Jahrgang 
1865
Seite
221
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meine Kleider waren faſt bis auf den leichten Paletot von Schweiß durchnäßt. Die Sennerin führte mich mit einem ähnlichen Lichte eine Leiter hinauf unter das Dach, öffnete eine ſehr rohe Thüre, und hieß mich in ein Dachſtübchen eintreten, das zur Hälfte von einem Bette, zur andern beinahe von einem hölzernen Kaſten eingenommen wurde. Die Decke war das Dach ſelbſt, das rechts den Boden berührte, ſo daß ich nur an der Thüre aufrecht zu ſtehen vermochte, falls ich mir nicht an dem Sparrenwerk und Gebälke des Daches den Schädel ein wenig einſtoßen wollte.

Nachdem ich mich umgekleidet hatte, ging ich hinunter. Auf dem niedrigen, aber ſehr großen Herde brannte ein luſtiges Feuer, deſſen Rauch durch die weiten Ritzen des Gebälkes ohne Mühe einen Ausgang fand. Um den Herd lief eine Bank, auf welcher der Ziegen hirt und ſeine Genoſſin Platz genommen hatten. Dicht an jener Leiter ſtand ein kleiner Tiſch und davor ein hölzerner Stuhl, den ich einnehmen mußte. Es dauerte nicht lange, ſo hatte die Wirthin den Kaffee fertig, ſchüttete ihn in ein Glas und goß Milch dazu; ſelbſt bis zu Zucker verſtieg ſich der Luxus. Wider meine Erwartung hatte ich guten Appetit; das Getränk war recht gut und Brot und Käſe konnten wenigſtens genoſſen werden. Das kärgliche Mahl mundete mir und erquickte mich ungemein. Die Bemühungen der beiden Leute, mich zu unterhalten, waren ebenſo anerkennenswerth wie ver geblich, da ich nur wenig von ihrem Dialecte verſtand. Als ſie dies merkten, hatten ſie die unzarte Naivetät, ſich in meiner Gegenwart über mich zu unterhalten; ſobald ich dies wahrnahm, ſchärfte ich meine Aufmerkſamkeit und konnte bald alles bedeutend beſſer ver⸗ ſtehen. Meine anfängliche Aufregung war nach und nach geſchwun⸗ den; im grellen Widerſpruche mit meiner ſehr unbequemen Lage zündete ich mir eine treffliche Cigarre an und labte mich an ihr mit ruhigem Behagen.

Als ſie beendet war, wollte ich zu Bette gehen und machte An⸗ ſtalt, in mein ſchönes Schlafgemach mich zurückzuziehen. Da be deutete mir die Sennerin, das ginge nicht, dort ſtehe das Bett des Ziegenhirten, ich dagegen müſſe im Heu ſchlafen. Davor aber hatte ich ein gewiſſes Grauen, und da das Geld allvermögend iſt, ſo ver⸗ ſprach ich einZehnerl(einen Zehnkreuzerſchein) und ſtellte damit den rechtmäßigen Inhaber des Kabinets völlig zufrieden. Ich ergriff das rothe Talglicht, ſagte gute Nacht und ſtieg unter das Dach.

Mein erſtes Geſchäft war, die Thüre zu unterſuchen. Glück licherweiſe hatte ſie einen großen hölzernen Riegel, den ich ſogleich vorſchob. In dieſem Augenblicke hörte ich unten die Sennerin zu ihrem Freunde ſagen:Er hat de Döhr verſchloſſe. würde ich vergeſſen haben, hätten mir nicht die nachfolgenden Scenen den Schlüſſel dazu gegeben. Ich beſichtigte nun mein Lager. Es war ſehr breit und beſtand aus Heu und Stroh, darüber ein Laken von faſt fingerdickem Leinen und ein ähnliches Kopfkiſſen. Die Decke bildeten zuſammengenähte Ziegenfelle, welche in gleichem Zeuge ſtaken. Unter den Kopf breitete ich meinen wollenen Plaid und darauf ein leinenes Taſchentuch: ſonſt legte ich mich natürlich völlig angekleidet nieder, ſo wenig dies auch die reichlich verdiente Erholung beförderte. Allmälig erloſch auch das Feuer auf dem Herde, deſſen Rauch in dicken Wolken durch mein Stübchen hindurchzog. Ich hörte, wie der Hirte und die Sennin die Leiter heraufſtiegen, um unter dem Dache ihre Lagerſtätten im Heu aufzuſuchen. Dann löſchte ich das Licht.

