aus der er nach einer Weile nur noch einmal wieder vorbricht,
He 91 V in meldete man mir von der Commandantur, daß ein bereitwilligſt ge⸗ in demſelben Moment ihren tödtlichen Schlund aufreißt und, in Stücke ng⸗ ſtelltes, mit vier rüſtigen Pionnieren bemanntes Boot meiner harre, zerriſſen, den Allzubraven dahinſtreckt! Und allenthalben, Boot auf on das ich denn auch ſofort beſtieg, um mich an die Punkte des Alſen⸗ Boot ſchwimmt heran, entſendet neue Scharen— jetzt auch größere 2 ſundes rudern zu laſſen, an denen am 29. Juni der Uebergang Fahrzeuge, ſog. Maſchinen, beſpanntes Geſchütz, ſchnaubende Roſſe, 1
ſtattgefunden hatte. Nach zweiſtündiger Fahrt durch das kryſtall⸗ Reitergeſchwader überführend. Aber da dampft auch der ſchwarze öbe blaue, mit tauſenden von bunten Quallen bevölkerte Waſſer waren Hallunke, der Rolf aus der Auguſtenburger Föhrde vor, legt ſich er. wir an Ort und Stelle, und ich konnte mich perſönlich überzeugen, breitſpurig, quer, mitten vor den Sund und ſpeit brüllend und qual ble welche Schwierigkeiten unſere braven Truppen bei der Erklimmung mend ſeinen Kartätſchhagel aus über den Bootkolonnen, die jede zer des ſteil abfallenden Uferrandes, unter dem heftigſten Kartätſchfeuner, Salve mit donnerndem Hurrah begrüßen. Auch diesmal, Gottlob! es u überwinden gehabt hatten. thut er nur wenig Schaden, auch diesmal verderben ihm unſre guten ter G Erſt nach mehrfachen Verſuchen, über das ſteinige Flachwaſſer Gezogenen wieder das Geſchäft, auch diesmal birgt er ſich bald V er hiinnweg, zu landen, gelang es uns, eine Stelle zu finden, wo mit V wieder, retirkirend, in ſeinen Schmollwinkel, die ſchützende Bucht,
einem kühnen Sprunge aus dem Boot feſter Boden zu erreichen war
und ich beeilte mich nun, zunächſt das ganze Alſener Gefechts⸗Terrain
zu durchwandern. Dabei berichteten mir meine Pionniere als Augen⸗ zeugen des genaueſten über die Art des Uebergangs, die Lage der gegenſeitigen Batterien u. ſ. w. So ſah ich, angeregt durch die charakteriſtiſche Umgebung, im Geiſte noch einmal die in der neueren Kriegsgeſchichte beiſpiellos daſtehende, kühne Waffenthat unſerer preu⸗ ßiſchen„Kinder“, wie ſie ſo oft verächtlich vom Ausländer bezeichnet
ſlwerden, vor ſich gehen und unwillkürlich belebte die Phantaſie die
vor mir liegenden Ufer mit ihren mächtigen Buchwaldungen, Satrup⸗ holz mit daranſtoßendem Ge⸗ höft und Ziegelei fern jenſeits, den breiten Sund und um mich her die jetzt ſo einſamen
den nahen Waldſchatten der Fohlenkoppel.
Noch liegt tiefes, nächtli⸗ ches Schweigen auf Wald und
Wieſengründe, begrenzt von 3 5—
um, ſeine Kanonenboote am Schlepptau, für immer das Weite zu ſuchen.
Derweil haben die Unſrigen allenthalben Fuß gefaßt, raſch wird der Feind aus ſeinen Uferverſchanzungen hinaus in die nahe Fohlenkoppel geworfen, ſein Geſchütz beim Davonſprengen eingeholt und genommen. Aber jetzt wirbelt auch über die ganze Inſel, von Dorf zu Dorf die Allarmtrommel und Bataillon auf Bataillon wirft ſich den verhaßten Preußen entgegen. Die aber ſtürmen weiter und weiter, von Knick zu Knick, trotz wüthendem Widerſtand bis Kjär, wo der ergrimmteſte Kampf eine Zeitlang zum Stehen 5 kommt. Manchen Braven, 3 der Strapazen und Gefahr des ganzen Feldzugs glücklich bis hierher durchgemacht, mäht hier, wo des Friedens Palme ſchon winkt, noch die uner⸗ bittliche Sichel des Todes;
aber vorwärts unaufhaltſam, V
Gewäſſer. Schlaftrunken, ver⸗ ſiegesmuthig weiter rauſchen
droſſen ſchwankt die däniſche
Strandwacht auf und ab,
unſre Fahnen; fern und fer—
ahnungslos— denn nichts ner vollen die Gewehrſalven, kündet außergewöhnlich Na⸗ in regelloſer Flucht nach Nord hendes. und Süd ergießen ſich die
Die erſte Stunde des grau⸗ enden Sommermorgens geht zu Ende— horch— von drüben her, aus dem Satrup⸗ holz dringt vorſichtig ver⸗ haltnes Rollen, Rutſchen, Pferdetritt, vermiſcht mit lei⸗ ſem Kommandowort. Jetzt werden dunkle, bewegliche Punkte ſichtbar, Menſchengruppen, mehr und mehr und nun, urplötzlich, wie auf einen Zauberſchlag, ſind hunderte von flachen Booten und Kähnen das
