Jahrgang 
1865
Seite
135
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d loſem Schnee, in welchem der Alpenſtock ohne jeden Widerſtand bis fertigen Stufen einen feſten Tritt zu haben glaubte. Ich blieb wäh⸗ h du au das Ende verſank, au einer Stelle leicht ausgefüllt war. Rechts rend der Zeit allein meinen Gedauken(leilaſſen Ich durfte mir elhacke un links war die Wand Püher und die Kluft breiter, ſo daß eine nicht verbergen, daß mir jeder Augenblick den Tod bringen konnte. r Wahl nicht übrig blieb. Amſing fiel die ſchwierigſte Aufgabe zu. Aber ein Umdrehen nach einem ſo beſchwerlichen Marſch, nachdem 8 Feſtgebunden an das Seil, welches Luckmüller und ich für den Fall ein nicht unerhebliches Zeit⸗ und Geldopfer gebracht war, und oben⸗ durch ſeines Durchbrechens vorſichtig in der Hand hielten, wagte er ſich ein ſo kurz vor dem Ziele, während die Führer zum muthigen Vor⸗ der auf die trügeriſche Schneedecke. Sie hielt, und ſo konnte er an den dringen bereit waren, ſchien mir doch gar zu niederſchlagend. So vurde

welche

Fuß der Eiswand gelangen. Hier begann er mit der Hacke an ſeinem Alpenſtock Stufen in das wetterzerfreſſene Eis zu hauen, und nach⸗

vertraute ich denn auf Gottes Beiſtand und meine berggeübten Glie⸗ der, und hatte bald die nöthige Faſſung gewonnen, um mit vollem

