Jahrgang 
1865
Seite
145
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Von einem Seeofficier.

Deutſche Marine! Wie viel frohe Hoffnungen knüpften ſich einſt an dieſen Namen, wie freudig regte ſich vor ſechszehn Jahren das patriotiſche Gefühl in Jedermanns Bruſt, als die ſchwarz⸗roth⸗goldene Flagge von fünfzig Kanonenbooten und neun größeren Schiffen wallte und der Drang nach deutſcher Einigkeit wenigſtens in der entſtehenden Marine einen thatſächlichen Ausdruck gefunden zu haben ſchien! Leider war es nur Schein. Die vielverſprechende Schöpfung blieb ein ſchwacher Verſuch; ſie trug bei ihrem Entſtehen bereits den Keim des Todes in ſich und ſiechte dahin, weil kein kräftiger Arm ſie regierte und empor hielt. Eine Marine läßt ſich nur ſchaffen und erhalten durch energiſche Willenseinheit und mit dem ſchwindenden Schatten der Centralgewalt mußte auch die deutſche Marine wieder vom Schauplatze abtreten.

So kurz die Lebensdauer der deutſchen Flotte war und ſo wenig ſie während ihrer Exiſtenz ſich von der Stelle rührte, fehlte es ihr doch nicht an intereſſanten Momenten, tragiſchen wie komiſchen, die theils in der Verſchiedenheit der Elemente ihren Grund hatten, aus denen ſie zuſammengeſetzt war, theils durch die Umſtände hervorgerufen wurden, unter denen ſie vegetirte.

Die Unthätigkeit der lebensluſtigen und ungebundenen Matroſen war beſonders eine Quelle der heiterſten Scherze und komiſchſten Auf⸗ züge, die freilich nicht jedesmal ſo heiter abliefen, wie ſie begonnen wurden. Trotz der eiſernſten Disciplin war es unter den obwalten⸗ den Verhältniſſen oft nicht möglich, die Mannſchaften ganz zu zügeln, namentlich aber, wenn die Schiffe die Winterquartiere bezogen. Dann bemühten ſich die Officiere vergebens, die Matroſen an Bord halten zu wollen. Das Land war ein Magnet, der die Söhne des Meeres mit unwiderſtehlicher Kraft an ſich zu ziehen ſchien und es gab kein Mittel, dieſe Kraft zu brechen.

Der Winter löſte die Feſſeln des Gehorſams und erſt der Früh⸗ ling konnte ſie wieder befeſtigen, indem das mit ſeinem Erſcheinen verbundene Hinauslegen der Schiffe auf die Weſer den Mannſchaften ein unüberſteigliches Hinderniß bot.

Die Boote wurden dann jeden Abend bis auf eines gehiſſt, welches für Zufälligkeiten im Waſſer blieb, aber ſtets vom Officier der Wache im Auge behalten wurde. An ein Entweichen war V deshalb nicht zu denken. Da außerdem die Entfernung zwiſchen dem Ankerplatze und Bremerhaven dreiviertel Meilen betrug, und die Strömung der Weſer ſehr heftig und gefährlich war, ſo wäre ein Schwimmverſuch Wahnſinn geweſen. Trotzdem wagte ein tollkühner Kopf die Deſertion und zwar unter Umſtänden, die an das Wunder⸗ bare grenzen.

Die Station der größeren Schiffe war an der Oldenburger Seite der Weſer unweit des kleinen Dorfes Blexen, das für die Matroſen zwar nicht die geringſte Anziehung beſaß, von den Officieren jedoch öfter als Ziel ihrer Spaziergänge gewählt wurde. Kehrten dieſe dann, wie es bisweilen geſchah, nach Dunkelwerden zurück, ſo feuerten ſie eine Piſtole ab oder ließen eine kleine Rakete ſteigen und wur⸗ den darauf mit einem Boote an Bord ihrer reſpectiven Schiffe geholt.

Im Monat März 1851 waren mehrere Officiere der Dampf⸗

fregatte Hanſa ebenfalls an Land gegangen und hatten ſich verſpätet.

Als das gewöhnliche Signal ihrer Ankunft am Ufer auf dem Schiffe bemerkt und dem Officier der Wache gemeldet war, befahl dieſer, das im Waſſer befindliche Boot zu bemannen und die Herren abzuholen. Es war elf Uhr Abends; es wehte ein kalter heftiger Weſtwind und ein feiner Regen verſtärkte noch die Dunkelheit der mond- und ſternloſen Nacht.

Als das Boot abſtoßen ſollte, fehlte einer der Ruderer. ſuchte ihn im ganzen Schiffe, aber es war keine Spur von ihm aufzu⸗ zufinden. Er war bei der Abendmuſterung zugegen geweſen, hatte auch an dem Platze, wo die Bootsbeſatzung ſchlief, ſeine Hängematte aufgeſchnürt und ſich, wie ſeine Kameraden behaupteten, um acht Uhr mit ihnen hingelegt. Jetzt war die Hängematte leer, niemand hatte geſehen, daß er ſie verlaſſen und ſein Verſchwinden blieb daher geradezu räthſelhaft.

Um indeſſen die Officiere nicht länger warten zu laſſen, ſprang an ſeiner Statt der wachehabende Unterofficier, ein gewiſſer Feuer⸗ werksmaat Graßfeld, die Treppe hinunter in das Boot.

1. 11.

Man

Auf der letzten Stufe angelangt glitt er aus, fiel über Bord und war im Augenblick unter der dunkeln Fläche verſchwunden.