Es mochte etwa halb zehn Uhr ſein. Von meinem Lager auf⸗ blickend gewahrte ich im Dach eine große Oeffnung, wie eine Luke, durch welche der Himmel mit ſeinen jagenden Wolken hineinſchaute. Denn eben war der Mond aufgegangen und erhellte die dünneren Wolkenlagen mit ſeinem matten unſichern Lichte. Der Nachtwind pfiff durch das loſe Gebälke; ich wand mir den ſchützenden Plaid ums Haupt und verſuchte einzuſchlafen. Allein ſo gewaltige Müdig⸗ keit und Aufregung ſchwindet leichter aus der Seele als aus dem Körper. Sie hielt mich lange wach und geſtattete nur in Pauſen einen leichten, leiſen, einer halben Betäubung ähnlichen Schlummer.

Stunde um Stunde verging. Eben hatte auf einen Moment der Schlummer mir die Augenlider zugedrückt da hörte ich dicht an meiner Thüre ein leiſes Raſcheln und Flüſtern. Ich blickte auf und bemerkte einen grellen Lichtſchein, der durch die Spalten der hölzernen Bretterwand in mein Gemach fiel. Ich hielt mich ſtill und lauſchte. Da erkannte ich deutlich die Stimme des Ziegenhirten und der Sennin, welche mit dem Lichte in der Gegend des Riegels umherleuchteten. Dazwiſchen dumpfe Tritte, wie mit bloßen Füßen.

I. 16.

Dies Wort

Plötzlich ward die Thüre leiſe nach innen hineingedrückt, als wenn man probiren wollte, ob der Riegel auch ſchlöſſe. Was wollte dies Volk? Indem ich mir die beiden Geſichter vergegenwärtigte, fiel mir der unheimliche, dumme und zugleich ſpitzbübiſche Ausdruck in den Zügen des Hirten auf; auch die Sennin ſchaute frech darein. Ich machte etwas Geräuſch da flüſterte man eifriger; ich zündete das Licht an da verſchwand nach und nach jener Lichtſchein; man ent fernte ſich von meiner Thüre. Alles ward wieder ruhig.

Der Vorfall gab mir zu denken.Die Nacht iſt keines Menſchen Freund ſagt das Sprichwort. Vergebens wehrt man, vollends bei Mitternacht, die Bilder der aufgeregten Phantaſie von ſich ab; der kühle Verſtand iſt ihr Verbündeter. Jene Geſchichten von einzelnen Reiſenden ,die in einſamen Spelunken ums Leben kamen, tauchten unwillkürlich vor mir auf: war ich doch aus ferner Fremde, wie man wohl wußte und an meiner Sprache erkannte, ich mußte deshalb gut mit Gelde verſehen ſein. Und wenn man den Getödteten, jetzt im Spätherbſte, in einen der Abgründe hineinwürfe, wer ſollte ihn ſo bald finden? Da, wo eine Schneedecke ihn vielleicht in nächſter Nacht begräbt, wo überhaupt kaum je eines Menſchen Fuß und Blick hindringt! Oder war das alles eine Täuſchung? Unmöglich meine Sinne waren ſo ſcharf, klar und ruhig, wie am hellen Mittag.

