—— das Herz beklemmt fühlt wie von einer ſchmerzlich ſüßen Erinnerung. Sobald wir in unſre Behauſung zurückgekehrt waren, empfan⸗ Ganz vergeblich würde es ſein, das hinlänglich beſchreiben zu
60.— wiſſe V„Landingenieurſchule. Hier laſſen wir umwenden und ſteigen an ſpecifiſch ganz anderen Begriff, und zwar in abſteigender Linie zu d doh der Skele des Marinearſenals ans Land. ſetzen hat. blick. Von hier aus gelangt man durch den kleinen Campo wieder Hier lag das ganze Bild wieder vor uns, ſo unendlich, unfaß⸗ V ſich gi„. 1 ℳ. 1. 3 6 29 15 d 1 4 84 V nach Pera— ohne Galata zu berühren. bar, unausdrückbar ſchön und geheimnißvoll wunderbar, daß man
en Holz⸗
grünes
geblendet
oderhalb den wir um ſo ſtärker den viſionartigen Eindruck Stambuls, welchen wollen, was ein Blick hier auf ein Mal umfaßt. Uubeweglich bleibt Ude di p.-..* 8 a„„. 1 ‿: 2 5. d.* 4 9. r. „d Ne dder Reiſende nach flüchtigem Aufenthalt mit hinfort nimmt, da wir das Bild, wie der blaue Himmel, der ſich darüber ſpannt, und ſelbſt
uns aus der unmittelbarſten Berührung mit den mannigfaltigen die größten Schiffe erſcheinen nur wie bunte Käfer und weiſie Schmet V äußeren Widerlichkeiten in das träumende Bewundern der immer terlinge, die durch eine Sommerlandſchaft flattern. Immer wieder
aukelten, impoſanten großartigen Lage dieſer Wunderſtadt verſetzen konnten. und wieder möchten wir davon reden und darauf zurückkommen— es 7 ummende Stambul iſt mehr als irgend etwas andres ein Bild für den Aus iſt dieſes Bild der ungetrübteſte Genuß und deshalb die ewig haſtende oldaten ſpruch:„Goldſtatue mit Thonfüßen“, nur daß man für Thon einen Erinnerung, welche beim Rückblick einen Schleier über alles andre wirft! — Lin Beſuch beim Antiquar. V Alles hat ſeine Geſchichte: die Welt, die Menſchheit, ich ſelbſt, d haben muß, welches andere ihm nur erwünſcht iſt und welches dritte das Haus, welches ich bewohne, der Rock, den ich trage, der Thaler, er gar nie kaufen wird; mit feinem Takt folgt er den literariſchen den ich ausgebe— das Buch, welches ich leſe; ja ſelbſt dieſe Nummer V Liebhabereien, ja wohl gar Narrheiten der Zeit, denn ohne Stecken⸗ dees„Daheim“, auf welcher Dein Auge, freundlicher Leſer, jetzt ruht, pferd iſt nun einmal der Menſch nur halb ſo glücklich— und der ftet das V hat bereits ihre Geſchichte gehabt und wir könnten Dir dieſelbe Handel mit Steckenpferden lohnt ſeinen Mann.— (Hauſe) erzählen mit ihren vielfach intereſſanten Einzelheiten, zu Deiner Doch ſchauen wir uns, unter Leitung des gefälligen Beſitzers, rößten Verwunderung; ſie wird aber auch ferner noch ihre Geſchichte haben: in ſeinem„Lager“ etwas um. Da fällt uns zuerſt das ſchwere Minarets es wird ſich Nummer an Nummer reihen, bis in Jahresfriſt der ſtatt: Geſchütz in die Augen: die mächtigen Folianten in den untern Reihen e phan⸗ liche Band vor Dir liegt; es wird im Laufe der Jahre Band an Band der Regale; ſie ſind mit ihrer wuchtigen, maſſenhaften Gelehrſamkeit von ſſich ſchließen, eingefügt in die