Jahrgang 
1865
Seite
119
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b 410 lerwegs Strychnin dem Geſchmack zu entziehen. Mit Säuren, z. B. Salpeterſäure, ſehr gute Bouillonſuppe verſchüttet wird, weil ein Haar hinein fiel, ſitzt man örſe ſo Salkzſäure, Schwefelſäure, Eſſigſäure u. ſ. w. geht das Strychnin Ver⸗ in gedrängt vollen Concert⸗ und Ballſälen oder athmet in den höheren

on dem

bindungen ein und bildet mit ihnen Salze, die ſich viel leichter in Waſſer, Aether und Weingeiſt löſen, als das reine Alkaloid. Daſſelbe Strychnin

Rängen eines gefüllten Opernhauſes eine Badeluft, welche das Parterre ſchon ausgenutzt.

dur.. 4 2 F. 3 durch iſt auch vorhanden in andern Gewächſen der Familie der Strychneen, ebenſo Dies ſind höchſt undelicate Betrachtungen, aber die Aeſthetik iſt nicht da die in mehreren der nahe verwandten Apocyneen und Loganiaceen. In unſrer am Platze, wenn es ſich um Fragen der Geſundheit handelt. Der Aufenthalt f, daß Helmat haben wir nur wenige Pflanzen jener berüchtigten Giftſippſchaften, in feſtverſchloſſenen Zimmern, wie es leider ſelbſt bei unſren Landbewohnern en iſt V 3. B. das liebliche Sinngrün und den herrlich blühenden Oleander. Der d der Fall iſt, kann man den Menſchen nicht genug verleiden. Für einen Saft des letzteren wird ebenfalls als giftig bezeichnet und Fleiſch ſoll gefähr⸗ Kranken iſt aber der tägliche, wenn auch noch ſo kurze Aufenthalt im Freien , wel⸗ Qliicche Eigenſchaften erhalten, wenn es etwa an einem Bratſpieß aus Oleander⸗ mehr werth als hundert Schiffsladungen mit Arzneien. Und hierin beſteht die x. holz gar gemacht wird. Jene genannten Gewächsfamilien ſind über beide die große Bedeutung des Südens. alles Erdhälften vertheilt und finden ſich ebenſowohl im ſüdlichen Aſien, wie in Wir haben nun einige Worte über die ſeltſame Stadt zu ſagen, 2 Alrfrika und in Amerika. Vorzüglich kräftig und eigenthümlich ausgeprägt welche ſeit Jahrhunderten der Zielpunkt ſo vieler Touriſten geweſen, die leider welche ſind ihre Säfte in den heißeren Erdſtrichen. Von den zahlreichen, höchſt nicht immer ohne Begleitung reiſten, ſondern in Geſellſchaft von Raub und ie hat, ſoonderbaren Erſcheinungen, welche ſie zeigen, führen wir nur einige an. Mord, von Aberglauben und Fanatismus erſcheinend, ein Moſaik von gkeiten Der berüchtigte Giftbaum Madagascars beſitzt Samenkörner, von Trümmern zurückließen, welches dem Reiſenden des neunzehnten Jahrhunderts denen ein einziges hinreichen ſoll, zwanzig Menſchen zu tödten. Dieſe nicht immer zuſagt. Doch wie ein Maler unter Lumpen und Schmutz eine Samen dienen allgemein daſelbſt als Mittel, Verbrechen zu entdecken, über ſchöne Geſtalt herauserkennt, und nach dieſem Modelle die herrlichſten Dinge Heraus⸗ Scchuld und Unſchuld Verklagter zu entſcheiden, nur ihre Anwendungs fertigt, ſo geht es hier den Gebildeten aller Nationen, welche ganz neue nupten; weeiſe iſt nach den Gegenden und nach den Streitſachen etwas verſchieden. Anſchauungen in dieſer Völkercatacombe gewinnen, wenn ſie ſich nur die

glich zu

Liegt eine Klage über ein Eigenthumsvergehen, über einen kleinen Dieb ſtahl u. ſ. w. vor, ſo müſſen die Hunde der beiden Parteien als Stellver⸗ treter herhalten. Sie bekommen Tanghina ins Futter und diejenige