8 Fir⸗ dem er ſich auf dieſe Weiſe etwa drei Viertel der Höhe empor gear⸗ Genuß in der Bewunderung der großartigſten Landſchaft ſchwelgen lhorn beitet hatte, wobei ſeine Hände blutige Wunden, die durch das Feſt⸗ zu können. Jetzt hatten Amſing und Luckmüller einige hundert Rim⸗ halten in dem ſcharfen Eis verurſacht wurden, nicht ſcheuen durften, Schritt von meinem Standpunkt eine Stelle erreicht, an welcher ein ceigend ſchlug er die zugeſpitzte Seite der Hacke feſt ein in den Rücken des kleiner Vorſprung eine freiere Bewegung geſtattete. Amſing löſte Mor⸗ Kammes. So gewann er einen ſicheren Halt, und bald war nun das Seil von ſeinem Körper, und Luckmüller kam mit demſelben zu⸗ hloſſen mit großer Behendigkeit der Wall erklommen. Zu meinem Er⸗ rück, um mich zu holen. Nachdem ich befeſtigt war, begann die be⸗ horns, ſtaunen legte er ſich ſofort platt auf den Bauch. In dieſer Lage denkliche Wanderung. Ich ſchritt voran, ſorgfältig die Spitzen mei⸗ Nun forderte er mich auf, das Seil um mich zu ſchlingen, damit er mir ner Füße in den vorhandenen Löchern eingrabend. In nächſter Nähe ößeren bei der Erkletterung der Eiswand durch Ziehen behilflich ſein könne. folgte Luckmüller, der mir keinen Schritt geſtattete, bevor er nicht Spitze Bevor ich mich aber ans Werk machte, fühlte ich ein dringendes Be⸗ ſeinerſeits feſten Fuß hinter mir gefaßt hatte. Und wahrlich, dieſe m den dürfniß nach einer Stärkung. Das unſtroncgende Steigen der letzten Vorſicht war nicht überflüſſig. Die eine Stufe war etwas klein ge⸗ eiden Stunden verbunden mit der großen Dünne der Luft wir befanden rathen. Mein Stiefel drang nicht weit genug ein in den feſt ge⸗ genug, uns bereits in einer Höhe von etwa 12000 Fuß hatte eine leiſe frorenen Schnee, ich gleite aus, und ehe ich es mich verſehe, bin ich bis dann Uebelkeit zur Folge gehabt. Doch ein Biſſen Brot und ein herzhafter auf ein Paar Fuß an dem ſchwindelnden Abgrund hinabgerutſcht. emacht Schluck Kirſchwaſſer beiſchte ſchnell die Lebensgeiſter wieder auf, und Da fühle ich einen Ruck und das rettende Seil hemmt die zur un⸗ die in munter wurde die nicht allzu bequeme Treppe erſtiegen. Ein ganz fehlbaren Vernichtung führende Bewegung. Es war ein Glück, daß geſehen entzückender Anblick erwartete mich hier. In dem Augenblick, in dem ich mir in dieſem Augenblick das Entſetzliche meiner Situation nicht an ein mein Kopf über den Wall hinwegſah, trat mir wie durch einen Zauber recht klar machte. Der Schreck hätte möglicher Weiſe lähmend auf weiter der Monte Roſa von der Sohle bis zum Scheitel in ſeiner ganzen meine Kräfte zwert So aber arbeitete ich mich guten Muthes an te der Majeſtät entgegen, und an ihm vorbei ſchaute das trunkene Auge dem Strick wieder in die Höhe, und hatte bald mit Luckmüller den einige weit hinaus in das italieniſche Alpenland. Wir befanden uns dem Vorſprung erreht Hier trafen wir Amſing nicht mehr an. Der Weg Monte Roſa ſchräg gegenüber, auf dem öſtlichen Rande des Felſen⸗ tollkühne Mann hatte auf eigene Hand ſich den Weg weiter gebahnt, u. e keſſels, von dem ich oben bereits geſprochen habe. Tief unten im und zwar einen Weg, gegen welchen der ſo eben zurückgelegte eine ald be⸗ Thale ſchimmerten hellgrün einige Matten herauf und zeigten ſich die bequeme Promenade zu nennen war. Die Schneewand über dem Schnee letzten Häuſer von Macugnaga. Aber kaum hatte ich einen Blick Abgrund wurde von hier aus ſo ſteil, daß man befürchten mußte, Alpen auf unſere nächſte Umgebung gethan, als mir unwi illkürlich ein Nuf die in ihr angebrachten Stufen würden ausbrechen. Amſing hatte Fuß des Erſtaunens entfuhr. Es erſchien mir ganz unmöglich, daß wir es desh shalb vorgezogen, am Fuße der Schneewand vorzudringen. Schnee auch nur einen Schritt weiter vorwärts kommen ſollten. Der Schnee⸗ Wo ſie auf dem Felſen aufſetzte, ragte hie und da unbedeckt das Ge⸗ therab wall, auf dem wir ſtanden, war nur die oberſte Decke ſenkrecht ab⸗ ſtein her vor, häufig kaum 2 3 Zoll breit. Dies diente zur Grund⸗ nierige ſtürzender Felſen. Unmittelbar vor uns war der Abgrund, zu dem lage für den kecken Fuß, der zugleich möglichſt weit in den Schnee

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eine Schneewand von etwa zwanzig Fuß in einem Winkel von circa 60 Grad hinabführte. Jetzt begriff ich, warum ſich Amſing gelegt hatte. Ich ſelbſt konnte nur ſtehen, nachdem mir in den feſtgefrornen Schnee mit der Hacke zwei Fußtapfen gehauen waren. Noch etwa

einzudringen ſuchte. Doch ſchwebte regelmäßig der hintere Theil des Fußes in der Luft über einem Abgrund von 56000 Fuß Tiefe. Mit dem Geſicht gegen die Wand gekehrt, in welche der Alpenſtock in der Höhe der Bruſt eingeſetzt wurde, folgten wir den Spuren

Spalten 500 Schritt weit zog ſich rechts vor uns der Abgrund hin. Nun Amſings, bei jedem Tritt ſorgſam prüfend, ob die Schwere des olzenes ſchwenkten die Berge nach Weſten und wandten ſich in weiten Bogen Körpers der unſicheren Unterlage anvertraut werden könne. Zwi⸗ ng eine hinüber nach dem Monte Roſa. Ueber dem Wendepunkt zeigte ſich ſchen den Füßen hindurch ſah man hinab in die bodenloſe Tiefe, die voöl⸗ noch etwa 300 Fuß über uns eine ſchwarze Felſenſpitze. Das ſei bei jedem Fehltritt das unvermeidliche Grab werden mußte. Ich n Zick⸗ unſer Ziel, bedeutete mich Amſing, von da aus könne man bequem habe zwar auch ſonſt nicht an Schwindel gelitten, in dieſem Fall hat öglichſt nach der andern Seite hinabſteigen. mich aber doch wohl nur das Bewußtſein, daß jeder Anfall tod⸗ er letz⸗ Zunächſt wurde Luckmüller mit Hilfe des Seiles zu uns herauf bringend ſein müſſe, davor bewahrt. Aber dankbar war ich, als wir gängig befördert. Dann berathſchlagten die Führer über die Art des weitern nach etwa 10 Minuten an einen Felſen kamen, der uns aus dieſer ſonders Vordringens. Keiner von beiden hatte den Weg in dieſem Jahre verzweifelten Lage erlöſte. Man athmete leichter auf, als man wie⸗

