Jahrgang 
1865
Seite
131
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Falz hob die Maſſe heraus. Die Goldſchmiede hatten ihre Probirſteine, Waagen und ähnliche zur Prüfung nöthige Werkzeuge auf einem Marmortiſche ausgebreitet. Man entfernte die Schlacken und unterſuchte den Klumpen. Während dieſer Zeit beobachtete Nuggiero eine vollſtändige Gleichgültigkeit. Er ſpielte mit der Aſche des Kaminfeuers und klapperte mit den Zangen.

Die Sachverſtändigen kehrten von ihrer Prüfung zurück. Nun? fragte geſpannt der König.Allerdings, ſagte Falz,iſt dieſer chemiſche Prozeß einer der merkwürdigſten, die mir und den Herren hier vorgekommen ſind. Zwei Pfund Feilſpäne, Glas, Bleiſchnitzel und Kupferſtückchen haben in Folge der Verarbeitung ein Pfund reinſten, feinſten Dukatengoldes geliefert. Hier iſt das Metall, Majeſtät. Der König wog das Stück in ſeiner Hand und ſchaute den Kronprinzen fragend an.Ich danke für die Probe, Herr Graf, ſagte der Monarch.Sie haben Ihr Wort gelöſt. Morgen ſollen Sie weiter von mir hören.Ich bin beglückt, aus Ew. Majeſtät Munde das hören zu können, ſagte Ruggiero,für Ew. Majeſtät Ruhm, für Wachsthum und Gedeihen der Krone werde ich fortan die Metalle wandeln.

Der König grüßte und verließ mit dem Kronprinzen das Ge⸗ mach. Ruggiero und die übrigen Herren folgten. Graf Warten⸗ bergs Antlitz ſtrahlte; er vermochte ſeinen Triumph nicht zu ver⸗ bergen. Am Fuße der Treppe angelangt, trat der Kronprinz zu Falz.Und Ihr habt Euch wirklich überzeugt, daß es echtes Gold iſt? fragte er.Hoheit können mein Wort zum Pfande nehmen. Was wir geprüft haben, iſt ungefälſchtes Gold, ſagte Falz.Nun, Kamcke, ſagte der Kronprinz,wir haben ein Gefecht verloren. Wenn es wahr iſt, Hoheit, daß der Italiener Gold machen kann, ſo müſſen wir alle im Jutereſſe des Vaterlandes uns freuen. es wäre ja. Aber ich glaube es nicht. Mag das Klümpchen Gold echt ſein wie's zuging weiß ich nicht. Aber der Kerl iſt doch ein Betrüger, entgegnete der Kronprinz die Treppe hinab⸗ ſteigend.

Wenn

Der Graf Ruggiero war der Mann des Tages geworden. In dem Hintergebäude des ſogenannten Fürſtenhauſes, dem Palaſte des geſtürzten Danckelmanns, rauchten die Eſſen, die Fenſter erglänzten vom dunkelrothen Feuerſcheine der Goldmacher hatte hier ſein Laboratorium. Königlicher Befehl überwies ihm das Haus zur Anſtellung ſeiner Arbeiten. Zwei Wochen ſpäter erhielt er das Patent eines Majors der Artillerie und das Bildniß des Königs mit Brillanten eingefaßt, als Zeichen der Anerkennung.

Ungeduldig erwartete man die Goldbarren aus der Küche des Adepten. Sie blieben aus. Statt deſſen erſchien eines Tages Ruggiero als Bittender bei Friedrich I.

Was verlangte der Goldmacher? eine Summe von 50,000 Tha⸗ lern zur Herſtellung des golderzeugenden Elixirs. Ein Goldmacher verlangt Geld? Die Forderung erregte Aufſehen Argwohn. Der Kronprinz ließ Wächter beſtellen. Wartenberg ſuchte ſeinen Ein⸗ fluß geltend zu machen; der Kronprinz bewies dem Vater das Un⸗ ſinnige der Forderung der König ſchlug dem Adepten die Zahlung der Summe ab.

Zum Erſtaunen der Neugierigen und Geheimnißkrämer rauch⸗ ten eines Tages die Eſſen des Fürſtenhauſes nicht mehr. Der Feuer⸗ ſchein färbte die Fenſter nicht mehr roth.

Der Adept war entflohen, unheure Betrügereien waren enthüllt; kaiſerliche Briefe an den König, Beſchwerden aus München, der Pfalz und vom Düſſeldorfer Hofe beſtürmten den Monarchen, auf den Betrüger zu fahnden. Seinem ſichern Verderben entzog er ſich durch die Flucht. Der Kronprinz begrüßte den Grafen Warten⸗ berg und erkundigte ſich nach den Fortſchritten der edlen Goldmacher⸗ kunſt.Ruggiero wird zurückkehren, Hoheit, entgegnete der Graf in trotzigem Tone.Seine Widerſacher wird er zu Schanden machen.Ja, ja, lachte Friedrich Wilhelm,er wird zurückkeh⸗ ren, Herr Graf. Morgen ſchon. Nur nicht nach Berlin. Seine Wohnung ſchlägt er in der Citadelle von Küſtrin auf, wohin ihn der

Oberſte von Tettau abliefert.Königliche Hoheit ſprechen in Räth⸗ ſeln.Ich will ſie Ihnen löſen, Herr Graf. Ihr Goldmacher iſt in Frankfurt am Main auf preußiſche Requiſition arretirt worden. Er kann da weiter laboriren, wenn er Luſt hat. Ich habe Recht behalten, Herr Graf, er war ein Betrüger, und die haſſe ich mehr noch als die Mörder. Merken Sie ſich das! Ich verſtehe nichts von eſtimablen Kunſtſtücken von der Tinctura des Paracelſus. Daß das Geld im Lande bleibt, das iſt mein lapis phi- losophorum.