Mühe geben wollen, durch die Oberfläche hindurchzuſehen. So kann der Winter der Unzufriedenheit, welcher ſo viele Kranken überfällt, die man aus ihren Verhältniſſen geriſſen, zu einem Sommer freudigſter Anregungen

nan die Partei, deren Rüde daran ſtirbt, wird als die ſchuldige erkannt. Lautet werden. Die Langeweile wird nur bei denen anklopfen, die ihr Vergnügen Zörſen⸗ ddie Anklage dagegen auf Hexerei, auf Bündniſſe mit Dämonen, in Zerſtreuungen ſuchen, und deren Lebenszweck es iſt, Zerſtreuung in die hmehr Beſchuldigungen, die dort häufig genug vorkommen und die nicht ſelten mit Zerſtreuungen zu bringen. Die kindiſchen Vergnügungen der Müßig⸗ Verdacht von Giftmiſcherei zuſammenfallen, ſo müſſen die Beſchuldigten gänger aller Nationen finden ſich auch hier, aber der intelligente Menſch rs, als perſönlich die Probe machen. In Emerina auf Madagascar z. B. wird die wird gern die ernſte Maske anlegen, und in dieſem Buche mit ſieben vie die Tanghina, der aus jenem Giftſamen bereitete Trank, nur dann als beweis⸗ Siegeln zu leſen verſuchen. So wird es dann manchem Kranken möglich Leſer räftig angeſehen, wenn er als tüchtiges Brechmittel wirkt. Der Verklagte werden, einzugeſtehen, daß er ſein Elend gut benutzt und daß er von Neſſee wird zunächſt mit ſo viel gekochtem Reis vollgeſtopft, als er zu verzehren Blumen gepflückt. daher vermag; danach verſchluckt er drei Stücken Vogelhaut, jedes etwa von der Aber es wäre ein großer Irrthum, wenn man nur nach Rom gehen iſt ein Größe eines Thalers, und hierauf genießt er den Gifttrank. Erbricht er die wollte, weil es eine intereſſante Stadt iſt. Ueber dem Coloſſeum, dem jatz mit drei Hautſtücken, ſo gilt er in der Meinung des Volkes daſelbſt für eben ſo Vatican, den Gallerien, welche unvorſichtigen und thörichten Kranken oft 14,000 unſchuldig, wie bei uns ein Verklagter, den die Geſchworenen frei geſprochen. ſo verderblich, ſcheint die Sonne mit derſelben jugendlichen Kraft, wie zu Iſt erſteres jedoch nicht der Fall, ſo erſchlägt man ihn entweder ſofort mit Zeiten des Romulus, derſelbe Seewind bringt angenehme Feuchtigkeit über en und der Keule des Reismörſers oder überläßt ihn den weiteren Wirkungen des die Campagne, und die Myrthe ſteht ſtiller, als irgend wo in Italien, da rn, im Giftes. Jährlich rechnet man auf Madagascar gegen 1000 Fälle, in denen Rom eine derjenigen Städte iſt, in welcher man weniger als an allen andern dſechzig Verbrechen durch die Tanghina entſchieden werden. mir bekannten Orten von Winden zu leiden hat.

n gegen. on zehn

gnieder⸗

In Oſtindien ſind Gewächſe derſelben Familie im Ruf untrüglicher Mittel gegen den Biß der giftigen Brillenſchlange, auf Java bereiten die Eingebornen aus einem Strychnos das gefürchtete Fürſtengift(Upas Radja), mit dem ſie die Pfeile beſtreichen. Sie benutzen dazu den Saft der ausgekochten Wurzeln und verſetzen ihn mit dem Saft des Galgant und

Rom iſt für einen Kranken jedoch nur dann zuträglich, wenn er gerade ſo lebt, wie es die hieſigen Verhältniſſe erfordern. Dies iſt ſehr verſchieden, je nach den Mitteln eines Patienten. Ein Wohlhabender oder Reicher kann ſich hier einen Aufenthalt bereiten, welcher an Annehmlichkeit nichts zu wünſchen übrig läßt, und ſelbſt wenn er ſchwer krank iſt, ſeine Geſundheit

