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welchem, nen, und⸗
halben Befehl.“
alle die aſendſten
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keuchte in Angſt und Noth. Endlich nahmen ihn die Mauern des Rathhauſes auf und man führte ihn in ein ſtarkes Gefängniß, welches, nach der heutigen Königsſtraße hinaus gelegen, für Verbrecher een Ranges beſtimmt war. Hier ſaß er zuſammengekauert auf der Holzbank.
Es war ein nebliger, feuchter Morgen. Die Uhren zeigten die fünfte Stunde. Da raſſelten die Schlöſſer und die Riegel kreiſchten, auf aus ſeinem bleiernen, von böſen Träumen gepeinigten Schlafe fuhr der Jude. Er rieb ſich die Augen, die ihm ſe hmerzten von dem grellen Lichte, das eine Blende auf ſeine aRii tielen Züge warf. Vor ihm ſtanden Männer in langen Talaren, ſie hatten Papiere und Bücher in der Hand und eines dieſer Bücher war das Schuldbuch dippen ds, mit Eiſen beſchl acen mit Namen und ungereähtem Zins gefüllt. Ein Buch, das ſo viel Fl liche einſchl oß, ſo viele Thränen ſteſen machte, wenn er es mit ſeinen hageren Fingern durchbl lätterte. „Zum Gericht,“ rief eine dumpfe Stimme. Der Jude bebte empor. Da laſen ſie ihm eine lange Anklage vor, wie er den ſeligen Kur⸗ fürſten im Schlaftrunke Hernohene wie er ungerecht gewirthſchaftet, wie er das Gut verſchleudert. Die feſtgeſetzte Commiſſion beſtand aus dem Oberſthofmeiſter Georg von Arnim, dem Rathe Chriſtoph Meienburg, dem Hausvogte Siegmund Roſenecker und dem Richter Conrad Schenk. Man muß ſtaunen über die Parteilichkeit, mit welcher jener Prozeß geſahr. ward. Es waren vor allen Dingen die Räthe und Schöffen Berlins, die auf die Pfänder von dem Juden geliehen hatten und die nun ſeine Verdammung mit Ungeſtüm for⸗ derten, um der Zahlung zu entgehen. Viel hatte Lippold verſchuldet, aber ſeine Rechnungen ſtimmten merkwürdiger Weiſe alle. Freilich hatte er ſich ſiets vom Kurfürſten eine Beglaubigung zu verſchaffen ge⸗ wußt. Das Loos des Juden war erbarmenswerth. Seine eignen Glaubensgenoſſen beklagten ſich, daß er ihnen zu viel Schutzgeld auf⸗ gebürdet habe. Die Chriſten klagten über ſeinen Zinswucher. Man legte Scheine vor, nach denen es klar ward, daß Lippold zu fünfzig Procent verliehen. Man bewies, daß Lippold Gelder für kurfürſt⸗ liche Arbeiten an ſich behalten, um damit zu wuchern.
Aber das ſchlimmſte Verhängniß brach endlich über ihn ein. Nachts hatte man ſeine Frau in den Kerker gelaſſen, man glaubte, deſto el eher noch große Geſtändniſſe erlauſchen zu können. Es iſt richtig ſo. Der wachthabrnde d Bürger legt das Ohr an die Thür. Er hört, wie die Gatten ſich ſtreiten. Bittre Vorwürfe macht das Weib dem
Deulſche
In der Krähenhütte.
„Stellen Sie mir Ihre Krähenhütte auf einige Jahre zur Dispoſi⸗ tion, aber nur mir allein, und ich garantire Ihnen einie Wiſpel Körner und„rinige D Dutzend Centner Kleeheu mehr, als Sie bisher heimſten—
naen⸗ Jagdgeſchichten, Freund! Sie wiſſen, daß Sie auch ohne Ueberſchwänglichkeiten intereſſant ſind! Uebrigens, die Hütte iſt Ihnen hiermit auf 6 Jahre verpachtet. Verfahren Sie damit—“
„Danke! Und Was zahlen Sie mir Pacht?“
„Ich? Ihnen?— Nun da möchte ich wohl hören. Sie etwa neuerdings mit Ullmann zuſomnien⸗
„Trefflich gerathen! Und Sie ſehen nun wohl Frage nicht ungereimt iſt.“
„Apropos, Sie waren neulich in der Reſidenz:'s iſt wohl nur Humbug mit dem Erard⸗Ullmannſchen Vertrage?“
Keineswegs! Die berühmte Erardſche Flügel⸗Fabrik zahlt dem großen Künſtler⸗Ausſteller Ullmann für die Erlaubniß, drei ihrer ſchönſten Flügel ſammt einem Flügelführer koſtenfrei durch Europa zu transportiren und zu ſeinen Concerten aufzuſtellen— ich weiß nicht— wie viel Franken—“
„Zahlt noch?“
„Zahlt noch, und macht ein gutes Geſchäft dabei, wie Sie bei der Krähenh ütten⸗ Pacht, din Sie mir nun zahlen werden.“
„Gut, und ſind Sie mit zehn Procent des künftigen Mehr⸗ ertrages zufrieden? Natürlich in natura.“
Waren daß meine
auch
war auch für ſie verhängnißvoll.
