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lieben, treuen Augen— wie glücklich fühlte er ſich ſelbſt, daß es ihm
Betrüger— dem Gott verzeihen möge, was er an mir gethan, und
—ÿ—ÿ————P————ÿ————————ͥͥA₰˖˖˖———————— 423— rauchen, V Schuld hatte er ſo lange nicht glauben mögen, bis auch der letzte„Und jetzt?“ frug die junge Dame weiter, die der Erzählung boliziſten V Zweifel zur Unmöglichkeit wurde. Wie leicht vertraute er da dieſen mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit gefolgt war„wo jener
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verſtattet geweſen, jenem holden Weſen den Schmerz und die furcht⸗ bare Seelenqual erſpart zu haben, von dem zwar geſchickten und tüchtigen, aber auch vollkommen rückſichtsloſen Polizeimann examinirt zu werden. Er ſchämte ſich jetzt faſt vor ſich ſelber, daß er ihr auch nur verſtattet hatte, ähren Koffer auszupacken wie niedrig mußte ſie von ihm denken!— aber er war ja auch gar nicht im Stande geweſen, ſie daran zu verhindern, ſo leidenſchaftlich erregt zeigte ſie ſich nur bei der Möglichkeit eines Verdachts. Aber natürlich wenn er ſich in ihre Stelle dachte, ſo würde er genau ſo gehandelt haben.
Die Stunde, die ſie erbeten hatte, um ſich nur von den erſten furchtbaren Eindrücken der über ſie hereingebrochenen Cataſtrophe zu zu ſammeln, verging ihm in dieſen Gedanken raſcher, als er es ſelbſt geglaubt. Gewiſſenhaft aber bis zur letzten Minute ausharrend, ſtieg er dann wieder zu ihr hinab, klopfte leiſe an, und ſah ſich dem zauberiſchen Weſen noch einmal gegenüber.
Zeit zum Aufräumen ſchien ſie allerdings noch nicht gefunden zu haben, denn die umhergeſtreuten Sachen der beiden Koffer lagen noch immer ſo wild und wirr durch einander, wie er ſie verlaſſen hatte. Aber wer mochte ihr das verdenken? Auch in ihrem leichten, reizenden Morgenanzug war ſie noch;— wenn unſere Seele zerriſſen iſt, wie können wir da an den Körper denken?
Trotzdem ſchien ſie ſich geſammelt zu haben. Sie ſah etwas bleich aus, aber ſie war ruhiger geworden, und dem Eintretenden lächelnd die Hand entgegenſtreckend, ſagte ſie herzlich:
„Oh wie danke ich Ihnen, daß Sie, um den ich es wahrlich nicht verdient habe, mir dieſe zarte Rückſicht gezeigt. In dem Gedanken fand ich auch allein meinen Troſt, daß Gott mich doch noch nicht verlaſſen haben könne, da er Sie mir zugeführt.
„Verehrte— liebe Frau,“ ſagte Burton bewegt,„ſein Sie unbeſorgt. Wenn auch in einem fremden Lande, ſteht Ihnen doch jetzt ein Landsmann zur Seite, und ich habe mir nur erlaubt, Sie jetzt noch einmal zu ſtören, um mit⸗Ihnen gemeinſchaftlich zu berathen, welche Schritte wir am beſten thun können, um— das Geſchehene gerade nicht ungeſchehen zu machen, das iſt nicht möglich, aber Sie doch jedenfalls aus einer Lage zu befreien, die Ihrer unwürdig iſt. Um mir das zu erleichtern, muß ich Sie aber bitten, mir Ihr volles Vertrauen zu ſchenken. Nur dann bin ich im Stande die Maßregeln zu ergreifen, die für Sie die zweckmäßigſten ſein würden. Daß es dabei nicht an meinem guten Willen fehlt, davon können Sie ſich verſichert halten.“
„Mein volles Vertrauen ſoll Ihnen werden,“ ſagte die junge Frau, leicht erröthend—„aber bitte, ſetzen Sie ſich zu mir, Sie ſollen alles erfahren— und nun,“ fuhr ſie fort, während ſich Burton neben ihr auf dem Canapé niederließ, indem ſie ihre Hand auf ſeinen Arm legte„erzählen Sie mir vorher ausführlich, wie Sie dem Verbrecher auf die Spur gekommen ſind, und welche Hoff— nung Sie jetzt haben, ihn ſeiner Strafe zu überliefern. Es iſt das Einzige jetzt, worauf ich hoffen kann, daß ſein Geſtändniß
Ihnen beweiſen muß, wie doppelt nichtswürdig er an mir ſelber
dabei gehandelt.“
„Aber, verehrte Frau,“ ſagte Burton etwas verlegen„ſchon vorher theilte ich Ihnen alles mit, und der Eindruck, den die traurige Erzählung auf Sie machte—“
„Vorher,“ ſagte die junge Frau—„und in der entſetzlichen Aufregung, in der ich mich befand, tönten die Worte nur wie Donner⸗ ſchläge an mein Ohr— ich begriff wohl ihre Fnrchtbarkeit, aber nicht ihren Sinn, und vieles iſt mir dabei unklar geblieben— beſonders, welche Spur Sie jetzt von dem Verbrecher haben, daß Sie hoffen können ihn einzuholen, und wer der Herr iſt, der ihn verfolgt.“
Der Bitte, während dieſe Augen ſo treu und vertrauend in die ſeinen ſchauten, konnte Burton nicht widerſtehen. Es war ihm dabei ſogar Bedürfniß geworden, ſich— ihr gegenüber— ſeines bisherigen eigenen Verhaltens wegen zu rechtfertigen, wobei er hervorhob, daß er mit der Verfolgung der Dame eigentlich gar nichts zu thun und Lady Clive im Leben nicht geſprochen habe noch perſönlich kenne. Auch von dem Schmuck ſelber wußte er nichts, als was ihm Hamilton darüber beiläufig mitgetheilt.
