f ihn
nur ulen⸗ t ſind eſäule
vas iſt en und ißt es: inzigen der iſt digkeit, mit der
ehalten, ßt, und werde! m ſonſt e Sinn b Buche erathen, ſo ſchon Buch“
hren als
t unſäg⸗ endlich übera
wo manl eefunden,
ich jetzt einlenken und ihnen ſagen, daß man auch ohne all dieſe Drangſal viel Freude am Schach erleben und manche Partie ge⸗ winnen kann. Jede Sache hat eben zwei Seiten, und daß man auch mit einiger Wahrſcheinlichkeit behaupten kann, das Schachſpiel ſei ungemein leicht zu erlernen, davon erfuhr ich vor kurzem ein hübſches Beiſpiel:
Ein Schachſpieler meiner Bekanntſchaft, der gern Proſelyten macht, war an einen eifrigen Whiſtſpieler gerathen, der ſich nicht be⸗— kehren laſſen wollte, weil das Schachſpiel ein zu ſchweres Spiel für ihn ſei.
„Aber, lieber Herr,“ verſetzte der Schachſpieler, ohne ſich irre machen zu laſſen,„das Whiſtſpiel iſt ja unendlich viel ſchwerer, wie ich Ihnen gleich beweiſen werde. Ohne davon zu reden, daß Sie gegen unbekannte Feinde kämpfen, da Sie die Karten Ihres Gegners nicht kennen, nicht einmal die Ihres Aiden! während Sie beim Schach jeden Trumpf ſehen, den Ihr Gegner noch ausſpielen kann; wie geſagt, ohne dieſen großen Vortheil in Anſchlag zu bringen, gebe ich Ihnen nur zu bedenken, daß Sie es beim Whiſt zugleich mit der Zukunft und mit der Vergangenheit zu thun haben: um die künftigen Stiche zu machen, müſſen Sie fortwährend die ſchon ausgeſpielten Karten im Gedächtniß behalten; dagegen beim Schachſpiel intereſſirt Sie einzig die Zukunft, jeder genommene Stein iſt gänzlich abge⸗ than, ſo wie jeder einmal geſchehene Zug; Sie brauchen ſeiner nicht mehr zu gedenken. Sie ſollen immer nur aus der Gegenwart eine möglichſt günſtige Zukunft geſtalten. So vereinfacht ſich mit jedem Zuge das Spiel!“
Kann man beſſere Gründe für eine unhaltbare Sache anführen?
Ehe ich es verſuche, das Schachleben im Café de la Régence zu ſchildern, will ich noch in wenigen Zeilen der bedeutendſten Schach⸗ autoren gedenken, die ſeit ſieben Jahrhunderten weſentlich zur Ver⸗ breitung und Entwickelung des Spiels beigetragen haben.
Das älteſte Schachbuch, deſſen Erwähnung geſchieht, iſt aus dem 13. Jahrhundert von Ceſſolis. Ihm folgten im 16. der Portugieſe Damiano, 1512, und der Spanier Rui Lopez 1561, deſſen Namen eine bis heute in Anwendung gebliebene ſchöne Er⸗ öffnung trägt. Dann Gianutio(1597), Salvio(1604), Greco, genannt der Calabreſe(1615) und Carrera(1616) waren die Schriftſteller der älteren Periode.
Mit Francois André Danican, genannt Philidor(1726 bis 1795), begann eine neue Epoche. Fünfzig Jahre lang behauptete er ſiegreich das Feld gegen jeden Gegner, und wenn er ſeinen Feinden den Rücken kehrte, war es um doppelte Ehre zu ernten; ich meine: beim Blindlingsſpiel, wovon er, als der erſte, in London bewunde⸗ rungswürdige Proben ablegte. Dieſe letzte Art zu ſpielen blieb lange Zeit eine nur Philidor mögliche Heldenthat, bis die neuere Zeit und namentlich die Gegenwart eine ſolche Fülle von Blind⸗ lingsſpielern auftauchen ließ, daß ihre Namen aufzuzählen faſt un⸗ möglich ſein würde.
Philidors Stärke liegt in einem überaus feinen Bauernſpiel. Mit einem geſchloſſenen Centrum von Bauern begegnet er den glänzendſten Figurenangriffen, durchbricht die feindliche Reihe, und bringt ſchließlich einen Bauer zur Dame.
Das Weſſentliche ſeines Spieles liegt darin, daß dieſer zur Dame gebrachte Bauer die Entſcheidung herbeiführt.
Seinen Zeitgenoſſen gegenüber behielt er Recht, und bekämpfte erfolgreich die Syſteme ſeiner Gegner: Del Rio 1750, Lolli 1763, Ponziani 1763.
Die neueren Autoritäten ſind ſo bekannt, daß ich mich der An⸗ führung ihrer Namen hier enthalte; man hat geſucht, das Beſte aus Philidors und ſeiner Gegner Syſtem feſtzuhalten und vereinigt weiter auszubilden, conſequente Anhänger der alten franzöſiſchen oder italieniſchen Schule finden ſich kaum noch. Daß Deutſchland nicht zurückgeblieben iſt, weder im praktiſchen Spiel noch in der Theorie, beweiſen Anderſſens Sieg auf dem großen Londoner Schach⸗ turnier 1851, und das„Handbuch von Bilguer und von der Laſa“, das vollſtändigſte Werk, welches die geſammte Schachliteratur auf⸗ zuweiſen hat.
Als eine Frucht der neueſten Schachſtudien iſt noch die „Schachaufgabe“ zu erwähnen. Obgleich dieſe Frucht eine harte, ſchwer zu knackende Nuß iſt, ſo finden ſich doch von Jahr zu Jahr mehr Liebhaber dafür, und wieder vorzüglich in Deutſchland,
231
wo es'vielleicht bald mehr Problemdichter geben wird, als— wöhnliche“ Dichter.
