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Wagen gleich vor dem Polizeigebäude vor, die Herren hatten es ſich aber ſchon bequem gemacht, und er fand nur noch einen Aktuar, der Schriftſtücke in einer Privatſache durchſah.
Glücklicher Weiſe ſchien dies ein ziemlich intelligenter Mann, der ſeinen Bericht aufmerkſam anhörte. Als er ihn beendigt hatte, ſagte er:
„Mein lieber Herr— dieſer Zug, der eben Limburg verlaſſen hat, geht allerdings heute Abend noch nach Coblenz, aber ich weiß nicht, ob der Herr, dem Sie nachſetzen, gerade ein Intereſſe daran haben kann, Cobl lenz dieſe Nacht zu erreichen. Er kann natürlich nicht ahnen, daß Sie ihm ſo dicht auf den Ferſen ſitzen— voraus⸗ geſetzt nämlich, daß es wirklich der Richtige iſt, und wenn Sie meinem Nath folgen wollen, ſo thun Sie was ich Ihnen jetzt ſage. Fahren Sie mit dem nächſten Zug nach Ems— nicht weiter— be⸗ ſuchen Sie dort heute Abend— mit jeder nöthigen Vorſicht natür⸗ lich, den Spielſaal, und finden Sie dann— was ich aber bezweifle, — Ihren Mann nicht, dann nehmen Sie heute Abend noch in Ems einen Wagen, den Sie für Geld überall bekommen können, fahren direkt nach Coblenz, und paſſen morgen früh an den Bahnzügen auf. Ich wenigſtens, wenn ich an Ihrer Stelle einen ſolchen Patron zu verfolgen hätte, würde genau ſo handeln, und wenn ich nicht ſehr irre, gut dabei fahren.“
„Ems iſt naſſauiſch, nicht wah
„Allerdings,“ ſagte der Aktuar.
„Könnten Sie denn,“ fuhr Hamilton fort, indem er ſeine Legi⸗ timationspapiere aus der Taſche holte,„mir auf Grundlage dieſer Schriftſtücke einen Verhaftsbefehl für das betreffende Individuum ausſtellen?“
Der Aktuar ſah die Papiere, bei denen ſich eine in Hamburg beglaubigte Ueberſetzung befand, aufmerkſam durch und ſagte dann lächelnd:
„Eigentlich, und nach unſerem gewöhnlichen Gerichtsverfahren würde die Sache mehr Umſtände machen, und nicht ſo raſch beſeltigt werden können, unter den obwaltenden Verhältniſſen aber denke ich,
daß ich die Verantwortlichkeit auf mich nehmen kann. Sie müſſen mit dem nächſten Zug fort, wenn Sie den Geſuchten nicht verſäumen wollen. Setzen Sie ſich einen Augenblick; ich denke, wir können das alles noch in Ordnung bringen. 2
Der alte Aktuar war ein wahres Juwel. Hamilton hätte ſich an keinen beſſeren Menſchen wenden können. In kaum zehn Minu⸗ ten hatte er einen Verhaftsbefehl für die Naſſauiſchen Lande gegen jenen Mr. Kornik ausgeſtellt. Und nicht einmal einen Kreuzer mehr als die üblichen und nicht zu vermeidenden Sporteln wollte er dafür nehmen und wie gern hätte ihm der junge Mann ſeine Arbeit zehn⸗ und zwanzigfach bezahlt!
Jetzt war alles in Ordnung— Hamilton beſchloß, den ihm gegebenen Rath gewiſſenhaft zu befolgen, und dem alten Herrn auf das herzlichſte dankend, eilte er ſo raſch er konnte nach dem Bahnhof zurück.
Seine Zeit war
r?“ frug Hamilton.
ihm auch nur eben knapp genug zugemeſſen; kaum hatte er dort ſein Billet gelöſt, ſo wurde der Zug ſchon ſigna⸗ liſirt; zehn Minuten ſpäter brauſte er heran, hielt, nahm ſeine wenigen Paſſagiere auf und keuchte in ruheloſer Haſt weiter, das
freundliche Lahnthal hinab. Aber Hamilton hatte kein Auge für die liebliche Scenerie, die ihn umgab— ſo war er in ſeine eigenen Gedanken vertieft, daß er
ordentlich emporſchrak, als ſie in den erſten Tunnel eintauchten. Nur das Bild des Flüchtigen ſchwebte vor ſeiner S Seele, und ſelbſt daß er Schlaf und Ruhe entbehrt hatte, um dieſen zu erreichen und einzuholen, fühlte er nicht. Der Zug flog mit reißender Schnelle dahin, aber ihm kam es noch immer vor, als ob er in ſeinem Leben nicht ſo langſam gefahren wäre. Jetzt glitten ſie an den grünen Hängen des freundlichen Thales dahin— jetzt wieder öffnete der Berg ſeinen Schlund, um ſie in ſeine düſtere Tiefe aufzunehmen, und aufs neue ſchoſſen ſie hinaus in den dämmernden Abend. Aber Hamiltons Augen ſchienen für das alles keine Sehkraft zu haben, ſo theilnahmlos, ſo unbewußt ſelbſt ſtreifte ſein Blick darüber hin, bis endlich der ſchrille Pfiff der Locomotive die Nähe der Station Ems anzeigte und eine Maſſe Spaziergänger„Herren zu Fuß und Damen und Kinder auf Eſeln, in der unmittelbaren Nähe der Bahn ſichtbar wurden. Es war ſpät geworden und die Leute bilten jetzt nach Haus, denn ſo heiß die Tage auch ſein mochten, die Nächte blieben kühl und friſch genug.