Manne, er gebietet ihr Schweigen, ſie wird heftiger und bricht endlich
„Wenn der Kurfürſt nur wüßte, welch ein arger Schelm Du biſt und was für Bubenſtücke Du aus Deinem Zauber⸗ buche thun kannſt.“—— Huil das iſt genügend! Die Wache hat „Im Namen Gottes! herbei! herbei!“ ruft der Wächter. Die Glocke tönt, das Haus belebt ſich, alles ſtürzt zum Kerker des Juden, der Wächter macht ſeine Ausſage. Endlich lwiſſen ſie, um was es ſich handelt: Lippold treibt Teufelskünſte.
Noch in der Nacht wird Conrad Schenk geweckt. Er eilt ins Rathhaus; die Frau dir ergriffen und in die geſchloſſene und be⸗ wachte Wohnung Lippolds geführt. Hier findet man das unſelige Buch. Es enthält allerlei Zeichen und einen Schlüſſel Salomonis.
Zwei Tage ſpäter hörte man zur Nachtzeit ein Kreiſchen, ein leiſes Wimmern; im Rathhauſe zu Berlin waren die Schöffen des Gerichtes verſammelt. Der Schatzjude Lippold lag auf der Folter. Melchior Balzer, der Henker Berlins, erpreßte alle Geſtändniſſe von ihm, die ſeine ſtrengen Richter haben wollten. Es war vorbei mit ihm. Auf dem neuen Markte zu Berlin endete der reiche, mächtige Schatzjude, des Kurfürſten Kämmerer, des Landes Münzmeiſter. Wie endete er? Auf dem Schaffot.
Aber ſeine letzten Stunden mögen mit einem Schleier bedeckt werden, es iſt beſſer, ſolche Gewebe nicht zu lüften, nicht die Strafen zu ſchildern, welche den Unglücklichen trafen— Strafen, die weit hinaus gingen über die Vergehungen und die den Verbrecher faſt zu einem Märtyrer umgeſtempelt haben.
1573 zog an dem Horizonte der Umgegend Berlins eine lange bewegliche Linie dahin. Es waren Karren, Pferde, Menſchen. Wei⸗ nende, wehklagende Gruppen zogen in die Ferne, gefolgt von ſchwer⸗ bewaffneten Reitern, die ſich ſorgfältig überzeugten, daß niemand zurückbleibe.— Es waren die Juden Berlins. Lippolds Schickſal Ein ungeheurer Prozeß war zu ihrem Nachtheil entfchieden. Jeder Unthat wurden ſie fähig erklärt. Ein kurfürſtlich er Befehl gab ihnen auf, alle Habe zu verkaufen und davon die Prozeßkoſten zu zahlen, ſodann aber das Land zu verlaſſen. So zogen ſie hinaus nach Böhmen, Polen und Ungarn. Sie trugen mit an der Schuld des Einzelnen, bis dereinſt mildere Anſchauung ihnen die Rückkehr geſtattete. Von dem Gelde Lippolds iſt nichts geblieben, aber im Hauſe am Mühlendamm ſoll der Geiſt des Ge⸗ ächteten umgehen und mit dem Wuchergelde des Nachts klimpern, bis die Hähne krähen.—
in die Worle aus:
es gehört.
Jagd und deutſches Wild.
Von Dr. E.
Baldamus.
„Auch gut, und abgemacht!“
„Nun ja! Aber wie ſteht's mit dem Schuhu? Der meinige iſt, wie Sie wiſſen, drauf gegangen, und ſteht da im Schreine.“
„Es iſt für Jäger und Forſcher nur„ein halbes Plaiſir“ mit dem ausgeſtopften„Auf“.— Indeß erwarte ich täglich einen kleinen Transport von vier bis fünf aus dem Horſte gehobener Uhu aus Curland, wo der„Grand Duc“ der Franzoſen noch häufig genug ſein ſoll“—
„Ich abonnire auf einen—“
„O ich habe nur zwei anderweit verſprochen. Die übrigen ſtehen Ihnen gegen Futter⸗ und Pflegekoſten zur Dispoſition.“
„Auch Pachtbedingung?“
„Die Sie gern annehmen werden“
„Aber die Krähenhütte!“ rufen die ernſten Leſer.
„Die Krähenhütte! Ja, die Krähenhütte!“ die ungeduldigen Leſerinnen.
Nun da ſteht ſie ja vor Ihnen, meine Verehrteſten, in gar hübſchem Conterfei.
Bemerken Sie zunerdeei die Lage derſelben auf einer das Terrain beherrſchenden Erhöhung des Bod ens, einem Hügel oder einem Berge: der Uhn ſoll Pan„Raubzeuge“ ſchon aus der Ferne ſichtbar ſein.
Die„Hütte“ ſelber iſt eine etwa vier bis fünf Fuß tiefe Erd⸗ höhle, nach Gelegenheit und Belieben mit Holz oder Steinen aus⸗
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