Jahrgang 
1865
Seite
113
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mäßig ausgedehnt, ſondern noch läſtigeres Ungemach herbeigeführt. Es wird nämlich durch den dadurch verurſachten Druck gegen das Zwerchfell das an dieſem befeſtigte Herz in ſeiner Funktion geſtört, und Beängſtigung, Herzklopfen und Schwerathmigkeit veranlaßt. Mehrere Stunden nach der Mahlzeit tritt das läſtige Gefühl des Sodbrennens, mitunter auch das Aufſteigen einer ſauern Flüſſigkeit ein, welche die Zähne ſtumpf macht, wodurch manchmal geringe Mengen des Mageninhaltes mechaniſch mit emporgeriſſen werden. Bei höheren Graden ſteigern ſich dieſe Beſchwerden zur Uebelkeit und ſelbſt zum Erbrechen, wonach endlich große Erleichterung eintritt. Während dieſer ganzen Zeit fühlen ſich die Dyspeptiker matt, ver⸗ drießlich und reizbar. Sehr häufig werden ſie von einem heftigen, oft halbſeitigen Kopfſchmerz gepeinigt. Aber auch ſonſt iſt ihre geiſtige Stimmung alterirt. Sie ſind weder zu körperlicher noch geiſtiger Arbeit aufgelegt; ſie ſind launiſch, verſtimmt und mürriſch. Der Schlaf iſt geſtört, die Träume unruhig, ſie leiden an kalten Händen und Füßen und ſind überhaupt gegen die Kälte ſehr empfindlich.

Ein ſolches Leiden iſt läſtig genug: aber wahrhaft beklagens⸗ werth wird es, wenn es den Kranken, wie ſo häufig, zum Hypochonder macht. Dieſer tritt dann in der Form des Magenhypochon⸗ ders auf. Schon ſein Aeußeres macht ihn kenntlich. Die lange, hagere Figur, die ſchlaffe Haltung, der matte, traurige Geſichtsaus⸗ druck, der langſam ſchweifende Blick der zurückgeſunkenen Augen, die erdfahle oder gelbliche Farbe des Geſichts und des Weißen im Auge, die weißlichen Lippen, und jener eigenthümliche graue Zug, der von den Seiten der Naſe ausgehend, die Lippen umkreiſt, endlich die meiſt belegte Stimme verrathen ihn. Und dieſem Aeußeren entſpricht der Zuſtand ſeines Innern. Den Mittelpunkt ſeiner Gedanken bildet die Sorge um die Angelegenheiten ſeines lieben Körpers und grade dieſes unaufhörliche Sorgen iſt es, welches ſeinen Zuſtand leiſe unter⸗ gräbt und das Haupthinderniß ſeiner Geneſung ausmacht. Nicht genug, daß erz ſeinen Arzt weniger durch ſein ewiges Klagen, als durch ſein offenbar nur halbes Vertrauen ermüdet, trägt er durch direktes Handeln weſentlich zur Verſchlimmerung ſeines Zuſtandes bei und zwar auf folgende Weiſe. Wir ſagten bereits oben, daß unſere Generation ſich den Magen verdorben habe. In Folge deſſen haben ſich die Quackſalber unſerer Tage ganz ausſchließlich auf die Anfertigung ſogenannter verdauungsſtärkender Mittel geworfen, welche in der Geſtalt von Pillen, Schnäpſen oder Bieren den Leuten als unfehlbare Panaceen angeprieſen werden. Zwar geſchieht dies nicht mehr, wie früher, von einem Schaugerüſt aus, mit Harlekin und Affen, ſondern vielmehr unſerem papiernen Zeitalter entſprechend, durch Annoncen in den Tagesblättern. Aber der Erfolg iſt derſelbe, und der Zulauf, den dieſe Quackſalbereien ſich verſchaffen, ſtimmt ſchlecht mit dem gerühmten Fortſchritte unſerer Zeit in der Natur⸗ und Heilwiſſenſchaft. Da nun bei den Verdauungsſtörungen die Unregelmäßigkeit der Leibesöffnung die Leute ganz beſonders zu be⸗ unruhigen pflegt, ſo ſorgen jene Quackſalber vor allem dafür, daß ihre Mittel eine abführende Wirkung haben: wohl wiſſend, ihr Publicum werde mit dieſem handgreiflichen Erfolge ſchon zufrieden ſein. Dieſen Quackſalbereien nun ſchenkt unſer Magenhypochonder ein gläubiges Vertrauen, welches er ſeinem Arzte verſagt: ja, er iſt ſogar bereit dieſen ganz aufzugeben, wenn er ihm ſeinen Morriſon, Daubitz oder Hoff nehmen will. Weil aber jene Mittel, mit ge⸗ ringen Ausnahmen, außer ihrer abführenden auch eine mehr oder weniger reizende Wirkung ausüben, ſo hinterläßt ihr anhaltender Gebrauch unfehlbar eine immer größere Erſchlaffung der leidenden Organe und dadurch eine bedenkliche Verſchlimmerung des Allge⸗ meinzuſtandes. Natürlich wird die Stimmung unſeres Kranken nunmehr immer unglücklicher; immer tiefer zieht er ſich in ſich ſelbſt zurück und lauert mit qualvoller Beharrlichkeit auf jede leiſe Em⸗ pfindung,in den Winkeln ſeines bangen Selbſt, wie Waſſer von Wachstuch läuft an ihm alles ab, was das Leben an Aufheitern⸗ dem und Erfriſchendem bietet. Und je bänglicher er für ſeine Ge⸗ ſundheit zu ſorgen ſich müht, deſto eifriger arbeitet er an ſeinem Untergange. Denn ihn hat der Gedanke ergriffen, daß er an dem Uebel leide, welches er vor allen verabſcheut, von dem kein Ent⸗ rinnen mehr denkbar, welches ihn einem grauſamen Tode langſam entgegenſchleppt, am Magenkrebſe.