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ſchon einmal gemacht, und ſeit dem vorigen Sommer hatte ſich in dieſer Höhe manches geändert. Rechts vor uns ſtieg der Schnee⸗ kamm, auf dem wir ſtanden, ſogleich ziemlich ſteil empor, um ſich dann noch etwa 40 Schritt mit langſamerer Hebung fortzuziehen. Wie eine Gemſe erkletterte Amſing, feſtgebunden an das Seil, den nächſten Abſatz, um zu ermitteln, ob man auf den Scheitel gehen könne. Doch bald kam er mit der Nachricht zurück, daß daran nicht

der feſten Boden unter dem ganzen Fuße fühlte. Auf der Höhe des Felſens trafen wir Amſing. Es galt nun noch einen letzten, kühnen Gang. Wir waren bis zu der Stelle vorgedrungen, an welcher der Rand des Bergkeſſels ſich nach Weſten zu wenden beginnt. Seiner Richtung konnten wir nicht mehr folgen, da die erſehnte Bergſpitze gerade vor uns lag. Zu ihr hin führte ein Schneekamm, deſſen Scheitel ſicher keine Linie breit war. Zur Rechten zog ſich die Sei

Hilfe zu denken ſei, der Schnee hänge nach einer Seite über, ſo däß wir tenfläche unter einem Winkel von ungefähr 60 Grad hinab zu dem Häufig unfehlbar durchbrechen würden. So blieb, wenn das ganze Unter⸗ Gletſcher, der etwa 1000 Fuß tief unter uns ſich ausdehnte. Zur rutſchen nehmen nicht aufgegeben werden ſollte, wozu weder die Führer noch Linken war die Wand noch erheblich ſteiler, und endete nach 60

urück⸗ ich geneigt waren, nichts übrig, als einen Verſuch längs der weſt⸗ 80 Schritt in den ſenkrechten Abgrund, deſſen Tiefe wir bereits in mungen lichen Schneewand zu wagen. Wieder mußte Amſing voraus. Ge⸗ ſo unmittelbarer Nähe zu erforſchen Gelegenheit gehabt hatten. Auf 34 auf halten durch das ſtraff angezogene Seil, welches Luckmüller und ich dieſem Kamme mußten wir vorwärts. Ich überlegte, ob ich rittlings 1n2 77 in der San behielten, ſchlug er ſich mit der Hacke Stufe für Stufe hinüberrutſchen ſollte. Aber ich hätte auf dieſe Weiſe Stunden hin⸗ 1 weg in die gefrorene Schneewand, und erweiterte die ſo gewonnenen Peingen müſſen, da es ſich um eine Entfernung von etwa 100 Schritt en, A Vertiefungen, indem er in dieſelben die Spitze des Fußes mit aller handelte. Das Gehen war nicht zu vermeiden. Amſing führte wie kte. Kraft einſetzte. So arbeitete er, mit einem Fuß über den anderen dnne Eine Stufe nach der andern wurde abwechſelnd rechts nud hn Fuß tretend, etwa 10 Schritt vom Abgrund entfernt, ſich langſam vor⸗ links von der Schneide in den Schnee gehauen und getreten, ſo daß ang 5 wärts. Als das Seil nicht mehr ausreichte, um ihn von unſerem die Schärfe des Kammes ſtets zwiſchen unſeren geſpreizten Beinen er ſe Standpunkt aus zu halten, folgte ihm Luckmüller, der in den bereits blieb. So balancirten wir auf der Höhe hin, den verwegenſten Seil⸗ and ſt⸗

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