Jahrgang 
1865
Seite
227
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ſo weich, ſo ſüß, ſo überirdiſch, wenn auch noch immer ſeltſam, daß ich kaum zu athmen wagte. Nie habe ich etwas Aehnliches gehört. Die Töne ſchienen aus einer andern Welt zu kommen.

Auf einmal endigten ſie mit einem ſchütternden Mißklange. Die Geige fiel zur Erde. Er war in den Seſſel zurückgeſunken. Er iſt todt! ſagte der Krankenhausarzt.

Fräulein Kronau betete über ihm. Mit Mühe ſchafften wir ſie wieder in ihre Wohnung. Sie ſchien gefaßt und ruhig; aber

acht Tage nach Tuvia Pantis Beſtattung beſtatteten wir auch ſie. Im Grabe ruhn beide neben einander.

L. den 30. Mai 1840. Gott lohne es der treuen Freundin! Sie hat in ihrem Teſta⸗ mente meine ſechs Kinder zu ihren Erben eingeſetzt. Wildung.

Tupa, das Indianermädchen.

Von Ernſt von Bibra.

Da die jungen Offiziere der Republik Chile ſo ziemlich daſſelbe ſind, wie jene andrer Länder, was, nebenher geſagt, auch mit andern jungen Leuten der Fall iſt, ſo war der Unterlieutenant Sennor Benito Laveaga höchlich zufrieden geſtellt, als er eines ſchönen Morgens von ſeinem Oberſt zurückkehrte, zu welchem er ganz unverhoffter Weiſe beſchieden worden war.

Dieſer Oberſt, der früher im Auslande gedient hatte, war ein wenig als Brummbär verrufen, und da Benito auf der andern Seite wieder ein wenig als Leichtfuß bekannt war, ſo drängten ſich ihm verſchiedene unklare Ideen von Naſen und analogen Gegenſtänden auf, als das Reſultat ſeines Beſuchs bei ſeinem Chef.

Es erfolgte aber gerade das Gegentheil. Der Oberſt empfing ihn außerordentlich freundlich und ertheilte ihm einen Auftrag, der Benito überraſchte und gleichzeitig erfreute, und der in nichts anderem beſtand, als daß er den jährlichen Salzzoll an die Araucaniſchen Indianer überliefern ſollte.

Wir werden weiter unten ſagen, was es mit dieſem ſogenannteu Salzzolle für eine Bewandniß hatte, müſſen aber vorher die ſchwierige Aufgabe löſen, den geehrten Leſer mit wenigen Worten die Bekannt⸗ ſchaft der Araucaniſchen Indianer machen zu laſſen, oder ihm die⸗ ſelbe ins Gedächtniß zurückzurufen.

Quer durch die ganze chileniſche Republik, das heißt von der Cordillera an bis zur See, und zwiſchen den chileniſchen Provinzen Conception und Valdivia, befindet ſich das Gebiet der Araucaner, und daſſelbe beträgt etwa zwei Breite⸗ und eben ſo viel Länge Grade, oder ungefähr tauſend Quadrat⸗Leguas.

Dieſe Indianer ſind niemals bezwungen worden, und früher die Spanier, ſo wie ſpäter die Chilenen, haben vergeblich alle Mittel auf⸗

geboten, dieſe ſogenannten Wilden zu cultiviren, oder was ſo ziemlich

daſſelbe, ſie zu unterjochen und zu vertilgen.

Die Spanier zogen, bereits in früheren Zeiten, ſtets näher und näher rückend, eine Linie von befeſtigten Städten um das Gebiet der Araucaner.

Das Schwert und das Wort, zwei außerordentlich zweckmäßige Gegenſtände für ſolche Zwecke, ſollten von dort aus in Anwendung gebracht werden, um den Samen der Cultur auszuſtreuen. Aber in einer einzigen Nacht, Anfang des 17. Jahrhunderts, überfielen die Araucaner gleichzeitig ſieben dieſer feſten Plätze, zerſtörten ſie bis auf den Grund, und, indem ſie die Frauen und Kinder mit ſich führten, tödteten ſie ſämmtliche waffenfähige Männer, die Greiſe und die Matronen.

Mit den Mädchen vermählten ſich die Sieger, was wenig Schwierigkeiten machte, da die Araucaner ſo viele Weiber nehmen, als ſie eben zu ernähren im Stande ſind.

Die Kinder erzogen ſie nach ihrer Art und Weiſe, und auch dies verurſachte, eben deshalb, wenig Umſtändlichkeit.

Zu den übrigen Spaniern aber, mit welchen ſie ſpäter wieder in Berührung kamen, ſagten ſie:

Euer Stamm, wir ſehen es wohl, iſt klüger und geſchickter als der unſrige. Wir ſuchen daher unſeren Stamm durch Vermiſchung mit dem Euren aufzubeſſern.