Dies iſt das Bild eines jener Leidenden, welche durch die frei⸗ lich ſehr läſtigen Beſchwerden einer geſtörten Verdauung der Hypo⸗ chondrie anheimgefallen ſind. Das Schreckbild des Magenkrebſes iſt

I. 9.

nichts, als das Erzeugniß ſeiner geängſteten Phantaſie. am chroniſchen Magenkatarrh.Stavo ben; ma per star meglior, sto qui, ich befand mich wohl; wollte mich beſſer befinden und befinde mich hier, ſo lautete die Grabſchrift, die ſich ein leider zu ſpät zur Erkenntniß gekommener Hypochonder geſetzt hatte. Wer die Bekanntſchaft des Schwindſuchtshypochonders(Vgl. S. 14) gemacht hat, der weiß, daß eine ſtete Spannung der Aufmerkſamkeit auf die leiſeſten Empfindungen endlich eine geſteigerte Innervation der betref⸗ fenden Organe herbeiführt, und die etwa vorhandenen krankhaften Veränderungen dort fixirt. Bei der innigen Wechſelwirkung zwiſchen den Organen der Verdauung und Blutbildung und denen der gei⸗ ſtigen Thätigkeit tritt dieſe Steigerung der krankhaften Gefühle durch unaufhörliche Aufmerkſamkeit auf dieſelben ganz beſonders hervor. Es iſt daher zur Heilung dieſes jämmerlichen Zuſtandes eine richtige Auffaſſung deſſelben ganz unerläßlich. Denn was ſeine materielle Seite anlangt, ſo iſt er keineswegs verzweifelt, und wenn er auch bereits Jahrelang gedauert haben ſollte.