Das Ingwer, ſo wie mit gepulvertem ſchwarzem Pfeffer. Die Pfeilgifte Süd⸗ wieder herſtellen. Aber auch ein Armer kann unter gewiſſen Bedingungen reiplatz, amerikas: das Curare, Wurali, Urari und wie ſie ſonſt noch bei den ver⸗ ein ſehr gedeihliches Daſein führen. Wir können daher nicht dringend genug he ihm ſchiedenen Indianerſtämmen heißen, erhalten ihre Hauptbeſtandtheile eben⸗ darauf aufmerkſam machen, daß ein Patient, welcher hierher zu kommen ft nicht falls von der Rinde dortiger Brechnußgewächſe. beabſichtigt, ſich zuvor an einen Arzt wende. Oft kommen Kranke an,

Sehr intereſſant ſind die Wirkungen der waſſerklärenden Brechnuß miethen ſich eine Wohnung nach Gutdünken, leben wie im Norden, nach den den die in Oſtindien. Der Same jener Pflanze wird daſelbſt auf dem Markte Recepten oder nach dem Buche, das ſie mitgebracht, und erſt wenn ſie nun Pariſer öffentlich feil geboten und vorzüglich verſehen ſich ſolche Reiſende, welche durch ernſtlich erkranken, ſchicken ſie zum Doctor. Mir ſcheint es aber die Haupt⸗

mit der

r haben

Gegenden mit ſchlechtem Waſſer wandern müſſen, mit einem Vorrath davon. Beim Gebrauch reibt man die innere Fläche der unglaſirten Thon geſchirre etwa eine Minute lang mit jenem Samen und hat das Vergnügen, zu ſehen, daß ſich das eingeſchüttete trübe Waſſer in kurzer Zeit klärt

aufgabe des Arztes zu ſein, den Erkrankungen zuvorzukommen. Ein gewarnter Mann iſt halb gerettet, und mancher fiel nur darum nicht, weil er ſo ſtrauchelte, daß das Gleichgewicht ſich wieder herſtellen ließ. Es iſt nichts leichter als Recepte zu verſchreiben, aber es iſt ſchwer, die Laien mit geſunden

Börſen⸗ unnd trinkbar wird. Daß das Curare als Heilmittel gegen den Mundſtarr⸗ mediziniſchen Begriffen bekannt zu machen und ſie zu überzeugen, daß die

6 liche rampf mit Erfolg angewendet worden iſt, wird unſern Leſern von dem Kunſt lang, das Leben kurz, die Beobachtung ſchwer und die Gelegenheit

ag lombardiſchen Feldzuge her bekannt ſein. Wer weiß, ob nicht auch noch in flüchtig. Mit nichts ſpielt der Menſch ſo gern, als mit dem Theuerſten,

lüthiger mmanchen andern dieſer Stoffe, die bis jetzt nur als Mittel zum Tode dienten, was er beſitzt, ſeiner Geſundheit. Wie wäre es ſonſt möglich, daß noch ſo

unſern nooch eine heilſame Kraft ſchlummert, welche die fortſchreitende Forſchung viele dieſes höchſte Gut den Händen von Betrügern und Schwindlern an⸗

us nun kommenden Geſchlechtern aufhellen wird! H. W. vertrauen? 3 8 88 Wir haben nun zu oft die Erfahrung gemacht, daß Fremde, welche zum

nled Rom als klimatiſcher Kurort. erſten Male hierher kamen, gänzlich enttäuſcht waren, und den ſeufzenden

zurecht Ausruf unterdrückter Verzweiflung:das ſoll Rom ſein? zu häufig gehört,

werden In derſelben Luft, welche wir athmen, baden wir in Gemeinſchaft mit als daß wir unſere Patienten nicht ein für allemal bitten möchten, ſich ja

3 unſren Mitgeſchöpfen. Und da ſich ſchmutzige Luft mit reiner Luft noch viel kein Phantaſiebild von dieſer Stadt zu machen. Souvent un beau désordre

aus. leichter vermiſcht als ſchmutziges Waſſer mit reinem Waſſer, ſo iſt das Bade⸗ est le proquit de l'art. Reinliche Menſchen und comfortable Häuſer ſind

haus einer großen Stadt, wenn wir es uns recht überlegen, kein ſehr anziehen⸗ nicht immer maleriſch. Rom hat viele Springbrunnen und Waſſerleitungen,

does. Dazu kömmt, daß Luft die Eigenthümlichkeit hat, in alle poröſen aber das Waſſer wird nicht immer dahin geleitet, wo man es gern wünſchte.

