge aufrecht erhalten. Was die eingetretenen Frauen oder Mädchen betraf, ſo bedienten — ſie ſchweigend und unterwürfig die beiden Männer welche allein 3 b4 5b dieſe Bambuſee, welche eine Hö on:.. 1 Fuß Aieht nchheednweem ſ undrcheaeli Buſchdahe Han arbi Plas geuommen hatten, und in der That ging wirklich alles am V
1———
—jjjÿ—ny———
— e=—.— 2— 2— 1


