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im Geſpräch mit Fremden aus Deutſchland wird das Hochdeutſch verwendet, ſo gut es gehen kann, und da kommt denn das Großen⸗ raths⸗Dütſch als dritte Sprachform zur Anwendung bei denen, die nicht durch längeren Aufenthalt in Deutſchland ſich das Hochdeutſch ganz angeeignet haben. Uebrigens iſt auch jedem einigermaßen gebildeten Züricher die franzöſiſche Sprache geläufig und durch den Weltverkehr, in welchen ſie der Handel geführt hat, iſt die Kenntniß des Italieniſchen und auch des Engliſchen unter den Zürichern ziemlich verbreitet.
So wie in dem Bundesſtaate der Schweiz die Souveränetät der Kantone nicht nur nicht ihren Untergang gefunden hat, ſondern in richtiger Formel geſagt werden kann, die Kantonalſouveränetät bilde die Regel, die Bundesſouveränetät die Ausnahme und jene werde durch dieſe nur beſchränkt, ſoweit der Staatszweck der ganzen Eidgenoſſenſchaft es erfordere, ſo iſt in der weiteren Gliederung ſehr zu beachten, daß in den Kantonen die Gemeinden eine große Selbſtän⸗ digkeit und Autonomie haben. So wie es einen Bundespräſidenten und Präſidenten der Kantone gibt, ſo haben auch die Gemeinden ihre Präſidenten, und mancher Präſident einer Dorfgemeinde weiß in ſeiner Perſon das Herrſcherprinzip ſogar in einer wenig republikaniſchen Weiſe zu repräſentiren, denn„ſeine Mittel erlauben ihm das“ und das Geld iſt ſo gut in der Schweiz eine Macht wie in England.
Die Gemeinden haben Rechte, wie die eigene Wahl ihrer Vorſtände und Beamten, auch die Selbſtverwaltung und Selbſtbeſteuerung, aber
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mindeſtens eben ſo große Pflichten und nehmen in der Erfüllung dieſer Pflichten einen großen Theil der Aufgabe auf ſich, welche der Staat zu löſen hat. Die Schulpflege wie die Armenpflege iſt weſentlich Sache der Gemeinden, und wie ihnen die Schulpflege am Herzen liegt, das zeigt ſich in vielen Dörfern darin, daß das beſte Haus des Dorfes, in welchem nicht gerade reiche Fabrikanten wohnen, das Schulhaus iſt. Es wetteifert darin ein Dorf mit den Nachbarn und es iſt rührend, von einem Bauernknaben den Ausſpruch zu hören: „Er hat ein Haus wie'n Schulhaus.“
Vergleichen wir nun aber die Gemeinden in den verſchiedenen Theilen der Schweiz mit einander, ſo finden wir da wieder eine große Verſchiedenheit. Die Franzoſen und Italiener handhaben das Gemeindeweſen anders als die Deutſchen und die Stadtgemeinden und Dorfgemeinden ſind natürlich ſehr verſchieden von einander, aber auch wenn wir uns zunächſt an die größere Zahl der Dorfgemeinden halten, iſt die Entwickelung derſelben in den Ländern der Schweiz gar nicht die gleiche geweſen. Am unabhängigſten von der Staats⸗ regierung ſind wohl die Gemeinden in Appenzell⸗Außerrhoden und mehr noch in Graubündten. Der letztere Kanton iſt erſt in neuerer Zeit aus einer Anzahl kleiner Republiken zuſammengewachſen und die Selbſtändigkeit, welche die Gemeinden in den kleinen Kreiſen hatten, iſt möglichſt conſervirt.
(Schluß folgt.)
Sin Maler auf dem Kriegsfelde.
Von W. Camphauſen.
(Schluß.)
