dem alten bunten Koſtüm, mit Turban, und rauchen gemächlich aus faſt die Hufe des Pferdes, oder wenigſtens eine ungebührliche Menge
langen Tſchibuks oder gurgelnden Waſſerpfeifen, wozu ſie aus kleinen Schälchen ſchwarzen Kaffee nippen,— aber kein Laut iſt zu hören. Schweigend ziehen auch wir vorbei. Allgemach iſt unſre
Schmutzes treffen. Indem wir unwillig dem Reiter nachblicken, erhalten wir un gewarnt einen Stoß, und ſtolpern dabei über einen Hund, was uns
n Thale Wohnung— ein türkiſches Holzhäuschen— erreicht, die Gepäck⸗ beinahe zu Fall gebracht hätte,— und kaum ſind wir ein Paar erd. träger und der läſtige Dragoman mit großen Geldopfern— nur Schritte weiter durch das Gedränge, ſo kommt wieder ein Reiter, d Land⸗ um Ruhe zu haben— entlaſſen, und wir ſinken, überwältigt von noch ein Laſtträger,„sso- usch! guarda!— ohé!“— ein Ge— beiden der Macht der Schlag auf Schlag folgenden, niegekannten Eindrücke brüll und Schreien, zum Betäuben. Nun kommt gar ein Wagen avillons aauf den erſten türkiſchen Divan nieder. angeſchwankt,— das Pferd vom Fuhrmann geführt,— und füllt ille von Das türkiſche Häuschen ſteht, zurückgezogen von der Straße, die Straße dergeſtalt, daß die Fußgänger ſich gegen die Häuſer veift im in einem gartenähnlichen Raum, und zwar vorgeſchoben auf der klemmen müſſen, um Beſchädigungen zu entgehen. Neben uns ſtand mhaben äußerſten Höhe des Berges; unmittelbar am Hauſe beginnt der Ab- ein Herr in, der Stellung einer angenagelten Weihe, der nicht mit all fall, auf dem Tophana erbaut iſt, und unſer Fenſter hat die Aus⸗ weniger ergötzt ſchien als wir; aus ſeinem Munde floſſen unge⸗ Mina⸗ ſicht über dieſe Vorſtadt zu unſren Füßen, bis an den Bosporus, künſtelte Flüche in franzöſiſcher Sprache, und wir wendeten uns
an muß
nuß aund den dunklen Cypreſſen kenntlichen Todtenfeldern— ſehen darüber„Vous y etes, Monsieur 145) mit ihm die ſanften Hügel des Bulgurlu und die ferneren dunklen Berge 1 Das war der ſtärkſte Schlag!!— Wagen, Reiter, Laſtträger, eines fremden Welttheils! Stoß alles nichts gegen dieſe Wahrheit! Alſo dies die grande An Seutari zu unſrer Rechten ſchließt ſich die Halbinſel von rue de Péra!? Unſer Traumwachen beginnt aufs neue. Mit Kadikö, das alte Chalcedon, rebenbebaut und mit einer hübſchen den langſamen Schritten eines Mannes, der einen vergeblichen auf die Baumgruppe endigend, aus der ein ſchlanker Leuchtthurm hervorragt. Gang gethan, kehrten wir um, diesmal mit der tröſtlichen Gewiß⸗
6, Weiter hinaus ſieht man den Meerbuſen von Nicomedien(Ismed) heit, uns in der grande rue de Péra befunden zu haben!
michie⸗ und in demſelben die Reihe der Prinzeninſeln, über die ſich die Nach einigen Tagen wagten wir uns nach Galata hinab. Wellenlinien der aſiatiſchen Berge hinziehn; und hoch, hoch darüber Der Bergrücken, auf dem ſich die Chriſtenſtadt Pera hinzieht und Airagen. taucht der bythiniſche Olymp ſein ſchneeiges Haupt in azurnes auf deſſen äußerſter Spitze zwiſchen dem Bosporus und dem golde⸗ 4 gerade Blau.— Dies iſt wieder ein Bild, wunderbar groß, und gewiß nen Horn der bekannte Wachtthurm von Galata erbaut iſt,— fällt wiſchen, auf keine Leinwand zu bannen! Wie es aus der Hand des Schöpfers ſteil und plötzlich nach beiden Waſſerſtraßen hinab. Von dem in allen hervorgegangen, ſo ſteht es in unnachahmlicher Schönheit da, Thurme abwärts, und unterhalb am Fuße des Berges, liegt Galata, rfen wie unwandelbar daſſelbe heut wie vor tauſend Jahren, und wie es links davon am Bosporus Tophana, und rechts, am inneren d man nach aber tauſend Jahren ſein wird,— nur daß hoffentlich das Hafen, zieht ſich ein ausgedehnter türkiſcher Kirchhof hin, bis nach ausge⸗ Kreuz von den Kuppeln ragt ſtatt des mitternächtigen Halb⸗ Pera hineinreichend; von den Chriſten Petit Champ oder„kleiner at man mondes! Campo“, von den Türken Tekjéh genannt(nach dem Kloſter der nützen Welche Stille in dieſer Scene! Nur ganz fern tönen ſelt⸗ tanzenden Derwiſche.) Dieſer Kirchhof trennt Pera und Galata nd das ſam fremde Rufe und Hundegebell durch die Luft; geräuſchlos von Cassim Pascha(mit dem Marinearſenal) am goldenen Horn. Taſche gleiten weiße Segel über den klaren Waſſerſpiegel, eilende Dampfer Galata iſt noch heute durch Mauern von koloſſalen Dimenſionen, sGeld⸗ kreuzen hier und dorthin, aber ihr Athmen dringt nicht durch die Tyürmen und Gräben befeſtigt, von der Landſeite führen nur drei ren ſſie Ferne herauf,— und gleich kleinen Inſekten ſchießen die leichten Thore hinein, welche Abends geſchloſſen werden. hon eine Kaiks in allen Richtungen umher. Das Träumeriſche dieſes Galata iſt der eigentliche Stapelplatz des geſammten Handels nutzigſten Bildes gibt der Seele all die Ruhe wieder, welche in den letztver⸗ des Orients und der Levante; hier ſind alle kaufmänniſchen Comp⸗ wegge⸗ floſſenen Stunden gewaltſam vertrieben wurde,— und, in unge⸗ toirs, ſämmtliche Büreaus, Geldwechsler, Branntweinſchenken,
