Jahrgang 
1865
Seite
187
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ward, ohne daß er dieſes pflegenden Mutterſchoßes je in gerechter

Pietät vergaß.

Selten wird hervorgehoben, daß Fräulein von Klettenberg auf die bedeutungsvollſte Wendung in Goethes Leben einen entſcheiden⸗ den Einfluß ausgeübt hat. Und doch iſt es ſo. Die weimariſchen Prinzen waren in Frankfurt geweſen; man hatte ſich gegenſeitig ungemein gefallen; Goethe hatte eine Einladung nach Mainz er⸗ halten; leicht konnte aus dieſem näheren Verkehre ein Ruf nach Weimar hervorgehen. Der Vater iſt im höchſten Grade dagegen

Lippold der

Eine hiſtoriſche Epiſode aus dem

Vor dem Hauſe in der Kloſterſtraße zu Berlin, welches der kurfürſtliche Münzmeiſter und Schatzjude Lippold bewohnte, ſchritten an einem kalten Decembertage des Jahres 1570 zwei Männer auf und nieder. Sie waren in weite, mit Pelz verbrämte Schauben ge⸗ hüllt und hatten ihre Kappen über den Kopf herabgezogen, ſo daß man ihre Geſichter kaum erkennen mochte. Unter den weiten Ueber⸗ würfen hervor ſah man aber die mit Silber beſchlagenen Scheiden der Degen blitzen und man konnte von der Haltung, der Tracht und den reichen Stoffen wohl ſchließen, daß man Edelleute vor ſich habe.

Ich nähme viel lieber die Schanzen der Türken ein, ſagte der ältere der beiden Leute,als daß ich zu dem Juden hinauf⸗ ginge mich vielleicht kuranzen zu laſſen, weil ich die Schuld nicht zahlen kann und um Aufſchub bitten muß.

Es iſt nun einmal nicht anders, entgegnete der jüngere. Wir ſind beide in den Händen des Ebräers und können doch nicht los von ihm.Wer weiß, Traugott, ob nicht ein blitzend Schwert hier gute Dienſte leiſten möchte?Bah, geh doch mit Deinem Schwerte. Schuldverſchreibungen haut man nicht durch wie eine Rüſtſchnalle oder ſonſt ein gutes Eiſenſtück. Ich hätte längſt den Weg eingeſchlagen, wenn er zum Ziel führte. Und dann denke des Juden, wie er ſteht. Er iſt des gnädigen Kurfürſten A und O. Macht er denn nicht alles was er will'? ſetzt er nicht die ganze Stadt, das Land in Bewegung? treibt er doch alles, was an Metallwerth da iſt, in ſeine Münze am Mühlendamme), ſetzt er doch ſeine eignen Glaubensgenoſſen in Contribution und das alles unter den Augen des gnädigen Herrn. Was alſo ſollten wir unternehmen gegen einen ſo mächtigen Mann?Teufel, Du haſt Recht, ſagte unwillig der ältere und ſchlug an ſein Schwert, daß es in der Scheide klirrte.Es iſt kein Mittel. Zahlen können wir nicht ſo gehen wir denn hinein und bitten den Juden um Aufſchub.

Die beiden Edelleute traten in des Juden Lippold Haus und ſtiegen die Treppe hinan. Ihre Schritte waren ſchwer, langſam und gemeſſen. Sie ſchienen den unangenehmen Augenblick recht lange hinaus ſchieben zu wollen. Die beiden Männer waren zwei Herren von Schliefen, gute, wackere Edelleute, zwei Vettern, die miteinander in Geldverlegenheiten gerathen und dem liſtigen Lippold nach und nach in die Hände gefallen waren, denn es war des Juden Lieblingsgeſchäft, die Edelleute in ſeine Krallen zu bekommen. Das war nun leider zur damaligen Zeit keine große Schwierigkeit, denn der Landesherr Joachim II., ein trefflicher Fürſt voll hoher Eigenſchaften, liebte gar zu ſehr Prunk und Staat und that es allen darin zuvor. Aber ebenſo wie der Herr wollten die Diener ſein und wenn der Kurfürſt ſchon in den Händen des Juden war, wenn er ihm alles, was nur Geldangelegenheit hieß, überantwortete, ſo darf es nicht Wunder nehmen, daß die Edelleute gar bald in eben ſo ſchlimme Lagen geriethen.