Nach dieſer Einleitung, die für das, was folgen ſoll, ſchon ungebührlich lang geworden iſt, wollen wir dem Schauplatz der Pariſer Schachkämpfe einen Beſuch abſtatten.
Das Café de la Régence, Rue St. Honoré 161, liegt in den Neubauten faſt an derſelben Stelle, wo das alte lag. Seit ſeinem Beſtehen war es ein Rendez-vous der Liebhaber und Ausübenden unſeres Spiels. Es iſt eines von den wenigen Pariſer Cafés, die eine große Anzahl von Stammgäſten haben. Selbſt Fremde werden für die Zeit ihres Aufenthaltes in Paris Stammgäſte in ſeinen Räumen; ſie laſſen ſich die bedeutenden Schachgrößen zeigen, lernen bald ebenbürtige Gegner kennen, wie Schachſpieler überhaupt ſchnell Bekanntſchaft machen, und lenken ihre Schritte nach der Rue St. Honoré, ſo oft es ihre Zeit erlaubt, bis ſie wieder verſchwinden, um neuen Erſcheinungen Platz zu machen,— ſpurlos, wenn nicht das Andenken an einige glänzend geſpielte Partien den ſtetigen Stammgäſten noch für kurze Zeit Stoff zur Unterhaltung gibt. Im Gefühl der eigenen Größe aber fällt das Lob nur ſparſam aus: Avez-vous joué avec ce petit polonais? fragt einer derſelbe ſeinen Nachbarn: Mais oui! il est malin, ce monsieur! Das iſt ſchon eine ſtarke Anerkennung, die wenigen zu Theil wird.
Den Deutſchen geht ein günſtiges Vorurtheil vorauf, man braucht hier nicht zu ſagen: Pardon, Monsieur, je suis allemand! nein, jedesmal wenn ich den bedeutendſten Schachſpielern einen Landsmann vorſtellte, verneigte man ſich ſehr verbindlich, und murmelte etwas von nation de penseurs etc., was einen wohlthuenden Gegenſatz zu dem téte-carrée und anderen lieblichen Spitznamen bildet, womit uns unſere überrheiniſchen Nachbarn in Paris zu bezeichnen pflegen.
Ueberhaupt iſt ein ſehr feiner Ton vorherrſchend, und finden ſich oft die hervorragendſten Perſönlichkeiten ein, um einmal eine gute Partie Schach zu ſpielen, wie ſie ſelbſt in Paris nur im Café de la Régence zu haben iſt; oder der Graf X. tritt ein, beſtellt eine demi-glace und nimmt einen Schachfürſten bei Seite, der gerade in der Mode iſt, um ihn in eleganteſter Form zu erſuchen, die kleine Soirée, die er eben arrangire, durch ſeine Gegenwart zu verherr⸗ lichen.„Ein Schachſpiel werden Sie vorfinden, ich bin entzückt, meinen Freunden eine Probe Ihres wunderbaren Talentes zu zeigen, es gereicht mir zur größten Genugthuung, Ihnen dieſen Triumph bereiten zu können.“ Bei dieſer Gelegenheit wandert ein unſchein⸗ bares aber nicht zu verachtendes Bankbillet aus dem Taſchenbuche des Grafen in die Buſentaſche des Schachſpielers, der gerührt ver⸗ ſpricht, präciſe zu kommen, und heute für 5 Frcs. im Palais Royal dinirt, ſtatt wie gewöhnlich für 95 Centimes beim Suppen⸗Duval.
Das Café de la Régence beſteht aus 3 Räumlichkeiten: dem eigentlichen Café, wo die Nichtraucher ſpielen, und dem Eſtaminet, von welchem einige Stufen aufwärts in ein Billardzimmer führen. Außerdem iſt in der erſten Etage der Verſammlungsort für einen geſchloſſenen Club, von deſſen Wirkſamkeit aber wenig verlautet.
Unſere Illuſtration zeigt das Eſtaminet, dem zwar die Wand⸗ verzierungen des eigentlichen Cafés fehlen, welche in den Büſten und Namen zahlreicher Schachcelebritäten beſtehen, es iſt aber der Mittel⸗ punkt des ganzen Lebens und Treibens, wo die meiſten und beſten Partien geſpielt werden. Hier iſt es, wo täglich von 10 Uhr Morgens an, zu jeder Tageszeit, bis Mitternacht Schach geſpielt wird. Einzelne Fanatiker nehmen ſich kaum die Zeit zu einem eiligen Mittagseſſen in möglichſter Nähe, um ſofort ihren Gegner wieder aufzuſuchen.
In dieſem Zimmer zeigt man noch die marmorne Tiſchplatte, an der Napoleon I. geſpielt haben ſoll.
Hier ſaßen die acht Gegner des Amerikaners Paul Morphy am 27. September 1858, die Herren Baucher, Bierwirth, Bornemann, Guibert, Lequesne, Potier, Preti, Seguin, während Morphy im Billardzimmer ſeinen Sitz hatte.
Der Ausgang dieſes berühmten Blindlingsſpieles iſt bekannt: von den ò gleichzeitig geſpielten Partien gewann Morphy 6, nur Lequesne und Guibert waren ſo glücklich ein Remis zu erringen. 10 Stunden dauerte dieſer hartnäckige Kampf. b
„Unter den Zuſchauern fanden ſich außer mehreren Schach⸗ notabilitäten, wie St. Amant, Laroche u. A., auch der Herzog von Braunſchweig, ein Nachkomme des berühmten„Guſtavus Selenus“ und Mery, ein beliebter Liederdichter Frankreichs. Dieſer hatte einſt
„ge⸗