Körper einzudringen und ſich an alle feſten Subſtanzen anzuheften. Werfen Das Trinkwaſſer iſt ausgezeichnet gut, was gewiß für die Geſundheit des

wir ein Stück Zucker ins Waſſer, ſo werden wir alsbald gewahr, wieviel Luft Menſchen, der ja zum größten Theile aus Waſſer beſteht, ſehr wichtig iſt,

in und an demſelben haftet. Wie mit dem Stücke Zucker verhält es ſich mit aber dem mäßigen äußeren Gebrauche deſſelben würde nichts entgegenſtehen,

unſern Kleidern, Büchern, Tiſchen, Stühlen, Betten, Teppichen. An den wenn man, ſetatt die Ruinen der alten Bäder zu bewundern, abzumalen und

Wänden, Thüren, Fußböden und ebenſo an unſrer Haut haftet die Luft wie zu beſchreiben, neue Bäder für die Unbemittelten und Armen daneben bauen

die Rinde am Baume. Daher es ſich erklärt, daß wenn dieſe Luft krank⸗ wollte. Die Alterthümlichkeit der Stadt würde ferner nichts verlieren, wenn

Gewicht, machende Materien enthält, Krankheiten durch Kleidungsſtücke, Briefe und man das Pfaaſter verbeſſerte, und Straßen und Plätze nichts an Glanz und

u tödten. Perſonen von einem Orte zum andern verſchleppt werden können. Es erhellt Harmonie einbüßen, wenn der Theil der Bekleidung, welchen Männer und nilie de hieraus ferner, wie ſchwierig es iſt, unſre Badeluft rein zu erhalten. Um Frauen unter Wolle und Seide zu verbergen pflegen, weniger offen zu architek bare? ddies zu thun, müſſen wir damit beginnen, unſren eigenen Körper zu waſchen toniſchem Schmucke verwendet würde.

1 Brech⸗ und zu reiben, die Wäſche muß ſo oft wie möglich gewechſelt, die Betten So iſt denn hier noch vieles Mangelhafte, aber es iſt mir kein Ort

4 werden. igt apfel⸗

müſſen gelüftet und in die Sonne gelegt, unſre Kleider tüchtig geklopft werden (wobei man den Moment abzupaſſen pflegt, wo wir nicht drin ſtecken).

bekannt, der nicht in anderen Beziehungen noch mehr des Mangelhaften beſäße. Eine große Annehmlichkeit für Fremde iſt die bekannte Liebenswür

got wird⸗ Möbel, Teppiche, Wände müſſen ſorgfältig gereinigt, Zimmer und Häuſer digkeit der Bewohner Roms, und jeder hier lebende Arzt kann gar nicht er. jegen, ſyſtematiſch ventilirt werden. Aber alles dies nützt wenig in bevölkerten genug das Talent rühmen, welches die Italienerinnen für Krankenpflege t. ljame Städten des Nordens, wo man den größten Theil des Jahres Winter, die beſitzen. Obgleich eine alberne Tradition die Schwindſucht für anſteckend wignüſſ übrige Zeit ſchlechtes Wetter hat, und gezwungen iſt, ſich in geheizte Zimmer erklärt, haben wir die ſeltenſten Beiſpiele von Aufopferung der Römerinnen Brehiter⸗ einzuſchließen. Während ſich nun viele Menſchen vor einem Froſche oder am Krankenbette Fremder geſehen. Trotzdem wird es aber doch nicht gut it Bde. einer Spinne ekeln, welche eben ſo wunderbar ſchön organiſirte, wie ſein, ſicher auf eine ſolche Pflege zu rechnen, und ein einzelner Kranker ſollte, leich außerſt reinliche Thiere ſind, athmet der blaſirteſte Großſtädter die Luft wenn er ſchwerkrank, nie ohne weibliche Begleitung ins Ausland reiſen. en mſe ein, in welcher Schuſter und Schneider oft ſchon gebadet, und während eine Liebe und Aufopferung einer freundlichen weiblichen Seele ſind ein ganz mn We ren nicht ichstheil b-õ