Die krankhafte Veränderung des Magens, welche die oben genannten Beſchwerden verurſacht, und die von der neueren medici⸗ niſchen Schule mit dem Namen des chroniſchen Magenkatarrhs be⸗ zeichnet wird, kann die Folge ſehr verſchiedener Fehler der Unterleibs⸗ organe ſein. Dieſe richtig zu erkennen, muß die Aufgabe des Arztes bleiben. Hieraus folgt aber zugleich, wie zwecklos und ſchädlich die Anwendung jener Panaceen in einem Zuſtande ſein muß, der je nach ſeiner Entſtehung ſehr verſchiedener Heilmittel bedarf. Es iſt keine leere Drohung, wenn man es ausſpricht, daß der anhaltende Gebrauch dieſer angeblich verdauungsſtärkenden Mittel in vielen Fällen unheil⸗ bares Siechthum, ja den Tod herbeiführt. Hat doch Morriſon ſelbſt, in Folge mehrerer Todesfälle, die unzweifelhaft durch den Ge⸗ brauch ſeiner Pillen verurſacht waren, als Todtſchläger vor Gericht geſtanden; und die hierbei ſtattgefundenen Obduktionen haben uns Gelegenheit verſchafft, die Zerſtörungen kennen zu lernen, welche der Gebrauch dieſerGeſundheitsmittel herbeiführen kann. Denn was in des Kundigen Hand ein heiliger Anker des Lebens iſt, das wird in der Hand des Unwiſſenden zum Nachen des Charon.

Aber in allen dieſen Fällen iſt die Regelung der Diät und der Lebensweiſe von höchſter Wichtigkeit, und oft ſchon allein im Stande, vollkommene Heilung herbeizuführen. Zwar darf die Düäät keine Hungerkur ſein, jedoch iſt ſie nach der Menge und der Beſchaffenheit der Nahrungsmittel ſorgfältig zu wählen. Wo freilich der Appetit ganz darniederliegt, werden Verſtöße durch Unmäßigkeit nicht vorkom⸗

Er leidet

'men; aber viel häufiger iſt es, daß unſer Hypochonder bei all ſeinen

Leiden durch wechſelnden Appetit zur Ueberladung des Magens ver⸗ führt wird. Unter allen Umſtänden muß er daher weniger eſſen, als er ſonſt gewohnt geweſen, ja er muß mit dem Eſſen aufhören, noch bevor völliges Sattigungsgefühl eingetreten iſt. Die Stunden der Mahlzeit ſind regelmäßig einzuhalten und ſo einzurichten, daß die Zeit der Verdauung nicht mit den Stunden der Tagesarbeit zuſam⸗ menfalle. Eben ſo wichtig iſt die Wahl der Nahrungsmittel. Flüſſige Speiſen werden leichter angenommen und aſſimilirt. Wo die Verdauungsorgane daher ernſtlicher ergriffen ſind, paſſen kräftige, doch magere Fleiſchbrühen. Denn zur Verdauung der Fette bedarf es eines ungeſchwächten Magens. Am beſten paſſen hier die Brühen von weißem Fleiſche, ferner Eidotter und Milch, wie denn überhaupt einfache Speiſen durchweg den erkünſtelten und zuſammengeſetzten vorzuziehen ſind. Auch wird ſich unſer Kranker gefallen laſſen müſ⸗ ſen, ſo manchem Lieblingsgenuſſe zu entſagen, z. B. dem Kaffee; an deſſen Stelle wir ihm ein eben ſo heilſames als wohlſchmeckendes Getränk empfehlen, deſſen Bereitung im Vorbeigehn gelehrt werden ſoll. Es wird aus den eßbaren ſüßen Kaſtanien gemacht. Dieſe werden von ihrer lederartigen braunen Hülle befreit, ſodann in kleine Würfel zerſchnitten, in der Kaffeetrommel gebrannt, gemahlen und endlich in derſelben Weiſe wie der Kaffee gekocht. Zu lange darf jedoch wiederum eine reizloſe Koſt nicht fortgeſetzt werden, weil ſich ſonſt die Beſchwerden wieder ſteigern. Dann iſt es nöthig, zu kräf⸗ tigeren, feſten Speiſen überzugehen, durch welche die Ausſcheidung des Magenſaftes mehr angeregt wird. Aber ſtrenge müſſen alle die⸗ jenigen vermieden werden, welche lange Zeit zur Verdauung brau⸗ chen, viel Gaſe entwickeln, und durch ihre Rückſtäude den Magen be⸗ ſchweren. Hierher gehören namentlich die Erbſen, Bohuen, Linſen, Kohl, Pilze, Gurken⸗ und andere Salate.,

Zwar iſt Waſſer das beſte Getränk; aber auch im Waſſer⸗