Am 23. Auguſt 1709 herrſchte große Bewegung in der Stadt Küſtrin. Eine Abtheilung königlich preußiſchen Militärs rückte aus, um die Glacis der Citadelle zu beſetzen. Die Sonne ging blutroth auf und warf ihre Strahlen über die Gegend, welche noch hie und da in Nebel gehüllt lag, der ſich gleich langen, beweglichen Schleiern an den Mauern und Wachtthürmchen der Feſtung hinzog. Als die feuchte Hülle riß, gewahrte man auf dem Baſtion, das nach der Neu⸗Märkiſchen Seite gelegen, eine Maſſe blitzender Punkte, die man bei genauer Beſichtigung für Spieße, Halskragen und Säbel⸗ klingen eines ziemlich ſtarken Soldatentrupps erkannte. Dazwiſchen bewegten ſich ſchwarzgekleidete Geſtalten auf und nieder und hoch über die Menge hinaus ragte ein Zimmerwerk, deſſen Bekleidung jedoch in dieſer Art wohl ſelten oder nie dageweſen ſein mochte. Das Zimmerwerk war nämlich ganz einfach ein ſogenannter Schnapp⸗ galgen. Eine Todesmaſchine, die eigens zu dem grauſigen Zwecke erbaut worden war. Die Bekleidung funkelte in dem Glanze der Morgenſonne, denn ſie beſtand aus Goldpapier, mit welchem die Balken und Verbindungsſtücke vollſtändig überklebt waren.

Um 6 Uhr beginnt in der Stadt eine Glocke zu läuten. Ihr Ton iſt gellend und die Schwingungen folgen ſchnell auf einander. Es iſt das arme Sünder⸗Glöckchen; ſobald die erſten Klänge erſchollen ſind, ſtellen ſich die Soldaten auf der Höhe des Baſtions in Reih und Glied. Ein Mann in Hemdärmeln, eine Lederkappe auf dem Kopfe, klimmt die Galgenleiter hinan, er bleibt auf der vorletzten Sproſſe ſtehen und zieht einen Strick durch den Haken.

Von dem Gefängniß über dem Thore herkommend, deſſen Pfor⸗ ten ſich auf die Wälle hinaus öffnen, naht der düſtre Zug. Zwei Gefängnißwärter vorauf, dann hinter ihnen zwei Geiſtliche in Amts⸗ tracht, zwiſchen beiden widerlicher Anblick, grauſamer Hohn der ernſten, ſchrecklichen Stunde hinzugefügt, ein hochgewachſener Mann, einherſchreitend in dem Coſtüme eines römiſchen Kriegers. Die Kleider ſind wie die eines Faſtnachtscomödianten aus Goldpapier gefertigt. Ein Helm, mit Hahnenfedern geziert, bedeckt das Haupt, ein hölzernes Schwert in einer Scheide aus Goldpapier hängt an der Seite des Verurtheilten. Die Büttel und Gerichtsdiener, geführt von dem Amtmanne, ſchließen den Zug. Am Fuße der Galgen⸗ leiter angelangt, wird das Urtheil verleſen;habt Ihr nichts darauf zu erwidern? fragt der Amtmann den Todescandidaten.Nur, daß ich unſchuldig ſterbe, antwortet dieſer,ich hätte Gold gemacht, wenn mir der König Zeit gelaſſen und die Mittel bewilligt hätte. Ich bin kein Betrüger.

Im Namen Sr. Majeſtät, ruft der Amtmann,thut Eure Schuldigkeit, Ihr Herren des Gerichts. Der Goldbetreßte ſteigt auf die Todesleiter er ſcheint zu beten eine Umarmung des Henkers, ein kurzer, heiſerer Schrei hinaus in die Luft geſtoßen, baumelnd, hoch über dem Walle ſchwebt der blitzende Körper noch ein Zucken und der Gerichtete hat geendet.

Das Baſtion iſt verödet. Nur zwei Schildwachen ſchreiten gemeſſen droben auf und nieder. Im Winde ſchaukelt die Leiche des Gehenkten. Unten am Schandpfahle haben ſie eine Tafel angebracht, auf welcher einige Neugierige, die ſich den Wall hinaufſchleichen, die Worte erblicken:

Allhier hänget Jedermann zu gräulichem Exempel, nach recht⸗ lichem Urtheile zum Stricke verdammt, ein Erzböſewicht und Betrü⸗ ger, der es verſuchet, Se. Majeſtät Friedrich I. auf ſträfliche und ſchändliche Weiſe zu hintergehen, dieweilen er betrüglicher Weiſe vorgegeben Gold machen zu können, alſo hat man ihn in goldenen Kleidern gehängt und iſt ſein Name Dominicus Cajetano, der ſich einen Grafen Ruggiero genennet.