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gebaut; das Dach niedrig, mit Erde und Raſen belegt, ſo daß das Ganze möglichſt unverfänglich ausſchaut und einem Erdhügel gleicht. Denn das Raubzeug hat Falkenaugen, die auch der blinde Zorn gegen den Erbfeind nicht ganz blendet. Die möglichſt wenig auffallende Thür ſowie die Schießſcharten dürfen nicht zu groß, letztere müſſen nach innen enger ſein. Fenſter gibt es nicht in ſolchem Troglodyten⸗ Palaſt: die Schießſcharten geben Licht genug für leſende— Sonn⸗ tagsjäger. Meublement nach Belieben, Mahagony, Polyſander oder ungehobeltes Fichtenbrett!
Der Thürſeite entgegengeſetzt erblicken Sie, in einer Entfernung von 12 bis 20 Schritten von der Hütte, einen etwa vier Fuß hohen Pfahl mit arm⸗ ſtarkem„Quer⸗ holz“; beſſer noch iſt ein Erd⸗ hügel von un⸗ gefähr derſelben Höhe, mit einem Pfahle, der eine feſt eingeſchlagene Krampe trägt; beides aber ſo ge⸗ legen, daß man dies Podium des Uhu und dieſen ſelber von der Hauptſchießſchart aus ſtets vor Au⸗ gen hat.
Da ſitzt er, der wilde mitternächt⸗ liche Jäger,— der Schrecken der Kleinwelt der Vierfüßer und Vögel und aber⸗ gläubiſcher Nacht⸗ wandler des Wal⸗ des— da ſitzt er, die„Nickhaut“ halb über die gro⸗ ßen Feuerbälle der Augen gezogen, die tiefſchwarze Pupille vom Ta⸗ geslichteverengert — da ſitzt er, einen kurzen, weichen Lederriemen am ſcharfen, kräftigen „Gewaff“(Fuß oder Fang), und mitdieſem Riemen an eine„Leine“ geſchnallt, die ihm Freiheit zu einiger Bewegung läßt— da ſitzt er, und blinzelt zuweilen in die Ferne und nach den zwei bis drei trocknen„Hak⸗-“ oder„Fall-Bäumen“ hinauf, die ſeinen Stand umgeben, und von denen herab ſchon mancher Sturm auf ihn gemacht wurde.
Und nun, geneigter Leſer, iſt alles vorbereitet. Das Schieß⸗ zeug in Ordnung. Die Herbſtnebel ſteigen. Das Raubzeug lebendig auf dem Zuge. Setze Dich mit mir an dieſe Schießſcharte. Aber ſtill! — Vor allem kein Jagdglückwunſch! Und öffne Auge und Ohr!
Hörſt Du nichts? Ich auch nicht. Aber ſieh nur den Schuhu; der hat was gehört. Sieh, wie er die halb geſchloſſenen Feueraugen aufreißt— Kopf und Hals beugt, hebt, wendet und dreht.— Iſt er nicht um die Hälfte größer geworden?— Jetzt zieht er das Gefieder glatt an,— jetzt ſträubt er es wieder auf und zittert wie im Zorn
oder in Angſt— langſam hebt und ſenkt er die Nickhaut über die glühenden Augen— hebt und ſenkt ein Gewaff um das andre—
da iſt ein Feind im Anzuge— da iſt er ſchon— ein prächtiger alter
Taubenfalk! Nun, der entgeht uns nicht! Wie heftig er dem „wilden Jäger“ zuſetzt— wie zornig er ſein„kjak, kjak“ ausſtößt — und wie jener faucht und puhſtet und mit dem Schnabel knappt — Halt, Freund, komm dem„Gewaff“ nicht allzu nahe! Jetzt„hakt“ er auf— und nun iſt's Zeit!— Du ſollſt den Bauern nicht mehr die Tauben und meinem„Grundherrn“ nicht mehr das Hühnerwild decimiren!— Ein großes ſchönes Weibchen, wie mir ſcheint.— Du ſollſt zum Ausſtopfen!
Schon wieder unruhig, Freund„Auf“? Ein Habicht? Nun, der wird Dich nicht ſehr in Aufregung verſetzen. Er wird aufbäumen, Dich einige Sekunden in ruhiger Verachtung anblicken— und den Lohn ſeiner böſen Thaten finden!— Ihm iſt ſein Recht geſchehen.
Doch dazieht ja eine ganze Schar von Angreifern heran. Königs⸗ Milane ſind's, und auf dem Zuge, ſcheint es. Sie kommen herabz; ſie „ſtechen“ auf den böſen Feind; ſie haken auf. Da gilt's eine Dou⸗ blette— richtig — Ihr andern aber mögt weiter ziehn: zu den ſchädlichſten Räu⸗ bern zählt ihr ja nicht und vertilgt doch auch manches Ungeziefer.
„Ob auch die Adler den Uhu angreifen?“ Vom Steinadler weiß man es. Aber es geſchieht doch wohl nur ſel⸗ ten. Sind doch die Adler ſelber recht ſelten bei uns. Der Stein⸗ adler hakt dann ſtill auf und ſchaut auf den Uhu in ſtolzer Ruhe herab — wenn er nicht einen ernſtli⸗ chen Angriff— und nur in einen .„ ſolchen könnte der königliche Vogel ſich einlaſſen— gar fürchtet: man ſagt, er ſei in ſolchem Zweikampfe zuweilen unterlegen.
. Aber hören Sie das helle, klingende„Kli, kli, kli⸗? Es gehört dem liebenswürdigſten aller Raubvögel, dem kecken, muthigen und doch ſanften und leicht zähmbaren Thurmfalken.— Recht ſo! Nur drauf und herzhaft! Rupft und zupft den Böſewicht! Aber mit Vorſicht!— Zwar nicht vor mir: ich thue Euch nichts! Zieht hin nach dem ſonnigen Himmel des heiligen Nil; nach den Pyramiden und Minarets, nach den Dum⸗ und Dattel⸗Palmen Egyptens! Und haltet s dort wie bei uns: ſäubert Flur und Feld von M Heuſchrecken! Und„ſchlagt“ Ihr dort einmal einen einen Webervogel, wie bei uns einen S Euch. Und grüßt mir mit Euren kl Sehnſucht!
Dert ziber ſich eilt nih, daß Ihr nicht in die Schußlinie gerathet. zeigt ſich ein ſchlimmer Geſell, und der muß im Fluge ereilt
äuſen und Feuerfinken oder patz— nun wohl bekomm er aren klugen Augen das Land meiner
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