Jahrgang 
1865
Seite
193
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werden. Sein böſes Gewiſſen läßt ihn nicht ruhen, nicht aufbäumen, den Erzwürgengel aller jungen Haſen, aller Feld⸗ und Sumpf⸗ und Waſſer⸗Geflügelbrut im weiten Reviere. Noch zwar erkenne ich nicht, weß Art er iſt; aber ob Rohr⸗ oder Korn⸗ oder Wieſen⸗Weihe, genug, er gehört zur Sippe der ewig ſchleichenden, leiſe ſchwebenden, feigen und unerſättlichen Kinderdiebe, die mir in der Seele verhaßt iſt.

Doch da erſcheint eben ein neuer Kämpe! Und welch hitziger! Und noch einer und noch einer! Mit welcher Wuth ſtürzen ſie ſich herab, ſtechen ſie nach dem gefeſſelten Räuber. Dabei haben ſie etwas, was an die Adler erinnert in ihrem Weſen. Nun dieſe hoch⸗ nordiſchen Recken ſind ja auch entfernte Verwandte von jenen. Die nützlichſten der Tagraubvögel, ſind ſie, der nordiſche Rauchſuß⸗ Buſſard, wie unſer Mäuſe⸗Buſſard gar rüſtige Mäuſe⸗Ver⸗ tilger und zugleich die heftigſten Feinde des Uhu, und deßhalb auf der Krähenhütte nur allzuleicht zu ſchießen, wie denn leider! in drei Krähenhütten bei Gotha in der erſten Hälfte des März 1854 gegen 400 Rauchfuß⸗Buſſarde(Schneeaare) gemordet wurden! Jetzt bäumen ſie auf, um ſich zu verſchnaufen und dann den Kampf von neuem zu beginnen! Nur zu! Ich ſtöre Euch nicht! Nicht weil

Nediciniſcher

Von Reg.

Mediein und Aber glaube? ſollten das nicht zwei wider⸗ ſprechende Dinge ſein! Die Medicin iſt ja als Zweig der Natur⸗ wiſſenſchaften durch ihreexakte Methode vor den Finſterniſſen des Aberglaubens vollkommen geſchützt, oder handelt es ſich etwa um die mediciniſchen Thorheiten der vergangenen Jahrhunderte?

Um dieſe handelt es ſich nicht. Auch heut zu Tage gehen Irr⸗

thümer und Vorurtheile in der Medicin um, die mit der Hartnäckig⸗ keit des Aberglaubens feſtgehalten werden, und deren Darlegung nothwendig iſt. Wem es aber auffallen ſollte, daß die Irrthümer des eigenen Standes von einem zünftigen Mitgliede deſſélben auf⸗ gedeckt werden, der bedenke, daß der Dienſt der Wahrheit über die Standesint wereſen geht. l iſt die Methode derexacten Forſchung der einzige Weg zur Erkenntniß der Natur, ihrer Geſetze und ihrer Geheimniſſe. Aber dieſe Methode ſetzt dreierlei voraus: Liebe zur Wahrheit, Frei heit von Vorurtheilen, und die Fähigkeit richtig zu denken. Dieſe Eigenſchaften ſind unter den Menſchen nicht häufig, und keineswegs wird man ihrer durch den bloßen Entſchluß: Naturwiſſenſchaften oder Medicin zu ſtudiren, ſofort theilhaftig. Die Leute ſind aber von dem Wahne befangen, daß dem ſo ſei, und dieſer Wahn iſt der erſte Aberglaube, den wir zum Unterſchiede von dem ſogleich zu be trachtenden: den allgemeinen nennen wollen. Von dieſem gemeinen Aberglauben und deſſen weitreichenden Folgen wollen wir ſpäter handeln; heute kommt es mir darauf an, zu zeigen, daß ſelbſt in ſolchen Dingen, die der täglichen Beobachtung zugänglich ſind, die Macht der ärztlichen Vorurtheile größer iſt, als die Logik der Thatſachen.

Zu dieſen Vorurtheilen gehört die ein Gift ſei.

Wie, das Kupfer wäre kein Gift? Speiſereſte, die in Kupfer geſtanden, beſonders ſaure, haben doch aber nach Wilmſens Kinderfreund ſchon ganze Familien getödtet! Wer kennt nicht die ſchreckliche Geſchichte vom Schuſter Bodenreich, der Pflaumenmuß kochte und der mit ſeiner Frau, einem Dutzend Kinder, incl. Geſellen und Lehrlinge, elendiglich umkam, weil ſie am Abende das im Keſſel zurückgebliebene Muß ausgekratzt und gegeſſen hatten?

Ungeachtet dieſer betrübenden Geſchichte bleibt es dabei, daß das Kupfer kein Gift ſei. Dieſe Geſchichte iſt nämlich erlogen.