Ein Schrei des Entſetzens entfuhr der Bootsmannſchaft und der RufMann über Bord brachte bald das ganze Schiff in Aufruhr.

Der Officier der Wache ſtürzte nach dem Hinterdeck; ein Druck an den Federn der Rettungsboje*) ließ dieſe brennend zu Waſſer fallen und der Strom entfernte ſie mit reißender Geſchwindigkeit vom Schiffe. Ihre bläuliche Flamme ſchwankte wie ein Irrlicht über den tückiſchen Wogen und zeigte dem nacheilenden Boote den Weg zur Rettung. Doch ehe ſie von letzterem erreicht wurde, erloſch das flackernde Licht. Schwarze Nacht verhüllte wieder die Waſſerfläche und entzog die Boje den ſpähenden Blicken der Retter. Vergebens ſuchte man im Boote die Spur wiederzufinden, vergebens wurde der Name des Verunglückten gerufen; beide blieben verloren und nach fünfſtündigem Rudern kehrte endlich die bis zum Tode ermattete Bootsbeſatzung an Bord zurück.

Als am Nachmittage des andern Tages ein aus See zurück⸗ kommender Lootſenkutter die in der Weſermündung treibend gefundene Boje mitbrachte, zweifelte niemand mehr an dem traurigen Schickſale des Unglücklichen.

Sein Tod wurde allgemein betrauert, um ſo mehr, da er eine junge Frau und zwei kleine Kinder in hilfloſer Lage hinterließ. Zugleich war es jedoch allen unbegreiflich, wie Graßfeld, einer der anerkannt beſten Schwimmer der ganzen Flotte, die Rettungsboje nicht erreicht hatte. Nach ſeinem Unterſinken war kein Laut mehr von ihm gehört worden und man konnte nur annehmen, daß ihn in dem eiſigen Waſſer der Schlag gerührt habe.

Der Matroſe, deſſen Verſchwinden ſolche Folgen gehabt, kam nicht wieder zum Vorſchein und es blieb unerklärlich, was aus ihm geworden.

Der Ertrunkene war wegen ſeiner Tüchtigkeit und ſeines Benehmens auf der Flotte allgemein beliebt geweſen und da ſeine Frau ſich in der traurigſten Lage befand, wurde beſchloſſen, für ſie an Bord der Schiffe eine Collecte zu veranſtalten.

Bei ſolchen Gelegenheiten appellirt man nie vergebens an das gute Herz der Seeleute. Für Unglückliche haben ſie ſtets eine offene Hand, namentlich aber, wo es gilt, einem Kameraden zu helfen. Die Collecte ergab einen reichlichen Ertrag. Vom Admiral bis zum letzten Schiffsjungen zeichnete jeder ſofort die Gage eines Tages und es konnten der unglücklichen Wittwe 600 Thaler eingehändigt werden, die ſie wenigſtens gegen Mangel ſchützten.

Dreiviertel Jahre waren ſeitdem verfloſſen. Das Andenken an den traurigen Vorfall und an das Opfer deſſelben war faſt erloſchen, als es plötzlich auf eigenthümliche Art wieder aufgefriſcht wurde und zwar durch die Ankunft eines Briefes, deſſen Bekanntwerden in den Gemüthern der Flottenmannſchaft eine Miſchung von Staunen, Bewunderung, Aerger und Heiterkeit hervorrief.

Der Brief rührte von dem ertrunken geglaubten Unterofficier ſelbſt her, war von Bord einer ſpaniſchen Fregatte aus Cadix datirt, auf der ſich Graßfeld zur Zeit als Oberfeuerwerker befand, und an ſeine Frau in Bremerhaven gerichtet. Graßfeld hatte ſich an jenem Abende gerettet, aber nicht zufällig, ſondern er war abſichtlich deſertirt. Die Art und Weiſe ſeines Entweichens war lange vorher von ihm überlegt und mit einer bewunderungswürdigen Kühnheit ausgeführt worden.

*

) Man hat zweierlei Arten Rettungsbojen, die eine für den Tag, die andere für die Nacht. Erſtere beſtehen aus großen, weiß oder roth geſtrichenen Korkringen, die mit Segeltuch benäht ſind. Man wirft ſie dem Verun⸗ glückten zu und ſie beſitzen ſo viel Tragfähigkeit, daß ſie den Betreffenden bis zur Bruſt über Waſſer halten, wenn er ſie ſich über den Kopf ſtreift.

Die zweite iſt ein aus kupfernen hohlen Kugeln und Röhren conſtruirtes Geſtell, das hinten am Schiffe hängt und durch den Druck einer Feder fällt. Durch Ballaſt iſt es ſo regulirt, daß eine an ſeinem Obertheile angebrachte Stange ein bis zwei Fuß über die Waſſerfläche emporragt. Die Spitze dieſer Stange trägt ein horizontales Blechkäſtchen. Daſſelbe enthält eine Feuerwerkscompoſition, die, einmal entzündet, im Waſſer nicht verlöſcht und 10 15 Minuten lang brennt. Durch eine andere Feder wird dieſe Compoſition mit Hilfe einer gewehrſchloßähnlichen Einrichtung entzündet, ehe die Boje fällt und die Flamme zeigt dann dem rollenden Boote ſowohl wie dem Verunglückten den einzuſchlagenden Weg. Dieſe Nacht bojen haben ſo viel Tragfähigkeit, daß ſie bequem drei bis vier Perſonen halten können und haben in der Dunkelheit unſchätzbaren Werth.