Die Schliefens hatten große Sorge. Der Verfalltag ihres Schuld⸗ ſcheins war dicht vor der Thüre und der Jude ließ nicht mit ſich ſpaßen, alſo blieb kein Mittel. Es mußte gebeten werden. Knirſchend be traten die Vettern das Vorgemach der Wohnung. Hier war aller⸗ lei ebräiſcher Prunk recht eigentlich zur Schau geſtellt. Die Ge⸗ ſetzestafeln prangten an allen Thüren, den Simms entlang liefen

*) Jetzt Poſtſtraße Nr. 5.

und läßt ſich durch nichts von ſeiner Anſicht abbringen. Man iſt gewohnt, dem Willen des Vaters unbedingt zu folgen. Da wird Frau Aia an die bettlägrige Freundin abgeſandt, um deren Gut⸗ achten einzuholen. Da es günſtig ausfällt für den Wunſch des Dichters, ſo gibt der Vater nach, wenn auch ungläubig und ungern. Als er aber zurückkehrte, war die edle Freundin bereits in die lang erſehnte himmliſche Heimat hinübergeſchlummert. Goethe empfand den Verluſt tief und ſchwer; eine mächtige Stütze war dahingeſchwunden. Nie mehr iſt ihm eine Perſönlichkeit von ſo aus⸗ geſprochener Chriſtlichkeit und himmliſcher Weihe nahe getreten. Ludwig Dieſtel.

Schatzjude.

alten Berlin von Georg Hiltl.

Sprüche in ebräiſchen Lettern und hie und da bemerkte man Bilder aus der jüdiſchen Geſchichte. Nachdem die Edelleute eine Zeit lang gewartet hatten, rief ſie ein kleiner Diener in das Gemach des Münzmeiſters.

Als ſie eintraten, ſaß Lippold hinter einem Tiſche, der ganz mit Papieren, gemünztem undungemünztem Golde bedeckt war. Er hatte vor ſich eine Wage, verſchiedene Bücher lagen aufgeſchlagen vor ihm und ein breites, ſchweres, mit hölzernem Griff verſehenes, furchtbares Meſſer ſchien als Waffe dem Eintretenden entgegen zu rufen:Wahre deine Finger! Als Lippold die Fremden gewahrte, erhob er ſich und machte mit ſeiner Hand ein Dach über die Augen, gleichſam um ſie beſſer betrachten zu können. Er war ein Mann hoch in den Fünfzigern, von durchaus imponirender Geſtalt und keineswegs das Bild eines vergilbten, krummen Wucherers. Ein ſpitzer Bart umrahmte ſein Kinn, und unter den buſchigen Augen⸗ brauen ſchoß er zuweilen Blitze hervor. Er trug ein langes Gewand von dunkelblauer Farbe, im Zuſchnitt jenen langen Kaftanen gleichend, welche die perſiſchen Kaufleute noch heute tragen. Seinen ſchon kahl werdenden Schädel bedeckte eine leichte braune Sammetkappe. Die Herren wünſchen? fragte er noch ziemlich artig und wies über den Geldtiſch hinweg auf zwei Stühle.Meiſter Lippold, begann Henning von Schliefen, der ältere,wir kommen, rund heraus geſagt, Euch um einen Dienſt zu bitten.So iſt es, beſtätigte der jüngere, Traugott von Schliefen.

Hi! hi! kicherte der Jude,es wird wohl wieder Geld ſein, das die Herren brauchen. Nicht ſo? ſonſt kommen wir nur ungern zum Juden.

Seid nicht bitter, ſagte Henning, ſich die Lippen beißend, und ſeht uns recht an. Es iſt nicht Geld allein, das wir verlangen. Wir wollen kein Geld. Nur Aufſchub für die Zahlung, die wir Euch ſchulden.Aha! richtig, jetzt ſehe ich erſt, ſagte Lippold, die Arme auf den Tiſch ſtützend und den Oberkörper weit vorbiegend, indem er die beiden betrachtete,richtig, die Vettern von Schliefen. Alſo Aufſchub wollen wir laßt doch ſehen. Der Jude nahm aus einer hinter ihm ſtehenden mächtigen Kaſſette ein Buch, deſſen Ecken mit Eiſen beſchlagen waren und blätterte darin umher.

Richtig es iſt ſo. Und Auſſchub wollen die Herren? Gebt ihn uns, Lippold. Wir ſind nicht im Stande, zu zahlen. Meines Bruders Unglück im Gute hat die Auszahlung der Gebühren für mich verzögert. Ihr ſollt ſchönen Dank haben und wir werden Eure Milde rühmen.Nichts da, Ihr Herren, brüllte plötzlich der Jude und warf das Buch wüthend auf den Tiſch, daß die Geld⸗ ſtücke durch einander raſſelten.Nichts da. Ihr ſeid mir verfallen. Ich werde verſchrieen als ein Moloch im ganzen Land, Ihr Herren Edelleute ſeid die ärgſten Schreier. Aber wenn es gilt eine Hand voll Geld zu erhalten, ſeid Ihr bei mir. Bin ich der Hundsjude? bin ich der Bluthund? Haha! wenn Ihr wollt haben Geld, bin ich gut. Ihr Herr Jüngerer da unten, habt Ihr nicht auf der Jagd bei den von Rohrs über mich geſchimpft und geläſtert? und hattet doch mein Geld in den Taſchen?

Traugott Schliefen ſenkte das Haupt. Was der Jude ihm vorwarf, war wirklich geſchehen.Ich habe Euch keinen guten Namen gemacht, ſagte der junge Edelmann ſtolz;aber was kümmert Euch das? wenn Ihr nur ein gut Geſchäft machen könnt,