wie er mich doppelt verrathen hat— wo jeuer Betrüger geflohen iſt, haben Sie noch Hoffnung, ihn wieder zu ereilen?“
„Allerdings,“ ſagte Burton„Mr. Hamilton, mein Begleiter, iſt einer der ſchlaueſten und gewandteſten Detectives Englands. Er ſpricht drei oder vier verſchiedene fremde Sprachen, und hat ſchon daheim die ſcheinbar unmöglichſten Dinge ausgeführt. Dieſer Kornik hatte außerdem viel zu kurzen Vorſprung, um mich nicht feſt glauben zu machen, daß ihn Hamilton ereilt, da er noch dazu die unbegreifliche Unvorſichtigkeit beging, von hier mit Extrapoſt zu fliehen. Wir finden das aber ſo oft im Leben, daß ſchlechte Menſchen irgend ein Verbrechen mit der größten und raffinirteſten Schlauheit ausführen, und jede Kleinigkeit, jeden möglichen Zufall dabei berückſichtigen, und nachher, wenn ihnen alles nach Wunſch geglückt, ſich ſelber auf die plumpſte Weiſe dabei verrathen.“
„Aber ehe er ihn eingeholt hat, kehrt er nicht hierher zurück?“
„Ich glaube kaum,“ ſagte Mr. Burton,„doch fehlt mir darüber jede Gewißheit. Er wird mir unter allen Umſtänden in der nächſten Zeit ſchon telegraphiren, denn ich habe ihm verſprechen müſſen, hier zu bleiben, bis er zurückkehrt.“
„Und glauben Sie, daß er den Verbrecher, wenn er ihn ein⸗ holen ſollte mit hierher bringt?“
„Ich zweifle kaum— aber auch darüber bin ich nicht im Stande, Ihnen eine beſtimmte Auskunft zu geben. Nur davon dürfen wir überzeugt ſein, daß Mr. Hamilton alles in der praktiſchſten Weiſe ausführen wird, denn er verſteht ſein Fach aus dem Grunde. Hat er die Spur gefunden, ſo iſt Mr. Kornik auch verloren.“
Es ſchien faſt, als ob die junge Dame um einen Schatten bleicher wurde— und wer konnte es ihr verdenken, daß ihr die Erinnerung an den Mann, der ſie ſo furchtbar hintergangen, entſetz⸗ lich war? Endlich ſagte ſie leiſe:
„Wenn ſich das alles beſtätigt, was Sie mir erzählt, verehrter Herr— und ich kann kaum mehr daran zweifeln, dann verdient er die Strafe, die ihn erreichen wird, in vollem Maße. Aber wie er auch Ihr Haus betrogen und hintergangen haben mag, es iſt nichts im Vergleich mit dem, was er an mir und meinem zukünftigen Leben verbrochen.“.
„Aber wie konnte er Sie ſo lange täuſchen?“ frug Burton und erröthete dabei faſt ſelber über die Frage.
„Du lieber Gott,“ ſeufzte die Unglückliche—„was weiß ein armes unerfahrenes Mädchen von der Welt! Er kam in meiner Eltern Haus, in das ihn zuerſt mein Bruder eingeführt— es mögen jetzt zwei Monate ſein— und ſein offenes, heiteres Weſen gewann ihm mein Herz— ſein angemaßter Rang ſchmeichelte meiner Eitel⸗ keit. Er erzählte mir dabei von ſeinen Gütern in Polen, und wie glücklich— wie ſelig ihn mein Beſitz machen würde, und ich— war ſchwach genug, es ihm zu glauben. Aber mein Vater verweigerte ſeine Einwilligung. Er kannte die Menſchen beſſer, als ſeine thörichte Jenny. Er verlangte von Kornikoff den Ausweis eines hinreichenden Vermögens ſowohl, wie die Erlaubniß ſeiner eigenen Eltern zu unſerer Verbindung, und dieſer, ungeduldig und ſtürmiſch, drang in mich, mit ihm zu fliehen.“
Jenny barg beſchämt ihr Antlitz in ihren Händen und James Burton hörte der Erzählung mit einiger Verlegenheit ſchweigend zu. Er hätte das liebliche Weſen ſo gern getröſtet, aber es fielen ihm in dieſem Augenblick um die Welt keine paſſenden Worte dafür ein und es entſtand dadurch eine kurze peinliche Pauſe. Endlich fuhr die junge Frau, aber jetzt tief erröthend, fort:
„Schon unterwegs fing ich an, an dem Charakter meines Bräutigams zu zweifeln. Wir entkamen glücklich auf einen Dampfer, der nach Hamburg beſtimmt war, und er hatte mir verſprochen, daß jenes Fahrzeug in Helgoland anlegen würde, wo wir uns trauen laſſen könnten— aber es legte nicht an, und in Hamburg, wo er ausging um einen Geiſtlichen zu ſuchen, wie er ſagte, kehrte er eben⸗ falls unverrichteter Sache zurück, verſicherte mich aber, er habe beſtimmt gehört, daß wir hier in Frankfurt— einer freien deutſchen Stadt— unſer Ziel leicht erreichen könnten. Ich folgte ihm auch hierher— immer noch als Braut— nicht als Gattin“— ſetzte ſie mit leiſer, kaum hörbarer Stimme hinzu—„und ich danke jetzt Gott


