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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen. Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bézogen werden.
1865.
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Insgegeben im Junuar 1865. Ber Jahrgang länft vom October 1864 bis dahin 1865.
N. 17.
Mittheilungen aus den Kcten, betreffend den Zigeuner Tuvia Panti aus Angarn.
Herausgegeben von Victor von Strauß. (Schluß.)
Hochgeehrteſter Herr Oberamtsrichter!
Es iſt ſehr gütig von Ihnen, daß Sie nach ſo langen Jahren ſich mein und meiner Angelegenheiten noch erinnern und ich danke Ihnen auf das verbindlichſte für die Abſchrift der Ausſage des Herrn Doctor Philippi, welche Sie mir überſandt haben. Was ſoll ich darauf ſagen? Ich bin alt und grau geworden, allerdings vor der
Kunſtfertigkeit ſpiele, nach der Beſchreibung konnte ich nicht zweifeln,
Zeit, körperliche Gebrechen und Seelenleiden haben den Mangel der
Jahre erſetzt; ich bin auch ruhiger und gleichgültiger geworden; den⸗ noch hat mich das mitgetheilte Schriftſtück wieder in die lebhafteſte Unruhe verſetzt, in einen Zuſtand, der mir lange fremd geworden. Zugleich hat es mich zu einem Entſchluſſe gebracht, der mich veran⸗ laßt, den vor einundzwanzig Jahren unter uns abgeriſſenen Faden weiterzuſpinnen. Ich habe Ihnen damals, wie ich mir lebhaft er⸗ innere, in meiner Aufregung ſoviel mitgetheilt, daß ich um jenes Entſchluſſes willen Ihnen jetzt, wenn auch nur kurz, das Uebrige mittheilen muß.
daß er es ſei, aber niemand kannte ſeinen Namen oder wußte, wo ſein Aufenthalt ſei und welches Weges er gezogen. Unermüdet ſetzte ich meine Nachforſchungen von Comitat zu Comitat, von Herrſchaft zu Herrſchaft die ganze gute Jahreszeit hindurch fort. Den zweiten Winter brachte ich in Peterwardein zu. Auch noch den größten Theil des folgenden Jahres verwandte ich auf gleiche Weiſe. Endlich mußte ich mir die Fruchtloſigkeit all dieſer Bemühungen und Anſtrengungen eingeſtehen. Sie hatten mich zugleich ſo erſchöpft, ſo hoffnungslos, muthlos, ja körperlich krank gemacht, daß nicht daran zu denken war, ſie noch weiter fortzuſetzen. Ich verließ das wilde, vieldurchſtreifte Land, mußte mich in Wien einer langen Cur unterziehen, und kam endlich matt und troſtlos zu Hauſe wieder an.
Nachdem ich einige Jahre in äußerlicher Ruhe fortgelebt, oft von dem Gedanken heimgeſucht, mich von neuem nach Ungarn auf den Weg zu machen, kam die Zeit der Kriegsſtürme über unſer Vater⸗
land. Mein Kummer war nicht ſo ſelbſtſüchtig, um mich gegen die
Ach, auf wie kleinen Raum laſſen ſich die Ergebniſſe vieler Jahre zuſammendrängen, in deren Verlaufe oft die Tage, ja die Augenblicke
ſo inhaltſchwer, ſo unendlich ſchienen!
Mädchen thaten.
Als ich damals nach meinem letzten Briefe eine Zeitlang ver⸗
geblich auf weitere Nachrichten gewartet hatte, ertrug ich's nicht länger, ruhig zu. Hauſe zu bleiben. Ich begab mich in ſchicklicher Begleitung nach Ungarn und ſuchte dort den Verlorenen. reiſte ich ins andere, ich ſuchte die wildeſten Steppen, die rauheſten Wälder durch, wo ich nach den Angaben der Behörden und der Guts⸗ beſitzer nur eine Zigeunerniederlaſſung finden konnte. Ich über⸗ winterte in Peſth und ſetzte mit dem erſten Frühjahr meine Nachfor⸗ ſchungen weiter fort. Der vielfachen Gefahren und Beſchwerden, die ich dabei zu überſtehen hatte, gedenke ich nicht, ſo intereſſant und ro⸗ mantiſch ſie auch dem Unbetheiligten erſcheinen möchten. Unmittelbar erlebt ſind ſie nur ſchreckhaft und beängſtigend. Einige Male glaubte ich auf ſeine Spur zu gerathen. Man erzählte mir von einem Zi⸗
Von einem Comitate
großen Weltgeſchicke, gegen das Unglück Deutſchlands fühllos zu machen. Ich that damals, was viele tauſend deutſche Frauen und Ich arbeitete mit, ſorgte mit, betete mit, und in mein inneres Leben trat aus dem unmittelbaren Erlebniß göttlicher Strafe und göttlicher Gnade heraus ein Umſchwung, für den ich nie⸗ mals dankbar genug werde ſein können. Als die Siege erfochten waren, als der Frieden hergeſtellt war, fand ich mich auf dem neu
erlangten Standpunkte von einer ſolchen Menge früher nicht gekannter,
wenigſtens kaum geübter Pflichten in Anſpruch genommen, daß der ſonſt ſo quälende Gedanke an Panting mehr und mehr in den Hinter⸗ grund trat. Nicht, als wenn ich ihn jemals vergeſſen hätte, oder als wenn er mir gleichgültig geworden wäre! Ach, nie ſo innig als
ſeitdem hat mich die Glaubensloſigkeit, die Lichtloſigkeit dieſes armen
geuner, der die Geige mit einer wunderſamen und hinreißenden
Herzens geſchmerzt, nie habe ich mich mehr darnach geſehnt, ihm aus einem Zuſtande heraushelfen zu können, der ja geradezu Heidenthum und Barbarei iſt. Dürfen wir zweifeln, daß er niemals in dieſe finſteren Tiefen zurückgeſtürzt ſein würde, wenn der chriſtliche Glaube