Aber dieſe kümmerten den Polizeimann nicht, der recht gut wußte, daß der, den er ſuchte, ſich nicht unter ihnen befand, ſelbſt wenn es noch hell genug geweſen wäre, einzelne Pl hyſiognomien der da draußen Wandernden zu erkennen, an denen ſich nur die lichten Kleider unterſcheiden ließen.
Der Zug hielt, aber ſelbſt jetzt noch war Hamilton einen Augenblick unſchlüſſig, ob er nicht lieber ſitzen bleiben und bis nach Oberlahnſtein und Coblenz mitfahren ſolle; denn ließ es ſich denken, daß der Flüchtige gerade hier ausgeſtiegen ſei? Derartige Menſchen ſind allerdings furchtbar leichtſinnig, und der alte Aktuar hatte am Ende doch Recht gehabt, wenn er ihm rieth, die Spielbank jedenfalls einmal ein Paar Stunden zu beſuchen. Verloren war immer kaum viel Zeit dabei, denn kam er jetzt auch nach Coblenz, ſo mußte er doch die Nacht dort liegen bleiben, um bei dem Abgang des erſten Morgen⸗Zuges erſt am Bahnhof zu ſein. Er folgte alſo dem Rath des alten Mannes, ſtieg aus und ging in das dicht am Bahnhof gelegene Hotel zum Guttenberg, um dort erſt etwas andere Toilette zu machen. Er wollte ſich nämlich nicht der Gefahr ausſetzen, daß er von dem ſchlauen Verbrecher zuerſt erkannt würde, denn er zweifelte keinen Augenblick daran, daß Kornik ihn an jenem Abend eben ſo gut bemerkt habe, wie ſeinen Begleiter Burton, und ihm deshalb jetzt eben ſo raſch ausweichen würde wie jenem.
In ſeiner Taſche trug er einen leichten hellen Sommerrock, den zog er an, ſetzte eine hellgrüne Brille auf und borgte ſich noch außer⸗ dem vom Kellner einen Cylinderhut. Mit dieſer ganz geringen Veränderung ſeiner Toilette, die er dadurch vervollſtändigte, daß er ein weißes Halstuch ſtatt ſeines bisher getragenen ſchwarzen nahm, fühlte er ſich ziemlich ſicher, wenigſtens nicht gleich auf den erſten Blick erkannt zu werden. Kornik hatte ihn ja überhaupt nur die kurze Zeit im Coupé geſehen, und ihn dabei keineswegs ſeiner Beach— tung ſo beſonders werth gehalten. Dann aß er etwas und hielt es nun an der Zeit, das jetzt beſonders frequentirte Kurhaus zu beſuchen.
Es war indeſſen völlig Nacht geworden; unterwegs traf er nur noch einzelne Leute, die vom Kurhaus weg über die Brücke in ihre am andern Ufer liegenden Quartiere gingen, das Kurhaus ſelber aber war noch hell und brillant erleuchtet und auch in der That der einzige Platz in dem ganzen Badeort, den man Abends beſuchen konnte und wo man Geſellſchaft fand. Die anderen zahlloſen Hotels ſchienen nur zum Eſſen zu dienen, denn in ihren Sälen verſetzten rieſige Tiſche, deren Zwiſchenraum vollſtändig mit Stühlen ausgefüllt war, jeden nur einigermaßen möglichen Platz. Man konnte ſich in keinem von ihnen wohnlich fühlen.
Das Kurhaus dagegen vereinigte alles, was ſich von Pracht und Eleganz nur denken ließ ein reichhaltiges Leſezimmer mit bequemen Fauteuils, einen prachtvollen S Saal zu Concerten oder Spiel⸗ und Tanzplätzen der Kinder und Damen, und dann den unheilvollen Magnet für die Spieler, die grünen Tiſche, von denen der verfüh⸗
reriſche Klang des Metalls in alle harmloſen Spiele und Ver⸗ gnügungen hinübertönte und ſeine Opfer erbarmungslos an⸗ und
nachher auszog.
Es iſt eine Schmach für Deutſchland, daß wir noch dieſe ver⸗ goldeten Schandhöhlen in unſeren Gauen dulden— es iſt eine doppelte Schmach für die Regierungen, die ſie begünſtigen und veſtatlen, und alle die Opfer, die jährlich fallen, müſſen einſt auf ihren
eelen brennen.
Napoleon III. hat die Spielhöllen aus ſeinem Reich verbannt und die Spieler damit über die Grenzen getrieben. Geſchah das aber nur deshalb, daß ſie in Deutſchland ihre geſetzliche Auf⸗ nahme finden ſollten? und müſſen wir nicht vor Scham erröthen, wenn wir dieſes franzöſiſche Unweſen mit franzöſiſchen Marken und Mar⸗ queuren im Herzen unſeres Vaterlandes eingeniſtet finden? Aber
es iſt ſo. Trotz der gerechten Entrüſtung, die allgemein darüber herrſcht, müſſen wir jetzt geſchehen laſſen, daß andere Nationen die Achſeln darüber zucken und uns bedauern oder— verachten, müſſen wir es geſchehen laſſen, ſage ich, denn
„wollten wir alle zuſammen ſchmeißen
wir könnten ſie doch nicht Lügner heißen.“
Wenn wir es denn aber trotz allem und allem unter unſeren Augen ſo frech fortgeführt ſehn, ſo gehört es ſich, daß ſich jeder 5 echtliche Mann wenigſtens dagegen verwahrt, dieſe Schandbuden gut zu heißen. Das Ausland möge erfahren, daß die deutſche Nation unſchuldig iſt an dieſem Werk, und keinen Silberling
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