Das Kupfer gehört zu den kräftigſten und heilſamſten Arz neimitteln, deſſen Kenntniß und Gebrauch wir dem Mittelalter ver⸗ danken, von welchem es ſogar den Ehrennamen eines Allheils erhalten hatte. Daß nun ein jedes Arzneimittel, unpaſſend angewendet, ſchaden könne, bezweifelt kein Verſtändiger. Auch iſt es möglich, daß ein Geſunder durch ſehr große Gaben Kupferſalze, z. B. Grün⸗ ſpan, Kupfervitriol, lothweiſe genommen, ſchwer beſchädigt, ja ſelbſt

Woh

Lehre:Daß das Kupfer

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ich gerade an die Mehrertrag⸗Procente denke, die Ihr mir garantiren helft o nein, nicht aus perſönlichem Intereſſe allein ſeid Ihr ſicher vor meinem Blei: Euch hat der große Oberherr und Geſetzgeber der Schöpfung das Amt der Einſchränkung der ſchädlichen Nagethiere detere Täppiſche Menſchenhand, die Euren Beruf mißkennend

der leichtſinnig verachtend, ſich ſelbſt den größten Schaden zufügt! Wahrlich, der Landwirth, der Buſſarde, Thurmfalken, Eulen und unter Umſtänden ſelbſt Krähen vernichtet, hilft ſelbſt zur Vernichtung, mindeſtens zur Schmälerung ſeiner Ernten durch die Mäuſe! Und gibt es denn überhaupt etwas Widerwärtigeres, als jene tolle Schießwuth, die alles ohne Unterſchied mordet, was vors Rohr kommt, Freund und Feind? Doch davon ein anderes Mal!

Aber eineKrähenhütte und keine Krähen?

Ja ſo! Freilich! Nun die kommen, in Scharen meiſt, und ſchreien und ſtoßen nach dem Unglücksvogel, und bäumen auf und ſchreien, und attakiren von neuem und ſchreien, werden herabge⸗ ſchoſſen und ſchreien, ſind aber keinen Schuß Pulver werth, meint der Jäger, der ihnen die Fänge abſchneidet für ſechs Pfennige Schußgeld

Kberglaube.

cinal⸗Rath Dr. Wald.

getödtet werden könne; ganz ebenſo, wie dies durch ähn⸗ liche Gaben Salpeter, Eiſenvitriol, Hoffmanns⸗ tropfen, oder Branntwein geſchehen kann, und oft genug geſchehen iſt. Aber niemand nennt deswegen das Eiſen, den Salpeter, die Hoffmannstropfen Gifte. In die Reihe der Gifte ſtellt man mit Recht nur diejenigen Stoffe, welche in kleinen Gaben, allenfalls in Speiſen und Getränken unmerklich beigebracht oder genoſſen, die Geſundheit und das Leben zerſtören. Und daß in dieſe Reihe das Kupfer nicht gehört, iſt leicht zu beweiſen.

Ja, die Menge und das Gewicht dieſer Beweiſe iſt ſo groß, daß es nicht leicht iſt, dieſelben zu ordnen.

Zunächſt erinnern wir uns, daß von den gebräuchlichen Me⸗ tallen faſt alle zu den Giften, ja, daß einige derſelben zu den, dem organiſchen Leben feindlichſten Potenzen gehören. In erſter Reihe ſteht hier bekanntlich der Arſenik, dann das Queckſilber, die beide den thieriſchen wie dem pflanzlichen Leben gleich verderblich ſind. Aber auch das Gold, das Silber, das Zinn ſind gefährliche Gifte, und wirken nur darum ſelten ſchädlich ein, weil ſie nicht flüchtig und weil ſie ſchwer auflöslich ſind. Nicht weniger gefährlich endlich iſt das Blei, welches in allen ſeinen Geſtalten, ſei es metalliſch oder als Salz, Glätte und Farbe, ſelbſt in den unmerklichſten Mengen, die mit ihm Handtierenden ſicher vergiftet. Sehr ſchädlich wirkt auch das Zink, der Spießglanz und Wismuth. Demgemäß ſehen wir alle, welche beim Ausbringen dieſer Metalle oder bei der Be⸗ reitung ihrer Salze, ja ſelbſt die Handwerker, die mit den fertigen Präparaten zu thun haben, in Folge der ſchädlichen Einwirkungen deiſelden einem unausbleiblichen Siechthume und frühen Tode an⸗ heim fallen.

Nur bei zweien Klaſſen von Metallarbeiten, und glücklicher⸗ weiſe ſind dies die bei weitem zahlreichſten, ſehen wir das Gegen⸗ theil. Es ſind die Eiſen⸗ und Kupferarbeiter.

Es gibt eine Literatur über die Geſundheitsſchädlichkeit der einzelnen Handwerke. Die hier niedergelegten Ermittelungen er⸗ geben, daß die Kupferarbeiter an Geſundheit und Langlebigkeit faſt die erſte Stelle einnehmen. Wir wiſſen nun außerdem, daß das Eiſen und das Kupfer die einzigen Ganzmetalle ſind, welche zu den weſentlichen Beſtandtheilen des menſchlichen Körpers gehören. Sollte dieſe Thatſache nun zufällig mit dem Umſtande zuſammen treffen, daß die Eiſen⸗ und Kupferarbeiter durch ihre Beſchäftigung nicht leiden?

Und dabei iſt es erwieſen, daß geradezu kein Metall, ſelbſt das Blei nicht, bei ſeiner Bearbeitung ſo reichlich in den Kör per ein⸗ dringt, wie das Kupfer. Es iſt dies bekanntlich das einzige Metall, welches beim Reiben ſchon einen ſehr merkbaren eigenthümlichen Ge⸗ ruch entwickelt, und geſchmeckt wird. Wegen ſeiner hohen Elaſtici⸗