3 ſtörtes Anſchauen verſunken, eilen die Gedanken unbemerkt und Schiffsmakler, Kneipen und Herbergen; Magazine, Kaufläden aller Eindrücke geräuſchlos in die ferne Heimat zurück. Art, und vor allem das Hauptquartier der großen Armee von öme von Müßiggängern und Banditen von Profeſſion, deren vortrefflich lüpfrigen 3 organiſirte Zunft ſich auf 60,000 und mehr belaufen ſoll. Man
Gewühl
und auf die aſiatiſche Küſte, vor der mitten im Waſſer der Leander⸗ thurm aus den Fluten ragt. Uns gegenüber ſehen wir die Türken⸗ ſtadt Scutari in ihrer ganzen Ausdehnung, ſammt den endloſen, an
Endlich wollen wir doch ausgehen, um die erſten ſchlimmen Eindrücke der Stadt zu verwiſchen. Wir entſannen uns, von der grande rue de Péra, der Promenade der großen Welt, viel gehört zu haben. Dieſe mußte aufgeſucht werden. Durch enge Winkel— gaſſen und über wüſte Brandſtelleu eilen wir fort, nicht ohne Ge⸗ fahr zu öfteren Malen in Brunnen zu ſtürzen, welche ſich in allen Richtungen befinden, zu ebner Erde und unzugedeckt. In der Er⸗ wartung der grande rue de Péra ziehen flüchtige Erinnerungen an die Promenade der großen Hauptſtädte Europas an unſrem innerm Geſicht vorüber,— aber doch nur ganz entfernt und farb⸗ los, denn von der grande rue de Péra erwarten wir doch etwas
an ihn: „Pour'amour de Dieu, Monsieur, quelle est la direction de la grande rue de Péra?“
ſagt, daß dieſelben hier ihre Niederlagen im Großen haben, be— ſonders in Galata und Smyrna,— und daß die eignen Schiffe dieſer Geſellſchaft einen nicht unbedeutenden Handel mit geſtohlenen Gütern durch die ganze Levante betreiben. Ja, das nicht nur: ihre Organiſation geht ſo weit, daß man ſein Eigenthum gegen ihre commerciellen Beſtrebungen durch Procentzahlungen ſicher ſtellen kann! Viele der angeſehenſten Kaufleute von Galata und Pera zahlen auf dieſe Weiſe einen Verſicherungstribut; und es wird eine Geſchichte von einem derſelben erzählt, welcher einſtmals die Prä⸗ mienzahlung verweigerte; nach wenigen Tagen war ſein Magazin erbrochen, und ihm ein Schade von vielen tauſend Piaſtern zuge— fügt. Jetzt zahlt er nach wie vor, und genießt der Protection
nen bern anderes. dieſes beſtorganiſirten Banditenſtaates. gouchte—.———.— 3 5 R. e... 9 feuch üß Doghru!(gradeaus) heißt es auf unſre Frage nach derſelben; Wir ſtürzen uns in den Menſchenſtrom und werden mit ihm na, Wr wir gingen gradeaus. Die Brandſtellen nahmen kein Ende; fortgetragen. Laſtträger(Hamals) ſchleppen Fäſſer und Ballen hin .
Schutthaufen rechts und links; wenige neugebaute Häuſer, ver⸗
und her und man hört unaufhörlich ihr betäubendes Gebrüll
it unver⸗ fallene Zäune und grundloſer Schmutz— der Menſch hatte uns„Sso-usch!“(aus dem Wege); wer ihnen nicht ausweicht, der wird 5. Lang⸗ einen ſchlechten Richtweg nach der grande rue de Péra ange⸗ rettungslos an⸗ und übergerannt. ben; nur geben;— übrigens fing ſie bereits an in unſrer Achtung zu ſinken, So drängen und quetſchen wir uns hindurch bis zu der neuen nd, lang⸗— denn dergleichen Zugänge erſchienen uns wenig geeignet für die Brücke(Jeni Köprü), die von Galata über das goldne Horn nach egen über⸗ Fashionables der orientaliſchen Reſidenz;— aber nur weiter! Conſtantinopel führt. Hier endlich iſt etwas Luft, obgleich nicht Die Ge⸗ Nachgrade wird die Straße noch enger, ſchmutziger und dunkler, immer die reinſte. Die Brücke iſt gegen 600 Schritt lang, und meiſt roth das Gedränge mehrt ſich. 4 ver ſitert. Sso-usch l aus dem Wege! brüllt uns ein Kerl an, und kaum 3 Sagen Sit mir um Gotteswillen, wie komnnt ich am nächſten nach der Cafſer können wir dem Stoße eines Balkens entrinnen. großen Peraſtraße?“„ Guarda! ſchallt es da, und vorbei ſauſt ein Reiter, daß uns„Sie ſind drin, mein Herr!“ viele in