flüchtigen Scharen über die kampfdurchtobte Inſel, die in Flammen aufzugehen ſcheint, als jetzt der abziehende Feind ſeine Barackenlager und Fou⸗ ragevorräthe in Brand ſteckt. Mittlerweile iſt auch Son⸗ derburg genommen und auch der letzte Verſuch des Feindes, ſich im Dorfe Wollerup noch einmal feſtzuniſten, iſt vergeblich. Im⸗ mer weiter gehetzt, ſtürzt er davon, bei Höruphaff ſtreckt ſein
Ufer hinab ins Waſſer geſchoben. Im Nu belebt ſich der ganze weite ganzes 10. Regiment, abgeſchnitten, die Waffen, der Reſt wirft Strand, allenthalben aus dem tiefen Dunkel des Buchwalds brechen ſich auf die furchtbar verſchanzte Halbinſel Kekenis und rettet die Bataillone hervor, raſch ſind die Boote bemannt und jetzt gleiten ſich von dort auf ſeine Schiffe. Der Abend des I. Juli ſah ſie leiſe, aber mit haſtigen Ruderſchlägen, über die regungsloſe Flut. kein däniſches Bajonett mehr auf dem grünen Eilande! So war Scchon ſind ſie unbemerkt bis zur Mitte gekommen— da kracht aus mir der Tag von Alſen an Ort und Stelle und durch die Erzählun⸗ der erwachten Batterie der erſte Kartätſchſchuß den Nahenden ſeinen gen von Mitkämpfern, beſonders auch von ſeinem Helden, dem 8 grimmigen Morgengruß entgegen und dröhnt weithin durch die laut- tapfern, durch perſönliche Bravour ſo ausgezeichneten Herwarth, wie⸗ fr loſe Sommernacht. Und rings am ganzen Ufer wird's jetzt lebendig der lebendig geworden. * im Dänenlager, Schuß auf Schuß aus Geſchütz und Kleingewehr, Das beredteſte Merkzeichen des Kampfes aber fand ich bei den In⸗ jeder ein Feuerſtrahl im Dunkel des Zwielichts, praſſelt auf die ver- Reſten der großen Rönhoffſchanze, wo auf einem Brachfelde noch lut⸗ wegnen Fahrzeuge, die jetzt, zu gewaltigem Ruderſchlag ausholend, tauſende von blauen däniſchen und weißen Patronhülſen der Unſrigen wumi pfeilſchnell mit jubelndem Kampfruf heranſauſen. Den Strand ent⸗ umherlagen: ein Beweis des mörderiſchen Feuergefechtes, das dort mer lang aber lodern plötzlich überall flammende Fanale hoch auf in den in nächſter Nähe der Gegner getobt haben mußte. iſch Morgenduft, den entfernteren Dänenſcharen die Stunde des Kampfes Nach Sonderburg zurückgekehrt, fand ich den Major v. B. von 1 m verkündend. Jetzt ſind die erſten Kähne genaht, da gebietet das ſeichte den gelben 1 1er Ulanen, an den ich empfohlen, meiner harrend. ſie, Fahrwaſſer Halt; noch fern vom Ufer hält es den kampfglühenden Mit unwiderſtehlicher Liebenswürdigkeit beredete er mich, der ich iñr„Füſilier nicht länger in wehrloſer Paſſivität, hinaus— bis an die eigentlich den Hauptzweck meiner Reiſe ſchon erreicht zu haben glaubte, noch Hüfte ins Waſſer, watet er ans Ufer; jetzt, dem Marder gleich in ihm ſofort in ſein Cantonnirungs⸗Quartier nach Schwenstrup, an gazin behendem Erklimmen, geht's den ſteilen Hang hinan und mit ſtür⸗ der Oſtküſte der Inſel, zu folgen. Ich hatte die wüſte, ungaſtliche nüch mender Fauſt ſtürzt er ſich in den Schützengraben des Feindes, der Stadt zur Genüge geſehen, war auch am frühen Morgen noch drau⸗ dem meilenweit am Ufer ſich hinzieht. Wildes, wüthendes Handgemenge; ßen in der, jetzt mit unſern Vierundzwanzigpfündern armirten Strand⸗ jnten den Schuß verachtend reden Kolben und Bajonett ihre ſtumme aber batterie und auf den wenigen Trümmern jener daranſtoßenden maſſi⸗ tehen deſto ſchauerliche Sprache. Dort ſtürzt der brave Vierundzwanziger ven Windmühle geweſen, die, am 18. April in thurmhohen Flammen den Kameraden voran mit dem Ruf:„Die Batterie nehm' ich allein“ ſtehend, mir einen ſo feſſelnden, furchtbar⸗prächtigen Anblick geboten ſchaft in die Schießſcharte der Schanze, dicht vor die Geſchützmündung, die hatte. So beſtieg ich denn mit meinem neuen Beſchützer deſſen be⸗ ollte,————