Doch legte ich mich wieder hin, ſchloß die Augen und ſank von neuem in Halbſchlummer. Gegen ein Uhr Morgens erwachte ich von einem dumpfen Geräuſche. Unten hörte ich die Thüre mehrfach gehen; ſchwere Tritte, durch das Stroh gedämpft, tönten an mein Ohr. Der untre Raum der Hütte ſchien ſich zu füllen; man zündete ein Licht an. Beim Scheine deſſelben konnte ich durch die breiten Spalten der Wände und des Fußbodens die ganze Scene über⸗ ſchauen. Zu meiner Beruhigung gewahrte ich, daß in den Stall, der an die Hütte ſtieß, Kühe und Ziegen hineingetrieben wurden, offenbar des ſtärker fallenden Regens wegen. Freilich wurde dadurch meine Lage nicht eben gebeſſert, da ich jetzt dieſelben Annehmlichkeiten genießen durfte, wie einer, der mitten in einem ſolchen Stalle ſeine Lagerſtatt aufgeſchlagen hat. Indeß ſollen dieſe Düfte ſehr geſund ſein; mit dieſer weiſen Reflexion beſchwichtigte ich den Abſcheu meiner Naſe.

Ich lauſchte weiter. Ein ſtarker ſchon ältlicher Mann, den ich früher nirgend geſehen, ſtand in eifrigem leiſen Geſpräche mit dem Ziegenhirten. Bald ſchloß jener den Stall ab und nun ſtiegen beide mit dem Lichte die Treppe hinauf und machten an meiner Thüre Halt. Ich ſtand leiſe auf und ſtellte mich an die Thüre hin. Der ältere Kerl legte ſich jetzt mit Macht an dieſelbe, offenbar um ſie ein⸗ zudrücken.So goats nit! flüſterte er dem Hirten zu. Dann zog er ein großes Meſſer und ſteckte es durch die Ritze in den hölzer⸗ nen Riegel. Zum Glücke war die Fuge ſehr enge, ſo daß der Riegel nur um ein weniges zurück wich. Noch einmal verſuchte er's da riß mir die Geduld. Mit einem kräftigen Rucke ſtieß ich den Riegel wieder vor und rief:Packt Euch, Hallunken! Der Ruck kam ſo plötzlich, daß die Spitze des Meſſers abbrach. Entſetzt fuhren die feigen Kerle zurück, im Nu erloſch das Licht und leiſe ſchlichen ſie fort der Alte hinab, der Junge in ſein Heu. Ich zündete Licht an und band den Riegel mit Bindfaden ganz feſt, ſo daß ihre Liſt nicht mehr gelingen konnte, falls ſie einen neuen Verſuch wagen ſollten. Ueberdies ſtellte ich meinen Regenſchirm ſo an die Thüre, daß er bei dem geringſten Drucke zu Boden fallen mußte. Von neuem legte ich mich nieder, und Freund Morpheus umfing mich auch bald, ſo daß ich bis um ſechs Uhr Morgens eines feſten er⸗

quickenden Schlafes genoß und erſt durch den hellen Tagesſchein,

ſowie durch den Rauch des unten angezündeten Feuers geweckt wurde.

Ich zog mich an und ging hinunter. Natürlich ließ ich mir nichts von den nächtlichen Beobachtungen merken. Blickten mich die beiden Hirten bisweilen grinſend von der Seite an, ſo ſchaute ich ihnen feſt ins Auge, daß ſie ſich gleich wilden Thieren ſcheu ab wandten. Ich genoß als Frühſtück ein gleiches Mahl wie den Abend zuvor, während ſich die Leute an einem landesüblichen Mehlbrei erlabten. Die Rechnung der Sennin war nicht übermäßig und be- trug nur einige dreißig Kreuzer(etwa elf Silbergroſchen).

Ich mußte an die Abreiſe denken; der ſchwierigſte Weg ſtand mir noch bevor. In jedem Falle bedurfte ich eines Führers und, mochte ich wollen oder nicht, ich mußte den Ziegenhirten zu über⸗ reden ſuchen. Anfangs ſchüttelte er etwas dumm mit dem Kopfe. Da flüſterte ihm der Alte einige Worte ins Ohr und ſogleich er⸗