Familien⸗Bibliothek, ein reicher Schatz die Repräſentanten des 15. und 16. Jahrhunderts; ein Gelehrter Conſtan⸗ der Belehrung und Unterhaltung für Dich, Deine Kinder, Deine von reinem Waſſer aus jenen Zeiten ſchrieb in der Regel über alle t ihren Frreunde. Aber es wird die Zeit kommen, wo Deine irdiſche möglichen und noch einige unmögliche Dinge—„hentzutagt bee des Geſchichte ihren Abſchluß gefunden; Deine Familie zerſtreut ſich, Dein herrſcht das Prinzip der Theilung der Arbeit auch in der Wiſſenſchaft ſten Ende Hab und Gut mit ihr. Es ſind Jahre vergangen: wohin hat das und die Reſultate der Forſchung präſentiren ſich, weun guch in ſich t iſt die Scjickſal(vhabent sua fata libelli“ ſagt der Lateiner) Dein Exem⸗ gewichtiger„in dem beſcheideneren Formate des Oekar⸗Mandes;— ſtets plar des„Daheim“ verſchlagen? Foliaut iſt faſt ganz aus der Mode gekommen, kur in Den Müſen drianopel Ich führe Dich durch eine enge, volkbelebte Straße zu jenem öffentlichen Bibliotheken behauptet er noch ſeinen Plag;z dor Walehiie , Mal vochgiebeligen alterthümlichen Hauſe; wir treten in einen gewölbten der Neuzeit ſträubt ſich ſo lange als möglich vor dem Aukanf einen 8 Raum, an den ſich im Hintergrund ein zweiter und dritter anſchließt, Folianten; hat ihn doch ſein Hausherr erſt vor kurzem wieder in alten die eine ſchmale Wendeltreppe mit den oberen Stockwerken verbindet. der Miethe geſteigert; wie ſoll er da noch den thennen Platz erſchwin⸗ — 4 Die Wände ſind bis an die Decke mit vielgetheilten Repoſitorien oder gen, den eine ſolche Reihe von Ungethümen für ſich in Anſpruchh pel und hölzernen Fachwohnungen bekleidet, deren Inſaſſen in hundert langen, nimmt? 1 Dald⸗ wohlgeordneten Reihen uns ſtumm, und doch ſo beredt, anblicken; Vor allem zieht eine Anzahl von Wiegendrucken(Incunabeln) len und eine ſehr gemiſchte Geſellſchaft: junge und alte, große und kleine, unſere Aufmerkſamkeit auf ſich, jener koſtbaren Erzeugniſſe aus den dkemm 3 dicke und ſchmächtige, die einen in abgetragenen, ja oft ſchäbigen und zwei oder drei erſten Jahrzehnten der aneeiüten Bu eruckerduniſt Mauer zerlumpten Kleidern, die andern nach neueſter Mode ausſtaffirt in(1450— 1470), deren Preis mit der zunehmenden Seltenheit der eert, 1 reichem Goldſchmuck. Der Beherrſcher dieſer Räume ſcheint ein Exemplare eine ſolche Höhe erreicht hat, daß nur die Guineen eines Türken genaues Regiſter über ſeine Unterthanen zu führen, denn ſie tragen engliſchen Lords mit fürſtlichem Einkommen oder die Tauſend⸗Francs-- von ſämmtlich Nummern an der Stirn, deren letzte Ziffern hoch in die Billets eines Bibliophilen im modernen Babylon ihm nachzuklimmen uf daß Zehntauſende gehen. Auch führen alle ihren Geburtsſchein bei ſich wagen dürfen. Viele hunderte dieſer Bände wurden zu Aufang dieſes und mit Verwundern ſehen wir, wie langlebig viele unter ihnen ſind, Jahrhunderts, namentlich aus den aufgehobenen bayeriſchen Klöſtern, nendes denn das Datum derſelben geht nicht ſelten beinahe vierhundert ins Ausland entführt, die