Jahrgang 
1865
Seite
121
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen. Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.

1865.

Ausgegeben im Detember 186 43. Der Juhrgung läuft vom October 186 43 bis dahin 1865.

N 10.

Der Polizeiagent.

Erzählung von Friedrich Gerſtäcker. (Fortſetzung.)

Mit wenigen Worten machte er dieſem auch begreiflich was er wollte derartige kleine Zwiſchenfälle kamen gar nicht etwa ſo

ſelten in dieſen Spielhöllen vor und überraſchte dabei den Portier auf das angenehmſte, indem er ihm zwei große Silberſtücke er ſah

gar nicht nach, was in die Hand drückte, mit dem Auftrag, ſo raſch als irgend möglich Polizeimannſchaft zur Hilfe herbeizuholen. Die befand ſich übrigens ſtets in der Nähe. Ein verzweifelter Spieler hatte ſich wohl ſchon dann und wann einmal, zum Letzten und Aeußerſten getrieben, an der heiligen Kaſſe ſelber vergriffen und nachher ſein Heil in raſcher Flucht geſucht, und dagegen mußten die Herren freilich geſchützt werden. Wenn auch ein Raub, war das Geld doch ein geſetzlich gewonnener, und die Regierung fühlte ſich verpflichtet, deſſen Schutz zu überwachen.

Hamilton traute indeſſen ſeinem Mann da drinnen noch lange nicht genug, um ihn länger, als unumgänglich nöthig war, ſich ſelber zu überlaſſen; er war ihm damals in Frankfurt auf zu ſchlaue Weiſe durch die Finger geſchlüpft, während er ihn eben ſo ſicher geglaubt wie gerade jetzt. Aber er ſelber kannte die Leidenſchaft des Spiels

nooch viel zu wenig, um zu wiſſen, daß er in dieſem einen viel ſichereren

Bundesgenoſſen hatte, als in einem ſchönen Weibe, und als er in Begleitung des Polizeidieners jenes Zimmer wieder betrat, ſtand Kornik noch eben ſo feſt und regungslos, eben ſo nur in dem einen Gedanken der Karten abſorbirt an ſeinem Tiſch, wie er ihn vorhin verlaſſen. Der Polizeibeamte übereilte ſich aber jetzt nicht im geringſten. Er wußte, daß ihm ſein Opfer nicht mehr entgehen konnte, und hielt es für viel gerathener, den Herren nicht früher zu beunruhigen, als

nahm er ab. Welcher iſt es denn? flüſterte ihm der dicht hinter ihm gehende Polizeidiener zu. Hamilton machte eine beſchwichtigende

Nur ſeine grüne Brille

Bewegung mit der Hand und trat dann, von jenem gefolgt, an Kornik

heran. Er ſtand jetzt ſo nahe bei ihm, daß ſeine Schulter die des

Polen berührte, der aber nicht daran dachte, auchknur den Kopf nach

ihm umzudrehen.

Jetzt hatte derſelbe gerade gewonnen; es ſtanden vielleicht 40 oder 50 Louisdor auf dem grünen Tiſch er ließ den Satz ſtehen, die Karten fielen und der Croupier zog mit ſeiner hölzernen Schaufel das Gold ein.

Mit einem leiſen, zwiſchen den Lippen gemurmelten Fluch ſchob ſich Kornik ſeine Geldtaſche vor, um wahrſcheinlich neue Summen auf die trügeriſchen Blätter zu ſetzen, als er eine Hand auf ſeiner Schulter fühlte und Hamilton mit ruhiger, aber abſichtlich lauter

Stimme ſagte:

Sie ſind mein Gefangener, im Namen der Königin.

Der Pole wandte ihm jetzt raſch und erſchreckt ſein Autlitz zu und Leichenbläſſe deckte im Nu ſeine Züge, als er das nur zu wohl gemerkte Geſicht des Mannes aus Frankfurt eben ſich ſah. Aber auch nicht für einen Moment verlor er ſeine Geiſtesgegenwart, und dem Blick deſſelben kalt und ruhig begegnend, ſagte er:

Das Spiel hat Ihnen wohl den Verſtand verwirrt ſtören Sie mich nicht, und in die Geldtaſche greifend, wollte er, ohne den Fremden weiter zu beachten, ſich wieder über den Tiſch beugen, als ſich Hamilton aber, ſeiner Sache zu gewiß, an den Polizeidiener wandte und ſagte:.

Verhaften Sie den Herrn ich werde Sie augenblicklich auf das Bureau begleiten.

Keine Störung hier, meine Herren, wenn ich bitten darf,

rief plötzlich ein kleines hageres Männchen, das ſchon bei den erſten

Worten an den Spieltiſch getreten war.Wenn Sie etwas mit einander auszumachen haben, erſuche ich Ste, in ein Nebenzimmer zu treten. 3 44

Ich werde Sie nicht um Erlaubniß fragen, wenn ich Ihre Wirthſchaft hier für einen Augenblick unterbreche, ſagte Hamilton trotzigich habe ein Recht dieſen Mann zu verhaften, wo ich ihn finde.

Dann führen Sie ihn ab, Polizeidiener, ſagte der Kleine in ſeinem braunen Ruck ruhigoder ich mache Sie für jede Unord⸗ nung hier verantwortlich.