Und wie ich jetzt, in die weiche Sopha⸗Ecke genöthigt, in dem trauten Kreiſe ſitze, in lebendiger Unterhaltung, lauſchend, berichtend, fühl’ ich mich heimiſch, wie unter alten Bekannten der Jugendzeit, trotz weiter Länderſtrecken zwiſchen mir und den Meinigen. Iſt es doch, als ob hier an der äußerſten Grenzmark deutſcher Erde der Genius des Vaterlandes, bevor der Ocean ſeinem Walten ein Ziel ſetzt, ſich noch einmal in ſeinem ganzen Werthe mir verkörpern wolle, ſo tritt deutſche Sitte und Gaſtfreundſchaft in der Väter Weiſe mit erwärmendem Hauche dem Wanderer ans Herz. Was die charakter⸗ loſe Hafenſtadt Sonderburg mit ihrer gemiſchten Bevölkerung un⸗ möglich zu erzeugen vermochte, das Gefühl, auf deutſcher Erde zu ſein, das gibt das innere Inſelland und ſeine Bewohner untrüglich und überzeugend wieder und auch die letzten noch gebliebenen Nebel des verjagten Dänenthums werden ſicherlich bald vor dem friſchen Wehen der jungen Freiheit verſchwinden. Solche Gewißheit erzeu— gen in uns Geſtalten wie die des ſchlichten Paſtors mit dem offnen deutſchen Auge im kernigen Antlitz, unter dem ehrwürdig weißen Haupthaar. So ſteht er im Geiſte bleibend vor mir, ohne Kopf⸗ hängerei und Pathos, aber in echtem Gottvertrauen und feſtem Sinn, der auch die irdiſchen Gaben des Himmels nicht abweiſt, ſon⸗ dern, gleich den Patriarchen des alten Bundes, einem tüchtigen, wohlgeordneten Anweſen mit Länderei und Herden vorzuſtehen weiß, ohne dadurch ſeine Seelſorger⸗Pflicht zu verkürzen. a
Wie beredt er uns zu berichten wußte von der Dänenwirthſchaft und ihren Plackereien und Drangſalen, wie die blutſaugeriſchen Vögte
die Deutſchen gepeinigt, wie er einſt dem däniſchen Kriegsmann, der
prahleriſch meinte:„Die Preußen konnten uns ja nicht einmal treffen“ in vernichtender deutſcher Derbheit erwidert hatte:„Und
doch geſchlagen? ja, wenn der bloße Knall ſchon hinreicht, da wär' es ja Barbaxei, noch zu treffen!“ Und dann, wie ſehnſüchtig und doch voll tiefbeſorgten Zweifels, er mit den Geſinnungsgenoſſen dem Ka⸗ nonendonner von Düppel gelauſcht und dann nach dem befreiten Feſtlande hinübergeſchaut habe: wird man auch unſre Ketten zu löſen kommen? Ja, wohl wird in ſolchen Kreiſen, bei ſolchen Berichten zu unumſtößlicher Klarheit, was man ſeit Jahren in gedankenloſer Ge⸗ wohnheit in der Tagespreſſe durchflogen: Das„ſtammverwandte“ Schleswig⸗Holſtein mußte befreit werden, unſre Waffen mußten zu Ende führen, was ſie trotz allem Drohen und Ignorantengeſchrei des Auslandes muthig begannen. Nur ſo iſt die alte nationale Ehren⸗ ſchuld ruhmvoll geſühnt, nur ſo das vergoſſene Blut nicht nutzlos
gefloſſen und die edelſte, reinſte deutſche Sache, ſo Gott will, zu ſegensreichem Abſchluß gebracht worden für alle Zeiten!
Unter ſolchen Geſprächen, bei denen meine geſammelten Skizzen als willkommene Illuſtrationen die Runde machen mußten, war es allmälig Schlafenszeit geworden. Meinen freundlichen Wirthen Gute Nacht ſagend, folgte ich deshalb unter herabſtrömendem Platz⸗ regen und heulendem Seewind dem, mit der unentbehrlichen Stall⸗ laterne durch die abſolute Finſterniß voranleuchtenden Lanzenreiter und ſuchte das mir bereitete Nachtquartier auf. Zum Glück war die Wanderung dahin nur kurz und führte, ſo viel ich erkennen konnte,
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über einen mit hohen Bäumen beſetzten Kirchhof in das nahe Dorf.
Hier, in der Behauſung eines patriotiſchen Bauersmannes, deſſen deutſche Geſinnung ich ſchon zweifellos aus der ſchlichten und rühren⸗ den Weiſe erkennen konnte, mit der mein Stübchen zu meiner Auf⸗ nahme hergerichtet war, ſank ich denn auch bald in die mächtigen Federkiſſen und ſchlief den Schlaf des Gerechten, in deſſen Träume kein böſer Kobold Mordgedanken, vielmehr, bei dem draußen tobenden Unwetter, das behagliche Gefühl verwob, unter dem ſchützenden Obdach des ehrlichen Landmannes wie in Abrahams Schoß zu ruhen.
Da ich am andern Morgen, bei fortdauerndem Zürnen der Elemente, die Unmöglichkeit einſah, eine von meinem Major projek⸗ tirte, vielverſprechende Fahrt über die ſchöne Inſel ausführen zu können, war ich leider genöthigt, meine Heimreiſe anzutreten. So verabſchiedete ich mich mit dankbarem Herzen von den, in ſo kurzen Stun⸗ den mir ſo lieb gewordnen Menſchen, beſtieg die für mich bereitſtehende Kaleſche des Majors und verließ, gegen den Regen ſorglich mit Kiſſen, Decken und Schirm verſehen, das trauliche Paſtorat.
Wieder gelangte ich, von Sturm und Wetter gepeitſcht, in ſauſendem Roſſelauf zurück nach Sonderburg, von wo ich nach kur⸗ zer Raſt durch die Gefälligkeit des zeitigen Commandanten, Prem.⸗ Lieutenant M. vom 60. Regiment, in wenigſtens halbgeſchloſſnem Wagen, hierlandes immerhin eine Seltenheit, nach Fleusburg zurück⸗ befördert wurde.
Der Himmel lag fortwährend ſchwer und triefend, wie eine naſſe Wolldecke, über der Landſchaft, die dadurch in einen undurch— dringlichen Nebel gehüllt war und ſo beſchäftigte ich mich, in gänz⸗ licher Abweſenheit anregenderen Stoffes, aus meiner Wagenecke mit den allerdings höchſt merkwürdigen Umriſſen meines Kutſchers, eines etwa 15jährigen ſtockdäniſchen Burſchen, der vor mir, bewegungslos
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