meiſten auf Nimmerwiederſehn. uin Dampf Jahre von heute zurück. heute ein Pſalterium von Fuſt und Schöffer(Mainz 1457) oder die Türken,— Doch aaſſe wir die Metapher und ſagen wir lieber gleich ſ. g. Mazarinſche Bibel(1450— 55 in Mainz von Gutenberg gedruckt) rrund heraus(was der geneigte Leſer überdies ſchon längſt errathen auf den Markt kommen, ſo iſt dies ein Ereigniß, welches de ah V 5 hat)— wir ſind beim Antiquar, beim Bücher⸗Antiquar. Dort ſammler und Antiquare der ganzen Welt in fieberhafte Aufregung V am Fenſter ſitzt der alte Bür das Sammetmützchen auf der weißge⸗ verſetzt und der Neid heftet ſich an die Sohlen des Glücklichen, der * lockten Stirn, unter der ein Paar ſcharfe graue Augen hervorlugen, den mit ſchwerem Gold errungenen Schatz heimführt. 1 Hügel⸗ voor einem breiten Arbeitspulte, zur Linken ein Haufen neu angekom⸗ Ich ſehe Dich lächeln, geneigter Leſer, über den Kampf um ſolch rfer aber nrgtedider. zur Nechten die Raie lunder, ſchmaler Kaſten⸗ zin„ 8 Sühmſteſe. n znic Dir ſagen, daß dieſer Sernsman man unzähligen Zetteln darin, nach dem Alphabet geordnet; ſie enthalten Eifer, daß die„Bücherliebhaberei“ eine ſehr berechtig Arme das oben erwähnte Fmſanreniſten der faſt ſteckbrieflich genaue V Aeußerung unſerer geiſtigen Entwicklung iſt. Aus der Vergangen⸗ zenſcheit Beſchreibung eines jeden einzelnen dieſer vielen tauſend hier ver- heit lernen wir die Gegenwart verſtehen und die Zukunft aufbauen. V berzeugt, ſammelten Bücher, mit Angabe des Formates, der Nummer, unter Der Forſcher in der Vergangenheit aber bedarf als nothwendige V Haut welcher es ſofort unter ſeinen Collegen herauszufinden iſt, ſeiner Grundlage eine möglichſt umfaſſende Sammlung ihrer Ueberbleibſel— * nigen V Herkunft, ſeines Werthes u. ſ. w. Dieſer Winkel am Feuſter iſt das ſeien es nun Foſſile, oder Denkmäler der Plaſtik und Malerei, vder 3 Hünſer Centrum des großen Spinnengewebes, deſſen Fäden der alte Herr Denkmäler des geiſtigen Schaffens, d. h. Bücher. Und je Keichter 35 rcim⸗ V über die ganze Erde geſponnen hat(denn ein Antiquar iſt Kosmopolit Bücher nach der Natur des Stoffes, der ihrem geiſtigen ahaltrart 2 Spitze von Profeſſion); hierher ſammeln ſich alle die literariſchen Schätze, Behikel dient, vom Untergang bedroht ſind, um ſo vredi Zeit 3 V — die ſich in nächſter Nähe oder in weiter Ferne aus Londoner, Pariſer, die Arbeit des Sammlers, der dieſe Zeugen aus früherer Sahrt., Kartige Amſterdamer und vielen andern Auctionen und ſonſtigen Quellen in Nachwelt zu erneuter Unterſuchung und Beuuund anf E di 4. die ſeinen Maſchen gefangen haben. Eine lange Erfahrung hat ihn die In dieſer Beziehung hat ſelbſt das anſcheinend Unbedeutende ſen V 1 E die Bedürfniſſe ſeiner Zeit kennen gelehrt; er weiß ganz genau, welches V Recht, wenn es, eingereiht in eine größere Sammlung nan d bühe V teTriein⸗ Buch der Gelehrte(denn dieſer iſt ſein beſter und treueſter Kunde) artigem, die fortſchreitende Entwicklung irgend einer de u die———-——————————————