Und in der That verſicherte mir Profeſſor Domeyko in Sant⸗

alſo, wie man ſieht, gut angeſchlagen, und noch heute befolgen jene Indianer ein ähnliches Prinzip, indem ſie von fremder Cultur das⸗ jenige nehmen, was ihnen nützlich erſcheint, aber ſtrenge alles entfernt halten, was den fremden Culturträgern irgendwie einen Einfluß auf ihre Lebensweiſe geſtatten könnte.

Ein Beiſpiel hiervon, und zugleich ein ſolches von der, zu ge wiſſen Zeiten wenigſtens, ſtattfindenden Höflichkeit der Araucaner gibt die Art und Weiſe, wie ſie die chriſtlichen Miſſionare empfingen. Man hat, trotz den Bemühungen dieſer letzteren, eigentlich doch nur wenig zuverläſſige Nachrichten über die Religion der Araucaner. Mit einiger Sicherheit kann indeſſen vielleicht angenommen werden, daß ſie an ein höchſtes Weſen glauben, das alle Dinge erſchaffen hat, welches das Prinzip des Guten iſt, und das ſie Pillan nennen, und daß ſie ein böſes Prinzip, unter dem Namen Cuecuban, fürchten, ebenſo ferner, daß ſie an eine Unſterblichkeit glauben. Mit der Verehrung dieſer beiden Weſen aber iſt es, nach den Begriffen anderer Menſchen wenigſtens, eben nicht weit her. Sie gießen bei ihren Zechgelagen die erſten Tropfen des Getränks zu Ehren Pillans auf die Erde, und ebenſo einige Tropfen Blut von bei ähnlichen Gelegenheiten ge⸗ ſchlachteten Thieren. Mit Ausnahme einiger abergläubiſcher Cere⸗ monien bei Krankheit und anderen Unglücksfällen ſcheint aber das ihr ganzer Cultus zu ſein.

Sie haben keine Prieſter, keine Tempel und keine heiligen Haine, und vielleicht ſtehen ſie in dieſem Punkte einzig da unter allen übrigen Völkern.

Die frommen Väter aber, welche ihnen die Spanier, und ſpäter die Chilenen ſendeten, empfingen ſie mit ausnehmender Artigkeit. Ueberraſchend ſchnell willigten ſie ein, ſich taufen zu laſſen, und als ihnen jene hierauf das Unſtatthafte der Vielweiberei auseinander⸗ ſetzten, waren ſie ebenſo raſch bereit, ſich trauen zu laſſen mit einer oder der andern ihrer bisherigen Gattinnen.

Später aber fanden die Miſſionare, daß dieſe Bereitwilligkeit von ihren Bekehrten faſt bis zur Ungebühr ausgedehnt wurde, indem der bereits getaufte Araucaner ſich noch zu verſchiedenen Malen von ſpäter eintreffenden Collegen taufen ließ, und ebenſo der Trauungs⸗ feierlichkeit mit allen ſeinen Weibern, ja ſelbſt mehrmals mit ein und derſelben, ſich unterzog.

Warum ſollen wir, ſagten die Araucaner,dieſen Fremden, welche unſere Gäſte ſind, nicht dieſe kleinen, unbedeutenden Gefällig keiten erzeigen, welche ihnen ſo großes Vergnügen zu gewähren

ſcheinen und uns keinen Schaden bringen?

Und als ein ſpaniſcher Mönch ihnen den Vorſchlag machte, mit Werkleuten kommen zu wollen und eine Kirche zu bauen, zeigten ſie ſich ſehr erfreut über den beabſichtigten Bau, verwahrten ſich aber, eben ſo entſchieden, gegen die in Ausſicht geſtellten Werkleute.

In Folge deſſen entfernte ſich der Mönch, lernte das Ziegel⸗ brennen und das Mauern, kehrte nach Jahresfriſt zurück und unter⸗ richtete die Indianer in den Künſten, welche er ſoeben ſelbſt erlernt hatte. Auf dieſe Weiſe lernten die Araucaner regelrecht bauen, was ihre Abſicht war, als aber die Kirche endlich fertig geworden, war ihr

Beſuch ein unendlich ſparſamer, und als ſie mehrere Jahre darauf

jago, ein gegenwärtig noch lebender, ausgezeichneter Gelehrter, daß

mehrfach unter den Araucanern und namentlich unter den Häuptlingen

Individuen getroffen werden, welche ganz unverkennbar den Typus der kaukaſiſchen Race tragen. Jene Aufbeſſerung vom Anfange des 17. Jahrhunderts her hat

ein Erdbeben in Trümmer ſtürzte, dachte niemand daran, ſie wieder aufzubauen.

Die Araucaner ſtehen unter einer gewiſſen Anzahl einzelner Häuptlinge, aus welchen ſie ſich zur Zeit des Friedens nicht beſonders viel zu machen ſcheinen, denen ſie aber im Kriege unbedingten Gehorſam leiſten, o wie, in dieſem Falle, auch ſtets unter den einzelnen⸗Stämmen